05. Feste in Mai Heiligenlebensläufe Unser Archiv:

12. Mai – Hll. Nereus, Achilleus, Martyrer; Domitilla, Jungfrau; Pankratius, Martyrer

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Vierte Lesung

Die Brüder Nereus und Achilleus, Diener der Flavia Domitilla, die zugleich mit dieser und deren Mutter Plautilla vom heiligen Petrus getauft waren, wurden, als sie Domitilla dazu gebracht hatten, Gott ihre Jungfräulichkeit zu weihen, von deren Bräutigam Aurelian als Christen angezeigt und wegen ihres herrlichen Bekenntnisses für Christus nach der Insel Pontia verbannt; dort wurden sie von neuem vor Gericht gefordert und mit Geißeln gepeitscht, bald nach Terracina überführt, von Minuzius Rufus auf der Folter und mit Feuer gequält und, da sie standhaft erklärten, sie könnten als vom heiligen Petrus Getaufte durch keine Qualen dazu gezwungen werden, den Götzen zu opfern, mit dem Beile enthauptet. Ihre Leiber wurden von Auspizius, ihrem Schüler und dem Erzieher der Domitilla, nach Rom gebracht und an der Straße nach Ardea bestattet.

Fünfte Lesung

Flavia Domitilla, eine römische Jungfrau war Nichte der Kaiser Titus und Domitian, wurde, als sie den geweihten Jungfräulichkeitsschleier von Papst Klemens empfangen hatte, von ihrem Bräutigam Aurelian, dem Sohne des Konsuls Titus Aurelius, als Christin angezeigt und vom Kaiser Domitian nach der Insel Pontia verbannt, wo sie im Kerker ein langes Martyrerdasein führte. Zuletzt wurde sie nach Terracina überführt und, weil sie im Bekenntnis für Christus immer mutiger auftrat, beendete sie unter Kaiser Trajan dadurch, daß auf Befehl des Richters ihr Gemach in Brand gesteckt wurde, zusammen mit den mit ihr aufgewachsenen Jungfrauen Theodora und Euphrosina den Weg des ruhmreichen Martyriums am 7. Mai; deren Leiber wurden unversehrt aufgefunden und vom Diakon Cäsarius bestattet. Am heutigen Tage aber wurden die Leiber der beiden Brüder und der Domitilla aus der Kirche des heiligen Hadrian zusammen in die zu Ehren dieser Martyrer unter dem Titel Fasciola gebaute Basilika zurückgebracht.

Sechste Lesung

Pankratius stammte aus vornehmer Familie in Phrygien und kam als Knabe von 14 Jahren unter den Kaisern Diolketian und Maximian nach Rom, wo er vom römischen Bischof getauft, im christlichen Glauben unterricht und wegen desselben gleich darauf gefangen genommen wurde; da er sich standhaft weigerte, den Götzen zu opfern, errang er, indem er mit männlichem Mut den Nacken darbot, einen glänzenden Martyrerkranz; seinen Leib holte zur Nachtzeit die Matrone Oktavilla, salbte ihn und bestattete ihn an der Via Aurelia.

Evangelium

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes. In jener Zeit lebte ein königlicher Beamter, dessen Sohn in Kapharnaum krank lag. Da dieser gehört hatte, daß Jesus von Judäa nach Galiläa gekommen sei, begab er sich zu ihm, und bat ihn, daß er hinabgehe und seinen Sohn heile; denn er war nahe am Sterben. Da sprach Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, glaubet ihr nicht. Der königliche Beamte sprach zu ihm: Herr, gehe hinab, ehe mein Sohn stirbt. Jesus sprach zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebt! Und der Mann glaubte dem Worte, welches ihm Jesus gesagt hatte, und ging. Während er aber bereits hinabging, begegneten ihm seine Knechte, und meldeten ihm, und sagten, daß sein Sohn lebe. Er erforschte also von ihnen die Stunde, in welcher es mit ihm besser geworden war. Sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da erkannte der Vater, daß es in jener Stunde war, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt! Und er selbst ward gläubig und sein ganzes Haus. Dieses war das zweite Zeichen, das Jesus that, als er von Judäa nach Galiläa gekommen war.

Siebte Lesung

Auslegung vom heiligen Papste Gregor. Was ist wohl der Grund, daß, wo der Beamte dem Herrn bittet zu seinem Sohne zu kommen, dieser sich weigert, persönlich hinzugehen, während er zum Knecht des Hauptmanns, obwohl nicht eingeladen, dennoch sich anbietet, persönlich hinzugehen? Dem Sohn des Beamten in leiblicher Anwesenheit beizustehen, dazu läßt er sich nicht herab; er läßt sich aber dazu herab, dem Knecht des Hauptmanns entgegenzueilen. Was ist das anders, als daß unser Stolz gebrochen wird, weil wir in den Menschen nicht die Natur, auf Grund derer wir nach dem Bilde Gottes geschaffen sind, sondern die Ehren und den Reichtum achten? Unser Heiland wollte aber zeigen, daß das bei den Menschen in hoher Schätzung Stehende zu verachten und das, was von den Menschen verachtet wird, nicht zu verachten ist; darum wollte er zum Sohn des Beamten nicht gehen, war aber bereit zu Knecht des Hauptmanns zu gehen.

Achte Lesung

Also ist unser Stolz zurechtgewiesen worden, der die Menschen nicht als Menschen zu bewerten versteht. Er bewertet nur, wie wir gesagt haben, was um die Menschen ist, schaut nicht auf das, was sie sind, erkennt die Ehre Gottes in den Menschen nicht an. Seht doch, der Gottessohn wollte zum Sohn des Beamten nicht gehen; und doch war er bereit, zur Heilung des Knechtes zu gehen. Gewiß würde unser Stolz, wenn uns jemandes Knecht bitten würde, daß wir zu ihn kommen sollten, uns gleich im schweigenden Gedanken antworten: Geh nicht; denn du erniedrigst dich selbst, deine Ehre kommt in Verachtung, der Ort ist zu gering. Sieh doch, vom Himmel ist derjenige gekommen, der es nicht verschmäht, zu einem Knecht auf Erden zu eilen; und dennoch verschmähen wir es, auf der Erde uns zu erniedrigen, wo wir doch von der Erde kommen.

Neunte Lesung

Unterlaßt es also, in euren Gedanken das wertzuschätzen, was ihr habt, sondern was ihr seid. Seht doch, wie die Welt, die geschätzt wird, entweiht. Die Heiligen, an deren Grab wir stehen, haben die Welt mit ihrer Pracht im Innern verachtet und gleichsam mit Füßen getreten. Es winkte ihnen damals ein langes leben ein ständiges Wohlergehen, Wohlstand im Besitz, Fruchtbarkeit an Nachkommen, Behaglichkeit in langdauerndem Frieden; und dennoch galt die Welt, weil sie in sich selbst so blühend war, in ihren Herzen schon als verdorrt. Seht, nun ist die Welt in sich selbst dürr, und noch gilt sie als blühend in unseren Herzen. Überall Tod, überall Trauer, überall Trostlosigkeit; von allen Seiten werden wir geschlagen, von allen Seiten mit Bitterkeiten erfüllt; und dennoch lieben wir mit der geistigen Blindheit der fleischlichen Begierlichkeit selbst deren Bitterkeiten, wir gehen ihr nach, wenn sie flieht, wir hängen uns an sie fest, wo sie wankt.

Kirchengebet

Laß ständig, o Herr, deiner heiligen Martyrer Nereus, Achilleus, Domitilla und Pankratius beseligende Festlichkeit uns angenehm und nützlich sein und uns für den Dienst bei dir würdig machen. Durch unsern Herrn. Amen.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet Teil II, S. 831 ff.

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