Unsere Erklärung zum Brief der 45. Die Ausgangslage.

Champagne Gebet

Wie die englischsprachigen Medien berichten, haben sich endlich 45 Theologen und Philosophen, eher weniger bekannt, dazu aufgerafft, den Papst zu zensurieren und die Zensuren mit eigenen Namen zu unterschreiben. Den Text selbst finden Sie hier, die Namensliste hier. Wir sind über diese Schreiben sehr froh und stellen wohl als die ersten eine deutschsprachige Übersetzung des Briefes der 45 ins Netz (in der Printversion ist sie in der Kirchlichen Umschau von September 2016 nachzulesen), obwohl die englische Sprache in den deutschsprachigen Landen wirklich nicht unbekannt ist. Warum tut es denn im Netz keiner außer uns? Weil man wohl Angst hat sich gegen den Papst zu stellen oder es einem egal ist. Uns ist es nicht egal und wir fürchten uns nicht, weil wir wenig zu verlieren haben.

Wie dem auch sei, wir versuchen uns bei unserer Übersetzung in die Lage eines sog. einfachen Lesers zu versetzen, der vielleicht überhaupt nicht studiert ist und schon gar nicht Theologie oder Kirchenrecht studiert hatte. Wir fragen uns also:

 „Wie viel wird er oder sie von diesem Schreiben verstehen?“

Und wir antworten uns selbst:

„Recht wenig.“

Warum? Weil es von Fachleuten in Fachsprache verfasst wurde, welche meinen einfach und menschennah zu schreiben. Da der Schreiber dieser Zeilen ab und zu lehrt, schreibt oder sich mit sog. einfachen Menschen unterhält, so erliegt er auch ab und zu der Illusion, dass ihn die Menschen, denen er etwas sehr einfach, klar und plausibel erklären möchte auch verstehen. Dies ist aber oft nicht der Fall, was auch nachvollziehbar ist. Je länger man sich mit einem Fachbereich wie z.B. Jurisprudenz, Medizin oder formelle Logik befasst, umso mehr wir man von diesem Bereich, seiner Sprache und Argumentation geprägt, ohne es selbst zu merken. Man drückt sich zwar sehr präzise, im fachimmanenten Sinn aus, z.B. e = mc2, aber die Anzahl der Menschen, die wirklich nachvollziehen können, was man da so meint, wird mir der höheren Präzision der Aussage immer geringer. Dies ist eine Schere oder ein Chiasmus mit der oder mit dem ein Gelehrter leben muss, der sich öfters kurz von der Rente fragt, ob er wirklich die allerdümmsten aller Studenten hat oder er überhaupt nicht unterrichten kann. Kurz und gut: die 45 Theologen meinen, dass sie einfach schreiben, was sie leider nicht tun. Es liegt an der Sache selbst und deswegen bedarf dieser Text unserer Erläuterung, da er ansonsten nur für studierte Juristen und Kirchenjuristen mit dem Zweitfach Theologie oder für studierte Theologen mit dem Zweitfach Jura und Kirchenrecht verständlich sein wird.

Wir werden also diesen Text in Teilen zuerst mit eigenen Worten zusammenfassen und kurz kommentieren, wo wir meinen, dass es Sinn macht und danach ihn als solchen vorstellen.

Die Ausgangslage: Papst schreibt eine häretische Exhortation

Wir befinden uns, Gott sei’s geklagt, in einer Lage, wo:

  1. Ein katholischer Papst,
  2. eine Exhortation, ein lehramtliches Schreiben also, verfasst hat,
  3. welche offensichtlich der katholischen Lehre widerspricht
  4. und daher häretisch ist
  5. oder anderen Zensuren unterliegt.

Um sein Nichtstun als Katholik, ein katholischer Geistlicher oder gar ein Prälat (vom Weihbischof aufwärts) vor sich selbst und der Welt zu rechtfertigen, muss man die o.a. Punkte nacheinander entkräften oder wenigstens dies bei einigen von ihnen tun.

Ad 1.  Ein katholischer Papst

Dass der Papst katholisch ist, hat sich bereits herumgesprochen, aber alle Amtshandlungen eines Papstes verlieren ihre Rechtmäßigkeit oder kirchliche Legitimität, wenn es sich herausstellen sollte, dass der vermeintliche Papst keiner ist, da:

a) beispielsweise ein rechtmäßiger Papst noch im Amt ist, weil er nicht tatsächlich oder gültig zurückgetreten ist, wie etwa Benedikt;

b) der Papstkandidat vor der Papstwahl bereits der Häresie verfallen ist,

c) der Papstkandidat aufgrund geheimer Wahlabsprachen vor dem Konklave gewählt wurde und damit seine Wahl null und nichtig kraft des Gesetztes selbst geworden ist und er selbst ebenfalls latae sententiae exkommuniziert wurde,

d) die Papstwahl selbst gefälscht oder ungültig und nicht rechtmäßig durchgeführt wurde,

e) der Papst nach der Wahl in öffentliche Häresie also in eine Häresie in forum externum verfiel, damit sich selbst aus der Kirche ausschloss, sich selbst exkommunizierte und aufhörte ein rechtmäßiger und gültiger Papst zu sein.

Wir werden uns allen o.a. Punkten in einem eigenen Beitrag widmen, samt theologischer und kirchenrechtlicher Begründung, denn wir glauben, dass durchaus die Wahrscheinlichkeit besteht, dass alle Punkte von a. bis e. auf Bergoglio zutreffen.  Wir glauben ferner auch, dass er, sollte er tatsächlich rechtmäßiger Papst gewesen sein er spätestens mit Amoris Laetitia in formelle Häresie in forum externum verfiel.

Bis jedoch diese Punkte tatsächlich bewiesen wurden, Papst Franziskus seines Amtes enthoben oder sein Pontifikat im Nachhinein abrogiert wurde, müssen wir leider annehmen, dass er wenigstens de facto ein Papst ist. Somit sind seine Schreiben und Entscheidungen als die eines Papstes anzusehen.

Denn außer den ewigen Sedisvakantisten, welche spätestens seit Johannes XXIII alle nachkonziliaren Päpste aufgrund einer Häresie für keine rechtmäßigen Päpste halten, hat kein Nicht-Sedisvakantist unter den Geistlichen öffentlich behauptet, dass Bergoglio kein Papst ist.

Wenn aber Bergoglio tatsächlich ein Papst ist, dann ist Amoris Laetitia ein lehramtliches, päpstliches Schreiben, welchem ein Glaubensgehorsam zu folgen hat. Da aber ein Papst ein Lehrschreiben mit häretischem Inhalt veröffentlicht, so schreiben die 45 Theologen zu Recht:

„Diese Situation stellt eine ernsthafte Gefahr für die Seelen dar.“

Ad 2. Der Rang einer apostolischen Exhortation

Da Bergoglio offensichtlich für einen Papst, bis zum Beweis des Gegenteils, gehalten werden muss, so muss man, um sich nicht mit AL kritisch auseinandersetzen zu müssen, dazu übergehen dieses Dokument als „ein privates Schreiben des Papstes“ zu sehen. Diese Position vertritt doch tatsächlich Kardinal Burke,[1] welcher mit der Zeit immer stiller geworden ist: the paper tiger. Aber der Papst ist keine Privatperson. Wenn ein Papst irgendetwas macht, dann macht er es als Papst und schon gar, wenn er lehramtliche Schreiben veröffentlicht. Er will etwas als Papst schreiben, eine Lehre darstellen, verkünden, präzisieren, dann bedient er sich einer apostolischen Exhortation, welche, obzwar nicht die höchste Lehrautorität hat, denn darüber gibt es noch z.B. dogmatische Konstitutionen, so ist es ein Schreiben des Lehramtes, welchem, unter normalen Umständen, ein Glaubensgehorsam zu leisten ist. Diese Argumentation der vermeintlichen Unverbindlichkeit entkräftet der Teil „Autorität von Amoris Laetitia“ des Briefes der 45. Dieser Teil stellt richtigerweise fest, dass Katholiken glauben werden, dass:

  • wenn ein Papst öffentlich etwas schreibt,
  • dann ist es wahr, im Sinne es gibt wahrheitsgemäß die katholische Lehre wieder,
  • weil es ein Schreiben eines Papstes und des höchsten und personifizierten Vertreters des Lehramtes ist.

Normalerweise ist diese Denkfolge richtig, bis leider zu Papst Franziskus und Amoris Laetitia, denn sind sogar päpstlich verfasste Lehrschreiben häretisch, dann sind sie häretisch und nicht gültig oder rechtskräftig. Der Papst erfindet ja keine Theologie, sondern er gibt das Depositum Fidei, also den Glaubensschatz der Kirche normativ wieder. So sieht es auch die Definition der päpstlichen Unfehlbarkeit des Vatikanums I:

„Den Nachfolgern des Petrus wurde der Heilige Geist nämlich nicht verheißen, damit sie durch seine Offenbarung eine neue Lehre ans Licht brächten, sondern damit sie mit seinem Beistand die durch die Apostel überlieferte Offenbarung bzw. die Hinterlassenschaft des Glaubens heilig bewahrten und getreu auslegten“. (DH 3070)

Also der Papst ist kein „Macher“ der Kirche, sondern der höchste Diener der Tradition, so etwas bis zum Jahre 1962. Kurz und gut: Amoris Laetitia als eine apostolische Exhortation ist ein lehramtliches Schreiben des ordentlichen Lehramtes. Ein schreiben jedoch, welches sowohl Häresien als auch andere Zensuren enthält.

Ad 3. Widerspricht Amoris Laetitia offensichtlich der katholischen Lehre?

Die mutigen Papiertiger unter den „gute“ konservativen Bischöfen trauen sich sogar soweit die Mehrdeutigkeit oder die Ambiguität von AL zu beklagen, indem sie „mutig“ sagen, dass dieses Schreiben von der bösen Presse missdeutet werden kann und sogar gegen den Hl. Vater und die Kirche verwendet werden kann. Dies kann durchaus der Fall sein, weil absolut jeder Interpret von AL für seine Leseweise Anhaltspunkte finden wird. Amoris Laetitia stellt die exponentielle Steigerung der mehrdeutigen Konzilsdokumente dar und treibt diese Mehrdeutigkeit der Ausdrucksweise auf die Spitze und eigentlich zum Absurden. Der Ungeist des Konzils hat wieder einmal zugeschlagen. Aber Papst Franziskus beziehungsweise sein Ghostwriter Erzbischof Victor Manuel Fernandez hat doch deswegen so ambivalent und mehrdeutig geschrieben oder sagen wir es gerade heraus gnostisch, um alle möglichen Spuren zu verschleiern. Es ist das nachkonziliare „Einerseits-Andererseits-Jedoch-Aber-Wenn-Pastorale-Gründe-Dafür-Sprechen“ auf die Spitze getrieben. Wenn Ihnen bei der Steuerüberprüfung nachgewiesen wird, dass Sie überall auf der Welt Briefkastenfirmen angelegt haben, so scheint es, obwohl ihnen der Steuerbetrug an sich noch nicht nachgewiesen wurde, dass Sie doch etwas verschleiern wollten, denn wozu sonst diese Mühe? Amoris Laetitia widerspricht der katholischen Lehre, doch sie tut es nicht offen und offensichtlich. Man muss sich schon die Mühe machen diesen grottenschlechten Text von beinahe 300 Seiten samt den Fußnoten genau zu lesen, um die Häresien und Zensuren herauszufischen, wobei die Letzteren in solch einem Übermaß vorhanden sind, dass man irgendwann einmal abschaltet. Nichtsdestotrotz glauben sowohl wir als auch die Autoren des Briefes der 45, dass AL tatsächlich Häresien enthält. Deswegen ist es unverständlich, warum der Brief der 45 die folgende Passage enthält:

„Die folgende Analyse negiert nicht den persönlichen Glauben von Papst Franziskus und stellt ihn auch nicht in Frage. Es ist nicht gerechtfertigt oder rechtmäßig, den Glauben irgendeines Autors auf der Grundlage eines einzigen Textes zu negieren, und dies ist besonders der Fall des Papstes im Fall. Es gibt weitere Gründe, warum der Text von Amoris laetitia nicht als ausreichender Grund verwendet werden kann zu behaupten, dass der Papst in Häresie gefallen sei.“

Wenn aber ein Text (a) Häresien enthält, dann ist (b) sein Autor in Häresie gefallen. Aber die Autoren des Briefes der 45 wollen vielleicht den Papst noch irgendwie das Gesicht wahren lassen, obwohl er dies gerade nicht will.

Die Taktik die Offensichtlichkeit des Verstoßes von AL gegen die katholische Lehre zu negieren führt dazu, dass:

  • die Wahrheit relativ,
  • die katholische Lehre jederzeit änderbar,
  • die Geistlichen feige und inkompetent erscheinen.

Amoris Laetitia stellt wirklich die schlimmste Ausgeburt von Häresien in der bisherigen Kirchengeschichte dar und das als ein lehramtliches Dokument!!!! Wie kann man dies negieren und auf einen nächsten Papst warten??!!

Ad 4. Enthält Amoris Laetitia Häresien?

Ja, das tut sie, wie wir anhand des Briefes der 45 sehen werden, welche 11 Häresien aufzählen, eine Anzahl, welche wohl noch erweiterbar ist. Diesem zu widersprechen beweist, dass man entweder nicht weiß, was eine Häresie im Sinne einer sententia haeretica ist oder es einem egal ist, weil man „nicht an diesen Bullshit glaubt“.

Ad 5. Enthält Amoris Laetitia Sätze, die einer Zensur unterliegen

Und wie, die Anzahl der Zensuren geht ins Hundertfache. Der Brief der 45 zählt nur einige auf, aber das Finden aller Zensuren in AL kann mit der Zeit zu einem Volkssport oder begehrten Dissertationsthema werden. Es sind wirklich Unmengen. Wenn man aber nicht einmal Häresien entdeckt, dann bleiben die Zensuren ebenfalls unbesehen.

[1] Vgl. auch http://www.katholisches.info/2016/04/13/vollstaendige-stellungnahme-von-kardinal-raymond-burke-zu-amoris-laetitia/ http://www.ncregister.com/daily-news/amoris-laetitia-and-the-constant-teaching-and-practice-of-the-church/ https://traditionundglauben.wordpress.com/?s=Burke

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6 Einträge zu „Unsere Erklärung zum Brief der 45. Die Ausgangslage.

  • Eine kleine inhaltliche Berichtigung. In der letzten Kirchlichen Umschau vom 1.9. ist der Brief der 45 Theologen vollinhaltlich in deutscher Sprache erschienen und wird kommentiert. Ein Hoch auf Professor Stark aus Heiligenkreuz, der als deutschsprachiger Theologe unser Heimatland vertritt (wenn auch als einziger)

  • „Die folgende Analyse negiert nicht den persönlichen Glauben von Papst Franziskus und stellt ihn auch nicht in Frage.“
    Wenn einer mich fragt „Widersagst du Bergoglio“ dann müßte ich wahrheitsgemäß sagen „Ich Widersage“ ansonsten würde ich lügen.
    Per Mariam ad Christum.

  • „Warum tut es denn im Netz keiner außer uns? Weil man wohl Angst hat sich gegen den Papst zu stellen oder es einem egal ist.“
    Es könnte auch sein das sie mit ihm völlig einverstanden sind weil ihr Glaube nicht das Papier wert ist wo er draufsteht. Wenn ein Papst mit einer brennenden Fackel durch ein Benzinlager läuft glauben sie das wäre ein neuer großer Aufbrauch zur Barmherzigkeit wo alle aber auch alle gerechtfertigt und gerettet werden ohne jegliche Konsequenzen.
    Per Mariam ad Christum.

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