Tradition und Glauben

Bischofsperlen: Kardinal Woelki „weiß nicht, wo die Reise hingeht“ oder wie die Bischofsernennungen vor sich gehen

Obwohl wir uns hier fest vorgenommen haben wirklich katholische Aussagen der Bischöfe, wohl nicht der deutschsprachigen, zu veröffentlichen, so stehen diese noch aus, weil sie so schwer zu finden sind. Und wir meinen nicht das übliche: „Bla-Bla-jedoch-aber-wenn-die-pastoralen-Gründe-dafür-sprechen“, sondern richtig katholische Lehre. Die deutschsprachigen Bischöfe benehmen sich aber, als hätten sie von unserer Rubrik gehört und überbieten sich in „Perlenaussagen“, um einen möglichst guten Platz in der Hitparade zu ergattern. So gibt gloria.tv an, dass Kardinal Woelki nachdem er einen Diözesanpastoralrat konstituiert hat einerseits von einem neuen Aufbruch sprach, andererseits aber zugab nicht zu wissen, wohin die Reise geht.[1] Obwohl die Zuverlässigkeit von gloria.tv vielleicht von einigen Lesern hinterfragt werden kann, so kann Kardinal Woelki diese Worte tatsächlich gesagt haben, da er damit die Rede zu seiner Amtseinführung wiederholt,[2] wo er es auch nicht wusste. Es sind aber die Worte, welche uns auch von domradio.de übermittelt werden, so dass wir davon ausgehen können: er hat es wirklich gesagt.[3] Wir nehmen an, dass die 70 Mitglieder, vergütet oder auch nicht, es ebenfalls nicht wissen, wohin die Reise geht und der Priesterrat, der den Kardinal nicht mehr berät, wohl auch nicht. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass der arme Kardinal Woelki auf Anweisungen aus dem KanzlerInnenamt wartet oder auf das Dictum der Medien. Aber sehen wir das Problem auf einer tieferen Ebene: Bischof Woelki wurde doch aufgrund seiner Orientierungslosigkeit, der fehlenden Ansichten zuerst zum Weihbischof und dann zum Kardinal von Berlin und anschließend von Köln gewählt und ernannt. Und zwar von seinen „Freunden“ oder „Gönnern“ in der vatikanischen Kongregation für Bischöfe, welche die Bischofsernennungen vornimmt, beziehungsweise die beschönigten Lebensläufe den Päpsten vorliegt. Bei Franziskus braucht man nichts vorzulegen, der wählt gleich die Schlimmsten. Ein ängstlicher Mann ohne Eigenschaften, wie Kard. Woelki, ist sehr leicht zu beeinflussen und zu lenken. Und er steht der größten Diözese Deutschlands und der reichsten der Welt vor. Eine Schande! Woher wissen wir denn, wie es bei der Bischofskongregation zugeht, wenn wir ihr nicht angehören? Weil es direkt beschreiben worden ist und es indirekt Erzbischof Jan Pawel Lenga, den wir hier anführten, bestätigte.[4] Wo wurde es denn schon beschrieben? Im Buch Wir klagen an. Zwanzig römische Prälaten über die dunklen Seiten des Vatikans, einem Buch, unter dem Sammelnamen I Millenari im Jahre 1999 verfasst. Auf Deutsch nur im Antiquariat zu finden. Diese traurige Beschreibung der Endzeit des Pontifikats von Johannes Paul II. nahmen tatsächlich mehrere Mitglieder der Kurie vor, welchen das Wohl der Kirche am Herzen lag. Manche Ansichten sind von einer bemerkenswerten geistigen und intellektuellen Tiefe geprägt, andere sind weltlicher und „sozialistischer“ Natur, z. B. die Forderung nach Gewerkschaften für die Mitarbeiter der Kurie, die keine Rechte gegenüber ihren Vorgesetzten haben. Es ist durchaus lesenswert und da der Vatikan intensive Nachforschungen angestellt hat, um die Schuldigen zu finden und zu bestrafen, was weitgehend nicht gelungen ist, so kann man davon ausgehen, dass diese Informationen wahr sind. Wir wollen hier von der chronique scandaleuse, in der die immer größere Homosexualisierung der Kurie beschrieben wird, absehen, sondern uns nur auf die Bischofsernennungen, denen wir unsere „Perlenbischöfe“ verdanken, konzentrieren. Im Kapitel VII von Wir klagen an, welches „Das Dikasterium, wo die Bischöfe geformt werden“ lesen wir: „Die Kongregationen für die Bischöfe ist nach dem Staatssekretariat das wichtigste Dikasterium der Kurie, seinerzeit gänzlich in der Macht des Kardinals Sebastiano Baggio. Sie schlägt dem Papst die Kandidaten für das Bischofsamt vor – zumindest dem Papier nach, da das Kirchenoberhaupt in der Regel fast unbesehen den Namen, der zuoberst auf der Liste mit den drei Vorschlägen steht, mit seinem Siegel bestätigt. Welcher das ist, haben die Führer der Seilschaft schon längst unter sich ab gemacht. Diese Behörde ist folglich von größter Bedeutung, ein Knotenpunkt kirchlicher Macht – mehr denn je in der augenblicklichen Situation, in der die Bischofssynode dazu tendiert, dem Papst so viel Macht wie möglich zu entziehen. Wie die Praxis sich zurzeit darstellt, gibt es drei Arten von Anwärter auf die Bischofssynode: a) die Exzellenten, eine Bezeichnung, die sich auf ausgesprochen kirchentreue und fromme Persönlichkeiten bezieht, sowohl was ihre Lebensführung als auch ihre Bildung und seelsorgerische Tätigkeit angeht; Priester, die einem Bischof ebenbürtig sind, verdienstvoll an Diözese und Kurie. Sie werden von ihren Vorgesetzten oft als störend empfunden und von vielen für wahre Heilige und daher untauglich gehalten; manche von ihnen folgen dem Ruf nicht, um nicht dem Hochmut zu verfallen; b) die Exzellenzen, Würdenträger, die ein Bischofsamt erhalten, obwohl sie wenig oder gar nicht darum bemüht haben, eine sehr kurze Liste; viele von ihnen besitzen sogar die Bescheidenheit, sich der ihnen anvertrauten Aufgabe für nicht gewachsen zu halten; c) und schließlich die lange Liste der exzellenten Diebe, die auf ganz besondere, verstohlen-diebische Art zu Amt und Würde gelangt sind, nämlich nach dem Motto do tu des, ich gebe, damit du gibst: liebenswürdige Aufmerksamkeiten für jene, die an der Spitze stehen eigennützige…

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