01. Feste in Januar Unser Archiv:

1. Januar: Fest der Beschneidung Christi

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Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

Zu jener Zeit, als acht Tage um waren und an dem Kind die Beschneidung vorgenommen wurde, gab man ihm den Namen Jesus.

Auslegung vom heiligen Bischof Ambrosius.

Es wird also am Kinde die Beschneidung vorgenommen. Wer ist denn jenes Kind anders als das, von dem gesagt ist: „Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt?“ Er hat sich unter das Gesetz des Alten Bundes gestellt, um denjenigen, die unter dem Alten Bunde waren, Segen zu bringen. „Um ihn dem Herrn darzustellen.“ Was das heißt: in Jerusalem dem Kern dargestellt werden, würde ich erklären, wenn ich es nicht in den Anmerkungen zu Jesaja früher erklärt hätte. Derjenige nämlich, der in Bezug auf die Laster beschnitten ist, der wird als würdig erachtet, vor das Auge des Herrn zu kommen; denn „der Gnadenblick des Herren ruht auf den Gottestreuen“. Man sieht, wie die ganze Reihe der Verordnungen der alten Zeit ein Bild der Zukunft war; denn auch die Beschneidung ist ein Bild der nahen Reinigung von den Sünden.

Wer will infolge einer zur Sünde geneigten Begehrlichkeit die Gebrechlichkeit des menschlichen Leibes und Geistes in die böse Anlagen verwickelt ist, denen sie nicht entrinnen kann, deshalb wurde durch die Beschneidung am achten Tage die im Zeitalter der Auferstehung erwartete Reinigung von der ganzen Schuld vorgebildet. Diese Bedeutung hat nämlich der Satz: Alles männliche, was dem Mutterschoß öffnet, wird als dem Herrn heilig gelten. Mit den Worten des alttestamentlichen Gesetzes nämlich wurde der von einer Jungfrau Geborene verheißen; und der war wahrhaft heilig, weil ohne Makel. Dass er übrigens derjenige ist, der durch das Gesetz bezeichnet wird, wird in derselben Weise klar die vom Engel wieder aufgenommenen Worte: „Was heiliges geboren wird, das wird Gottes Sohn sein.“

Unter allen vom Weibe Geborenen ist nämlich im jeder Beziehung heilig der Herr Jesus, der die Versuchung durch die irdische Sündhaftigkeit, infolge der Neuartigkeit seiner makellosen Geburt, nicht gefühlt und mit seiner himmlischen Majestät von sich ferngehalten hat. Denn wenn wir uns an den Buchstaben halten, wie kann alles Männliche heilig sein, da es doch nicht verborgen ist, dass viele sehr verbrecherisch gewesen sind? Ist etwa Ahab ein Heiliger? Sind die lügenhaften Wahrsager heilige, die auf Bitten des Elias das vom Himmel kommende als Strafer des Unrechts fallender Feuer vertilgt hat? Aber wer war heilig, den als Vorbild des künftigen heiligen Geschehens die wohlgemeinten Vorschriften des göttlichen Gesetzes andeuteten; deshalb, weil er allein, und durch eine neue Geburt ein Gottesvolk zu schaffen, der heiligen jungfräulichen Kirche den geheimnisvoll gebärenden mit makelloser Fruchtbarkeit ausgestatteten Mutterschoß öffnen sollte.

Kirchengebet:

O Gott, der du der ewigen Glückseligkeit Segen, auf Grund der mit Mutterwürde ausgestatteten Jungfräulichkeit der heiligen Jungfrau Maria, dem menschlichen Geschlecht verliehen hast, verleihe uns, wir bitten dich, die Gnade, dass wir derjenigen Fürsprache für uns empfinden, durch die wir würdig geworden sind, den Urheber des Lebens zu bekommen, unserm Herrn, Christus, deinen Sohn, der mit dir lebt und regiert in der Einheit des Heiligen Geistes Gott von Ewigkeit zu zu Ewigkeit. Amen.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet oder das römische Brevier, Bd. II, Regensburg 1927, 1179 ff.

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