Tradition und Glauben

Gregory Di Pippo, Compendium of the Reforms of the Roman Breviary, 1568-1961: Part 4 – 1629: The Hymns of Urban VIII

Der Schreiber dieser Zeilen schämt sich nicht zu gestehen, dass er manchmal dichtet und er auch recht viele Gedichte oder Verse als Dichtung in seine Muttersprache übertragen hatte. Eigenes hat er auch geschrieben und beides war recht gut, was man ihm auch von kompetenten Seiten neidlos zuerkannte. Daher weiß er, dass ein jeder Dichter oder Literat bei Lektüre eines Textes denkt: “Ich kann es besser! Das klingt nicht”. Und manchmal kann man es wirklich besser. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass Urban VIII, seines Zeichens ein Literat und Klassizist, dachte, dass man die alt-erhrwürdigen Hymnen verbessern kann und er selbst es besser kann. Aber Liturgie ist keine Schöpfung, sondern Überlieferung. Das Beste kam anonym zu uns, damit die Autoren vor Stolz nicht ausrasten. Deswegen  wurden auch die Hymnen von Urban VIII. auf die lange Sicht nicht angenommen, weil sie eine Neuerung darstellten. Ob sie wirklich technisch und rhythmisch besser waren als die Alten bedarf einer eigenen Untersuchung, aber Kirchenlatein ist kein klassisches Latein, auch wenn sich die Klassizisten sträuben. Die Kirche hat den kleinen Ego-Trip eines Papstes recht gut verkraftet bis das Brevier von 1970 kam, in dem die meisten Hymnen von einem gewissen Dom Anselmo Lentini, O.S.B. stammen, der die alten Hymnen schlicht rauswarf und eigene, nachkonziliaren Kompositionen einführte. Während Urban VIII literatisch nicht unbegabt war, so war Lentini es nicht. Ohne Verneinung bedeutet es: er war unbegabt und diese Hymnen hören sich nach Nichts an. Als der Schreiber dieser Zeilen noch in seiner Studienzeit mit diesen latenischen Hymnen zusammen traf, so wunderte er sich insgeheim über ihre Banalität. Ganz im Gegenteil zu Vexilla Regis, Conditor alme, Adoro devote etc. Er rechnete sich diese Gedanken als Sünde an, da er nichts über Brevierreformen wußte und dachte, dass auch die Lentini-Hymnen alte, überlieferte Hymnen der Kirche darstellen. Wie banal sind doch die neuen Lieder der Gotteslobs, wie dünn und spärlich, wobei die alten, wie die von Pater Spee, immer mehr politisch-korrekt zensiert werden. Sollten jemand kein Latein können, dann kann er dasselbe bei seinem Gotteslob beobachten. Aber welch ein Stolz, Dünkel und Überheblichkeit müssen doch diesen Dom Anselmo Lentini, O.S.B.  geritten haben, dass er so etwas gewagt hatte! Wie die übrigen Liturgiereformer ja auch. Urban VIII hat ja nur ein wenig den Rhythmus und Stil verbessert, Lentini gleich das Meiste selbst geschaffen. Da die meisten nicht das nachkonziliaren Brevier auf Lateinisch beten, so hält sich der Schaden in Grenzen, aber die landessprachlichen Übersetzung der Hymnen sind ja auch schwach. Keine Dichtung, kein Schönheit, wenig rhythmisch und trocken. Es verhält sich wirklich so, dass die literarische und dichterische Begabung und Frömmigkeit wirklich selten Hand in Hand gehen und diejenigen, die es tun, schreiben ja keine liturgischen Texte für die ganze Kirche! Dem hl. Thomas von Aquin war es gegeben, dem hl. Ambrosius und Augustinus auch. Aber es war selten! Es ist wirklich wenig verwunderlich, dass viele ihr nachkonziliares Brevier nicht beten wollen oder es mit viel Selbtsüberwindung tun, wie sie auch die Neue Messe besuchen, weil das neue Brevier dermaßen literatisch und spirituell dürftig ist. Das Auge und das Ohr beten ja mit! Dabei finden wir besonders im Tridentinischen Brevier kleine literatische Kleinodien der patristischen Literatur. Denn der hl. Augustinus, Hieronymus, Gregor der Große oder Leo der Große haben nicht nur klug und fromm geschrieben, sondern auch sehr gut. Dieser Rhythmus, diese rhetorischen Mittel, welche manchmal nur im Lateinischen machbar sind, es ist wirklich ein Genuß! Es ist wirklich kein Wunder, dass alle, die früh Latein lernten, auch in ihrer Muttersprache einen besseren Stil hatten, weil sie einfach auch unbewußt guten Vorbildern nacheiferten.  In der Alten Liturgie kommen auch Ästheten auf ihre Kosten und der Schreiber dieser Zeilen traf auch Atheisten, welche von der Schönheit der Sprache dermaßen fasziniert waren, dass sie die Kirchenväter studierten. Und heute haben wir nur Häßlich und Banalität und der Teufel freut sich.   Part 4 – 1629: The Hymns of Urban VIII In the context of the Divine Office, ‘hymnus’ means a metrically composed song, arranged in strophes, or ‘stanzas’ in the modern musical terminology derived from Italian. They are relative late-comers to the public worship of the Church; they were not accepted into general use in the Office at Rome until the 13th century, and were never adopted into the oldest forms of the Divine Office, Tenebrae, Easter, and the Office of the Dead. However, the complete rejection of them by the Council of Braga in 563, for example, or by Agobard of Lyon in the mid-9th century, is clearly a minority opinion. The approval of them by Saint Benedict in his Rule guaranteed that they must eventually become a constituent part of the Office, and one of the chief criticisms of Cistercians made in their earliest days was precisely the fact that they made notable changes to the well-established corpus of hymns. Saint Benedict’s…

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