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17. November: hl. Gregor der Wundertäter oder von 17 zu 17

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Die Statistik damals

hl. Gregor Thaumaturgos

Für den hl. Gregor den Wundertäter oder Gregor Thaumaturgos, dessen Fest wir am heute am 17. November begehen, ist die Zahl 17 auch in einer anderen Hinsicht prägend. Als er sein Amt als Bischof seiner Heimatstadt Neucäsarea im Jahre 240 antrat, gab es in dieser Stadt nur 17 Christen, als er zwischen 270 und 275 starb,[1] gab es dort nur noch 17 übrig gebliebene Heiden.

In 30 also bis 35 Jahren drehte der heilige Gregor die Zahlen und das Verhältnis des Christentums zum Heidentum um. Damals waren die Christen natürlich von Heiden, der heutige politisch-korrekte Ausdruck dafür lautet: „der indigenen Kulturen“, umzingelt waren, mit denen sie keinen „interreligiösen Dialog“ pflegten, da sie noch vor Abu Dhabi lebten und nicht meinten mit den Heiden im Sinne der „menschlichen Brüderlichkeit“ denselben Gott anzubeten.

Obwohl die Geschichte mit dem buchstäblichen Versetzen des Berges (siehe oben) durch Gregor unter Zuhilfenahme der Engel recht wundersam vorkommt, so ist es wohl genauso passiert, sonst hätte man es gar nicht aufgeschrieben. Hätte man alle Wunder, wie die Rationalisten und Modernisten angeben oder vermuten verfälscht – Johannes Quasten spricht ja vom mythical character der St. Gregor-Biographien, [2] da dort Wunder vorkommen – so hätte man so eine Geschichte doch auch anderen Heiligen „hinzugedichtet“. Dies ist aber nicht passiert, das Beispiel Gregors des Wundertäters ist einzigartig und seine Messe hat als die einzige der Bekennerbischöfe das Evangelium Mk 11, 22-24, das vom Versetzen des Berges handelt.

Denn „mythisch“, „legendär“ etc. bedeutet im Wortschatz der Theologie der letzten beiden Jahrhunderte „erfunden“, „fiktiv“, „gelogen“, obwohl es „nur“ übernatürlich war, da Gott übernatürlich ist und manchmal übernatürlich wirkt. In der klassischen Apologetik wurden daher Wunder als das ultimative Argument für den wahren Glauben behandelt. Denn aufgrund irgendwelcher Fakten, sprich Wunder, müssen sich die Heiden, von der wahren, wirkungsvolleren und effizienteren Religion überzeugt, bekehrt haben. Man krempelt doch sein eigenes Leben nicht völlig um, um das Schwierigere und ein mögliches Martyrium zu wählen, wenn man keine Argumente für die Wahrheit der neuen Religion hat.

Die drei Kappadokier – Gregors Schüler

In den Jahren nämlich, in denen Gregor der Wundertäter wirkte, der ein direkter Schüler von Origenes war, gab es wirklich keine diesseitigen Vorzüge des Christentums: keine Kirchensteuer, kein Dienstfahrzeug samt Fahrer, kein Einvernehmen mit der Politik, kein Weihnachtsfest und keinen Stollen. Wir wollen hier nicht das Beamtentum an sich bekämpfen, denn jeder Staat braucht sie. Interessanterweise war gerade Gregors Schwager der kaiserliche Statthalter in Palästina, der Gregor nach Palästina einlud, wo dieser Origenes‘ Vorlesungen besuchte und sich bekehrte.[3]

Wie wir also sehen können, dienen auch heidnische Beamte den Plänen Gottes, die näheren und weiteren Familienangehörigen auch. Diesen Plänen diente auch Origenes, dessen Lehre von Apokatastasis zwar von der Kirche 553 verurteilt wurde, dessen Schriften aber bis heute die Kirche befruchten, denn nicht alles war bei ihm schlecht. Gregor der Wundertäter ist auch der Vater der Kappadokischen Väter, d.h. von Gregor von Nyssa, Gregor von Nazianz und von Basilius dem Großen, die ihn in Ehren hielten und sich oft auf ihn beriefen.[4]

Wir wollen hier aber nicht auf Gregor des Wundertäter Schrifttum oder theologische Wirkung eingehen, sondern auf seine Statistik: von 17 zu 17. Wir wissen zwar nicht wie viele Einwohner Neucäsarea damals zählte, es werden aber wohl mit dem umgebenden Land mehrere Tausend gewesen sein oder auch mehr.

Die Statistik heute

Die Kirchenstatistik von heute

Übertragen wir es auf unserer Zeit. DSZD hat zwar in keinem Ordinariat gearbeitet (Gott sei Dank!), er weiß aber, dass man dort, in den Gemeinden, auf den Fakultäten und überall in der Kirche („I will powerpoint you to death!“) ständig irgendwelche Statistiken erstellt, erhält oder auszufüllen hat, um das „seelsorgerische Wirken“, das nicht staatfindet, zur quantifizieren oder in Zahlen zu fassen.

Es gibt da wirklich diese Parallele vom Untergang des britischen Kolonialreiches nach dem Zweiten Weltkrieg. Je mehr das British Empire in sich selbst zusammensank, umso mehr wuchs das Ministerium für die Kolonien, um den Verfall statistisch zu erfassen und auszuwerten. Beim Aufstieg oder Aufschwung hat man wohl weniger Zeit für die Statistik, weil man beschäftigt ist.

Wie wir schon in unserer Reihe „Kommt ihr Töchter, helft mir klagen“ zu Genüge bewiesen haben, sind wirklich alle relevanten Angaben bezüglich der Entwicklung der katholischen Kirche seit dem letzten Konzil fallend.

Steigt denn etwas?

Ja, es gibt auch steigende Werte und diese wären:

  • Anzahl der ständigen Diakone,
  • Anzahl der Laienangestellten der Kirche,
  • Anzahl der Ehenichtigkeitserklärungen.

Ansonsten fällt alles und fällt, wobei seit Bergoglio der Untergang gleichsam exponentiell ansteigt (Ironie beabsichtigt). Man könnte wohl dort oben noch den vierten Punkt der Missbrauchsskandale anfügen, wobei keine durchgängige Statistik diesbezüglich uns zur Verfügung steht und es in diesem Kontext mal fallende, mal steigende Tendenz gab.

Wenn also ein Pfarrer, ein Bischof oder ein Erzbischof auf dem Sterbebett liegt, so weiß er heute ganz genau, dass er eine Diözese mit soundso vielen Katholiken übernahm, deren Anzahl sich dann im Laufe seiner Regierungszeit dezimierten oder noch weiter fiel. Welche Werte aber werden wohl die Päpste und ein Anti-Papst haben:

  • Johannes XXIII?
  • Paul VI?
  • Johannes Paul II?
  • Benedikt XVI?
  • Franziskus?
Ist das noch steigerungsfähig?

Welcher von ihnen hat wohl die meisten Seelen verloren? Johannes Paul II. aufgrund seines langen Pontifikats? Benedikt XVI aufgrund seines Rücktritts? Oder wird sie alle Franziskus/Bergoglio schlagen, der zwar, unserer Ansicht nach kein Papst, jedoch aber ein Kardinal ist?

Ob es uns gefällt oder nicht, aber jeder Priester und anderer Hirte wird Rechenschaft über jede ihm anvertraute Seele abgeben müssen. Die kirchliche Organisation ist immer territorial und lokal, sodass man einfach nachrechnen kann, wieviel Schafe als Hirte man zur Verfügung hat. Der Sturz des Kommunismus, von Johannes Paul II sicherlich mitgewirkt, spielt für Gott keine Rolle. Denn vielleicht gingen mehr Seelen durch die Wende verloren als zuvor durch den Kommunismus? Vom Ratzinger theologisch-häretischem Schrifttum wollen wir hier gar nicht anfangen, was Summorum Pontificum anbetrifft, so hat er doch gerade die Anhänger der alten Messe, die leider auch keine Heiligen sind, siehe Father James Jackson FSSP, am meisten enttäuscht und Bergoglio und seinem Traditionis Custodes in den Rachen geworfen. Vielleicht hatte man in der Hölle eine Art Software, an der man erkennen kann, wie viele Seelen gerade zugrunde gehen, der Todsünde und dem Unglauben verfallen. Während unsere lieben Geistlichen, jeglicher Colour, uns sadistisch einbläuen:

Das ist ihrer Schuld, Sie haben zu wenig für mich gebetet!  

so verhält es sich mit der Verantwortung ganz anders. Die Hirten sind die Hauptschuldigen, weil sie nicht:

  • unterweisen,
  • ermahnen,
  • zurückführen,
  • züchtigen.

Es war schon richtig, dass Gregor der Wundertäter sich die mit Gottes Hilfe und Wundern Bekehrten zurechnete. Er hat zwar Wunder gewirkt, weil Gott es ihm erlaubte, da diese göttliche Vorgehensweise der Übernatürlichen damals am Anfang der Mission notwendig und angebracht war, weswegen die Wunder später, wie Augustinus und andere schreiben, deswegen ausblieben, weil sich das Christentum schon gefestigt und gleichsam verwurzelt hatte und Gott keine außerordentlichen Mittel gebrauchen musste.

Gregor hatte unermüdlich gewirkt, Gott wirkte mit ihm, denn, wie es aus den Erfahrungen von DSZD selbst hervorgeht, muss man sich wirklich sehr dauerhaft anstrengen, um irgendwann mal die göttliche Hilfe zu erfahren, Ja, Gregor konnte bei seinem Tode die Früchte seiner Arbeit überblicken. Diese ließen sich in Zahlen ausdrücken von nur 17 Gläubigen zu nur 17 Ungläubigen. Bemerkenswert.


[1] Angaben nach Quasten, Johannes, Patrology, Vol. II The Ante-Nicene Literature after Irenaeus, Allen 123. Wikipedia gibt nach der Theologischen Realenzyklopädie das Jahr um 270 an.

[2] Quasten, 124.

[3] Quasten, 123.

[4] Drobner, Lehrbuch der Patrologie, Freiburg 1994, 224.

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