Michael Matt, Christopher Ferrara und John Vennari: „Mit brennender Sorge: Wir klagen Papst Franziskus an“ (6 von 12)

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Ein reformerischer „Traum“, unterstützt von einer Stahlfaust

Alles in allem scheinen Sie von einer reformerischen Manie befallen zu sein, die keine Grenzen für Ihren „Traum“ des Weges der Kirche kennt. Wie Sie in Ihrem beispiellosen persönlichen päpstlichen Manifest, Evangelii gaudium (nn. 27, 49) erklären:

„Ich träume von einer missionarischen Entscheidung, die fähig ist, alles zu verwandeln, damit die Gewohnheiten, die Stile, die Zeitpläne, der Sprachgebrauch und jede kirchliche Struktur ein Kanal werden, der mehr der Evangelisierung der heutigen Welt als der Selbstbewahrung dient …………………..                                                                                                                                                       Ich hoffe, dass mehr als die Furcht, einen Fehler zu machen, unser Beweggrund die Furcht sei, uns einzuschließen in die Strukturen, die uns einen falschen Schutz geben, in die Normen, die uns in unnachsichtige Richter verwandeln, in die Gewohnheiten, in denen wir uns ruhig fühlen, während draußen eine hungrige Menschenmenge wartet und Jesus uns pausenlos wiederholt: » Gebt ihr ihnen zu essen! « (Mk 6,37).“

Unglaublicherweise bekennen Sie, dass vor Ihrer Ankunft in Buenos Aires die uralten „Strukturen“ und „Regeln“ der heiligen katholischen Kirche grausamen geistigen Hunger und Tod verursacht haben, und dass sie jetzt wünschen, buchstäblich alles in der Kirche zu ändern, um sie barmherzig zu machen. Wie können die Gläubigen darin etwas anderes als Zeichen eines erschreckenden Größenwahnes erblicken? Sie erklären auch, dass die Evangelisierung, wie Sie sie verstehen, nicht durch Angst über die kirchliche „Selbsterhaltung“ eingeschränkt werden darf, als wenn beides im Gegensatz stehen würde!

Ihr hauchzarter Traum der allumfassenden Reform wird von einer stahlharten Faust begleitet, die jeden Versuch zerschlägt, den Weinberg, der durch ein halbes Jahrhundert hindurch bereits am Boden zerstört ist, zu „reformieren“. Wie Ihr Manifest (Evangelium Gaudium, 94) aufdeckt, sind sie voller Verachtung für traditionelle Katholiken, die Sie sehr rasch als selbstbezogene „prometheische Neu-Pelagianer“ bezeichnen und  die sich, Ihrer Meinung nach „den anderen überlegen fühlen, weil sie bestimmte Normen einhalten oder weil sie einem gewissen katholischen Stil der Vergangenheit unerschütterlich treu sind.“

Sie haben sogar eine „vermeintliche Unversehrtheit der Lehre oder Disziplin“ lächerlich gemacht, weil diese Ihrer Meinung nach „Anlass gibt zu einem narzisstischen und autoritären Elitebewusstsein, wo man, anstatt die anderen zu evangelisieren, sie analysiert und klassifiziert…“.  Aber Sie sind es doch, der ständig andere klassifiziert und mit einem endlosen Strom von Abwertungen, Karikaturen, Beleidigungen und Verurteilungen analysiert und klassifiziert und zwar tun Sie das den treuen Katholiken gegenüber, die sich nicht ausreichend auf den „Gott der Überraschungen“ einstellen, den Sie während der Synode vorgestellt haben.

Daher Ihre brutale Zerstörung der blühenden Franziskaner der Immaculata wegen Ihres „definitiv traditionalistischen Abdriftens.“  Diese Zerstörung wurde ergänzt (als zum Beispiel vertriebene Franziskaner der Immakulata als neue Brüder aufgenommen werden sollen) durch Ihr Dekret, dass von nun an jeden Versuch, ein neues Diözesaninstitut für das geweihte Leben zu errichten, vereitelt, wenn die Errichtung nicht mit dem „Heiligen Stuhl“ abgestimmt ist (d.h. die de facto Berechtigung, diese Gründung auf unbestimmte Zeit auszusetzen). Sie unterminieren dadurch dramatisch die beständige Autonomie der Bischöfe in deren eigenen Diözesen, während Sie gleichzeitig ein neues Zeitalter der „Kollegialität“ und „Synodalität“ predigen.

Auf die Klausuklöster zielend haben Sie weitere Maßnahmen beschlossen, um die lokale Autonomie dieser Klöster an kirchliche Bürokraten zu übertragen, um das gewohnte Leben des Klosters für eine externe „Formation“ aufzubrechen, um die Laien zu beauftragen, in die Klöster einzudringen, um dort eucharistischen Anbetung zu praktizieren, um die herkömmlichen Abstimmungsregelungen wenn sie „älter“ sind, empörend zu disqualifizieren, und eine universelle Anforderung von neun Jahren an „Formation“ vor der Ablegung der  ewigen Gelübde eingeführt, um die neuen Berufungen sicher zu ersticken und das Aussterben von vielen der übrig gebliebenen Klöster zu gewährleisten.

Gott helfe uns!

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