Tridentinische Messe – eine visuelle Einführung – 7

19. Lavabo – Händewaschung
Ministranten bringen die Lavabo-Utensilien dem Priester. Dieser geht nach der Beweihräucherung oder nach der Darbringung sofort auf die Epistelseite und wäscht die Fingerspitzen. Dies ist die Erinnerung daran, dass man Reue erwecken sollte, um mit einer reinen Seele zum Opfer treten zu dürfen.

Psalm 25

Lavabo inter innocentes manus meas: et circumdabo altare tuum, Domine:
Ut audiam vocem laudis, et enarrem universa mirabilia tua.
Domine dilexi decorem domus tuae, et locum habitationis gloriae tuae.
Ne perdas cum impiis, Deus, animam meam, et cum viris sanguinum vitam meam:
In quorum manibus iniquitates sunt: dextera eorum repleta est muneribus.
Ego autem in innocentia mea ingressus sum: redime me, et miserere mei.
Pes meus stetit in directo: in ecclesiis benedicam te, Domine.
Gloria Patri…
In Unschuld will ich meine Hände waschen und den Altar umschreiten, Herr.

Da will ich Deinen Lobgesängen lauschen, will preisen alle Deine Wundertaten.

Ich liebe, Herr, die Zierde Deines Hauses, die hehre Wohnung Deiner Herrlichkeit.

Gott, laß mich nicht zu Grunde gehen mit den Sündern, mein Leben nicht verlieren mit den Menschen voll Blutschuld:

An ihrer Hand klebt Frevel; und voll ist ihre Rechte von Geschenken.

In Unschuld komme ich zu Dir; erlöse mich und sei mir gnädig.

Mein Fuß steht auf dem rechten Pfad; so darf ich mit dem ganzen Volk Dich preisen, Herr. Ehre sei dem Vater …

In der Totenmesse und in der Passionszeit wird das Gloria Patri nicht gebetet.

20. Aufopferungsgebet zur allerheiligsten Dreifaltigkeit
Zur Mitte des Altares zurückgekehrt, spricht der Priester leicht verbeugt, mit gefalteten Händen den Altar berührend:

S. Suscipe sancta Trinitas hanc oblationem, quam tibi offerimus ob memoriam passionis, resurrectionis et ascensionis Iesu Christi, Domini nostri: et in honorem beatae Mariae semper virginis, et beati Ioannis Baptistae, et sanctorum Apostolorum Petri et Pauli, et istorum, et omnium Sanctorum: ut illis proficiat ad honorem, nobis autem ad salutem: et illi pro nobis intercedere dignentur in coelis, quorum memoriam agimus in terris. Per eumdem Christum, Dominum nostrum. Amen. P. Heilige Dreifaltigkeit, nimm diese Opfergabe an, die wir Dir darbringen zum Andenken an das Leiden, die Auferstehung und die Himmelfahrt unseres Herrn Jesus Christus, zu Ehren der seligen, allzeit reinen Jungfrau Maria, des hl. Johannes des Täufers, der hll. Apostel Petrus und Paulus, dieser [d. h. deren Reliquien im Altare ruhen] und aller Heiligen. Laß sie ihnen zur Ehre, uns aber zum Heile gereichen, und laß die im Himmel unsere Fürbitter sein, deren Gedächtnis wir auf Erden feiern. Durch Christus, unsern Herrn. Amen.

21. Aufforderung zum Gebet und die Secreta
Jetzt küßt der Priester den Altar, wendet sich um zu den Gläubigen und spricht:.

S. Orate, fratres: ut meum ac vestrum sacrificium acceptabile fiat apud Deum Patrem omnipotentem. P. Betet, Brüder, daß mein und euer Opfer wohlgefällig werde bei Gott dem allmächtigen Vater.

Die Antwort (im feierlichen Amte vom Subdiakon gesprochen) weist hin auf die doppelte Wirkung der heiligen Opferfeier: Verherrlichung Gottes, Gnadensegen für die Opfernden:

M. Suscipiat Dominus sacrificium de manibus tuis ad laudem et gloriam nominis sui, ad utilitatem quoque nostram, totiusque Ecclesiae suae sanctae. M. Der Herr nehme das Opfer an aus deiner Hand zum Lob und Ruhm Seines Namens, zum Segen für uns und Seine ganze heilige Kirche.
S. Amen. P. Amen.

Unmittelbar schließt sich an die

Secreta (Stillgebet) (siehe am betreffenden Tag oder Fest)

Sie fleht um Annahme der Opfergabe und unm eine der Tagesfeier entsprechende Opferfrucht. Ursprünglich das einzige Opfergebet, bildet die Secreta jetzt den Abschluß der Gebete bei der Darbringung der Opfergaben und führt mit ihrem gesungenen bzw. laut gesprochenen Schluß hinüber zur feierlichen Einleitung des Canons, zur Praefatio.

Den Kirchengebeten entsprechend, können auf einen Tag auch mehrere Stillgebete treffen.

Opferhandlung

Es naht nun der Höhepunkt der heiligen Opferfeier, wo Christus unsere irdischen Opfergaben in Seinen eigenen Leib und Sein eigenes Blut verwandelt und so selber unsere unendlich wertvolle Opfergabe an den himmlischen Vater wird. Eröffnet wird dieser wichtigste Teil der hl. Messe durch die

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