Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

Evangelium des siebten Sonntags nach Pfingsten

Mt 7, 15 – 21

Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie kommen in Schafskleidern zu euch, innen aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten könnt ihr sie erkennen. Sammelt man von Dornbüschen Trauben oder von Disteln Feigen? So trägt jeder gute Baum gute Früchte; ein schlechter Baum aber trägt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte tragen und ein schlechter Baum nicht gute Früchte. Jeder Baum, der nicht gute Frucht trägt, wird ausgehauen und ins Feuer geworfen. An ihren Früchten also könnt ihr sie erkennen.

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! Wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist (wird in das Himmelreich eingehen).

Betrachtung zum Evangelium des siebten Sonntags nach Pfingsten

Falsche Lehrer kündigen sich nicht selten mit Werken der Wohlthätigkeit, der Menschenliebe und mit dem Edelmuth duldsamer Gesinnung an. Sie verheissen Licht, verborgene Schatze der Weisheit, Freiheit des Geistes, Befreiung von Vorurtheilen und berücken arglose Herzen. — Darum laßt uns wohl einfältig seyn, wie die Tauben, aber auch klug, wie die Schlangen! Hüten wir uns vor Menschen, die uns durch arge Grundsätze und Beispiele zum Bösen verleiten wollen! Trauen wir ihren süssen Worten nicht; denn unter dem Honig ihrer Rede ist tödtliches Gift verborgen, und unter dem Schafs-Felle steckt ein räuberischer Wolf, der nur würgt und zu Grunde richtet. Bitten wir daher Gott mit aufrichtigen Herzen, daß er uns bei der Wahl eines Führers unserer «Seele erleuchte! O Herr, nimm nicht von mir das Licht der Wahrheit und des Glaubens! Lasse mich den wahren Glauben an Jesum auch durch die Werke zeigen! Der Glaube ohne die Werke ist todt. Es ist ferner nicht genug, daß man nichts Böses thue, man muß auch Gutes thun; denn Gott will von seinem Baume gute Früchte.

Kirchengebet

Gott! dessen Vorsehung, ohne je zu irren, in allem, was sie ordnet, zum Ziele kömmt; wir bitten Dich demüthig, wende alles von uns ab. was uns schädlich ist, und verleih, was zu unserm wahren Nutzen gereicht! Amen.

Ein Gedanke zu „Betrachtungen zum Evangeliumstext der Alten Messe

  1. „Falsche Lehrer kündigen sich nicht selten mit Werken der Wohlthätigkeit, der Menschenliebe und mit dem Edelmuth duldsamer Gesinnung an. Sie verheissen Licht, verborgene Schatze der Weisheit, Freiheit des Geistes, Befreiung von Vorurtheilen und berücken arglose Herzen.“
    Sie sprechen sehr viel über ihr großartiges Menschenbild was sie haben und wenn man sie über ihr Gottesbild fragt werden sie knurrig und verlieren sich in allgemeine Floskeln. Der Wolf im Schafspelz redet ununterbrochen vom Paradies auf Erden und verspricht den Schafen ein schönes Leben auf grünen Wiesen in dieser Welt und führt sie geradewegs in den Abgrund. Wir Schafe brauchen den guten Hirten der sein Leben hingibt für seine Schafe. Und wenn der kommt werden wir erstaunt sein wie schnell die falschen Lehrer laufen können.
    Per Mariam ad Christum.

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