Tridentinische Messe – eine visuelle Einführung – 6

Die Opferung ist derjenige Teil der Messe, welcher beim Novus Ordo am meisten dem Sparstift der „Reformer“ zum Opfer gefallen ist. Warum? Weil Luther und andere Häretiker die Messe nicht als ein wahres und eigentliches Opfer ansehen wollten, vor allem als kein Sühneopfer. Warum hat das Concilium, also das Komittee, welches uns die Neue Messe bescherte, sich um dieses protestantische Denken gekümmert? Sie wollten die Neue Messe den Protestanten (sic!) schmackhaft machen, sodass sie alles rausgeworfen haben oder fast alles, was diese angeblich störte. Und wir sehen jetzt im November 2016 was daraus geworden ist. Die Katholiken sind weggelaufen und Protestanten sind keine dazugekommen. Danke, Concilium! Aber schauen wir uns das an, was uns beim Novus Ordo entgeht.

 

MESSE der Gläubigen OPFERMESSE

 

Erster Teil

In der Opfermesse wiederholt sich, was einst durch Christus beim letzten Abendmahl geschah: Segnung von Brot und Wein unter Dank und Lobpreis an den himmlischen Vater, Verwandlung von Brot und Wein in Christi Leib und Blut, Darreichung der eucharistischen Opferspeise zum Mahle.

14. Offertorium – Opfervorbereitung
Nach dem Credo bzw. nach dem Evangelium küßt der Priester den Altar und bringt damit seine und unsere Opfergemeinschaft mit Christus zum Ausdruck; dann wendet er sich zum Volke mit dem Gruße:

S. Dominus vobiscum.
M. Et cum spiritu tuo.
S. Oremus
P. Der Herr sei mit euch.
M. Und mit deinem Geiste.
P. Lasset uns beten.

 

Während der Opferung singt der Chor oder der Kantor die Antiphone des Offertorium vom betreffenden Tag. In der Stille Messe wird sie vom Priester allein gebetet. Im Moment der Opferung bringen wir dem Herrn all unser Leben, unser Tun, unsere Sorgen und Freuden dar. Er möge diese Gaben vor dem Thron des Vaters im Himmel darbringen.

Hierauf betet der Priester mit gefalteten Händen das

Offertorium (Opferungslied) (siehe am betreffenden Tag oder Fest)

Im feierlichen Hochamt trägt der Subdiakon Hostie und Kelch verhüllt zum Altare, gefolgt von niederen Meßdienern mit Wein und Wasser. Der Diakon reicht dem Priester die Hostie auf der Patene dar.

Die Opfergaben von Brot und Wein, aus vielen Weizenkörnern bzw. aus vielen Traubenbeeren bereitet, sind ein Sinnbild der opfernden Gemeinde. In diesen Gaben bringen wir uns selbst mit allem, was wir sind und haben, Gott dar.

 

15. Darbringung des Brotes
Der Priester deckt den Kelch ab, der Ministrant läutet. Anschließend hebt der Priester die Patene und opfert das Brot.

Suscipe, sancte Pater, omnipotens aeterne Deus, hanc immaculatam hostiam, quam ego indignus famulus tuus offero tibi Deo meo, vivo et vero, pro innumerabilibus peccatis et offensionibus et negligentiis meis, et pro omnibus circumstantibus, sed et pro omnibus fidelibus Christianis vivis atque defunctis: ut mihi, et illis proficiat ad salutem in vitam aeternam. Amen. Heiliger Vater, allmächtiger ewiger Gott, nimm diese makellose Opfergabe gnädig an. Dir, meinem lebendigen, wahren Gott, bringe ich, Dein unwürdiger Diener, sie dar für meine unzähligen Sünden, Fehler und Nachlässigkeiten. Ich opfere sie auf für alle Umstehenden und alle Christgläubigen, für die lebenden und Verstorbenen. Gib, daß sie mir und ihnen zum Heile gereiche für das ewige Leben. Amen.

 

Nun macht der Priester mit der Patene, auf der die Hostie liegt, ein Kreuz über dem Altarstein, zum Zeichen, daß sich auf dem Altare das Erlösungsopfer des Kreuzes erneuert. Dann legt er die Hostie auf dem Altar nieder; das gleiche tut er nachher mit dem Kelche. Es folgt die

16. Vermischung des Weines mit Wasser
Diese uralte Zeremonie erinnert an das Blut und Wasser, das aus der Seitenwunde Christi floß. Sie deutet zugleich hin auf die Vereinigung der Gläubigen mit Christus, ihrem Haupte. Wie die Wassertröpfchen in den Wein übergehen, so gehen die Gläubigen durch die hl. Opferfeier in Christus ein. Mit Christi Opfer vereint, wird ihr Opfer Gott ganz wohlgefällig.

Die Vermischung wird auf der Epistelseite vorgenommen, im feierlichen Amte durch den Subdiakon, der hernach, vor der untersten Altarstufe stehend, die Patene im Schultervelum verhüllt trägt.

Die Ministranten bringen Ampulen mit Wein und Wasser. Der Priester geht auf die Epistelseite und gießt den Wein und ein paar Wassertropfen in den Kelch ein, welchen er segnet (außer bei Totenmessen).

Der Priester segnet das Wasser (in Totenmessen unterbleibt die Segnung) und spricht:

Deus, qui humanae substantiae dignitatem mirabiliter condidisti, et mirabilius reformasti: da nobis per huius aquae et vini mysterium, eius divinitatis esse consortes, qui humanitatis nostrae fieri dignatus est particeps, Jesus Christus, Filius tuus, Dominus noster: Qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus; per omnia saecula saeculorum. Amen. Gott, Du hast den Menschen in seiner Würde wunderbar erschaffen und noch wunderbarer erneuert; laß uns durch das Geheimnis dieses Wassers und Weines teilnehmen an der Gottheit Dessen, Der Sich herabgelassen hat, unsere Menschennatur anzunehmen, Jesus Christus, Dein Sohn, unser Herr: <Der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Hl. Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit>. Amen.

 

17. Darbringung des Weines
Der Priester hebt mit beiden Händen (im feierlichen Hochamt vom Diakon unterstützt) den Kelch empor und spricht:

 

Offerimus tibi, Domine, calicem salutaris, tuam deprecantes clementiam: ut in conspectu divinae majestatis tuae, pro nostra et totius mundi salute, cum odore suavitatis ascendat. Amen. Wir opfern dir, Herr, den Kelch des Heilies und flehen Dich, den Allgütigen, an: laß ihn, uns zum Segen und der ganzen Welt zum Heile, wie lieblichen Wohlgeruch vor das Angesicht Deiner göttlichen Majestät emporsteigen. Amen.

 

18. Selbstaufopferung
Verbeugt, mit gefalteten Händen den Altar berührend, betet dann der Priester (Dn 3, 39-40):

In spiritu humilitatis, et in animo contrito suscipiamur a te, Domine: et sic fiat sacrificium nostrum in conspectu tuo hodie, ut placeat tibi, Domine Deus. Laß, uns, Herr, im Geiste der Demut und mit zerknirschtem Herzen bei Dir Aufnahme finden. So werde unser Opfer heute vor Deinem Angesichte, auf daß es Dir wohlgefalle, Herr und Gott.

Anrufung des Heiligen Geistes 

Der Priester richtet sich auf, hebt die Augen und die geöffneten Hände himmelwärts, senkt sie wieder und fleht feierlich den Segen Gottes auf die Opfergaben herab mit den Worten:

Veni, sanctificator omnipotens aeterne Deus, et (+) benedic hoc sacrificium, tuo sancto nomini praeparatum. Komm, Heiligmacher, allmächtiger ewiger Gott, und + segne dieses Opfer, das Deinem heiligen Namen bereitet ist.

 

Beweihräucherung (nur beim Hochamt)
Im feierlichen Hochamt segnet jetzt der Priester den Weihrauch, beim Einlegen ins Rauchfaß mit den Worten:

Per intercessionem beati Michaelis Archangeli, stantis a dextris altaris incensi, et omnium electorum suorum, incensum istud dignetur Dominus bene + dicere, et in odorem suavitatis accipere. Per Christum, Dominum nostrum. Amen. Auf die Fürsprache des hl. Erzengels Michael, der zur Rechten des Rauchopferaltares steht, und all Seiner Auserwählten möge der Herr diesen Weihrauch + segnen und als lieblichen Wohlgeruch annehmen. Durch Christus, unsern Herrn. Amen. 

Bei der Beräucherung der Opfergaben betet er:

Incensum istud a te benedictum ascendat ad te, Domine: et descendat super nos misericordia tua. Dieser Weihrauch, den Du gesegnet hast, steige, Herr, zu Dir empor; und laß Deine Barmherzigkeit auf uns herabkommen.

Bei der Beräucherung des Altars (Ps 140, 2-4):

Dirigatur, Domine, oratio mea, sicut incensum, in conspectu tuo elevatio manuum mearum sacrificium vespertinum. Pone, Domine, custodiam ori meo, et ostium circimstantiae labiis meis: ut non declinet cor meum in verba malitiae, ad excusandas excusationes in paccatis. Herr, laß mein Gebet wie Weihrauch vor Dein Antlitz dringen. Wie ein Abendopfer sei vor Dir das Erheben meiner Hände. Gib eine Wache, Herr, meinem Munde, eine schützende Tür meinen Lippen. So wird mein Herz sich nie zum Bösen neigen und niemals einen Vorwand suchen, sündigen zu können.

Bei der Zurückgabe des Rauchfasses:

Accendat in nobis Dominus ignem sui amoris, flammam aeternae caritatis. Amen. Der Herr entzünde in uns die Glut Seiner Liebe und die Flammen ewiger Hingabe. Amen.

Nun wird im feierlichen Hochamt (Ausgenommen sind die Totenämter) dem Priester und den Mitopfernden, d. h. den Leviten und auch den Gläubigen, die Ehre der Beräucherung zuteil; sie alle sind einbezogen in Christi Opfer und werden so ein lieblicher Wohlgeruch für den Herrn.

Hierauf nimmt der Priester auf der Epistelseite die seit ältester Zeit übliche Händewaschung vor; dabei betet er leise Psalm 25, 6-12

 

19. Lavabo – Händewaschung
Ministranten bringen die Lavabo-Utensilien dem Priester. Dieser geht nach der Beweihräucherung oder nach der Darbringung sofort auf die Epistelseite und wäscht die Fingerspitzen. Dies ist die Erinnerung daran, dass man Reue erwecken sollte, um mit einer reinen Seele zum Opfer treten zu dürfen.

Psalm 25

Lavabo inter innocentes manus meas: et circumdabo altare tuum, Domine:
Ut audiam vocem laudis, et enarrem universa mirabilia tua.
Domine dilexi decorem domus tuae, et locum habitationis gloriae tuae.
Ne perdas cum impiis, Deus, animam meam, et cum viris sanguinum vitam meam:
In quorum manibus iniquitates sunt: dextera eorum repleta est muneribus.
Ego autem in innocentia mea ingressus sum: redime me, et miserere mei.
Pes meus stetit in directo: in ecclesiis benedicam te, Domine.
Gloria Patri…

In Unschuld will ich meine Hände waschen und den Altar umschreiten, Herr.

Da will ich Deinen Lobgesängen lauschen, will preisen alle Deine Wundertaten.

Ich liebe, Herr, die Zierde Deines Hauses, die hehre Wohnung Deiner Herrlichkeit.

Gott, laß mich nicht zu Grunde gehen mit den Sündern, mein Leben nicht verlieren mit den Menschen voll Blutschuld:

An ihrer Hand klebt Frevel; und voll ist ihre Rechte von Geschenken.

In Unschuld komme ich zu Dir; erlöse mich und sei mir gnädig.

Mein Fuß steht auf dem rechten Pfad; so darf ich mit dem ganzen Volk Dich preisen, Herr. Ehre sei dem Vater …

In der Totenmesse und in der Passionszeit wird das Gloria Patri nicht gebetet.

20. Aufopferungsgebet zur allerheiligsten Dreifaltigkeit
Zur Mitte des Altares zurückgekehrt, spricht der Priester leicht verbeugt, mit gefalteten Händen den Altar berührend:

S. Suscipe sancta Trinitas hanc oblationem, quam tibi offerimus ob memoriam passionis, resurrectionis et ascensionis Iesu Christi, Domini nostri: et in honorem beatae Mariae semper virginis, et beati Ioannis Baptistae, et sanctorum Apostolorum Petri et Pauli, et istorum, et omnium Sanctorum: ut illis proficiat ad honorem, nobis autem ad salutem: et illi pro nobis intercedere dignentur in coelis, quorum memoriam agimus in terris. Per eumdem Christum, Dominum nostrum. Amen. P. Heilige Dreifaltigkeit, nimm diese Opfergabe an, die wir Dir darbringen zum Andenken an das Leiden, die Auferstehung und die Himmelfahrt unseres Herrn Jesus Christus, zu Ehren der seligen, allzeit reinen Jungfrau Maria, des hl. Johannes des Täufers, der hll. Apostel Petrus und Paulus, dieser [d. h. deren Reliquien im Altare ruhen] und aller Heiligen. Laß sie ihnen zur Ehre, uns aber zum Heile gereichen, und laß die im Himmel unsere Fürbitter sein, deren Gedächtnis wir auf Erden feiern. Durch Christus, unsern Herrn. Amen.

21. Aufforderung zum Gebet und die Secreta
Jetzt küßt der Priester den Altar, wendet sich um zu den Gläubigen und spricht:.

S. Orate, fratres: ut meum ac vestrum sacrificium acceptabile fiat apud Deum Patrem omnipotentem. P. Betet, Brüder, daß mein und euer Opfer wohlgefällig werde bei Gott dem allmächtigen Vater.

Die Antwort (im feierlichen Amte vom Subdiakon gesprochen) weist hin auf die doppelte Wirkung der heiligen Opferfeier: Verherrlichung Gottes, Gnadensegen für die Opfernden:

M. Suscipiat Dominus sacrificium de manibus tuis ad laudem et gloriam nominis sui, ad utilitatem quoque nostram, totiusque Ecclesiae suae sanctae. M. Der Herr nehme das Opfer an aus deiner Hand zum Lob und Ruhm Seines Namens, zum Segen für uns und Seine ganze heilige Kirche.
S. Amen. P. Amen.

Unmittelbar schließt sich an die

Secreta (Stillgebet) (siehe am betreffenden Tag oder Fest)

Sie fleht um Annahme der Opfergabe und unm eine der Tagesfeier entsprechende Opferfrucht. Ursprünglich das einzige Opfergebet, bildet die Secreta jetzt den Abschluß der Gebete bei der Darbringung der Opfergaben und führt mit ihrem gesungenen bzw. laut gesprochenen Schluß hinüber zur feierlichen Einleitung des Canons, zur Praefatio.

Den Kirchengebeten entsprechend, können auf einen Tag auch mehrere Stillgebete treffen.

Teil 1   Teil 2   Teil 3   Teil 4   Teil 5   Teil 7   Teil 8  Teil 9   Teil 10   Teil 11   Teil 12 Teil 13   Teil 14 Teil 15

Ein Gedanke zu „Tridentinische Messe – eine visuelle Einführung – 6

  1. Bin inzwischen der festen Überzeugung: hätte P. Benedikt XVI zur Zelebration der“ Hl. Messe aller Zeiten “
    gefunden, wäre ihm nie der Gedanke gekommen das höchste Amt der Hl.Kirche abzulegen und es dem Wüten eines Zerstörers zu Überlassen…..

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