12. März – hl. Gregor der Große

Der Priester – Seuchenherd oder Salzsäule

Am heutigen Tag begeht die Kirche im alten Kalender das Fest des Papstes Gregors des Großen (540-604). Bevor er sein großes Pontifikat antrat war er ein Mönch, sodass er bestimmte Gnadenbestände sozusagen im Mönchsstand aufbauen konnte, bevor er pastoral und pontifikal tätig wurde. Die unten angegebene Predigt, die von ihm stammt, ist aber dermaßen außergewöhnlich und belehrend, dass wir sie, zumal sie im Tridentinischen Brevier an seinem Fest rezitiert wird, niemandem vorenthalten wollen.

Christus verglich die Pharisäer mit Gräbern:

Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr gleich seid wie die übertünchten Gräber, welche auswendig hübsch scheinen, aber inwendig sind sie voller Totengebeine und alles Unflats. (Mt 23, 27)

Über sie treten die Menschen unbewusst hinweg und werden dadurch unrein, da nach den jüdischen Reinheitsgesetzen, die jeglichen Kontakt mit Toten verboten, so eine Berührung des Grabes eine kultische Unreinheit nach sich zog (Num 19,13). Ein schwerer Sünder, ein abgefallener Geistlicher ist sicherlich ein Seuchenherd, den man zu meiden hat. Wie ein radioaktiver Stoff verstrahlt er alles rund um sich herum, um es zu verderben. Manchmal sind nicht einmal Worte notwendig, sondern die alleinige Anwesenheit genügt. Der Zinsterziensermönch Richalm von Schöntal, der im zwölften Jahrhundert lebte, hatte die unangenehme Gabe Dämonen zu sehen. Er beschreibt ganze Schwärme von Dämonen, welche die Menschen umgeben. Er hatte seine Visionen einem Mitbruder anvertraut, der sie niederschrieb und sie erschienen im Jahre 2009 als eine kritische Ausgabe.[1]  Diese Visionen sind sehr nüchtern, von jeder Schwärmerei frei und Richalm selbst stellt zur Bedingung, dass sie nicht zu seinen Lebzeiten oder seines Mitbruders veröffentlicht werden, da er fürchtet für verrückt erklärt zu werden. Eine lesenswerte Schrift also. Auch andere sprechen von dämonischen Anhänglichkeit, welche an den Sündern haften bleiben. Diese Wortwahl ist sehr alt und sie stammt von den Wüstenvätern, deren Erfahrungen von Evagrius Ponticus (345-399) und Johannes Cassianus (360-435) aufgeschrieben und theologisch verarbeitet wurden. Interessanterweise sprechen Menschen, welche paranormale Erlebnisse haben, was immer öfters vorkommt, ebenfalls von dunklen Wolken oder Schwärmen, die sie plötzlich sehen. Daher ist es nachvollziehbar, dass die Dämonen buchstäblich in und an einem Sünder sich weiden, wie Parasiten es in einem Organismus tun. Daher „verstrahlen“ oder verbreiten diese Menschen diese spirituelle Dunkelheit, wie wir häufig spüren.

Der heilige Papst Gregor der Große verwendet aber ein anderes Bild, ein Soll-Bild. Ein Geistlicher, d. h. ein Hirte, soll für seine Schafe buchstäblich ein Salz sein, das sie ablecken und dadurch kräftiger werden. Schon allein seine Anwesenheit soll auf die Schafe kräftigend wirken. Während also der Priester – das Salz – buchstäblich abnimmt, legen die Schafe an Gewicht und Lebenskraft durch sein Opfer zu. Wie anders ist doch die jetzige kirchliche Wirklichkeit! Wir werden ja durch den näheren Kontakt oder eigentlich jeglichen Kontakt mit unseren Geistlichen nicht auferbaut, genährt, sondern verseucht und verdorben. Bei manchen Predigten, bei denen DSDZ (der Schreiber dieser Zeilen) notgedrungen anwesend ist, fühlt er als würde eine Kloake oder ein verstrahlter Gegenstand aufgemacht werden, der sein verdorbenes inneres preisgibt. Bei manchen Priestern genügt ihre alleinige Anwesenheit dazu sich verunreinigt zu fühlen. DSDZ braucht danach mehrere Stunden, um sich spirituell zu regenerieren, aber sein geistliches Schutzschild ist nicht das schlechteste. Andere Menschen haben kaum Abwehrkräfte und durch solche Priester, die dafür leider Gottes ausgebildet wurden, fallen sie nach und nach vom Glauben ab. Lange Zeit merken sie es selbst nicht, an einem Punkt aber stellen Sie es fest.

„Ich glaube an nichts.“

Lesen wir die unten angegebenen Zeilen aus der Predigt des Heiligen Gregors und hoffen wir, dass wir irgendwann mal wirklich katholische Priester erleben.

Wir müssen darauf achten, dass derjenige, der mit einem und demselben ermahnenden Satz nicht alle auf einmal aufmuntern kann, sich bemüht, die einzelnen, soweit es möglich ist, zu belehren und in gesonderter Ansprachen zu erbauen. Wir müssen nämlich ständig erwägen, was den heiligen Aposteln und durch sie uns gesagt wird: „Ihr seid das Salz der Erde.“ Wenn wir also Salz sind, müssen wir den Seelen der Gläubigen den rechten Geschmack geben. Ihr also, die ihr Hirten seid, denkt daran, dass ihr die Schäflein Gottes weidet; gewiss wird in Bezug auf diese Schäflein vom Psalmisten zu Gott gesagt: „Deine Schäflein konnten dort bleiben.“

 

Und nun sehen wir häufig, dass Salzstücke den unvernünftigen Tieren vorgelegt werden, damit sie an diesen Salzstücken lecken und besser vorwärtskommen. Wie also unter den unvernünftigen Tieren ein Stück Salz, so soll der Priester zwischen den Volksscharen sein. Es muss also der Priester sorgfältig überlegen, was er den Einzelnen sagt, wie er jeden zu ermahnen hat, auf dass jeder, der mit einem Priester in Verbindung tritt gleichsam wie aus der Berührung mit Salz mit dem Geschmack ausgestattet werde, der zum ewigen Leben gehört. Wir sind nämlich kein Salz der Erde, wenn wir den Herzen der Zuhörer nicht einen besseren Geschmack beibringen; und diesen Geschmack trägt derjenige bestimmt in den Nächsten hinein, der ihm nicht das zu verkündende Gottes Wort vorenthält. Aber nur dann predigen wir den anderen richtig, wenn wir das Gepredigte in Werken und in Vorbildern zeigen.[2]

[1] Richalm von Schöntal, Liber revelationum, hrsg. Paul Gerhard Schmidt, Hannover: Hahn 2009.

[2] Erzpriester Stefan, Das kirchliche Stunden Gebet oder das römische Brevier, Bd. 1: Advent bis Ostern, München 1926, 929.

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