Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

Evangelium des Pfingstsonntags

Joh 14, 23 – 31

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Wer mich liebt, bewahrt mein Wort; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Wer mich nicht liebt, bewahrt meine Worte nicht. Und doch stammt das Wort, das ihr vernehmt, nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat.

Dies habe ich euch gesagt, während ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird auch alles lehren und euch an alles erinnern,was ich euch gesagt habe.

Den Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nich wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz bange nicht und zage nicht! Ihr habt ja gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Wen ich mich liebtet, würdet ihr euch freuen, daß ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Nun habe ich es euch gesagt, ehe es eintritt, damit ihr glaubt, wenn es eintritt. Ich werde nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt. Über mich vermag er nichts; aber die Welt soll erkennen, daß ich den Vater liebe und so handle, wie der Vater mir aufgetragen hat.

Betrachtung zum Evangelium des Pfingstsonntags

Das Pfingstfest ward schon von den Israeliten gefeiert. Sie erinnerten sich an demselben, daß sie am fünfzigsten Tage nach ihrem Auszug aus Ägypten, am Fuße des Berges Sinai, von Gott durch Moses das Gesetz empfiengen. — An diesem Tage opferten sie auch Gott dem Herrn von den Früchten der neuen Ernte. —. Wir denken an diesem Tage daran, daß Jesus, seiner Verheißung gemäß, seinen Aposteln den heil. Geist sandte, der an seiner Statt sie alle Wahrheit lehren und sie an alles erinnern würde, was er ihnen gesagt hatte. — Durch die Sendung des heil. Geistes wurden sie erst tauglich, das Evangelium überall zu verkünden und durch Wunderwerke zu bestätigen. —- Auch wir haben es dem heiligen Geiste zu verdanken, daß die beseligende Lehre Jesu auf uns kam; daß wir uns auf die Lehren und Erklärungen unserer heil. Kirche verlassen können, daß in ihr das Wort Gottes ganz und unverfälscht aufbewahret wird. — Rufen wir den heiligen Geist an, daß er unfern Priestern beistehe, damit sie uns, wie die Apostel, die reine Lehre Jesu vortragen. — Auch wir bedürfen der Gnade des heiligen Geistes. Bitten wir ihn daher, daß er uns erleuchte, im Glauben stärke und mit seiner Liebe zum Guten entstamme. — O Du Kraft des Höchsten! Du Geist des Rathes, der Stärke und Gottesfurcht! laß mich deine Gnade empfangen und gebrauchen! Laß das Oel der Freude in Mein Herz stießen, damit ich im Innern gesalbet und im Gebete inbrünstig sey; denn Du bist ein Geist der Eintracht und der Liebe, ein Geist des Gebetes, und wirst geben denen, die nach Dir seufzen. — Stehe mir also bei, und bete Du mit mir im Geiste und in der Wahrheit mit unaussprechlichen Seufzern!

Kirchengesang von dem heil. Geiste

Komm‘ zu uns, o heiliger Geist, sende uns vom Himmel her deines Lichtes heil’gen Strahl!

Komm‘, der Armen Vater Du, komm‘, der Himmelsgaben Quell, komm‘, der Menschen-Herzen Licht!

Bester Tröster, komm‘ zu uns, Du der Seelen süßer Gast, und Erquickung unserm Geist!

Ruhe bei des Lebens Müh’n, Labsal in dem heißen Kampf, wenn wir weinen, unser Trost!

Wonnevolles sel’ges Licht, ganz sey deiner Gläub’gen Herz, ganz von deinem Strahl erfüllt!

Nichts ist in des Menschen Brust, nichts von Güte und von Werth, wenn er deiner Gnade entbehrt.

Rein’ge Du, was unrein ist, und das Dürre feuchte an, und das Wunde heile Du!

Beuge, was noch widerstrebt, das Erkaltete entflamm‘, das Verirrte bring zurück!

Schenke deiner frommen Schaar, die auf Dich vertraut und hofft, deine siebenfält’ge Gab‘!

Gib zum frommen Leben Kraft, in der Todesstunde Trost, dort das Heil, das nie vergeht!

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