Tradition und Glauben

1. November: Fest Allerheiligen

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Predigt vom heiligen Priester Beda dem Ehrwürdigen. Heute begehen wir, Geliebteste, mit einer freudigen Feier die Festigkeit von allen Heiligen; und über deren Gemeinschaft frohlockt der Himmel, über deren Fürbitte freut sich die Erde, mit deren Triumphen wird die Kirche umkränzt; und deren Streit für den Glauben ist, je mehr Mut er zeigt im Leiden, desto feierlicher in der Ehrung; denn wenn der Kampf größer wird, wird auch größer darum der Kämpfende, und der Triumph des Martyriums wird durch die vielfache Art der Leiden mehr geziert; und infolge der schlimmeren Peinen sind auch bedeutender die Belohnungen gewesen. Denn unsere Mutter, die katholische Kirche, die auf dem ganzen Erdkreis weit und breit sich ausdehnt, hat es an ihrem Haupte Jesus Christus gelernt, Beschimpfungen, Kreuz und Tod nicht zu fürchten; und immer mehr gekräftigt, hat sie allen, die als eine erlauchte Schar der peinigende Kerker umschloss, entsteht sich gleichbleibender Wärme, die Kraft wirkt so Durchführung des Kampfes, das Verlangen nach Siegesruhm eingegeben.

O wahrhaft glückselige Mutter Kirche, die der durch göttliche Erbarmung geschaffene Ruhm derartig umleuchtet, die das Blut der Märtyrer ziert, die weiß schimmernde Jungfräulichkeit mit ihrer unverletzten Treue umkleidet. Ihrem Blütenschmuck fehlen weder Rosen noch Lilien. So mögen nun, Geliebteste, die Einzelnen in den Wettstreit eintreten auf das sie sich zu beiden Ehrungen eine möglichst weit reichende Würdigkeit aneignen, zu den grenzen nämlich, entweder zu den durch Jungfräulichkeit verdient weißen, oder zu den für leidensvollen Tod gewährten purpurroten. Im himmlischen Lager hat die Friedenszeit und die Kriegszeit ihre eigene Blumen, mit denen die Streiter für Christus umgrenzt werden.

Gottes unaussprechliche und unermessliche Güte hat auch dafür gesorgt, dass er die Zeit der Mühen und des Kampfes nicht sehr ausdehnte, und nicht lang macht oder gar ewig, sondern kurz und, um sozusagen einen Augenblick dauernd. Dass es in diesem kurzen und winzigen Zeit dauernden Leben Kämpfe und Mühen gibt, in jenem aber, dass ewig ist, Krönung und Belohnungen für Verdienste, dass die Mühen schnell ein Ende nehmen, die Belohnungen für die Verdienst aber ewig bleiben; dass sie nach dem Dunkel dieser Welt ein hell schimmernde Licht schauen und eine über die Schmerzhaftigkeit aller Leiden hinausragende Seligkeit erhalten, wie der Apostel dies bezeugt, wo er sagt: Nicht des Vergleiches wert sind die Leiden dieser Zeit gegenüber der nachkommenden Herrlichkeit, die an uns offenbar werden wird.

Kirchengebet: O allmächtiger und ewiger Gott, der du uns das Glück gewährst, aller deiner Heiligen verdienstvolle Daten in einer Festlichkeit zu feiern, wir bitten dich, verleihe uns, da du die Zahl der Fürsprecher so groß hast werden lassen, aus deiner Huld den von uns ersehnten Überfluss an Segen.

Quelle: Erzpriester Stefan, Das kirchliche Stundengebet oder das römische Brevier, Bd. 2: Ostern mit Schluss des Kirchenjahres, Regensburg, 1927, 1228-1229.

Durch das Beten des o.a. Kirchengebets und das Erwecken der Intention einer Ablassgewinnung, empfängt man einen zeitlichen Ablaß, die man für sie selbst oder die Seelen im Fegefeuer verwenden kann.

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