Tradition und Glauben

I Millenari, Kap. VII. Das Dikasterium, wo die Bischöfe geformt werden (2) Mitren ohne Köpfe (i). Bischofsvorauswahl durch die Bischofskonferenzen

Hier kommt der nächste Abschnitt über die Kulissen der nachkonziliaren Bischofsernennungen mit ein wenig Hintergrundaufklärung.[1] Man braucht keine Beraterfirmen in den Vatikan zu holen, wie Papst Franziskus es tat, zum Schaden der Kirche. Man braucht bloß auf die langjährigen Mitarbeiter des mittleren Managements zu hören, wie wohl in jeder Firma auch. [1] I Millenari, Wir klagen an. Zwanzig römische Prälaten über die dunklen Seiten des Vatikans, Aufbau Taschenbuch Verlag: Berlin 20002,95-97. Bis zum Zweiten vatikanischen Konzil war der natürliche Ort für das Heranwachsen und die Geburt eines Bischofs die Bischofskongregation, welcher in der Mission Ländern die Kongregation zur Evangelisierung der Völker zur Seite stand. Die Länder der orientalischen Kirchen folgen schon immer eine andere Regelung, die ebenfalls nicht frei von Betrug und Begünstigung ist. Seit dem Vaticanum Secundum hingegen spielt sich die Auswahl der Anwärter auf das Episkopat in zwei Schritten und auf zwei unterschiedlichen Ebenen ab: zunächst innerhalb der nationalen und regionalen Bischofskonferenzen mit dem abschließenden Urteil des apostolischen Nuntius des jeweiligen Landes; danach geht das Verfahren in die Hände des zuständigen Dikasteriums in Rom über, wo untersucht wird, ob nichts Schwerwiegendes gegen die auf der Liste genannten Kandidaten vorgelegt. Darin werden die Vorschläge zur Bewilligung dem Pontifex Maximus vorgelegt. Die derzeit geltenden nachkonziliaren Bestimmungen erweisen sich immer wieder als unzureichend, da die Wahrheit über einen Kandidaten allzu leicht verschwiegen oder verfälscht werden kann, je nachdem, ob man ihn befördern will oder nicht. Solche Manipulationen müssen eingedämmt und der Informationsprozess besser kontrolliert werden. Mit der neuen Vorschrift bleibt im lockeren Ballwechsel zwischen Bischofskonferenzen, Nuntius und römischer Behörde die persönliche Verantwortlichkeit oft auf der Strecke. Zumal manche nationale Episkopate so pedantisch auf ihre Autonomie und Unabhängigkeit in jeder einzelnen Entscheidung bedacht sind, dass die Nuntien ihre Hände in Unschuld waschen, um nicht ihre Karriere zu riskieren. Denn manchmal stellt sich…

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