Eines tut Not – das geistliche Leben. Eine Einleitung in das Werk von A. Poulain SJ. (4 von 7): Ordensleben über dem Laienstand

Ordensleben über dem Laienstand

Zur Verwirklichung der Punkte (7) bis (9) sind nur manche von Gott berufen, denn das geistliche Leben, was nicht genug betont werden kann, stellt aus der katholischen Sicht keine Selbstverwirklichung dar, sondern ist eine Berufung Gottes, von welchem die Initiative ausgeht. Manche Menschen ruft Gott zu diesem Weg, manche nicht. Der Weg der evangelischen Räte ist ein Weg, wie wir noch zeigen werden, der höheren Vollkommenheit, da er eine größere Ähnlichkeit mit dem Endzustand hat als das weltliche Leben. Auch das neuere Kirchenrecht (1983) bringt diesen Gedanken zum Ausdruck:

Can. 573 § 1. „Das durch die Profeß der evangelischen Räte geweihte Leben besteht in einer auf Dauer angelegten Lebensweise, in der Gläubige unter Leitung des Heiligen Geistes in besonders enger Nachfolge Christi sich Gott, dem höchstgeliebten, gänzlich hingeben und zu seiner Verherrlichung wie auch zur Auferbauung der Kirche und zum Heil der Welt eine neue und besondere Bindung eingehen, um im Dienste am Reich Gottes zur vollkommenen Liebe zu gelangen und, ein strahlendes Zeichen in der Kirche geworden, die himmlische Herrlichkeit anzukündigen.“

Can. 574 § 2. „Zu diesem Stand werden bestimmte Gläubige in besonderer Weise von Gott berufen, um im Leben der Kirche an der besonderen Gabe Anteil zu haben und zu deren Heilssendung gemäß Zielsetzung und Geist des Instituts beizutragen.“

Das alte Kirchenrecht (CIC 1917) tut es dennoch viel klarer, indem es bestimmt:

            Can. 491 § 1. (CIC 1917):

           „Religiosi praecedunt laicis […].“

Also „die Ordensleute gehen den Laien vor“, wobei, nach can. 490 (CIC 1917) natürlich Ordensleute beiderlei Geschlechts gemeint sind und das Verb praecedere – „vorangehen“ wahrscheinlich auch einen kirchenrechtlichen terminus technicus darstellt, welcher sich unserer Kenntnis in diesem Moment entzieht.

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