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17. Juli: Fest des heiligen Bekenners Kamillus von Lellis

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Kamillus wurde zu Bucchianico, einem Städtchen in der Diözese Theate, aus der vornehmen Familie der Lellis geboren, als seine Mutter schon 60 Jahre alt war; und als diese seiner Geburt entgegensah, kam es ihr vor, als ob sie einen an der Brust mit einem Kreuzzeichen versehenen Knaben geboren hätte, der an der Spitze einer Schar von Knaben mit demselben Zeichen ging. Als Jüngling wurde er Soldat und gab sich eine Zeit lang den Lastern der Welt hin, bis er im 25. Lebensjahre von einem solchen Licht der himmlischen Gnade und von einem solchen Schmerz über die Beleidigung Gottes erfasst wurde, dass er auf der Stelle von einem reichlichen Tränen Regen übergossen den Schmutz des vorangegangenen Lebens ohne Zögern Abwurf und den festen Vorsatz fasste, einen neuen Menschen anzuziehen. Daher eilte er an demselben Tage, wo dies geschehen war, und zwar war es am Feste Mariä Reinigung, zu den Minderen Brüdern, die man Kapuziner nennt, und bat flehentlich um Aufnahme bei ihnen. Sein Wunsch wurde ihm einmal und auch zum zweiten Mal erfüllt; aber da ein abscheuliches Geschwür, an dem er einst gelitten hatte, an seinem Schenkel immer wieder aufbrach, unterwarf er sich der göttlichen Vorsehung, die größeres mit ihm vorhatte, in demütiger Weise, besiegte sich selbst und legte das zweimal erbetene und zweimal angelegte Ordensgewand ab.

Es begab er begab sich nach Rom und wurde in einem Krankenhaus, das den Namen „der Unheilbaren“ trug, aufgenommen; und dessen Verwaltung, die ihm mit Rücksicht auf seine klar hervor tretenden guten Fähigkeiten anvertraut worden war, führte er in größter Unbescholtenheit und mit wahrhaft väterlicher Sorge. Er hielt sich für den Knecht aller Kranken und hatte seine Freunde daran, die Betten derselben herzurichten, den Schmutz abzuweichen, die Geschwüre zu pflegen, ihnen im Todeskampf mit frommen Gebieten und Mahnungen Beistand zu leisten; und bei diesen Verrichtungen gab er ein leuchtendes Beispiel staunenswertes wird der Geduld, unbesiegbar und besiegt waren Mutes, und hält den Hass der Nächstenliebe. Da er aber einsah, dass zum Seelentrost der im Sterben liegenden, den er einzig anstrebte, die wissenschaftliche Bildung von großem Vorteil sei, scheute er sich nicht, im Alter von 32 Jahren in den Anfangsgründen der Sprachlehre einem Lehrgang mit Knaben nochmals zu beginnen. Als er später unter Einhaltung der kirchlichen Vorschriften Priester geworden war, gesellte er sich einige Gefährten zu und legte den Grund zu der Genossenschaft der Regularkleriker für den Krankendienst, wobei der Feind des menschlichen Geschlechtes mit vergeblicher Anstrengungswiderstand leistete. Denn Kamillus wurde durch eine himmlische Stimme, die von einem Bilde des gekreuzigten Herrn ausging, der überdies in ganz staunenswerter Art die Hände vom Kreuzesholz löste und ihm entgegenstreckte, wunderbar bestärkt und erhielt die Bestätigung seines Ordens vom apostolischen Stuhl, der den Mitgliedern ein viertes außerordentlich schwieriges Gelübde auferlegte, die Kranken, auch die an der Pest leidenden, zu pflegen. Die wurde fälligen diese wie wohlgefällig diese Gründung Gott und wie nutzbringend sie für die Menschen war, bestätigte der heilige Philipp Neri, der Beichtvater des Camillo, in dem er bezeugte, dass er öfters gesehen habe, wie dessen Angehörigen bei der Pflege der Sterbenden die Engel Worte zusprachen.

Da er nun mit diesen festeren Banden für den für den Krankendienst festgehalten wurde, ist es staunenswert, mit welcher Heiterkeit er, durch keine Mühen gebeugt und durch keine Lebensgefahr abgeschreckt, Tag und Nacht bis zum letzten Lebenshauch um deren Wohl besorgt war. Allen alles geworden, griff er mit demütigster Ergebenheit zu den niedrigsten Beschäftigungen und verrichtete sie meist kniend, als ob er in den Armen Christus selbst sähe, heiteren und allzeit bereiten Herzens; und um sich für alle Bedürfnisse bereithalten zu können, verzichtete er freiwillig auf das Amt eines Ordensgenerals und auf die himmlischen Süßigkeiten, an denen er Überfluss hatte, wenn er in Betrachtung versunken war. Seine väterliche Liebe gegen die Not Leidenden strahlte aber am meisten damals auf als die Stadt zuerst von einer ansteckenden Krankheit, als dann von einer großen Hungersnot heimgesucht wurde und zu Nola in der Kampagne eine unheimliche Pest herrschte. Schließlich entbrannte er von einer solchen Glut der Liebe gegen Gott und gegen die Nächsten, dass er verdiente, ein Engel genannt zu werden und in den verschiedenen Gefahren auf Reisen eine Hilfeleistung der Engel zu erfahren. Er war mit der Gabe ausgestattet, Verborgenes mitzuteilen und Kranke zu heilen, schaute auch in die Geheimnisse des Herzens hinein und auf seine Bitten wurde einmal der Speisevorrat vermehrt, ein andermal Wasser in Wein verwandelt. Schließlich war er infolge der Nachtwachen, Fasten und unterbrochenen Mühen aufgerieben, schien nur aus Knochen und Haut zu bestehen, ertrug fünf lästige und langwierige Übel, die er Erbarmen des Herrn nannte, mit großer Standhaftigkeit, wurde mit den Sakramente versehen, und entschlief zu Rom unter Anrufung der lieblichen Namen Jesu und Maria bei den Worten: „Das Liebe und Freude strahlende Antlitz Jesu möge dir sichtbar werden“, zur vorausgehende sagten Stunde, in Vereinigung mit dem Herrn, am 14. Juli im Jahre des Heils 1614 in seinem 65. Lebensjahre. Der durch viele auffällige Wunder verherrlicht wurde, nahm ihn Benedikt XIV. in feierlicher Weise unter die Heiligen auf, und Leo XIII. bestimmte ihn auf die Bitten der Bischöfe der katholischen Welt und auf Vorschlag der Kongregation der Riten zum himmlischen Patron aller Krankenhäuser und aller auf der Welt sterbenden Kranken, und bestimmte, dass sein Name in der Litanei für die Sterbenden angerufen werde.

Kirchengebet: Oh Gott, der du den heiligen Camilos, um ihn zum Helfer für die im Todeskampf ringenden Seelen zu machen, mit einer besonders hervorragenden Art der Nächstenliebe ausgestattet hast, wir bitten dich, gieße unsinnig im Hinblick auf seine Verdienste den Geist einer Liebe ein, damit wir in der Stunde unseres Todeskampfes würdig werden, den Feind zu besiegen und zur himmlischen Krone zur gelangen.

Quelle: Das kirchliche Stunden Gebet oder das römische Brevier, übersetzt und erklärt von Erzpriester Stefan Dr. theol. et phil., Bd. 2: Ostern mit Schluss des Kirchenjahres, Regensburg: Pustet 1927.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

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