Maria von Spanien oder „die katholische Luft atmen“

Monasterio_de_las_Descalzas_Reales_(Madrid)_06Das Kloster der Barfüssigen Schwester von der Hl. Klara

Da unsere Redaktion in der Vorweihnachtszeit bis Neujahr seltener dazu kommen wird neue Beiträge zu verfassen, so wollen wir musikalisch ein wenig vorsorgen, um diesen Blog am Leben zu halten.

In der Weihnachtszeit soll die Messe Alma redemptoris mater von Tomas Luis da Victoria abschnittsweise vorgestellt werden. Bevor wir uns aber dem Stück selbst widmen werden, ist es recht und billig diejenige katholische Monarchin zu nennen, welcher wir eigentlich Victoria verdanken. Es handelt sich um die Kaiserin Maria von Spanien.

Maria von Spanien (1528–1603) – ein Leben der Pflichterfüllung

Tomas Luis da Victoria (1548 -1611) war ab 1587, d.h. am Ende seines Lebens nicht nur der persönliche Kaplan, sondern auch der „Klosterkomponist“ der verwitweten Kaiserin Maria von Spanien, welche am Ende ihres Lebens Monasterio de las Descalzas de S Clara also im Kloster der „Barfüßigen Schwestern der Heiligen Klara“ lebte (siehe oben). An dieser Stelle soll noch kein Nachruf auf die Maria von Spanien, welche von den Spaniern selbst Maria de Austria genannt wurde. Aber sogar an den kargen Angaben in der Wikipedia wird deutlich,[1] dass sie wirklich kein einfaches Leben hatte und sicherlich nicht ganz „selbstbestimmtes“, wie die heutigen Feministinnen sagen würden.

220px-Maria_of_Spain_1557Als die älteste Tochter des Kaisers Karl V. war sie für einen politische Ehe vorbestimmt, welche sie mit Kaiser Maximilian II, ihrem Cousin 1. Grades einging, was sicherlich manch einen Dispens nötig machte. Sie gebar ihrem Mann insgesamt 16 Kinder (ja, ja, sechzehn, meine Damen), von denen neun das Erwachsenenalter erreichten. Ab 1550 war sie alleinige Statthalterin in Spanien, ab 1552 lebte sie ständig in Wien und schließlich nach dem Tod ihres Mannes 1576 kehrte sie 1582 nach Spanien zurück. Als sie in ihre Heimat zurückkehrte sagte sie, dass sie glücklich sei in einem Land ohne Häretiker zu leben, was der Schreiber dieser Zeilen durchaus nachempfinden kann. Auch Marie, die Heldin der „Ansichten eines Clowns“ meinte sie müsse ab und zu „katholische Luft“ atmen. Ja, die Luft ist anders. Wir wollen uns hier nicht mit der politischen Tätigkeit der Kaiserin Maria, welche recht rege und im Sinne des katholischen Glaubens war, noch wollen wir die Frage stellen, ob diese Tätigkeit gelungen war. Sie lebte seit 1582 im o.a. Kloster, trug eine Ordenstracht und bestimmte Tomas Luis da Victoria zu ihrem Kaplan und Komponisten, wodurch sie uns und allen nachfolgenden Generationen einen großen Gefallen erwies, da Victoria sich ausschließlich aufs Komponieren von geistlicher Musik konzentrieren konnte. Dem Schreiber dieser Zeile scheint es, dass durch den Klostereintritt Maria von Spanien endlich ein Leben führen konnte, nach welchem sie sich sehnte. Keine Pflichten, keinen Hof, keine Kindererziehung, keine politische Angelegenheiten, nur Gott und Gebet.

stair1Gott hat sie auch zu Lebzeiten belohnt, denn das Leben in solch einer Schönheit (siehe das Treppenhaus des Klosters linkd) und dazu noch mit der Musik von Victoria war eher Belohnung zu Lebzeiten als Buße. War sie glücklich? Wahrscheinlich schon, denn was macht glücklicher als die treue Pflichterfüllung an den Stellen, an die uns Gott gestellt hat.

Juan_Pantoja_de_la_Cruz_012Deswegen waren ihr die Irrungen und Wirrungen der neurotischen Sissy, ebenfalls Kaiserin in Österreich und von Österreich, erspart. Selbstbestimmung ist nicht immer das Beste und sogar Greta Garbo sagte einmal, dass ihr leider nicht gegeben worden ist ein Leben zu führen, welches sie eigentlich wollte. Wenn es nicht einmal Greta Garbo es gelungen ist, dann wem? Also Maria von Spanien hat das bessere Stück erwählt und am Ende ihres Lebens saß sie an den Füßen des himmlischen Bräutigams. Ihr Bild aus der Jugendzeit zeigt eine charakterstarke Person, die sich durchsetzen konnte und musste, ihr Altersbild eine geistliche Strenge.

Seien wir also dankbar der Maria von Spanien, welche das Gute, Wahre und Schöne des Katholizismus würdigen und verteidigen konnte. Die armen Spanier haben Gott weitgehend verlassen jetzt haben sie eine Letizia. Strafe muss sein. Da aber Maria vielleicht sich noch im Fegefeuer befindet, denn es ist schwer zu regieren, ohne schuldig zu werden, so beten wir für ihre Seele dreimal: Herr gib ihr die ewige Ruhe …

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_von_Spanien_%281528%E2%80%931603%29 https://en.wikipedia.org/wiki/Maria_of_Austria,_Holy_Roman_Empress

 

 

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