Tradition und Glauben

Acedia oder zu faul – über die geistige Trägheit (1) Einführung.

Ad Deum qui laetificat iuventutem meam – Zu Gott, der meine Jugend erfreut

Der Schreiber dieser Zeilen traf unlängst Mitglieder eines ihm bekannten Frauenordens, welche zum Krippenspiel fuhren, allersamt aber einen recht depressiven Eindruck machten. Der Orden, wie viele andere auch, hat nichts zu lachen. Der letzte Neueintritt ist über 25 Jahre her, der Altersdurchschnitt geht gegen 80 und zwei bis drei Schwestern sterben pro Jahr. Das Ende ist also absehbar. Da außerdem, gelinde formuliert, weder eine Frömmigkeit noch der Eifer des frühen Cluny herrscht, so kommt der Zustand der Schwestern nicht von ungefähr. Die Liturgie der Alten Messe, welche (1) immer Recht hat und sollte sie einmal (2) Unrecht haben, dann hat sie auch Recht, siehe Punkt (1), sagt uns in den Stufengebeten:

Zum Altar Gottes will ich treten, der meine Jugend erfreut.

Et introibo ad altare Dei, ad Deum, qui laetificat iuventutem meam.

Es stellt sich natürlich die Frage, was der Altar mit der Jugend zu tun hat, warum er sie erfreut und was Menschen sagen können, die nicht mehr jung sind. Bei diesem Stufengebet handelt es sich um einen Auszug aus dem Psalm 42,4 (Vulgata-Nummerierung) dessen nächste Zeile Ps 42,5 wie folgt lautet:

quare tristis es anima mea et quare conturbas me

spera in Deum quoniam adhuc confitebor illi

salutare vultus mei et Deus meus

Warum bist du traurig, meine Seele, und warum beunruhigst du mich?

Hoffe auf Gott, denn ich werde ihm noch danken,

Dem Heil meines Angesichtes und meinem Gott.

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