Tradition und Glauben

„Kommt ihr Töchter, helft mir klagen“. 3. Niedergang des Ordenslebens. (1) Geistliche Gründe für den Niedergang

1.    Geistliche Gründe für den Niedergang des Ordenslebens Da die Statistiken zum Niedergang des Ordenswesens im Westen, der auch langsam im Osten einzusetzen beginnt, dem deutschsprachigen Leser hinlänglich bekannt sein dürfen, so wollen wir an dieser Stelle, anders als auf unserer polnisch sprachigen Seite, außer der Präsentation der reinen Statistiken auch ein wenig Ursachenforschung betreiben. Was ist aber das Ordensleben? Es ist ein kirchlicher Leistungssport und deswegen wurde schon im vierten Jahrhundert der Mönch oder der Eremit, beiderlei Geschlechts, athleta Christi genannt. Dies gilt interessanterweise auch für Frauen, die sich für das monastische Leben entschieden haben, wie man beispielsweise in den Briefen des heiligen Hieronymus an Paula nachlesen kann, wo er sie als keine schwache Frau betrachtet, sondern als einen geistlichen Kameraden und Mitstreiter.[1] Als keine Tussi also, würde die Jugend heutzutage sagen. Ein Leistungssportler kann aber wirklich nicht jeder werden. Wie im natürlichen Bereich, in naturalibus, bestimmte Voraussetzungen körperlicher Art notwendig sind, so sind im Bereich der Berufung, also im übernatürlichen Bereich, in supranaturalibus, nicht nur bestimmte Eigenschaften der Natur gefordert, sondern vor allem die göttliche Berufung. Man muss also nicht nur zu bestimmten Leistungen fähig sein, der Verein oder der Trainer muss einen zum Profisportler oder Leistungssportler ausbilden wollen und danach ist die Willenskraft und Frustrationstoleranz gefragt. Man kann sich auch eine Berufung nicht einbilden oder sie Gott abtrotzen. Wer sie nicht hat, der hat sie eben nicht, wer sie aber hat, kann ihr untreu werden und sie auf diese Art und Weise verlieren. Es ist wohl der heilige Don Bosco, der sagte, dass ein Drittel der Menschheit eine Berufung hat. Dies wären heute in Deutschland bei den 24,2 Millionen Katholiken sage und schreibe 8.066.666,6666 Berufungen also knapp über acht Millionen. Was wahrscheinlich Don Bosco damit sagen wollte, ist dies, dass ein Drittel der Menschheit über die notwendigen…

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