Tradition und Glauben

Alma redemptoris Mater oder das nahrhafte Brevier

Liturgiereform und Brevierreform

Der Katholik wird durch die Liturgie erzogen. Er wurde bis zum Vatikanum II zu seinem Wohl erzogen, nach dem Vatikanum II hingegen leider zu seinem Verderben. Derjenige, der das Brevier aus Pflicht betet oder es freiwillig tut, unterliegt dieser Veränderung noch vielmehr. Die alten Breviere wurden nach den Jahreszeiten unterteilt und so haben wir die pars verna, aestiva, autumnalis et hiemalis – also den Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winterteil. Das Jammern über die Liturgiereform versuchen wir uns an dieser Stelle zu sparen, obwohl die Klage sicherlich hier und da noch durchbrechen wird. Die Natur ist zyklisch, das Brevier auch. Da der Schreiber dieser Zeilen schon das zweite Jahr hindurch das Tridentinische Brevier betet, also dasjenige, das zwischen 1570 und 1910 verpflichtend war, so stellt er fest, dass er immer mehr in diesen liturgischen Zyklus hineinwächst und sich an die Lesungen des Vorjahres erinnert, was ihm bei dem nachkonziliaren Brevier, das er über 25 Jahre lang gebetet hatte, nie passierte. Es liegt einfach an dem Brevier, nicht am Beter. Die alten Gebete und Lesungen hinterlassen halt einen bleibenden und heiligenden Eindruck, die neuen tun es nicht. Das Beten der alten Breviere erinnert an das Anfassen von Blattgold oder von Goldstaub. Irgendetwas bleibt an uns hängen und wir werden gleichsam vergoldet. Im Gegensatz zum natürlichen Goldstaub geht der „Gebetsstaub“ nicht aus. Die Fülle aber des Goldes bleibt übrig und geht nicht zur Neige.

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