Hilary White: Warum die Revolutionäre immer als erstes kontemplative Nonnen zerschlagen

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Ein neuer, sehr trauriger und wahrer Text von Hilary White. Der Papst Franziskus zerstört noch die kontemplativen Frauenorden, deren sehr kleine oder beständige Anzahl trotz der nachkonziliaren Reformen Gott das Opfer der Anbetung darbringen konnte. Jetzt geht es auch ihnen an den Kragen. Die Parallele von „Erledigung der Rest-Tschechei“ macht sich breit.

Die seligen Märtyrer von Nowogrodek, die von der Gestapo im August 1943 im besetzten Polen exekutiert wurden, waren Mitglieder der Schwestern der Heiligen Familie von Nazareth.

nowogrodekEin Italienischer Priester: “Ihr kontemplativen Nonnen, sucht das Gesicht Gottes, so lange ihr könnt!”

Die uralte christliche Berufung der immerwährenden Kontemplation Gottes, der freiwillige Rückzug aus der Welt und ihren zeitlichen Sorgen, die Selbstaufopferung und die Versenkung in das Gebetsleben werden wohl bald effektiv von den derzeitigen Besatzern des Heiligen Stuhles, die die gesamte Sphäre des katholischen Lebens determinieren und in die Konformität mit den säkulären Trends des 2. Vatikanums treiben,  unterdrückt werden. Das kürzlich von der Kongregation für das Ordenswesen herausgegebene Dokument schreibt viele der  kanonischen Normen für kontemplative weibliche Gemeinschaften neu und wird die Kontrolle über das klösterliche Leben zentralisieren.

Ein italienischer Priester äußerte die Ängste vieler, dass es das Ziel sei, die wenigen abtrünnigen traditionellen oder traditionell denkenden Nonnen dazu zu zwingen in das Neue Paradigma der Franziskus-Kirche einzuwilligen. Klöster, die traditionell weitgehende Autonomie genossen haben, werden zentralisiert.

Wenige innerhalb und fast niemand außerhalb der Kirche, nahm von der apostolischen Konstitution “Vultum dei quaerere,” überhaupt Notiz, die allen Klöstern mitteilt, dass sie sich “Verbänden” anschließen müssen, die ihre Strukturierung und Ausbildung leiten sollen. Bei Nichteinwilligung wird wahrscheinlich Ihr Haus für nicht lebensfähig erklärt und geschlossen.

Don Giorgio Ghio gab den Nonnen den naheliegenden Rat: macht weiter! Egal was passiert, ignorieren Sie die Attacken des Neuen Regimes und fahren Sie fort, das Angesicht Gottes zu suchen! Sie können euch nicht vom Beten abhalten, Sie können euer Kloster wegnehmen. Sie können euch zwingen, euren Habit auszuziehen. Sie können euch modernistische Ketzer als Obere vorsetzen und neue “Ausbildungs-” regeln erlassen. Aber weil sie nicht glauben, können sie nicht wissen, dass nichts davon euch von der Verwirklichung eurer Berufung wahrhaft abbringen kann.

Das kontemplative Leben als diamantene Krone der Kirche bezeichnend, schreibt Don Giorgio dass “die Einsätze aus einer übernatürlichen Sichtweise heraus, welche die einzig angemessene ist, kirchliche Entscheidungen zu verwirklichen,” wirklich die besten sind (altissimi im Original).

Diejenigen, die mit postkonziliaren Texten vertraut sind, “riechen” in diesem Dokument die „Ideen, Absichten und typischen Bewegungen der »Erneuerung«des religiösen Lebens“, die fast überall die „himmelschreiende Dekadenz“ in Konventen und Klöstern verursacht haben. Diese falsche Erneuerung, so sagt er, habe „dazu geführt, das religiöse Leben auf eine Art bürgerliches Leben zu reduzieren, dass sich von seinem weltlichen Äquivalent nur in der bequemen Befreiung von der Notwendigkeit der Arbeit und der fehlenden Wahrnehmung echter Verantwortung unterscheidet.“

Von Anfang an schlägt das Dokument eine Reihe von vagen Zielen vor: „Zeugnis, Zeichen, Prophezeiung …“ – und nicht Gott selbst als das Ziel des kontemplativen religiösen Lebens.

Aus dieser verzerrten Perspektive„, fährt er fort,

“werden oft vage oder abstrakte Normen etabliert, die darauf abzielen, Probleme zu lösen, die meistens nicht real, sondern aus ideologischen Gründen entstanden sind, die aus unrealistischen Idealen stammen und möglicherweise geeignet sind, ein Deckmantel für schleichende Intentionen zu sein.

Es ist auch anzumerken, dass die im Text enthaltenen Zitate (Schriftstelle, Väter, Lehramt) oft gewaltsam dahin verbogen werden, die Sprache, die in Ihrem Ton typisch modernistisch ist, zu bestätigen: da das Klosterleben eine Herausforderung für unsere Zeit ist, müssen wir es ändern.

Es ist nicht leicht, die Logik solch einer stillschweigenden Annahme zu verstehen, es sei denn, sie wollen die Berufung, die von Anfang an ein wirksames Gegenmittel gegen die Korruption und eine Lauheit [“intiepidimento”]  des christlichen Volkes ist, deformieren

Dieser Verdacht wird durch das Insistieren des Dekretes auf a) der Notwendigkeit eines lebenslangen Lernens, b) der Zusammenarbeit zwischen den Klöstern, die zu einem Verband gehören, gestärkt: es fällt sehr schwer, darin nicht den Versuch zu sehen, sich in das Klosterleben einzumischen oder Indoktrinierungsmethoden zu etablieren, angesichts der effektiven Resultate unter den Ordensleuten, die sich aus dem Studium einer schlechten Theologie und dem Einfluss lokaler Vereinigungen ergeben…”

Er geht auf Details über die Abschnitte des Dokuments ein, nach denen der beständige Glaube der Kirche geleugnet wird, dass das kontemplative Leben ein vollkommeneres christliches Leben sei: „Die betende Gemeinschaft und vor allem das kontemplative Leben … bietet keine vollkommenere Verwirklichung des Evangeliums „, eine Vorstellung, die er „offensichtlich falsch“ nennt.

Das Dokument fordert eine [§§ 7-8] „angemessene Erneuerung der veränderten Zeitverhältnisse, Veränderung soziokultureller Bedingungen …“ Don Giorgio fragt:

„Evangelische Vollendung ist nicht immer und überall gut?“

Auf den außergewöhnlichen Paukenschlag des Dokumentes hin, nach dem das kontemplative Leben nun eine neun- bis zwölfjährige Ausbildung vor den Gelübden“ erfordere, fragt Don Giorgio „Braucht man eine Promotion, um eine klausurierte Nonne zu werden?

Er ergänzt:

“Es ist nicht bekannt, dass die Heilige Theresa von Avila in Salamanca studiert hat, während sie Gebrauch von gelehrten geistlichen Führern machte.”

Schlussendlich, sagt Don Giorgio, entbehrt das Dokument; “vollständig der Perspektive auf die  Rechte Gottes und auf den selbstlosen Dienst, der IHM keine Bedingungen setzt.“

Weil seine (des Dokumentes) einzigen konkreten Bestimmungen über die Formung, die Natur der geweihten Klausur und deren Autonomie handeln, „riecht es nach einem verschleierten Versuch der Manipulation, der Strukturierung und der Kontrolle„.

Bedrohlicher ist es, da das weibliche Klosterleben sich „generell in guter Gesundheit befindet,“ dass die neuen Einschränkungen nur auf die Klöster der aufkeimenden „traditionellen Tendenz“ gerichtet sind. Von daher ist es „schwierig, den Verdacht loszuwerden, dass genau diese Klöster in die düstere Landschaft des heutigen geweihten Lebens »normalisiert« werden sollen, das heißt, „eingeebnet in die kahle Landschaft des heutigen geweihten Lebens“.  Das bedeutet, „sich vor der Vision der Aufklärung, die das [religiöse Leben] nur in Abhängigkeit von sozialen und humanitären Zwecken erlaubt, zu beugen.“

„Berüchtigterweise sind Institutionen, die nicht mit den Launen des Regimes übereinstimmen, verurteilt, eine nach der anderen, von einem Kommissar plattgewalzt zu werden.“

Er fordert die Nonnen dazu auf, es zu “erdulden”, weil “dieser Sturm vorübergehen wird und all die Gefängniswärter, einer nach dem anderen, sich vor dem göttlichen Gericht verantworten müssen.”

“Diejenigen, die, wie in den Tagen der Französischen Revolution, trotz allem ausharren, können in der Heiligkeit wachsen und die Belohnung der treuen Diener und Freunde Gottes erlangen.”

Don Giorgio, ein Priester der Erzdiözese Toulouse, der ursprünglich in Rom inkardiniert wurde, veröffentlicht regelmäßig auf Italienisch Beiträge auf traditionellen katholischen Blogs und Online-Magazinen. (Im Übrigen stelle ich fest, dass sein Brief an die Nonnen auf einer Website veröffentlicht wurde, die die offensichtlich falschen Medjugorje „Erscheinungen“ fördert, aber es gibt keinen Grund zu denken, dass Don Giorgio dem selbst zustimmt.)

Gläubige Katholiken sind zutiefst beunruhigt über diesen sehr gezielten Angriff auf die Nonnen. Das wenige Leben, das in den katholischen Institutionen überlebte, ist weitgehend das Ergebnis der Gnade und Barmherzigkeit Gottes, die aufgrund der Macht der Gebete in diesen Häusern gesucht und ausgegossen wird. Katholische Gläubige haben genau dies immer als die Rolle der kontemplativen Orden verstanden. Und es ist bezeichnend, dass Rom genau diesen rein übernatürlichen Zweck gezielt eliminieren will. Dieser Zweck speist nicht die Armen, wie alle weltlichen Ideologen immer betont haben, er ist wertlos – und mehr als das – gefährlich.

Es gibt einen Grund, weshalb säkularistische Regime immer Häuser kontemplativer Nonnen schließen. Sehr oft in der Geschichte seit der Französischen Revolution, sind sie auf rücksichtsloseste Weise behandelt worden, bis hin zur öffentlichen Exekution, aufgrund des totalen Gegensatzes zu den Zielen der Neuen Ordnung, die ihr Lebensstil darstellt.

martyrs-of-compiegneEs gab viele Spekulationen darüber, weshalb der Franziskus Vatikan insbesondere die kontemplativen Nonnen anvisierte und dabei aktive Orden und Männerklöster ausnahm. Viele haben auf die Starrheit und Unnachgiebigkeit der Franziskanerinnen der Unbefleckten Empfängnis als eine Irritation, als Peinlichkeit und als eine Straßensperre der Franziskus Agenda hingewiesen. Aber vielleicht kann eine einfachere Begründung in folgendem Fakt gefunden werden: die (nicht kontemplativen) aktiven Schwestern – jedenfalls das, was von ihnen übriggeblieben ist – sind mit dem NEUEKIRCHE Programm fast zu 100 Prozent einig.

Sie sterben auch aus. Statistisch sind nahezu die einzigen Orden, von denen man sagen kann, dass sie überleben – eine Handvoll, die aktuell im Hinblick auf Berufungen gedeihen – die kontemplativen Klöster, die ihre alten Traditionen und ihre Anhänglichkeit an die Katholische Religion bewahrt haben.

Im nächsten Monat werden die Benediktiner-Äbte und Leiter der männlichen Klöster ihr regelmäßiges Treffen in Rom haben.

Es ist vorgesehen, sich mit dem Papst auszutauschen. Wir werden sehen, was daraus wird.

Inzwischen hat Pater Daniel Couture, der regionale Obere der kanadischen FSSPX, einen Brief aufgesetzt, der die Katholiken dazu ermutigt, sich in ihrem Rosenkranzkreuzzug für das soziale Königtum Christi in der Welt einzubringen.

Er zitiert Schwester Lucia. die zu Pater Fuentes im Jahr 1957 sagte:

„Der Heilige Rosenkranz und die Hingabe an das Unbefleckte Herz Mariens sind unsere beiden letzten Hilfen und unsere Zuflucht, und das bedeutet, dass es keine anderen mehr geben wird … Mit einer gewissen Beklommenheit bietet Gott uns das endgültig letzte Heilmittel an: seine Allerheiligste Mutter.“

Pater Couture fügt hinzu, dass wir in der Botschaft von Fatima

„…ein wahres Gegenmittel finden gegen den schändlichen Irrtum der Trennung von Kirche und Staat, die auch Säkularisierung, d.h. die Trennung zwischen der geistigen und den zeitlichen Ordnung genannt wird. Diese ist das Übel unserer Tage, welches perfekt im Titel des Buches von Erzbischof Lefebvre zusammengefasste ist: „Sie haben Ihn entthront“.

Das von Bischof Bernard Fellay gesetzte Ziel ist ein Strauß von 12 Millionen Rosenkränzen und 50 Millionen Opfern für Unsere Liebe Frau von Fatima.“Es scheint, dass wir in diesen zunehmend dunkler werdenden Zeiten dazu gedrängt werden, zu diesen letzten Hilfen unsere Zuflucht zu nehmen

Besuchen Sie hier den Aufruf zu diesem Kreuzzug.

 

Das Original erschien in The Remnant: http://remnantnewspaper.com/web/index.php/fetzen-fliegen/item/2749-why-revolutionaries-always-crush-contemplative-nuns-first

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5 Gedanken zu „Hilary White: Warum die Revolutionäre immer als erstes kontemplative Nonnen zerschlagen

  1. Die von der Gottesmutter 1917 in Fatima geforderte und geschenkte Andacht zu ihrem unbefleckten Herzen sollte folgendermaßen im Rahmen der Herz Maria Sühnesamstage geübt werden:

    An jedem ersten Samstag des Monats an 5 aufeinanderfolgenden Monaten jeweils

    1. Beichten

    2. Kommunizieren

    3. den Rosenkranz beten

    4. ein Geheimnis des Rosenkranzes 15 Minuten betrachten, in der Absicht die Sünden, die gegen das unbefleckte Herz Mariens begangen wurden, dadurch zu sühnen (daher der Begriff Herz Mariä Sühne Samstag)

    und

    5. Gebet (zB Vater unser und Gegrüßet seist du) in der Meinung des Heiligen Vaters

    (diese Meinung des Papstes ist von der Kirche festgelegt wie folgt: a) die Überwindung der Irrlehren b) die Ausbreitung des Glaubens c) die Bekehrung der Sünder und d) der Friede zwischen den christlichen Völkern)

    Also 5 x an 5 ersten Samstagen alle 5 Punkte erfüllen und Maria wird in der Todesstunde bei uns sein und uns hier nicht ohne Schutz lassen und uns, wenn wir nicht unüberwindlich im Bösen verstockt sind, vor der ewigen Verdammnis bewahren.

    eng damit verknüpft ist der Brauch des Skapuliertragens, den ich jedem sehr anempfehle in diesen Kriegszeiten:

    Vor dem ewigen Feuer der Hölle werden alle gerettet, die das Skapulier der Gottesmutter vom Berge Karmel tragen, darüber hinaus können sie durch das sogenannte Samstagsprivileg, das von mehreren Päpsten ausdrücklich bestätigt wurde, davon ausgehen, dass die Allerheiligste Jungfrau und Gottesmutter Maria Sie am Samstag nach ihrem Versterben aus dem Fegefeuer in die ewigen Freuden des Himmels führen wird, wie sie selbst dem Heiligen Simon vom Stock versprochen hat.

    Bedingung dafür (für das Samstagsprivileg) ist neben dem lebenslangen Tragen des Skapuliers das tägliche Beten des Rosenkranzes (welch kleine Aufgabe angesichts der großen Belohnung!!!!) verbunden mit der Beachtung der Keuschheitsgebote im jeweiligen Lebensstand des Einzelnen.

    Auflegen läßt man sich das Skapulier von jedwedem Priester. Es (das Skapulier) muss priesterlich gesegnet sein. Die nächsten Skapuliere (das erste wird irgendwann zerschlissen sein) können dann einfach gekauft und selbst aufgelegt werden. Anstatt des Skapuliers darf auch eine Skapuliermedaille getragen werden.

    Also

    1. Tragen des vom Priester gesegneten und aufgelegten Skapuliers fordert die Gottesmutter auf, uns vor der Hölle zu retten, weil wir ihre Rüstung tragen.

    und

    2. das tgl. Rosenkranzbeten und die Beachtung der Standes – Keuschheit in Union mit dem Tragen verhilft uns dazu, von der Gottesmutter am Samstag nach unserem Versterben in den Himmel aufgenommen zu werden.

    Der Himmel und die Kirche Gottes gibt uns wahrlich leichte Mittel zur Rettung. Nutzen wir sie!!!!!

  2. Ich verstehe das nicht. Christus hat es unfassbares Leiden und sein Opfer am Kreuz für uns gekostet, damit wir erlöst werden und in den Himmel kommen können.

    Und nun soll das ganz einfach sein – ein Skapulier tragen und die Bedingungen an fünf Samstagen erfüllen und Rosenkranzbeten? Bitte nicht missverstehen, ich will nichts schlechtmachen, es ist eine ehrliche Frage von mir – wie passt das zusammen?

    1. Sehr geehrte Susan,

      vielen Dank für die wirklich sehr gute Frage! Ich will versuchen deutlich zu machen, worum es geht, wenn nicht, fragen Sie nochmal nach.

      Der Himmel ist für uns absolut unerreichbar, weil er übernatürlich ist. Wir können nur natürliches verdienen und erreichen. Deswegen können wir den Himmel nicht verdienen – mit keinem Werk – niemals.

      Wie kommen wir dann dahin?

      Er wird für uns nur dadurch erreichbar, dass Gott uns sozusagen übernatürliche Flügel verleiht. Diese Flügel nennt die Kirche die heiligmachende Gnade, die durch Taufe und Beichte verliehen und durch die übrigen Sakramente gestärkt wird.

      Gott gibt uns diese Gnade, weil der Gottmensch alle unsere Sünden durch sein furchtbares Leiden gebüßt hat und uns so diese Gnade verdient hat. Wir haben darauf keinerlei Anrecht, sondern können sie nur als Gnadengeschenk annehmen.

      Die Hilfsmittel, sozusagen die Art und Weise, mit denen Gott uns diese Gnaden zuwendet sind sehr unscheinbar. Ein Schluck Wasser über den Kopf gegossen, eine Weizenmehlscheibe in den Mund gelegt…

      Es sind nur Hilfsmittel unter deren Gestalt die übernatürliche Gnade vermittelt wird. Nicht die Hilfsmittel selbst bringen in den Himmel, sondern das, was sie enthalten.

      Wie ein Scheck den Wert nicht in dem Papier selber trägt, auf dem er ausgestellt ist, sondern in seinem Inhalt den er vermittelt und den man dann auf der Bank einlösen und „versilbern“ kann.

      Ähnlich ist es mit dem Skapulier und den Herz Maria Sühnesamstagen. Unscheinbare Mittel, die übernatürliches vermitteln.

      Gott hat offenbar beschlossen, uns als letztes Heilmittel in diesen geistigen Kriegszeiten die Verehrung seiner Mutter zu schenken. Diese hat uns leichte Mittel ihrer Verehrung gegeben, die uns durch die unendlichen Verdienste ihres Sohnes retten, nicht durch ihre armselige Gestalt.

    2. Gerade habe ich beim Hl. Franz von Sales ein schönes Beispiel für diese Gnade der Erlösung und die Notwendigkeit unserer Mitwirkung gefunden. Er vergleicht die Seele des Menschen mit den Apoden. Apoden sind Vögel, die sich nicht von selbst in die Luft erheben können. Mauersegler gehören zu den Apoden. Sie müssen immer erhöht sitzen, um sich von oben in die Luft zu stürzen, wodurch sie genügend Wind unter die Fügel bekommen, um dann fliegen zu können. Wenn sie aber zu Boden stürzen, sitzen sie dort hilflos und können sich nicht von alleine in die Luft erheben. Nur ein mächtiger Windstoß kann ihnen wieder aufhelfen. Dazu müssen sie allerdings ihre Flügel ausbreiten, damit der Wind seine Kraft dazu entfalten kann, sie emporzureißen.

      So verhält es sich eben auch mit der Seele, die in die Todsünde gefallen ist. Sie kann sich nicht aus eigener Kraft erheben. Die Gnade muss ihr zur Hilfe kommen, doch auch die Gnade kann nur wirken, wenn der Sünder bereit ist, diese Gnade auf sich einwirken zu lassen. Die Seele muss quasi ihre Flügel ausbreiten, damit die Gnade des Windes greifen kann.

      Das Skapulier zu tragen und die damit einhergehenden Pflichten zu erfüllen schmälern keinesfalls die Gnade, die uns von Gott zukommt. Es sind lediglich Hilfsangebote Gottes an uns, damit seine unendliche Gnade nicht wirkungslos an uns vorübergeht. Es ist vergleichbar mit den Türpfosten, welche von den Israeliten mit dem Blut der geschlachteten Opfertiere bestrichen werden mussten, damit der Würgengel an ihrem Haus vorübergehe. Der markierte Türpfosten rettete nicht aus sich heraus und doch war die Markierung notwendig, wenn man gerettet werden wollte.

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