Unsere Erklärung zum Brief der 45. (2) Gesunden Menschenverstand ausschalten?

Champagne Gebet

Das Fragment des Briefes der 45 über die Gefahren von Amoris Laetitia enthält eine wertvolle Passage, welche man sowohl auf die Konzilsdokumente als solche als auch auf die gesamte nachkonziliare Theologie anwenden kann. Wenn Sie einem normalen Menschen, der mit einem gesunden Menschenverstand ausgestattet ist, eine vorkonziliare Dogmatik, Enzyklika oder ein anderes lehramtliches oder theologisches Schreiben vorlegen, so wird er zwar nicht alles verstehen, aber eine innere Logik dahinter feststellen und wenn es ein Mathematiker, Logiker oder Jurist ist, so wird er das logisch-juristische Machwerk oder das Know how dahinter zu schätzen wissen. Klar, kommunikativ, deutlich. So gut hatte es die Menschheit bis zum Jahre 1962 als die ersten Vat. II Dokumente herauskamen. Der Schreiber dieser Zeilen hatte schon in seiner Jugend die Widersprüchlichkeit und ihre Mehrdeutigkeit beklagt, bekam aber zu hören, dass er:

  1. zu dumm,
  2. bösartig,
  3. theologisch ungebildet sei.

Er hatte das mit 15 oder 16 tatsächlich geglaubt, obwohl es bis auf 3. nicht stimmte. Aber diesselbe Argumente hörte er während seines Theologiestudiums und bei der Erwerbung der späteren akademischen Grade. Es war wirklich wie im Märchen von des Kaisers neuen Kleider:

„Nein, der Kaiser ist nicht nackt. Denn nur die guten Beamten und die intelligenten Menschen können sie sehen. Wenn ihr sie nicht seht, dann seid ihr weder das Eine noch das Andere.“

Der Schreiber dieser Zeilen, der doch demütiger ist als man es vielleicht vermuten könnte, glaubte wirklich viele jahrzehntelang, dass er nicht ausreichend intelligent oder gebildet sei, um Sinn im nachkonziliaren theologischen Magma oder Tohuwabohu zu erkennen. Er sagte sich:

„Da muss doch was dahinter stecken. Es ist nur vielleicht äußerlich so chaotisch?“

Nein, liebe Leserinnen und Leser, es steckt wirklich nichts dahinter. Nur Unglauben und Chaos. Aber diese Argumente bekommen wir ja ständig seit 1962 vorgesetzt, denn es, d.h. die Konzils-und Nachkonzilslehre, macht Sinn, aber

  • nur für mündige Christen,
  • richtig theologisch Gebildete,
  • Dialogbereite,
  • in allen Wojtyla/Ratzinger-Schriften Belesene

kurz und gut für jene, die ein geheimes Zusatzwissen haben, wohl ein gnostisches, und wissen wie es geht. Hä…hä…

Es stimmt leider nicht, dahinter steckt nur Atheismus, Agnostizismus, Unglaube, Satanismus, Sodomie, andere sexuelle Perversionen, Kirchensteuerwanst von Leuten, die Gott und seine Kirche hassen und uns seit 1962 permanent mit diesen Argumenten einen Bären aufbinden. Leider scheinen die 45 Theologen diesem Duktus zu folgen, wenn Sie schreiben:

„Diese Aussagen, welche in Amoris laetitia gemacht werden, werden nicht mit wissenschaftlicher Genauigkeit ausgedrückt. Das kann vorteilhaft sein für die sehr kleine Anzahl von Katholiken, die eine wissenschaftliche Ausbildung in Theologie haben, weil diese Katholiken in der Lage sind zu unterscheiden, dass die Aussagen von Amoris laetitia nicht ihre religiöse Unterwerfung von Geist und Wille fordern oder gar eine respektvolles Stillschweigen in Bezug auf sie. Eine akkurate Formulierung und ordnungsgemäße gesetzliche Form sind notwendig, um eine lehramtliche Aussage auf diese Art und Weise bindend zu machen, und diese fehlen größtenteils in dem Dokument. Es ist jedoch schädlich für die überwiegende Mehrzahl der Katholiken, die keine theologische Ausbildung haben und die nicht ausreichend über die Katholische Lehre zu den Themen informiert sind, welche die apostolische Exhortation bespricht.“

Natürlich ist diese Passage auch diplomatisch zu verstehen, ad captandam benevolentiam (um jemandes Wohlwollen zu erlangen) sozusagen, aber auch Hochgebildete und in Theologie Bewanderte können in AL nichts Katholisches entdecken oder gerade sie. Aber gerade AL treibt das Nachkonziliare

„Wir wissen etwas, was ihr nicht wisst, weil ihr zu dumm seid“

auf die Spitze, denn kein Mensch kann mit Sicherheit sagen, worum es eigentlich in diesem Dokument geht, außer darum durch eine Fußnote das Naturrecht zu verwerfen.

Weil leider seit dem Konzil niemand eigentlich weiß, wie die kirchlichen Dokumente gelesen werden müssen, da man eine Hermeneutik zur einer Hermeneutik braucht, so geben die Autoren des Briefes der 45 an:

„Die Sätze von Amoris laetitia, welche eine [kirchliche] Zensur erfordern, müssen folglich in diesem Sinn verurteilt werden, in welchen der durchschnittliche Leser dazu neigt ist Amoris Laetitia zu geben. Der durchschnittliche Leser wird hier als jemand verstanden, der nicht versucht, die Worte des Dokumentes in irgend eine Richtung zu verdrehen, sondern derjenige, welcher den natürlichen oder den unmittelbaren Eindruck der Wortbedeutung als korrekt ansieht.“

Sicherlich wird man die Autoren mit der Aussage konfrontieren:

„Das steht dort gar nicht drin. Ich habe es ganz anders verstanden“,

was wir ungefähr seit 50 Jahren bei jeder Gelegenheit zu hören bekommen, aber welche Bedeutung soll man denn einem Text zugestehen, der mit Absicht mehrdeutig und verschleiert formuliert wurde.

Die Autoren wählen also Zensuren, wie sie traditionell in der Kirche verstanden wurden und welche auch wir hier dargelegt haben.

„[…] sie werden auf die Passagen prout iacent, also wie sie vorliegen, angewendet.“

Dies bedeutet, dass man den unmittelbaren Wortsinn wählt, ohne eine unterschwellige Hermeneutik oder doppelten Boden.

Natürlich kann man sich die Frage stellen, wer es wagen kann den Papst selbst zu zensurieren? Tja, diejenigen, die sich auskennen und noch katholisch sind. Aber die vorgelegten Zensuren beziehen sich ausschließlich auf Amoris Laetitia und nicht auf alle Amtshandlungen des Papstes Franziskus.

„Die Zensuren dieser Sätzen sind keine Zensuren von administrativer, legislativer oder lehrmäßiger Handlungen des Papstes, da die zensurierten Sätzen [von AL] solche Handlungen nicht begründen und sie auch nicht begründen können. Die Zensuren sind das Subjekt einer kindlichen Anfrage an den Papst, das ihn bittet, definitiv und abschließend rechtlich und lehramtlich zu handeln, indem er die zensurierten Sätze verurteilt.“

 Leider wird Papst Franziskus die zensurierten Sätze nicht verurteilen, da er sie ja selbst verfasst hat. Aber solch eine Bitte muss schon vorkommen, sonst wäre dieser Appell ganz sinnlos. Man schreibt ja an Kardinäle, damit sie den Papst beeinflussen. Die Kardinäle taten aber nichts, tun nichts und haben anscheinend auch nicht vor etwas zu tun.

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