Tradition und Glauben

Papst Franziskus oder gibt es noch andere Priester?

Der Schreiber dieser Zeilen war gestern in seiner Kathedrale, in welcher ein guter Priester, nach den Maßstäben der deutschen Amtskirche, zelebrierte. Da wir das Adjektiv „gut“ bewusst nicht in Anführungszeichen setzten, so meinen wir hier wirklich etwas Positives. Dieser Priester ist: Älter, über 70. Seine Sakramente sind gültig. Seine Sakramente sind würdig, da er nicht im Konkubinat lebt. Er gilt als fromm. Er gilt als ein guter Beichtvater. Ja, was wollen wir denn mehr? Leider sind seine Predigten dermaßen banal, dass es nicht banaler geht, als würde er aus einer großen Lego-Kirche der Konzils-Kirche-Weisheiten etwas auswählen und zusammenstöpseln. Das Endergebnis ist absehbar und ebenfalls banal. Diese Banalität lässt auf ein leider recht flaches spirituelles Leben schließen und auch das Fehlen einer wirklich geistlichen Lektüre. Denn, wenn man tiefer betet, so erschließt sich einem Vieles von selbst, wenn man gute Bücher liest, so lernt man manches, was sich einem noch nicht erschlossen hat. So einfach ist das. Dennoch gehört dieser Priester, neben einem anderen, zu den zweien, deren Messen, nach dem geistlichen Eindruck und Dafürhalten des Schreibers dieser Zeilen, sowohl gültig als auch würdig sind. Geistliche Eindrücke sind aber keine relevanten Beweise, welche vor einem kirchlichen Gericht vorgebracht werden könnten. Es handelt sich also um eine moralische Gewissheit,[1] um keine metaphysische Gewissheit, also um eine Gewissheit, die man bei mathematischen oder metaphysischen Beweisen hat, ebenso wenig um physikalische Gewissheit oder Gewissheit aus der Evidenz, welche in den Naturwissenschaften vorkommt: man beweist etwas experimentell.[2] Die vorhandene Konkubine lässt sich bei den übrigen Priestern, wenn man es darauf anlegen würde, leicht beweisen, die fehlende Intention bei der Sakramentenspendung schwieriger. Aber lassen wir diese Überlegungen bei Seite, denn überhaupt gültige Sakramente zu empfangen ist in der Diözese des Schreibers dieser Zeilen schon viel und gültige und würdige ist schon sehr viel. Es stellt sich aber die Frage, warum sogar gute Priester nicht auf einem höheren Niveau sich befinden? Die Antwort ist denkbar einfach: weil der Input, den sie in den vorigen Jahrzehnten erhalten haben, dermaßen schwach war. Und von selbst strengen sich die Wenigsten an, wenn sie schon in Amt und Würden sind oder wenn sie eine „positive Verstärkung“, also Lob und Anerkennung erhalten. So ist leider die menschliche Natur und deswegen züchtigt Gott diejenigen, die er liebt, damit etwas objektiv gesehen aus ihnen wird. Jeder, der schon einmal ein einer leitenden Stellung war, kennt das Problem der wenig geeigneten Kandidaten. „Was Besseres bekommen Sie heutzutage nicht“, sagte eine alte fromme Dame als Kommentar zu einem neuen Hausgeistlichen eines Ordens. Der Vergleich mit der Fleischqualität beim Metzger lag auf der Hand. Was Besseres bekommt man heutzutage nicht, sei es bei Pfarrern, bei Bischöfen, bei Kardinälen oder bei Päpsten. Gibt es wirklich keine anderen und besseren? Es scheint wirklich nicht der Fall zu sein. Jedes biologisches System und die katholische Kirche kann als ein solches durchaus betrachtet werden, tendiert zur Reduplikation. Man pflanzt sich fort, indem man eine mehr oder weniger gute Kopie von sich selbst redupliziert. Man weiß schon lange aus der Unternehmensberatung, dass jeder Chef am liebsten, meistens unbewusst, den Klon seiner selbst vorzieht, was aber für das Unternehmen nicht die beste Lösung darstellt, weil jede Persönlichkeit nur einen Teilaspekt des Ganzen erfassen kann. Haben wir also nur die Klons der Persönlichkeit A, dann fehlt uns jemand für die Bereiche B, C und D, beispielsweise, weil diese durch niemanden abdeckt sind. Der obere Satz, dass sich die Kirche redupliziert ist aber nur teilweise richtig, weil sich zwar die Gremien, Ordinariate und sonstige Angestellte, um es weltlich zu formulieren, „fortpflanzen“ und reduplizieren, aber der Gesamtorganismus abstirbt. Wir haben es also mit einer Entwicklung zu tun, welche für den Gesamtorganismus Kirche, womit alle getauften Katholiken gemeint sind, äußerst unzufrieden stellend und destruktiv ist. Definiert man aber „katholische Kirche“ als diejenigen, die von der Kirchensteuer leben und fest angestellt sind, dann ist der Reduplikationsprozess äußerst erfolgreich, denn man pflanzt sich fort und lebt wie eine Made im Speck, während um einen herum alles zerfällt. Ein Unrechtsbewusstsein herrscht aber nicht vor, denn schuld ist „die Säkularisierung“ also die Anderen. Es stellt sich aber wirklich die Frage, ob wir überhaupt gute, im Sinne von katholisch denkende, handelnde und betende Priester haben, welche für Bischofsstellen taugen würden. Der empirische Beweis kann an dieser Stelle nicht erbracht werden und die pragmatische Realität sagt: Nein! Wie anders ist es erklärbar, dass der unsäglich banale und durchschnittliche Jorge Bergoglio zum Papst Franziskus gewählt wurde. Waren seine Ansichten und Handlungen wirklich unbekannt? Haben sich die anderen Kardinäle informiert? Fanden sie es gut? Wohl schon, sonst gäbe es irgendwelchen Widerstand. Papst Franziskus ist das Endergebnis einer mindestens 50 jährigen Entwicklung der Kirche und des Jesuitenordens, in welchem man möglichst unauffällig mit den Wölfen heulen sollte, um irgendwann einmal hochgehievt zu werden. Wenn man Papst Franziskus anschaut, so kommt einem der Ausspruch von der Banalität…

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