Der spirituelle Mittwoch und andere geistliche Attraktionen

benedictine monks

Wir beginnen hier mit einem Katechismus-artigen Frage- und Antwort-Spiel:

Worum geht es in diesem Leben?

Darum, sich Verdienste für die ewige Seligkeit zu erwerben.

 

Wodurch?

Durch ein geistliches Leben, vornehmlich durch das Gebetsleben.

 

Wie lernt man es?

Von jemanden, der es praktiziert.

 

Von wem konkret?

Ja, hier hapert es, denn wir können davon ausgehen, dass wirklich 99,9% aller Priester, bei den Traditionalisten leider auch, keins praktizieren.

Und woran können wir es ablesen?

Am Niveau der Predigt.

Um dieser Not ein wenig abzuhelfen, werden wir versuchen auf unserem Blog jeden Mittwoch einen Beitrag zum geistlichen Leben zu veröffentlichen, damit unsere Leser bei all diesen polemischen Artikeln über die Situation der Kirche nicht verzagen. Es ist auch möglich, dass viele unsere rein theologischen Artikel nicht verstehen oder wenig Zeit haben sie zu Ende zu lesen. Da wir an jedem Sonntag wie bei kirchlichen Feiertagen ebenfalls Kurzpredigten über das Tagesevangelium des alten Kalenders, also des Kalenders bis 1962, liefern, so können diejenigen, die nur an spiritueller Speise interessiert sind getrost an jedem Mittwoch und Sonntag reinschauen, falls sie sich von den übrigen Inhalten fürchten oder sie ihnen zu schwierig sind.

 

Warum sind wir nicht früher darauf gekommen?

Weil wir so wenige sind. Leider sind alle unsere guten, spirituellen Bücher in altdeutscher Schrift verfasst, sofern sie überhaupt auf Deutsch übersetzt wurden, was die zusätzliche Mühe nach sich zieht die pdf-Dateien zu schneiden, in jpg-Dateien zu konvertieren und in dieser Form auf dem Blog stückweise zu veröffentlichen. Leider sind die Inhalte dermaßen kompakt und in theologischer Terminologie wiedergegeben, dass viel Kommentar nötig ist, damit ein durchschnittlicher Leser oder auch ein überdurchschnittlicher Leser (z. B. ein studierter Theologe) es versteht. Kurz und gut: es ist handwerklich viel einfacher einen englischen Text zu übersetzen oder einen eigenen zu schreiben als diese Texte zu schneiden und zu kommentieren, weil man meistens die verwendeten Fachtermini sachgerecht erklären muss, was zeitaufwendig ist. Aber niemand macht es sonst und jemand muss ja. (Seufz!) Der Schreiber dieser Zeilen liest einmal wieder die Einführung ins Christentum von Ratzinger, welche wieder einmal klarmacht, dass Ratzinger keine Ahnung hatte. Er differenziert zwischen „gestern“ und „heute“, zwischen der mittelalterlichen Sprache der Theologie und dem heutigen Jetzt, bzw. dem „Jetzt“ von 1967 als sein Buch entstand. Dabei geht es in Theologie nicht um gestern und heute, sondern um richtig und falsch. Wenn Sie eine Gleichung der euklidischen Geometrie verstehen wollen, müssen Sie diese mathematische Sprache lernen und nicht darauf warten, dass diese sich Ihnen anpasst. Genauso ist es mit dem geistlichen Leben. Es gibt nur eine kompetente, kurze und kommunikative Sprache, mit der man über das geistliche Leben schreiben kann und dies ist die Sprache der Scholastik. Wie die Sprache der Zahlen oder der Symbole in der Mathematik. Wollen Sie eine Mathematik ohne Zahlen und Symbole? Es geht nicht, der bisherige Weg ist der Effizienteste und der Kommunikativste. Und alle, welche die scholastische Sprache in der Spiritualität verlassen haben endeten in Gnosis (Anselm Grün) oder im Agnostizismus wie Ratzinger selbst. Wir haben es also bei Kardinal Bona oder Pater Poulain SJ mit wunderschönen, kompakten und eleganten Gleichungen des geistlichen Lebens zu tun, welche jedoch ein Mathelehrer, sprich ein Theologe, der Klasse entziffern und vorstellen muss. Sonst bleibt diese Gleichung wirkungslos. Wir hoffen dies bewerkstelligen zu können und bitten Sie um Ihr Gebet!

 

Sonntagspredigten der Kirchenväter

Um das Predigtniveau in Deutschland langfristig zu heben, wollen wir auch vom neuen Kirchenjahr an anfangen die Predigten der Kirchenväter wie sie in den alten Brevieren vorkommen abschnittsweise auf Deutsch ins Netz zu stellen, also das tun, was divinum officium auf Deutsch noch nicht schaffte und uns dabei des Buches Das kirchliche Stundengebet oder Das römische Brevier. Übersetzt und erklärt von Erzpriester Stephan (2 volumes, Pustet 1926) bedienen. Wenn man das Matutin am Sonntag betet, so schließt die dritte Nokturn mit dem Sonntagsevangelium, welchen eine dreiteilige Predigt eines Kirchenvaters folgt. Da diese Predigten so substantiell sind und wir für mehrere Jahre vorsorgen wollen, so werden wir sie stückweise präsentieren, d.h.

  • im ersten Jahr Sonntagsevangelium und Teil 1,
  • im zweiten Jahr Sonntagsevangelium und Teil 2,
  • im dritten Jahr Sonntagsevangelium und Teil 3.

Da bei den Festen sogar drei Teile einer Erläuterung eines Kirchenvaters oder eines Kirchenlehrers zum Fest oder drei Teile einer Väterpredigt folgen, so werden wir bei Festen sogar für sechs Jahre vorsorgen, was beweist, dass wir an den raschen Weltuntergang nicht glauben. Der Schreiber dieser Zeilen will somit seine eigene Erfahrung des Betens mit dem Tridentinischen Brevier weitergeben, womit Eugenie Roth, für die wir alle auch beten sollten, das Eintippen übernehmen wird. Wir hoffen, dass alle unsere Leser von diesen geistlichen Inhalten „dick und fett“ werden, dass wir ihnen eine geistige Speise bereiten werden, worauf das obere Bild anspielt, sodass sie diejenigen Predigten, welche man ihnen, auch bei Alten Messen, vorsetzt leichter ertragen können. Amen.

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2 Gedanken zu „Der spirituelle Mittwoch und andere geistliche Attraktionen

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