Tridentinische Messe – eine visuelle Einführung – 14

38. Die Danksagung

Anschließend nimmt der Ministrant die Ampulen und gießt Wein in den Kelch ein. Der Priester betet:

QUOD ORE SUMPSIMUS — Was wir mit dem Munde empfangen haben

Quod ore sumpsimus Domine, pura mente capiamus: et de munere temporali fiat nobis remedium sempiternum. Was wir mit dem Munde empfangen haben, Herr, das laß uns auch mit reinem Herzen aufnehmen, und aus dieser zeitlichen Gabe werde uns ewige Erquickung.

Sodann reinigt er, zur Epistelseite tretend, die Finger und den Kelch. Der Ministarnt gießt auf die Finger des Priesters Wasser und Wein. Der Priester betet:

CORPUS TUUM, DOMINE — Dein Leib, Herr, den ich empfangen

Corpus tuum, Domine, quod sumpsi, et Sanguis, quem potavi, adhaereat visceribus meis: et praesta, ut in me non remaneat scelerum macula, quem pura et sancta refecerunt sacramenta. Qui vivis et regnas in saecula saeculorum. Amen. Dein Leib, Herr, den ich empfangen, und das Blut, das ich getrunken habe, bleibe stets in meinem Herzen; laß keine Sündenmakel in mir zurückbleiben, da mich dieses reine, heilige Sakrament gelabt hat: der Du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. Amen.

Das Opfermahl schließt ab mit der Communio (Kommunionlied) und der Postcommunio (Schlußgebet). Mit dem Dank für die Himmelsspeise verbinden sie die Bitte um deren volle Auswirkung und deuten oft hin auf ihre ewige Frucht: die Glorie im Himmel.

Der Priester trocknet den Kelch ab und bedeckt ihn mit dem Velo. Der Ministrant bringt das Messbuch. 

39. Communio – Gesang Communio-Gebet  
Der Priester geht zu der Epistel-Seite und liest das Communio-Gebet-
(siehe am betreffenden Tag oder Fest) Dieses wird im Hochamt vom Chor gesungen.

40. Postcommunio – Die Gebete nach der Communio und nach der Kommunion

S. Dominus vobiscum.
M. Et cum spiritu tuo.
S. Oremus.
P. Der Herr sei mit euch.
M. Und mit deinem Geiste.
P. Lasset uns beten.

Der Priester liest das Gebet Postcommunio. Danken wir zusammen mit dem Priester Gott, dass er sich gewürdigt hat uns mit dem Leib seines Sohnes Jesus Christus zu speisen und bitten wir Gott, dass diese Heilige Kommunion uns Kraft geben möge alle unsere Standespflichten zu erfüllen und uns zum ewigen Leben führt, durch denselben Christus, unseren Herren, der mit Gott dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und herrscht. An die Postcommunio des Tages schließen sich gegebenenfalls die den Kirchen- und Stillgebeten entsprechenden weiteren Schlußgebete an. Auf die erste und letzte Postcommunio antwortet jeweils der Meßdiener oder die Gemeinde:

S. Per omnia saecula saeculorum.
M. Amen.
P. von Ewigkeit zu Ewigkeit
M. Amen.

In den Werktagsmessen der Fastenzeit spricht der Priester noch die Oratio super populum – Gebet über das Volk, wobei alle sich mit dem Haupte verneigen.

ENTLASSUNG

Nachdem wir durch die hl. Opferfeier mit Christus und durch Christus Gott aufs vollkommenste verherrlicht haben, sendet uns die Kirche mit ihrem Segen wieder zurück in den Alltag. Unsere innige Verbindung mit Christus gibt uns die heilige Aufgabe, aber auch die unverbrüchliche Kraft, bei all unsern täglichen Obliegenheiten ≪Zeugnis zu geben vom Lichte≫ (Schlußevangelium), nämlich von Christus in uns, und so die in der Opferfeier dargebrachte Verherrlichung Gottes fortzusetzen während des ganzen Tages.

ITE, MISSA EST — Ankündigung der Entlassung

Nachdem er die Gebete beendet hatte, kehrt der Priester zur Altarmitte zurück, küsst den Altar und wendet sich an die Gläubigen, indem er sagt:

S. Dominus vobiscum.
M. Et cum spiritu tuo.
S. Ite, missa est. 
M. Deo gratias.
P. Der Herr sei mit euch.
M. Und mit deinem Geiste.
P. Gehet hin, ihr seid entlassen.Im feierlichen Hochamt singt der Diakon das Ite Missa est.
M. Dank sei Gott.

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