05. Feste in Mai Heiligenlebensläufe Homilie Liturgie Liturgische Feste Unser Archiv:

2. Mai – Hl. Athanasius, Bischof, Bekenner, Kirchenlehrer

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4. Lesung

Athanasius aus Alexandrien, ein sehr scharfer Vorkämpfer für die katholische Religion, wurde von Alexander, Bischof von Alexandrien, zum Diakon geweiht und dessen Nachfolger. Ihn hatte er auch zuvor zur Kirchenversammlung in Nicäa begleitet; als er dort die frevelhafte Lehre des Arius nicht hatte aufkommen lassen, zog er sich einen solchen Haß der Arianer zu, daß sie von der Zeit an niemals aufhörten, ihm Nachstellungen zu bereiten. So beriefen sie nach Tyrus eine Versammlung von größtenteils arianischen Bischöfen und bearbeiteten ein Weib, den Athanasius zu beschuldigen, er hätte sie, als Gast bei ihr aufgenommen, mit Gewalt geschändet. Es wurde nun Athanasius hineingeführt und mit ihm der Priester Timotheus; dieser tat so, als ob er Athanasius sei und sagte: Bin ich denn, o Frau, bei dir eingekehrt? Habe ich dich vergewaltigt? Ihm antwortete diese in kecker Weise: Du hat mich vergewaltigt; und indem sie dies mit einem Schwur bekräftigte, beschwor sie das Gewissen der Richter, doch eine solche Schandtat zu bestrafen. Als dieser Betrug erkannt war, wurde die Schamlosigkeit des Weibes abgewiesen.

5. Lesung

Auch daß Athanasius den Bischof Arsenius ermordet habe, streuten die Arianer aus; und während sie diesen im geheimen festhielten, brachten sie die Hand des angeblich Toten zum Gericht bei und behaupteten im Verhör, daß sie von Athanasius zur Ausübung der Zauberkunst dem Arsenius abgetrennt worden sei. Aber Arsenius flüchtete in der Nacht, und da er vor der ganzen Versammlung erschien, deckte er das so schamlose Verbrechen der Feinde des Athanasius auf. Jene aber schrieben die Sache trotzdem den Zauberkünsten des Athanasius zu und ließen nicht nach, seinem Leben aufzulauern. Deshalb wurde er aus dem Lande gejagt und brachte die Verbannung in Gallien bei Trier zu. Darauf wurde er unter dem den Arianern günstig gesinnten Kaiser Konstantius mit schwierigen und langwierigen Verfolgungen gehetzt, mußte unglaubliche Bedrängnisse erdulden und durchwanderte einen großen Teil der Erde; und oft wurde er von seiner Kirche verjagt, oft aber auch auf Anordnung des römischen Papstes Julius und auf Fürsprache des Kaisers Konstans, des Bruders des Konstantius, auch auf die Beschlüsse der Kirchenversammlungen von Sardica und Jerusalem, zurückberufen. Unterdessen blieben die Arianer ihm stets gram; und um deren hartnäckiger Bosheit und der höchsten Lebensgefahr zu entgehen, hielt er sich in einem ausgetrockneten Brunnen fünf Jahre lang verborgen, so daß davon nur ein Freund des Athanasius wußte, der ihm im geheimen den Unterhalt gewährte.

6. Lesung

Als nach dem Tode des Konstantius der ihm in der Kaiserwürde folgende Julian, der Abtrünnige, den Bischöfen erlaubt hatte, zu ihren Kirchen zurückzukehren, kam Athanasius nach Alexandrien zurück und wurde mit höchster Ehre empfangen. Aber nicht lange darauf wird er auf Drängen derselben Arianer von Julius aufgescheucht, wiederum gezwungen, sich zu entfernen. Als er nun von dessen Soldaten zum Tode aufgesucht wurde, ließ er das Schiff, auf dem er floh, stromaufwärts richten und trat seinen Verfolgern absichtlich entgegen; und von ihnen gefragt, wie weit Athanasius von da entfernt sei, antwortete er, er sei nicht zu weit weg; und da diese nun den entgegengesetzten Weg nahmen, entkam er, kehrte nach Alexandrien zurück und blieb dort verborgen bis zum Tode Julians. Als nach kurzer Zeit ein anderer Sturm in Alexandrien ausbrach, hielt er sich vier Monate in der Grabstätte seines Vaters verborgen. Und schließlich starb er, nachdem er durch Gottes Kraft aus so vielen und so großen Gefahren errettet worden war, zu Alexandrien auf seinem Bette unter Valens; und sein Leben und sein Tod wurden durch große Wunder verherrlicht. Er hat in frommer Weise und zur Erläuterung des katholischen Glaubens viele herrliche Schriften verfaßt und 46 Jahre lang unter der größten Unbeständigkeit der Zeiten die Kirche von Alexandrien in ganz heiliger Weise geleitet.

Evangelium nach Matthäus (Mt 10, 23)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn sie euch aber verfolgen werden in dieser Stadt, so fliehet in die andere; wahrlich, ich sage euch, ihr werdet nicht mit allen Städten Israels zu Ende gekommen sein, bis der Sohn des Menschen kommen wird!

7. Lesung

Auslegung vom heiligen Bischof Athanasius. Im Alten Bunde war es vorgeschrieben, daß Stätten für die Flüchtigen bestimmt wurden, so daß diejenigen, die aus irgend einem Grunde zum Tode aufgesucht wurden, sich retten konnten. Als in der Fülle der Zeiten jenes Wort des Vaters selbst angekommen war, das vorher zu Moses gesprochen hatte, gab es wiederum diese Vorschrift mit den Worten „Wenn man euch in einer Stadt verfolgt, flieht in eine andere.“ Und kurz darauf fügt es an: „Wenn ihr jene abscheuliche Entweihung (wahrscheinlich durch ein Götzenbild), wie sie vom Propheten Daniel genannt wird, im heiligen Hause sehen werdet – beim Lesen muß man darauf achten -, alsdann mögen diejenigen, die im Lande Judäa sind, auf die Berge flüchten, und wer auf dem Dache weilt, der steige gar nicht mehr ins Haus hinab, um etwas herauszuholen, und wer auf dem Felde ist, kehre gar nicht heim, um seinen Rock mitzunehmen.

8. Lesung

Da dies die Heiligen wußten, hielten sie an einer solchen Art des Verhaltens fest. Was nämlich jetzt der Herr vorgeschrieben hat, dasselbe hat er vor seiner Ankunft durch die Heiligen geredet; und diese Art führt die Menschen zur Vollkommenheit. Denn was Gott geboten hat, das ist ohne weiters zu tun. Deshalb hielt auch das für uns Mensch gewordene Wort es nicht unter seiner Würde, sich, wenn ihm aufgelauert wurde, wie auch uns, zu verbergen, und wenn es Verfolgungen erfuhr, zu fliehen und den Nachstellungen auszuweichen. Als es aber selbst die von ihm bestimmte Zeit herbeigeführt hatte, in der es wirklich für alle leiden wollte, gab es sich freiwillig den ihm Auflauernden hin.

9. Lesung

Weil aber die heiligen Männer diese Art des Verhaltens vom Heiland gelernt hatten – von ihm nämlich wurden sowohl vorher wie auch immer alle belehrt – ergriffen sie, um gegen die Verfolger rechtmäßig zu kämpfen, die Flucht, und wenn sie von jenen gesucht wurden, verbargen sie sich. Da sie nämlich das ihnen von der göttlichen Vorsehung bestimmte Lebensende nicht kannten, wollten sie sich den ihnen Auflauernden nicht waghalsig überliefern; sondern im Gegenteil, da sie wußten, daß das Los der Menschen in der Hand Gottes sei und daß der Herr tot macht und lebendig macht, verharrten sie lieber bis zum Ende derartig, daß sie, wie der Apostel sagt, „umhergingen in Schafspelzen und Ziegenfellen, darbend, bedrängt, in den Einöden umherirrend und in den Schlupfwinkeln und Höhlen des Landes versteckt,“ bis entweder die bestimmte Zeit des Todes kam oder bis derjenige, der die Zeit bestimmt hatte, nämlich Gott, mit ihnen redete und die ihnen Auflauernden zurückhielt oder sie bestimmt den Verfolgern überlieferte, wie es ihm gefallen würde.

Kirchengebet

Erhöre, wir bitten dich, o Herr, unsere Bitten, die wir am Festtag deines heiligen Bekenners und Bischofs Athanasius vortragen; und weil er verdient hat, dir in würdige Weise Dienste zu leisten, mache uns auf die Fürsprache seiner Verdienste frei von allen Sünden. Durch unsern Herrn. Amen.

Wenn Sie o.a. Kirchengebet mit der Intention einer Ablassgewinnung beten, empfangen Sie einen Ablass, den Sie für sich selbst oder für die Armen Seelen verwenden können. (Enchiridion indulgentiarum (1999) Nr. 21 § 1: „Ein Teilablass wird einem Gläubigen gewährt, der an einem beliebigen Heiligentag, der im Kalender vermerkt wurde, zu Ehre dieses Heiligen fromm ein aus dem Messbuch entnommenes oder ein anderes rechtskräftig approbiertes Gebet verrichtet“) .

Quelle: Erzpriester Stephan, Das kirchliche Stundengebet Teil II, S. 802 ff.

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