Tradition und Glauben

Dom Prosper Guéranger: Antiliturgische Häresie (3): Kommentar 4 von 8. Hl. Thomas von Aquin über die Form des Blutwortes

Anbei der Text des Abtes von Solesmes, welcher von der Einführung neuer liturgischen Formulierungen handelt. Wir wollen von dieser Warte aus die Thematik des „für alle“, statt „für viele“ bei dem Blutwort der Konsekration beleuchten und das Problem einer eventuellen Ungültigkeit der Novus Ordo Messe bei diesem unkorrektem Blutwort in mehreren Abschnitten prüfen. In diesem Teil wird derselbe Text von Gueranger erscheinen, unser Kommentar jedoch wird ein anderer sein. [Und hier kommt] der dritte Grundsatz der Häretiker bezüglich der Liturgiereform. Nachdem sie die kirchlichen Formulierungen verjagt und die absolute Notwendigkeit ausschließlich die Bibelworte im Gottesdienst zu verwenden, verkündet haben, mussten sie dennoch anschließend feststellen, dass die Heilige Schrift sich nicht immer nach ihrem Willen verbiegen lässt; so führten sie den dritten Grundsatz ein, welcher, sagen wir es deutlich, darin besteht verschiedene [liturgische] Formulierungen zu fabrizieren und einzuführen. Formulierungen voll Tücke, durch welche die Gläubigen noch stärker an den Irrtum gebunden werden und wodurch das Gebäude der gottlosen Reform für ganze Jahrhunderte gefestigt wird. Kommentar 3.3.1 4. Thomas von Aquin über die Form des Blutwortes Die ganze, in Kommentar 3.3 zitierte Thomas-Passage (Summ. Theol. III, 78, q.3), die als solche lesenswert ist und welche wir deswegen in Originalton Thomas unten anführen, lautet wie folgt: Dritter Artikel. Diese Form: „Dies ist der Kelch meines Blutes“, ist höchst zukömmlich. a) Dagegen spricht Folgendes: Es müßte hier heißen, wie in der anderen Form: „Dies ist mein Leib;“ so: „Dies ist mein Blut.“ Also unzulässigerweise steht als direktes Prädikat da: „der Kelch.“ Die Konsekrationsworte des Blutes sind nicht minder wirksam wie die des Leibes. Sogleich aber nachdem gesagt ist: „Dies ist mein Leib,“ ist der Leib Christi gegenwärtig. Hier aber scheint dies nicht der Fall zu sein, da noch andere Worte hinzugefügt werden; oder diese letzteren sind überflüssig. III. Das Neue Testament gehört zur innerlichen Einsprechung, nach Jerem. 31.: „Vollenden werde ich über das Haus Israel das Neue Testament …, indem ich die Gesetze ihnen ins Herz legen werde.“ Ein Sakrament aber wird in nach außen sichtbarer Weise vollendet. Also steht hier unzulässigerweise: „des Neuen Testamentes.“ „Neu“ wird etwas genannt, weil es nahe am Anfange seines Seins ist; — „ewig“, weil es keinen Anfang hat. Also wird hier unzulässigerweise Beides verbunden, indem es heißt: „des Neuen und ewigen Testamentes.“ Die Gelegenheiten des Irrtums sind dem Volke hinwegzunehmen, nach Isai. 57, 14. Viele aber irrten und meinten, nur in mystischer Weise sei hier Leib und Blut des Herrn gegenwärtig. Also darf man nicht sagen: „Mysterium des Glaubens.“ [S. 190] VI. Wie die Taufe das Sakrament des Glaubens ist, so ist die Eucharistie das Sakrament der Liebe. Also durfte hier nicht der Glaube Erwähnung finden.VII. Das ganze Sakrament der Eucharistie, Leib und Blut, ist ein Andenken des Leidens Christi, nach I. Kor. 11.: „So oft ihr dieses Brot esset und diesen Kelch trinket, werdet ihr den Tod des Herrn verkündigen.“ Also durfte nicht vorzugsweise in der sakramentalen Form für das Blut das Leiden Christi erwähnt werden; während doch der Herr sagt (Luk. 22.): „Das ist mein Leib, der für euch wird dahingegeben werden.“VIII. Das Leiden Christi ist hinreichend nützlich für alle; und ist thatsächlich wirksam für viele. Also durfte hier nicht gesetzt werden: „Welches vergossen worden für euch und für viele,“ sondern es mußte einfach heißen „für alle“ oder „für viele“ ohne das „für euch.“IX. Kein Evangelist…

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