Don Pietro Leone, Der Ökumenismus (1 von 3)

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Wir wollen hier wieder einmal einen Text von Don Pietro Leone vorstellen, welcher nach den neuesten Eskapaden von Kardinal Marx nicht  besser gewählt sein könnte. Es geht um den leidigen Ökumenismus.  Und was ist so falsch daran? Das, dass sich die logischen Werte „wahr“ und „falsch“ im Laufe der Jahre nicht verändern oder gilt das für den Satz von Pythagoras. Aber in Religion ist es anders, meinen Sie?

Nein, den Religion ist eine geoffenbarte Wahrheit von Gott, der Wahrheit, schlechthin und deswegen können nicht die Irrlehren von Luther aus dem Jahre 1517 nur 500 Jahre später richtig und salonfähig gemacht werden. Denn sie sind genauso falsch heute, wie sie es gestern waren. Wer das leugnet, ist nicht mehr katholisch, lieber Kardinal Marx. Die wachsende Akzeptanz für die lutherische Häresien ist durch die Umstellung des katholischen Paradigmas nach Vat. II entstanden, welches den Katholizismus zur einer sich ständig verändernden Zeitgeistreligion machte. Siehe Papst Franziskus. Wahr und falsch spielt keine Rolle, es geht umd die Beliebtheit oder die leidige Kirchensteuer. Vielleicht denkt die cancelliera, wie sie auf Italienisch heißt, Angela Merkel, dass die Zusammenlegung der beiden Kirchen Geld sparen kann, welches für die islamischen Kulturbereicherer ausgegeben werden kann, damit wir bald hier überhaupt kein Christentum mehr haben. Wer weiß, wer weiß? In der Zeit als Don Pietro Leone diesen Aufsatz schrieb, war eine neue Einheitsmesse, die angeblich von Papst Franziskus geplant wird, noch nicht denkbar.  Durch den Ökumenismus hat die katholische Kirche ihre Identität verloren, das Papstum mit Franziskus auch. Schade.

Von Don Pietro Leone

Im Anfang war der Ökumenismus und der Ökumenismus war mit Gott und der Ökumenismus war über Gott.

(Aggiornamento per tutto compreso i vangeli, cap.iv, Ester Maria Ledda, 2013, Bonanno)

Das Original ist hier zu finden.

In der Waffen- und Rüstungsabteilung seiner Höllen-Werkstatt ist Satan sicherlich stolz auf den Ökumenismus. Bitten Sie Satan, Ihnen den Ökumenismus zu zeigen, wenn Sie jemals das Pech haben, dort zu enden. Diese mächtige Waffe ist jüngeren Datums. Sie wurde für die heutige Zeit, in der der Glaube zerfällt und erkaltet und für die Beschleunigung dieses Prozesses entwickelt. Ihre erste Reaktion wird eine bewundernde sein:

„Was für ein schönes Kunstwerk!“

werden Sie sagen. Ihre zweite Reaktion, wenn Sie es sich näher angesehen haben, wird eine überraschte sein, da es innerlich völlig hohl und leer ist.

„All unsere Waffen sind hohl“,

wird Er ihnen kurz antworten.

„Hast du die ganze Zeit nichts verstanden? Das Wichtige ist die Sichtweise auf die Dinge. Aber es ist wahr,“

wird er nach einem kurzen Moment einräumen,

„diese Waffe ist ganz besonders hohl.“

 

I. Die Hohlheit

 1. Logische Hohlheit   

Es gibt zwei Arten von Ökumenismus. Die erste zielt auf die Einheit aller christlichen Konfessionen, oder aller Glaubensbekenntnisse ab, voraussetzend, dass sie alle wahr sind, die zweite fokussiert auf die Einheit auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners.

Wir werden die logische Zusammenhanglosigkeit beider Typen im Folgenden aufzeigen

a) Die Zusammenhanglosigkeit der ersten Form des Ökumenismus

Was den ersten Typus anbelangt, so zitieren wir den Heiligen Pius X in Pascendi:

„Die Modernisten leugnen nicht, sondern geben tatsächlich zu, manche hinter vorgehaltener Hand, andere ganz offen, dass alle Religionen wahr sind.“

Der Papst bezieht sich auf eine subjektivistische Auffassung von Religion, die auf die persönliche Erfahrung reduziert wird, die jeder Mensch von Gott in seiner eigenen Religion hat, zusammen mit der Symbolik, die dazu gehört. Diese Auffassung wurde von ihm im Dekret Lamentabili und in der oben erwähnten Enzyklika Pascendi verurteilt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht viele gibt, die gerne behaupten, dass alle Glaubensbekenntnisse wahr sind, sogar als objektives Konzept von Glaube und Religion. Darauf muss aber erwidert werden, dass diese Behauptung gegen den Grundsatz des Nicht-Widerspruchs verstößt, da es nur eine Wirklichkeit gibt und jeder Glaube oder jede Religion eine andere und exklusive Sichtweise davon darstellt. Aus diesem Grund behauptet der überzeugte Gläubige jeder Religion oder jedes Bekenntnisses, dass seine Vorstellung richtig ist und die Vorstellungen der anderen Gläubigen falsch sind: Kurzum, er behauptet, dass sein Glaube oder seine Religion der einzige wahre Glaube und die einzig wahre Religion ist, die es gibt.

Die Eine Heilige Römisch Katholische Kirche kann in dem Sinne noch weiter gehen, als sie nicht nur sagt, dass sie den einzig wahren Glauben hat und die einzig wahre Religion ist, sondern dass es der einzige Glaube und die einzige Religion überhaupt ist. Denn die Kirche lehrt, dass der Glaube eine Art von Wissen ist, d.h. die Erkenntnis der Wirklichkeit: Die Realität, die Gott ist. Und da es nur eine Wirklichkeit und nur einen Gott gibt, kann es nicht mehr als eine Erkenntnis von dieser einen Wirklichkeit, die Gott ist, geben. Weiterhin lehrt die Kirche, dass nur der katholische Glaube (zusammen mit der Taufe) uns mit diesem Gott vereinigt, und dass deswegen der Katholische Glaube auch die einzige Religion ist, wenn Religion nichts anderes bedeutet, als das spirituelle System, das uns mit Gott verbindet (Lateinisch ligat).

Die Popularität der Theorie, dass alle „Glaubensbekenntnisse“ oder „Religionen“ objektiv wahr seien, zeigt uns das Ausmaß der Unfähigkeit zu rationalem Denken, zu dem der heutige Mensch gekommen ist – auch wenn die Absurdität solch einer Theorie ihre Respektabilität in den Augen der Modernisten sicher nicht mindert.

b) Die Zusammenhanglosigkeit der zweiten Form des Ökumenismus

Die zweite Form des Ökumenismus reduziert den Glauben zu einem Amalgam (zusammengekleisterten Gemisch) von unterschiedlichen Überzeugungen, um ihn dann mit dem Amalgam anderer „Glaubensbekenntnisse“ und „Religionen“ auf der Suche nach einer gemeinsamen Grundlage zu vergleichen. Die EINE, HEILIGE, RÖMISCH KATHOLISCHE Kirche lehrt im Gegensatz dazu, dass sich der Glaube als unteilbare Einheit konstituiert, als Einheit, die sich aus seinem Gegenstand, nämlich Gott selbst, ergibt. Aus diesem Grunde ist es unmöglich, von irgendeiner katholischen Lehre im Interesse der Übereinstimmung mit anderen abzusehen.

2. Moralische Hohlheit

Der Ökumenismus wird als eine Art geistige Vereinigung präsentiert, die auf ein geistliches Gut zielt. Mit einem Wort, es wird als eine Art spirituelle Liebe zwischen den Mitgliedern der katholischen Kirche und den Außenstehenden dargestellt. Aber der Ökumenismus stellt keine geistliche Liebe dar, weil er weder aus einer geistigen Vereinigung (was auch immer damit sinnvoll gemeint sein könnte), noch in irgendeiner Art von geistlichem Gut besteht.

a) Das Fehlen einer geistlichen Einheit

i) Der Katholischen Kirche wurde von Unserem Herrn die Anweisung gegeben, nur eine Art von geistlicher Vereinigung mit Nicht Katholiken zu entwickeln und das ist eine dreifache Vereinigung die besteht aus:

a) der Vereinigung unter der Autorität der katholischen Hierarchie

b) der Vereinigung in den sieben Sakramenten  und

c) der Vereinigung in dem einen Katholischen Glauben

Das ist die einzige Art der Einheit, die der Katholischen Kirche erlaubt ist, mit anderen zu etablieren, weil nur dieser Typ der Einheit das geistliche Gut, nämlich ihre Erlösung bewirken kann. Auf der anderen Seite ist die von der Ökumene gesuchte Einheit schlicht nur eine partielle Einheit, insoweit, als nur einer oder mehrere dieser drei Elemente fehlen. Deswegen hat sie nicht die Kraft zu erlösen.

ii)  Die geistliche Einheit, die vom Ökumenismus gesucht wird, wirkt also nicht erlösend. Bezeichnenderweise ist sie nicht übernatürlich, insoweit der Ökumenismus den Katholizismus typischerweise auf den Glauben (verstanden als eine Ansammlung von verschiedenen Überzeugungen) reduziert, und folgerichtig die Sakramente ignoriert, die notwendig sind, um uns mit Gott hier auf der Erde und im Himmel zu vereinigen. In den beiden Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils Ad Gentes und Nostra Aetate, die sich auf das Verhältnis zwischen Kirche und den nichtchristlichen Religionen beziehen, ist der Begriff „übernatürlich“ nirgendwo zu finden.

iii) Die geistliche Einheit, die vom Ökumenismus gesucht wird, ist bezeichnenderweise nicht moralisch, da sie dazu neigt, den Glauben auf jene Lehren zu reduzieren, die die Natur und die Wirklichkeit Gottes betreffen. Dabei vernachlässigt sie jedoch die moralischen Lehren, die ein wesentlicher Bestandteil des Glaubens sowohl als auch für das ewige Leben notwendig sind, denn der Glaube ist das Licht, das uns den Weg zum Himmel zeigt

b) Das Fehlen eines geistlichen Gutes

Die Art des Guten, das ausschließlich vom Ökumenismus gefördert wird, ist nicht die Erlösung, sondern nur der irdische Frieden und das Glück, die kein geistliches Gut sind. Beide sind auch nicht die primäre oder wesentliche Aufgabe der Kirche. Die Kirche, wie wir eben angedeutet haben, wurde für das ewige Heil des Menschen gegründet: für seine Erlösung. Der Ökumenismus hingegen zielt ausschließlich auf sein irdisches Gut. Dann aber ist es keine geistliche Initiative, sondern eine rein politische. Das irdische Wohlergehen des Menschen ist – als Folge ihrer Hauptaufgabe, die sein ewiges Heil ist –  höchstens eine Nebenpflicht der Kirche.

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