Die Bischofskonferenz oder kann man jemanden Gnaden vermitteln?

Da einige von uns bereits für die Bischofskonferenzen gebetet haben und es sie viel gekostet hat, so wollen wir für die Zukunft vorsorgen und eventuelle Zweifel, die der Teufel sicherlich säen wird, von vornherein entkräften. Unser Anliegen lautet:

Wir bitten Gott, dass er den Bischöfen die notwendigen Gnadengaben gibt, damit sie endlich den katholischen Standpunkt in der Lehre und Moral vertreten.

Was ist gratia sufficiens?

Man kann sich natürlich die Frage stellen: Haben denn unsere Bischöfen nicht ausreichend viel Gnaden, wenn man dem katholischen Dogma von der gratia sufficiens (zureichende Gnade) folgt? Die Dogmatik von Diekamp-Jüssen gibt diese Wahrheit wie folgt wieder:

„Es gibt eine gratia sufficiens, d.h. eine Gnade, die zu einem Heilswerk das Können verleiht und ohne die das Heilswerk unmöglich ist.“[1]

Dies ist eine Aussage de fide, d.h. sie wurde von der Kirche dogmatisch verbindlich festgelegt. Die 2. Synode von Orange (529) fasst es folgendermaßen:

„Wir glauben gemäß dem katholischen Glauben auch dies, dass alle Getauften nach dem Empfang der Taufgnade mit Christi Hilfe und Mitwirkung (Christo auxiliante et cooperante) erfüllen können (possint) und müssen (debeant), was zum Seelenzheil gehört, wenn sie sich gläubig bemühen wollen. Dass aber irgendwelche durch göttliche Macht zum Bösen vorherbestimmt seien (praedestinatos), das glauben wir nicht nur nicht, sondern, wenn es welche gibt, die so Übles glauben wollen, so sagen wir diesen auch mit ganzer Abscheu: Anathema!“ (DH 397)

Das Dogma von der gratia sufficiens bedeutet einfach, dass Gott jedem ausreichend viel Gnade gibt, um zum Heil zu kommen, sodass niemand von Gott „zum Bösen vorherbestimmt sei“, sodass er in die Hölle kommen muss, weil Gott es so wollte. Wir können, erstens, die Anforderungen Gottes an uns erfüllen und zweitens, müssen wir sie erfüllen, um zum Heil zu kommen, also es wenigstens ins Fegefeuer zu schaffen. Es liegt bei uns, bei Gott gibt es keinen Mangel auch keinen Mangel des Gebens. Die Lehre von der gratia sufficiens wird natürlich vom Tridentinum gegen die Reformatoren mehrmals wiederholt und präzisiert (DH 1536-1538, 1572). Wir wollen hier nur eine schöne Aussage von hl. Augustinus, den das Konzil zitiert, anführen:

„»Denn Gott befiehlt nichts Unmögliches, sondern wenn er befiehlt, dann mahnt er, zu tun, was man kann, und zu erbitten, was man nicht kann«“ (DH 1536)

»Nam Deus impossibilia non iubet, sed iubendo monet, et facere quod possis, et petere quod non possis« (Augustinus, De natura et gratia 43, n. 50 [CSEL 60, 270/PL 44, 271])

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