Lesungen der Matutin der Vigil des Weihnachtsfestes

Weniger Breviergebet ist weniger geistliche Leistung

Da wir alle heute und morgen den Kirchgang vor uns haben, auf den wir uns mental einstellen müssen, falls wir wieder einer nachkonziliaren „Jedoch-Aber-Wenn-Miteinander-Flüchtlinge-Rettet-die-Wale-Predigt“ ausgesetzt sein werden, so wollen wir uns mit Texten trösten, die wirklich katholisch sind und welche uns das Geheimnis der Menschwerdung Gottes nahebringen.

Der Schreiber dieser Zeilen hat die heutige Matutin der Vigil des Weihnachtsfestes bereits gelesen und die heutigen Lesungen haben ihn so erfreut, dass er diese Freude den Lesern unseres Blogs mitteilen möchte. Dank der Mühe von divinum officium.com sind diese Lesungen auf Deutsch übersetzt, sodass wir sie hier bloß einzukleben brauchen. Die vorgestellten drei Lesungen gelten für alle vorkonziliaren Breviere: das tridentinische, Divino Afflatu, das Pianische und das aus dem Jahre 1962. Diese drei Lesungen werden heute im Officium der Weihnachtsvigil nach den Psalmen gebetet und zwar:

  • im tridentinischen Brevier nach zwölf ganzen Psalmen (ergibt insgesamt 290 Psalmenverse),
  • im Divino Afflatu-Brevier aus dem Jahre 1911 nach 9 geteilten Psalmen (ergibt insgesamt 98 Psalmenverse),
  • im Pianischen Brevier aus dem Jahre 1955 nach 9 geteilten Psalmen (ergibt insgesamt 98 Psalmenverse),
  • im Brevier des Johannes XXIII aus dem Jahre 1962 nach nach 9 geteilten Psalmen (ergibt insgesamt 98 Psalmenverse).

Wir haben es an diesem Fest mit einer Reduktion der Gebete um 2/3 also um 66% zu tun. Bei der Weihnachtsvigil gibt es keine Reduktionen der Psalmenverse von Divino Afflatu aufwärts, was nicht bei allen Festen der Fall ist. Wir werden über diese Reduktionsthematik noch schreiben. Worin bestanden also die „Reformen“ des Breviers im XX Jhd.? Richtig, in der Reduktion der Gebetszeit, weil außer den Psalmen auch andere Teile des Breviers entweder verkürzt oder optional wurden und wer betet schon die Optionen, wenn er nicht muß? Das Zweite Vatikanische Konzil kam ja nicht von ungefähr. Es wurde seit mehreren Jahrzehnten geistlich, im negativen Sinne, vorbereitet. Es ist doch unmöglich, dass die Reduktion der Gebetszeit, wie sie durch die Reformen des Pius X eintrat ohne Wirkung auf den Klerus blieb. Stellen Sie sich doch vor ihr Bezüge würden um 66% gekürzt werden oder ihre Essenrationen. Und was kam in diese „Freizeit“ vom Brevierbeten hinein? Richtig, Aktivismus, Aktionismus, geistige Verödung, Suff und Konkubine oder Homosexualität, und zwar in dieser Reihenfolge, obwohl Gott sei Dank nicht bei allen. Bei allen kam aber der schwindende sensus fidei und das Verständnis des Übernatürlichen, das ja auch noch vorhanden ist und wenigsten von den Geistlichen, welche ja die anderen leiten sollen, erkannt werden muss. Ja, dies ist ein Imperativ! Es ist doch wirklich unmöglich dieselbe „Leistung“ zu erbringen, denn Selbstheiligung und die Heiligung der Welt ist ja wirklich eine Leistung, mit 66% weniger Speise. Denn Gebet wirkt wirklich und je länger und qualifizierter desto mehr. Das können wir auch negativ gewendet daraus ersehen, dass nach dem letzten Konzil das spontane, nichtliturgische also freie Gebet dermaßen in den Vordergrund geschoben wurde. Andererseits wurde das alte liturgische, mündliche Gebet, das Sprechen von vorgefertigten Formeln verpönt. Hören Sie sich doch die erstbeste Pastoralreferentin an. So bekommen sie es ja von den Litugieprofessoren beigebracht. Und dieses „freie Beten“ wirkt auch, nur negativ, d.h. verweltlichend, desakralisierend, horizonal und narzisstisch, weil man permanent um seine eigenen Bedürfnisse kreist. Und jetzt haben wir, was wir haben in jeder deutschsprachigen Diözese oder seien wir ehrlich mehr oder weniger überall. Doch niemand hindert uns das längste Brevier zu beten, wenigstens die Nichtkleriker nicht. Aber lassen wir uns nicht entmutigen, sondern freuen wir uns über diese Brevierschätze, die dank der göttlichen Vorsehung uns wieder zur Verfügung stehen. Natürlich ist es auch Lateinisch viel rhythmischer und sprachlich schöner, da aber die Lateinkenntnisse auch so sind, wie sie sind hier die deutsche Fassung der heutigen Matutin-Lesungen nach divinum officium.

Wir wünschen allen ein frohes Fest und eine erbauliche Lektüre.

Alles, was Sie über Weihnachten wissen wollten, aber nicht zu fragen wagten oder die Lesungen der Matutin der Weihnachtsvigil

V. Laß, o Herr, den Segen erteilen.

Benediction. Was wir vom Evangelium lesen, möge uns zum Heile und zum Schutze sein. Amen.

Lesung 1

Lesung aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

Mt 1,18-21

Als Maria, die Mutter Jesu, mit Joseph verlobt war, wurde sie, ehe sie zur ehelichen Gemeinschaft kamen, Mutter auf Grund der Wirkung des Heiligen Geistes. Und so weiter.

Auslegung vom heiligen Priester Hieronymus.

Buch 1 der Auslegung zu Mt Kap. 1

Weshalb wird er nicht Kind einer gewöhnlichen Jungfrau, sondern einer verehelichten? Zunächst, damit durch den Stammbaum Josephs auch die Abstammung Marias erwiesen würde; zweitens, damit sie nicht als Gefallene von den Juden gesteinigt würde; drittens, damit sie auf der Flucht nach Ägypten eine Hilfe hätte. Der Martyrer Ignatius hat noch einen vierten Grund hinzugefügt, weshalb er Kind einer Verehelichten geworden ist, indem er sagte: Damit vor dem Teufel geheim gehalten würde, wer geboren ward, insofern als er meinte, es handle sich nicht um die Geburt aus einer Jungfrau, sondern um die aus einer Ehegattin.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.

R. Gott sei Dank gesagt.

R. Macht euch heute heilig und seid bereit; denn morgen werdet ihr sehen* Die Majestät Gottes in euch.

V. Heute sollt ihr wissen, dass der Herr kommt, und morgen werdet ihr sehen

R. Die Majestät Gottes in euch.

V. Laß, o Herr, den Segen erteilen.

Benediction. Mag Gottes Hilfe immer bei uns bleiben. Amen.

Lesung 2

„Bevor sie zur ehelichen Gemeinschaft kamen, war es bemerkt worden, dass sie Mutter war durch Wirkung des Heiligen Geistes.“ Von keinem anderen ist es bemerkt worden, als von Joseph, der vollständig infolge der unter Eheleuten üblichen Vertrautheit alles wusste, was mit ihr, die seine Gattin sein sollte, vorging. Wenn es aber heißt: „Bevor sie zur ehelichen Gemeinschaft kamen“, folgt daraus nicht, dass sie nachher dazu gekommen sind; sondern die Schrift zeigt nur an, was nicht geschehen ist.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.

R. Gott sei Dank gesagt.

R. Seid guten Mutes, ihr werdet die helfende Sorge des Herrn um euch erkennen. Judäa und Jerusalem, habt keine Angst.* Morgen geht ihr hinaus, und der Herr wird mit euch sein.

V. Macht euch heilig, Kinder Israels, und seid bereit.

R. Morgen geht ihr hinaus, und der Herr wird mit euch sein.

Lesung 3

V. Laß, o Herr, den Segen erteilen.

Benediction. Zur Gemeinschaft mit den oben lebenden Bürgern möge uns der Herr der Engel führen. Amen.

Lesung 3

„Joseph aber, ihr Gatte, wollte, da er rechtschaffen war und sie nicht in Verlegenheit bringen wollte, sie heimlich verlassen.“ Wenn jemand mit einer Gefallenen Gemeinschaft pflegt, wird er mit ihr ein Leib; und im Gesetz ist vorgeschrieben, dass nicht bloß die Täter, sondern auch die Mitwisser bei den Vergehen mit der Sünde belastet seien; wie kann dann Joseph, wenn er ein Vergehen seiner Gattin geheim hielt, noch als rechtschaffen dargestellt werden? Aber das ist eine Empfehlung für Maria, dass Joseph, der ihre Jungfräulichkeit kannte und mit Erstaunen sah, was geschehen war, das mit Schweigen zudeckte, was er in seinem geheimnisvollen Ursprung nicht kannte.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.

R. Gott sei Dank gesagt.

R. Macht euch heilig, Kinder Israels, sagt der Herr; am morgigen Tage nämlich wird der Herr heruntersteigen,* Und wird von euch hinwegnehmen alle Schwächen.

V. Am morgigen Tage wird getilgt werden die Sünde der Erde, und König wird über uns sein der Heiland der Welt.

R. Und wird von euch hinwegnehmen alle Schwächen.

V. Die Ehre sei dem Vater und dem Sohne * und dem Heil’gen Geiste.

R. Und wird von euch hinwegnehmen alle Schwächen.

Oratio 

V. O Herr, erhöre mein Gebet.

R. Und lass mein Rufen zu dir kommen.

Lasset uns beten

O Gott, der du uns durch die jährliche Erwartung unserer Erlösung Freude bereitest, bewirke es, dass wir auf deinen Eingeborenen, den wir als Erlöser freudig umfangen, auch ohne Besorgnis blicken, wenn er als Richter kommt, auf unsern Herrn Jesus Christus, deinen Sohn,

Qui tecum vivit et regnat in unitáte Spíritus Sancti Deus per ómnia sǽcula sæculórum.
Amen.

Ja ist das nicht schön und heiligend? Und wen hat es gestört, dass man es abschaffen musste? Die Dämonen und die Prälaten, die sie inspirierten, denn durch ein Volksbegehren ist ja die Liturgiereform nicht durchgeführt worden. Ja, ja, immer dasselbe Lied, leider, aber durch das Gebet kann man der nachkonziliaren Entwicklung ein wenig entgegenwirken, denn ohne die Selbstheiligung ist alles nichts.

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