Offener Brief des emeritierten Erzbischofs Jan Pawel Lenga von Karaganda, Kasachstan

Hier präsentieren wir etwas zur Herzenserwärmung, was zwar schon ein Jahr zurückliegt, aber wahrscheinlich den deutschsprachigen Lesern nicht bekannt ist. Der offene Brief des Erzbischofs von Kasachstan vom 1. Januar 2015, welcher beweist, dass es auf der Welt noch katholische Bischöfe, im Sinne katholisch denkende und fühlende Bischöfe, gibt. Natürlich hat alles seinen Preis, denn der Erzbischof Lenga wurde vom Papst Franziskus schnell in die Rente geschickt und zur letzten Bischofssynode nicht eingeladen. Dieser offene Brief erinnert ein wenig an die alten sowjetischen Witze aus der Sacharow-Zeit.

Der Oppositioneller und Menschnerechtler Andrej Sacharow wurde von der sowjetischen Akademie der Wissenschaften ausgeschlossen. Der Einzige, der dagegen stimmte war der Delegierte aus Kolyma, d.h. aus dem äußerstes Sibirien. Warum gerade er? Weiter weg können sie ihn eh nicht verbannen.

Und weiter als nach Kasachstan kann man auch nicht versetzt werden oder noch weniger kirchliche Kariere machen als Erzbischof Lenga oder Weihbischof Schneider, beide aus Karaganda es tun. Ja, Leidensfähigkeit bringt Freiheit. Stalin selbst sagte einmal:

„Jeder ordentliche Bürger sitzt im Gefängnis“,

was für seine Schreckensherrschaft durchaus zutraf. Unter Papst Franziskus werden die Guten verbannt und schikaniert und alles Dunkle und Klebrige kriecht hervor. Nun ja, „wer bis ans Ende ausharrt, wird gerettet werden“ (Mt 24,13). Papst Franziskus ist nicht ewig und Gott lässt sich auch nicht alles gefallen. Also zu Trost und Herzenserwärmung lesen wir hier eine Anti-„Bischofsperle“, denn eine richtige Perle eines richtigen Bischofs. Dieser Bischof zeigt uns auch, warum Papst Franziskus die Amtszeit in der römischen Kurie auch drei Jahre verkürzen und ein Rotationsprinzip einführen möchte, damit natürlich nichts zum Wohle der Kirche vorwärts geht und keine Beständigkeit in keinem Bereich herrscht. Interessanterweise sind die Nuntien von dieser Regelung ausgeschlossen, weil sie schon lange vorher auf den weltlichen Kurs gebracht wurden und dementsprechend wohl ausgewählt worden sind, siehe Erzbischof und exemaliger Nuntius auf der Dominikatnischen Republik Wesolowski. Hoffentlich betrifft es nicht alle Nuntien, hoffentlich auch nicht die in den deutschsprachigen Ländern.

 

Überlegungen zu einigen aktuellen Problemen der Krise der katholischen Kirche

Ich hatte Lebenserfahrungen mit Priestern, die sich in stalinistischen Gefängnissen und Lagern befanden und die dennoch der Kirche treu blieben. Während der Zeit der Verfolgung erfüllten sie mit Liebe ihren priesterlichen Dienst. Indem sie die katholische Lehre predigten und dabei ein würdevolles Leben in der Nachfolge Christi, ihres himmlischen Meisters, führten.

Ich habe meine priesterlichen Studien in einem Untergrundpriesterseminar in der Sowjetunion abgeschlossen. Ich wurde heimlich in der Nacht von einem frommen Bischof zum Priester geweiht, der selber wegen seines Glaubens gelitten hat. Im ersten Jahr meiner Priesterschaft machte ich die Erfahrung, vom KGB aus Tadschikistan vertrieben zu werden.

Anschließend, während meines dreißigjährigen Aufenthaltes in Kasachstan, diente ich 10 Jahre als Priester und sorgte für Gläubige in 81 Ortschaften. Dann diente ich 20 Jahre als Bischof, zunächst als Bischof von fünf Staaten in Zentralasien mit einer Gesamtfläche von rund vier Millionen Quadratkilometern.

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