„Am deutschen Wesen mag die Welt genesen“: Görres, Dämonen, Novus Ordo und das Barnhardt-Axiom (1 von 4)

Bonifatius

Nach einer Reihe der leichteren, frauenfreundlichen Beiträge, gehen wir wieder zum „harten Tobak“ über, da wir der kämpfenden Kirche angehören und es an der jetzigen kirchlichen Lage wirklich nichts zu beschönigen gibt. Dieser nachfolgende Beitrag, der über die erwarteten Maße hinaus angewachsen ist, ist eine theoretische Untermauerung eines Beitrags über den eigentlichen Zweck von Amoris Laetitia und der vorangegangenen Herbstsynode. Obwohl dieser Beitrag einen sehr großen Bogen schlägt und vieles an ihm ausarbeitungswürdig erscheint, bitten wir alle, geduldig zu Ende zu lesen, denn wir kommen schon auf den Punkt.

Das nichtvorhandene Deutschtum der Deutschen

Der Vorteil ein Ausländer in Deutschland zu sein, besteht unter anderem darin, das Deutschtum, das deutsche Wesen oder die deutsche Kultur überhaupt loben zu dürfen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass viele Leser bei dem Wort „Deutschtum“ zusammenzucken, da es nach 1945 kaum mehr verwendet wird. Auch der oben erwählte Spruch wird heutzutage höchstens ironisch verwendet, was wir in diesem Beitrag nicht zu tun beabsichtigen. Der Schreiber dieser Zeilen ist kein Deutscher, obwohl er einen deutschen Pass besitzt, er hat auch direkt oder indirekt einen Teil seiner Familie durch das verzerrte „deutsche Wesen“, welches zwischen 1939 und 1945 in seiner Heimat wütete, verloren. Dennoch bemüht er sich auch im Falle des Deutschtums um eine objektive, rationale und keine emotionale Haltung zur Realität.

Die Deutschen sind unpatriotisch, sie lieben ihr Vaterland nicht, ihre Heimat schon. Die Deutschen sind deswegen ein armes Volk, weil sie niemals über ein gewachsenes Vaterland, sondern immer über die partikuläre Heimat verfügten. Die verschiedenen Germanenstämme, die eine andere, obzwar grammatikalisch verwandte, Sprache sprachen, wurden 962 bis 1806 im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation vereinigt. Sie waren also Reichsbürger, wie die Mähren oder die Einwohner von Spoleto auch. Der Zusatz „deutscher Nation“ kam erst im XV. Jhdt. auf, um die deutsche Bevölkerungsmehrheit und die meistens deutschen Kaiser, welche verschiedenen Fürstengeschlechtern entstammen, zu kennzeichnen. Wer, was und warum „deutsch“ war, ist wirklich sehr schwer zu bestimmen und von der gewählten Definition des „Deutschen“ abhängig. Wir wollen hier die Mindestdefinition eines deutschsprachigen Bewohners des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation anwenden. Jedoch wurde aufgrund der Reformation und des darauffolgenden Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) der ursprüngliche Partikularismus der germanischen Stämme und der deutschsprachigen Reichsbürger noch erheblich gesteigert, da sich anschließend konfessionelle Zwergstaaten bildeten, die über eine partikuläre und keine allgemein deutsche Identität verfügten. Die deutsche Identität entdeckten die Deutschen, die wir doch an dieser Stellen voraussetzen, erst aufgrund der Aggression der revolutionär-napoleonischen Truppen der „Welschen“ und was als romantische Anwandlung anfing, endete 1871 mit dem Deutschen Kaiserreich, mit einem preußisch-protestantischen-aufoktroyiertem Deutschtum, welches der Stärkung des hegelianischen Staates, sprich Preußens, dienen sollte. Die Wirren der Weimarer Republik trafen Deutsche, die höchstens über eine post-bismarcksche „Reichsidentität“ verfügten, aber über keine eigentliche deutsche Identität, hart. Weil die meisten von ihnen über keine tatsächlich deutsche Identität verfügten, so konnte Hitler und Co., früher aber die ganze völkisch-okkulte Strömung, ihnen ein X für ein U vormachen, d.h. dem Adjektiv „deutsch“ einen beliebigen Inhalt unterstellen. Da leider die gesamte deutsche akademische Geschichtsschreibung nachaufklärerisch (d.h. die Französische Revolution preisend) und links ist, so durfte die konservativ-rechte Kritik am „Deutschtum-Begriff“ des Nationalsozialismus kaum bekannt sein. Thomas Mann legt in seinen politischen Schriften diese Kritik vor, andere wohl auch. Da der Schreiber dieser Zeilen kein Historiker ist und zurzeit wirklich nicht die Zeit hat sich auch noch damit zu befassen, so kann er in diesem Kontext keine anderen Namen nennen. Vielleicht können andere Leser diesbezüglich helfen.

Unsere These lautet, dass die Deutschen eigentlich niemals eine deutsche Identität hatten, denn diese war:

  • partikulär: bayrisch, fränkisch, westfälisch etc.
  • heimatgebunden: Bischofsstaat, Residenzstaat, etc.
  • konfessionell: katholisch, evangelisch andere
  • reichsgebunden: Hl. Römisches Reich, Bismarck-Reich, das Dritte Reich
  • parteigebunden: nationalsozialistisch, kommunistisch, sozialistisch, christdemokratisch, grün
  • DDR
  • bundesrepublikanisch
  • Nach-der-Wende: bundesrepublikanisch-offen, „Wir sind ein Volk“, multikulti, Mutti Merkel, „niemanden ausgrenzen“, Lass-die-„Flüchtlinge“-ins-Land-damit-sie-uns-abschlachten-wir-Deutsche-haben-es-verdient.

Warum haben denn die Deutschen keine deutsche Identität? Weil sie viel zu selten von anderen überfallen und besetzt worden sind, sodass sie kaum um ihre eigene Identität kämpfen mussten. Die erste Invasion kam mit den Napoleonischen Kriegen, die letzte nach 1945. Ja, es gab auch vorher Kriege und recht viele, aber mit einer Invasion meinen wir die Überschwemmung des Eigenen mit dem Fremden, wobei das Fremde den Anspruch erhebt das Eigene auszurotten und es zu ersetzen. So ersetzte das französische Heer der französischen Revolution:

  1. Die Religion: Katholizismus mit dem „Revolutionskult“, Aufhebung der Klöster, Beschlagnahmung des Kirchenbesitzes, Plünderungen der Kirchen etc.
  1. Die Staatlichen Gefüge: Auflösung der Zwergstaaten und aller Staaten, hauptsächlich der katholisch-konfessionellen Staaten.
  1. Das Rechtsystem: Einführung des Code Napoleon.
  1. Die Sitten: Einführung der Institution der Scheidung z.B.
  1. Die Kultur: Revolutionsbegeisterung und Frankreichbegeisterung vieler Deutschen, Verdrängung vieler deutschen Ausdrücke durch Lehn-und Fremdwörter aus dem Französischen.

Die Invasion vom Osten und Westen im Jahre 1945 bis zur Rückführung der amerikanischen und sowjetischen Truppen hatte, außer Punkt 1., dieselben Effekte. Ja, der Schreiber dieser Zeilen ist sehr froh, dass das Dritte Reich gefallen ist und die Deutschen oder die Pseudo-Deutschen den Krieg verloren haben, sonst wäre er nicht da. Es lässt sich aber auch nicht leugnen, dass die Deutschen ihre kaum vorhandene deutsche Identität, denn das groteske Dritte Reich (1933-1945) lassen wir schön außen vor, in der Zeit nach 1945 völlig eingebüßt haben. Sie wurden entweder sowjetisiert oder amerikanisiert und fanden es: „gut so“.

Den ersten Punkt, der Ersetzung der Religion, haben jedoch nicht direkt die Invasionsmächte, sondern dies hat das Vaticanum II besorgt. Diese Wende geschah nicht ohne amerikanischen und sowjetischen Einfluss. Die gute Beziehung zwischen Johannes Paul II und dem immerwährenden Präsidentenberater Zbigniew Brzeziński ist bekannt.[1] Da Hendrik Houthakker der Ehemann der, Gott sei’s geklagt, Papst Freundin Maria Teresa Tymieniecka ein Wirtschaftsberater der Regierung Johnson und Nixon war, so ist es absolut ausgeschlossen, dass die CIA nichts von der Korrespondenz zwischen Tymieniecka und Kardinal Wojtyła/JPII wusste, da Berater mit solch einem Sicherheitszertifikat samt ihren Familienangehörigen sicherlich gründlich von allen möglichen Geheimdiensten überprüft worden sind.[2] Wenn man zwei und zwei zusammenzählt, so muss man davon ausgehen, dass Tymieniecka für die US-Regierung arbeitete, diese ganze Papstkorrespondenz und Papstbeziehung von der CIA angezettelt und überwacht worden ist und Tymieniecka sicherlich ein agent of influence war. Denn hat Johannes Paul II zum Zusammenbruch des Kommunismus beigetragen? Ja. Wer war der Gewinner des Kalten Krieges? Die USA. Konnte die USA ihren wirtschaftlichen und politischen Einfluss erweitern? Ja. War dies ein geschickter Zug der CIA? Ja und wie! Aber im Vatikan hat auch lange vor dem Konzil eine sowjetische Agentur bestanden, welche sicherlich auf das Vat. II eingewirkt hatte.[3] Der jetzige Papst Franziskus macht aus seinen pro-kommunistischen Sympathien keinen Hehl, aber auch die nachkonziliare Theologie der Befreiung öffnete dem Kommunismus, hauptsächlich in Lateinamerika, Tor und Tür.  Wir wollen uns dieser Thematik woanders ausführlicher widmen, wenn aber der Schreiber dieser Seiten sich lange Zeit nicht melden sollte, dann können Sie davon ausgehen, dass die These mit dem CIA-Einfluss im Vatikan stimmt.[4] Das eigentliche Problem besteht jedoch darin, dass die katholische Kirche durch und mit dem Vat. II gewollt zum Spielball der weltlichen Mächte wurde und zwar auf dem Feld der Doktrin und nicht der Politik, denn das Letztere hat es immer gegeben. Das Schlimme ist, dass die wahre Religion durch einen übergeordneten Staat ersetzt wurde, in der letzten Zeit durch die NGO-Weltregierung, die sich noch versteckt hält.

Um wieder auf die Deutschen von heute zurückzukommen, so verfügen diese aufgrund der oben skizzierten Entwicklung über gar keine deutsche Identität oder ein nationales Bewusstsein, sodass man ihnen wieder, wie zwischen 1933 und 1945, ein X für ein U vormachen kann. Die armen ostdeutschen Rechtsradikalen verfügen ebenso wenig über eine deutsche Identität wie der Rest der Deutschen, da sie in ihrer Einfalt und immenser Unbildung an das Dritte Reich anknüpfen wollen, das ein undeutsches, horrendes, künstlich aufgeblähtes, ideologisches Konstrukt war. Es war gleichermaßen als totalitäre Ideologie getarnte Neureligion wie eine Neureligion, die als eine totalitäre Ideologie getarnt war. Schauen Sie sich doch die Filme von Leni Riefenstahl an: der Reichsparteitag war eine Liturgie und Hitler war Gott. Die Begrüßung: „Heil Hitler“ war auch nicht zufällig gewählt.

[1] http://www.delawareonline.com/story/opinion/contributors/2017/05/30/zbigniew-brzezinski-man-picked-pope/102314434/ http://www.msz.gov.pl/en/p/nowyjork_us_k_en/c/MOBILE/news/private_correspondence_of_professor_zbigniew_brzezinski_with_john_paul_ii https://catholickulchur.com/2017/02/25/john-paul-ii-and-the-zbigniew-bryzinski-connection/

[2] http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/dokumentation-der-bbc-das-ist-die-frau-zu-der-papst-johannes-paul-ii-eine-intensive-beziehung-pflegte/12963726.html http://www.bbc.com/news/magazine-35552997

[3] http://www.catholicworldreport.com/2012/12/10/why-did-vatican-ii-ignore-communism/ https://churchmousec.wordpress.com/2011/07/12/more-on-the-communist-infiltration-of-the-catholic-church/ http://www.inatoday.com/20030728.htm

[4] Es gibt Stimmen, dass Johannes Paul I deswegen ermordet worden ist, weil er sich gegen den Einfluss der CIA im Vatikan stellte : http://www.crisismagazine.com/2009/a-quiet-death-in-rome-was-pope-john-paul-i-murdered

Unterstützen Sie uns!
Falls Sie diesen Beitag wertvoll fanden und einen Gegenwert Ihrerseits beisteuern möchten, so können Sie uns etwas spenden.

 

3 Gedanken zu „„Am deutschen Wesen mag die Welt genesen“: Görres, Dämonen, Novus Ordo und das Barnhardt-Axiom (1 von 4)

  1. Liebe Frau Stella,
    Die Behauptungen dieser komischen Liste sind Bödsinn. Wir haben wahrscheinlich ca. 60 Mill.ethnische Deutsche und das wäre für unser – nach dem 2+4-Vertrag – verbliebenen Staatsgebiet völlig ausreichend. Wir hätten gesegnete Verhältnisse: Junge Familien könnten sich ein Haus kaufen, weniger Staus auf den Straßen, weniger Kriminalität, eine intakte Natur…..allein es ist nicht so.
    Im übrigen widerspreche ich.
    Die Deutschen hatten sehr wohl eine Vorstellung davon, daß das deutsche Vaterland größer war als die Herrschaft, in der sie lebten. Es gab – was viele nicht wissen – Freizügigkeit. Man konnte von der einen Herrschaft zur anderen wandern um sich Arbeit zu suchen. Meine Vorfahren haben das gemacht.
    Friedrich Schiller hatte sich mit dem württembergischen König verkracht und floh nach Weimar.
    Es wurde beim Reichskammergericht geklagt, was das Zeug hielt. (In meiner Stadt sind noch immer nicht alle Akten restauriert)…usw….usw…
    Das „Problem“ scheint mir darin zu liegen, daß das, was „deutsch“ war, sehr groß war – eben von der Maas bis an die Memel und von der Etsch bis an den Belt – und das war nicht mit Feuer und Schwert geschaffen, sondern es war eben so. Deswegen gab es für die Deutschen nicht die Notwendigkeit, sich abzugrenzen.
    Die Bezeichnung „arme deutsche Rechtsradikale“ ist eine Beleidigung. Es gibt in Deutschland keine Bewegung, die in der Nachfolge der NSDAP steht. Das sind von der Regierung herbeifantasierte Phantome, um den „Kampf gegen Rechts“ aufrechtzuerhalten, um an der Macht zu bleiben.
    Darüberhinaus war die NSDAP eine linke Bewegung, das Ding hieß NationalSOZIALISTISCH und darauf legte man auch Wert.
    Nein, wir haben den tapferen Sachsen und Thüringern die Einheit unseres Vaterlandes zu verdanken und von dort kommt auch die neue politische Bewegung, die – so Gott will – die Dinge zum besseren fügen könnte…..

Kommentar verfassen