Don Pietro Leone, Die Kirche und Asmodeus. (3 von 7) Todsünde und heilige Kommunion.

asmodeus

2. Todsünde und Heilige Kommunion

Die traditionelle Lehre

Die Kirche hat immer gewissenhaft und treu davor gewarnt, die heilige Kommunion im Zustand der Todsünde zu empfangen. In der Liturgie des Gründonnerstags und des Fronleichnamsfestes präsentiert uns die Kirche in ihrer Liturgie des Alten Ritus für unsere Meditation den Abschnitt des ersten Briefes des hl. Paulus an die Korinther im Kapitel 11, der vor dem Empfang der Heiligen Kommunion, der zur Verdammnis führt, warnt. Im Fronleichnamsfest wiederholte der Autor (des Messtextes (Anm. d. Übers.)) selbst, der hl. Thomas von Aquin, pointiert die Passage im Communio-Gebet; In der Sequenz Lauda Sion erklärt er unmissverständlich:

Sumunt boni sumunt mali,

sorte tamen İnaequalis,

vitae vel interitus.

Mors est malis, vita bonis:

vide paris

Sumptionis quam sit dispar exitus.

 

Gute kommen, Böse kommen

Doch nicht jedem will es frommen

Leben bringts und Todesbann

Bösen: Tod, den Guten: Leben

Sieh das Gleiche wird gegeben

Doch nicht Gleiches man gewann.

 

Die Kirche lehrt traditionell, dass jemand im Stand der Todsünde verpflichtet ist, zu beichten, bevor er die Heilige Kommunion empfängt. Wenn er andererseits (ohne Beichte (Anm. d. Übers.) die Messe besucht, muss er auf die sakramentale Kommunion verzichten und kann nur die geistliche Kommunion empfangen. Es ist wahr, daß ein Akt der vollkommenen Reue außerhalb des Bußsakramentes genügt, um einen Menschen von der Todsünde zu befreien, aber da es unmöglich ist zu wissen, ob die Reue in jedem gegebenen Fall vollkommen ist, würde die betreffende Person in der Tat riskieren, eine weitere Todsünde zu begehen, indem sie unter solchen Umständen die heilige Kommunion empfängt; deshalb ist es falsch, so zu handeln.

Dementsprechend lesen wir im Katechismus des hl. Pius X. (§ 630):

„Wer weiß, dass er im Stand der Todsünde ist, muss vor der Kommunion eine gute Beichte ablegen, denn der vollkommene Reueakt ohne Beichte genügt für den, der im Stand der Todsünde ist, nicht, um würdig zu kommunizieren[1].“

 

Die neue Lehre 

Sowohl in der Neuen Liturgie als auch im jüngeren Lehramt der Kirche entdecken wir, dass die oben beschriebene traditionelle Doktrin verwässert wurde.

Im Novus Ordo[2]  ist die Ermahnung des Heiligen Paulus gegen den Empfang der Heiligen Kommunion im Stand der Todsünde in der Liturgie sowohl des Gründonnerstages als auch des Fronleichnamsfestes (an zwei Stellen bei letzterem (siehe oben)) entfernt worden. Darüber hinaus wurde die Sequenz Lauda Sion optional; alternativ ist eine kürzere Version vorgesehen (siehe z.B. die Seite der Ameriaknischen Bischöfe), die nicht mehr die oben genannten Verse enthält.

Wie im jüngeren Lehramt lesen wir im Codex des Kirchenrechts:

„Wer sich einer schweren Sünde bewußt ist, darf ohne vorherige sakramentale Beichte die Messe nicht feiern und nicht den Leib des Herrn empfangen, außer es liegt ein schwerwiegender Grund vor und es besteht keine Gelegenheit zur Beichte; in diesem Fall muß er sich der Verpflichtung bewußt sein, einen Akt der vollkommenen Reue zu erwecken, der den Vorsatz miteinschließt, sobald wie möglich zu beichten.“ (CIC 1983 can. 916 [3]).

Der Kanon bezieht sich in erster Linie auf Priester, gilt aber auch für Laien. Er rechtfertigt (den Empfang der HK ohne Beichte nur mit Erweckung vollkommener Reue (Anm. d Übers.)) die heilige Kommunion bei einem „schwerwiegenden Grund“, aber was könnte dieser schwerwiegende Grund sein? Für einen Priester könnte er z.B. die Verpflichtung sein, eine Messe für eine vorhandene Gemeinde zu zelebrieren[4], aber was könnte er für einen Laien sein? Was könnte einen Grund darstellen, der schwer genug ist, eine sakrilegische Kommunion zu riskieren? Verlegenheit, was andere denken oder sagen könnten? Menschlicher Respekt? „Solidarität“ mit dem Ehepaar, dessen Hochzeit er zum Beispiel besucht? Der Gedanke, dass die heilige Kommunion ihm irgendwie helfen könnte, seine Sünde zu überwinden?

Wir beobachten, daß dieser bereits in sich schon fragwürdige Kanon im Katechismus der katholischen Kirche wie folgt zitiert wird (§ 1457):

„Wer sich bewußt ist, eine Todsünde begangen zu haben, darf selbst dann, wenn er tiefe Reue empfindet, die heilige Kommunion nicht empfangen, bevor er die sakramentale Absolution erhalten hat, außer wenn ein schwerer Grund vorliegt zu kommunizieren, und es ihm nicht möglich ist zu beichten.“

Hier werden nur zwei der im Kanon aufgeführten Bedingungen ausdrücklich zitiert, nämlich die Unmöglichkeit eines sakramentalen Bekenntnisses und der „schwerwiegende Grund“; Der Akt der Reue wird erwähnt, aber nicht ausdrücklich als Bedingung; während die vierte Bedingung, nämlich die Entschlossenheit, so bald wie möglich nach der Heiligen Kommunion zu beichten, völlig ausgelassen worden ist.

Der moderne Klerus scheint dagegen typischerweise nur auf den vierten Zustand zu insistieren, denn allzu oft kommen die Laien einem Beichtvater mit der unbekümmerten Ankündigung, ein Priester habe ihnen gesagt, daß es genügte, nach dem Empfangen der Kommunion zu beichten. Was hier am bemerkenswertesten ist, ist der Mangel an logischer Kohärenz seitens aller Beteiligten.

Wenn wir noch in der glücklichen Zeit und auf dem Territorium des Heiligen Römischen Reiches lebten und der Kaiser seine Absicht geäußert hätte, uns in unserem Haus zu besuchen, wäre es dann ausreichend, ihn in einer stickigen Wohnung mit zugezogenen Vorhängen zu begrüßen, mit ungewaschener Kleidung und Tellern, Staub, Schmutz und einem Haufen Müll überall, und ihm zu versichern, dass wir am nächsten Tag den ganzen Platz für seinen Besuch reinigen würden?

Die tolerantere Haltung der Kirche in Bezug auf den Empfang der heiligen Kommunion ist relevant für die Frage der Sexualität, insoweit sie die Schwere des Empfangs der heiligen Kommunion im Zustand der Todsünde herabsetzt, Sie verniedlicht die Schwere der Todsünde selbst, bei der die Unkeuschheit traurigerweise eine der häufigsten Arten ist.

So sehr auch diese liturgischen und lehramtlichen Neuerungen inzwischen das Verständnis der Gläubigen hinsichtlich der Schwere der Unkeuschheit beeinträchtigt hat, müssen wir in aller Ehrlichkeit zugeben, daß der Klerus in jüngster Zeit weit davon entfernt war, die wahren christlichen Werte, welche die dieser Sünde  entgegengesetzte Tugend betreffen, zu vermitteln.

Wann, oh aufmerksamer Leser; hast du in der letzten Zeit eine Predigt über die Herrlichkeit der Reinheit oder den Gräuel der Unkeuschheit gehört? Wann hast du gehört, daß ein Priester die Gemeinde warnte, die heilige Kommunion zu empfangen, nachdem sie eine Tat der Unkeuschheit begangen hat, sogar alleine? Wann hat er dich zuletzt im Beichtstuhl auf die Gefahr der Unkeuschheit für die Rettung deiner ewigen Seele ermahnt oder wann hat er dich jemals ermutigt, Gott das Opfer eines Lebens vollkommener Keuschheit anzubieten[5]?

[1] [1] Chi sa di essere in peccato mortale, che cosa deve fare prima di comunicarsi? Chi sa di essere in peccato mortale, deve, prima di comunicarsi, fare una buona confessione; non bastando l’atto di contrizione perfetta, senza la confessione, a chi è in peccato mortale per comunicarsi come conviene (n. 630).

[2] Wie wir in unserem Booklet ‘Die Zerstörung des Römischen Ritus’ bemerkten

[3] (Zitiert in Redemptoris Sacramentum, Kapitel 4, 81) Der Codex Iuris Canonici ist weder unfehlbar, noch stellt eine nachfolgende Version notwendigerweise eine Verbesserung gegenüber einer früheren Version dar. Darin ähneln die Kanones den nicht-unfehlbaren Erklärungen eines Konzils.

[4]    Er ist mit einem choix corneillien (schwierigen Wahl) konfrontiert, aber wie kommt es, dass er nicht mehr Respekt für das heilige Priestertum hat, aus dem heraus er den unauslöschlichen und ewigen Charakter in seiner Seele trägt? Hat er solche Lehren nie studiert? Hat sein Beichtvater im Seminar nie die Schwere solcher Sakrilegien abgewehrt?

[5] Wir erwähnen in diesem Zusammenhang die Unterdrückung der Initiative durch einen Teil der vatikanischen Hierarchie, den Heiligen Aloysius Gonzaga zum Schutzherrn der Jugend zu machen. Auch wenn diese Aktion, deren Nachweis wir nicht liefern können, nicht stattgefunden hätte, so ist sie doch typisch für die zeitgenössische kirchliche Sicht auf die Reinheit.

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19 Einträge zu „Don Pietro Leone, Die Kirche und Asmodeus. (3 von 7) Todsünde und heilige Kommunion.

  • Eine Frage, wenn ich keine Möglichkeit habe die alte Messe zu besuchen, hier nur das Angebot der neuen Messe ist, ich es aber fast nicht schaffe ihr würdig beizuwohnen, ist es dann eine Todsünde, wenn ich die Sonntagspflicht nicht erfülle. Danke für eine Antwort! Mit freundlichem Gruß Marianne Lenz

    • @ Marianne Lenz

      Was bedeutet, dass Sie es nicht schaffen ihr würdig beizuwohnen? Für die Würdigkeit ist der Priester verantwortlich nicht sie. Aber die Antwort ist negativ. Wenn Sie keine Wahl haben, müssen Sie zur Neuen Messe, ansonsten ist die Sonntagpflicht nicht erfüllt und eine Todsünde. Gehen Sie hin und opfern es Gott auf. Manchmal ist es nicht so wichtig, was wir empfinden, sondern, dass wir Gott treu sind. Er wird sich dann um den Rest kümmern.

      • Dem muss ich widersprechen. Sehen wir uns an, was der Novus Ordo aus den Sakramenten gemacht hat, dann ergibt sich in aller Regel Folgendes:

        Wir haben:

        1. In einem zweifelhaften Ritus geweihte Bischöfe, die
        2. in einem zweifelhaften Ritus Priester weihen, welche
        3. ihrerseits eine zweifelhafte und in jedem Fall unwürdige Messe feiern, die
        4. selbst nach den eigenen Maßstäben oft liturgischen Missbrauch enthält und
        5. im Grunde so konzipiert ist, dass sie den katholischen Glauben zerstört.

        Selbst bei viel Wohlwollen dem Novus Ordo gegenüber kann man hier ganz bestimmt nicht sagen, es wäre eine Todsünde, am Sonntag lieber zu Hause zu beten, als an einer Novus-Ordo-Messe teilzunehmen. Das käme ja einer Pflicht gleich, den eigenen Glauben zu zerstören.

        Ich würde sogar noch weiter gehen. Die Novus-Ordo-Messe ist derart abscheulich protestantisch und das Heilige schändend – in der Messe am Sonntag muss man zudem oft eine häretische Predigt über sich ergehen lassen – dass es eine Todsünde ist, daran teilzunehmen und auf diese Weise dabei mitzuwirken, den katholischen Glauben zu zerstören.

        Das Argument „die Wandlung ist wahrscheinlich gültig“ genügt nicht. Nicht weit davon entfernt wäre es zu sagen: Man kann mit einer schwarzen Messe seine Sonntagspflicht erfüllen, da die Hostie, die im Rahmen der schwarzen Messe geschändet wird, wahrscheinlich gültig gewandelt wurde.

        Im obigen Text steht so schön:

        „… wäre es dann ausreichend, ihn in einer stickigen Wohnung mit zugezogenen Vorhängen zu begrüßen, mit ungewaschener Kleidung und Tellern, Staub, Schmutz und einem Haufen Müll überall, …“

        Geschieht nicht genau das in einer Novus-Ordo-Messe, während einer darin vollzogenen gültigen Wandlung?

      • Dies ist die Argumentationskette der Piusbruderschaft und der meisten Sedisvakantisten.

        Dazu kurz
        1. In dubio pro reo, also im Zweifelsfall soll man die Gültigkeit annehmen, sonst kommt man in eine unendliche Zweifel- und Skrupelspirale. Siehe die nicht endend wollenden Diskussionen bei poschenker.

        2. Nicht jeder hat die Möglichkeit einer Alten Messe, kanonisch regulär, beizuwohnen. Ich persönlich mache bis 500 km am Tag (Sonntag), um dies tun zu können. Aber dies kann man nicht von jedem verlangen.

        3. Theologisches Argument der gratia sufficiens – der zureichenden Gnade. Nach der Lehre der Kirche gibt Gott jedem ausreichend viel Gnade, um das Heil zu erreichen.

        Es ist de fide, also ein Dogma und lautet bei Diekamp-Jüssen folgendermaßen:

        Es gibt eine gratia suffixien, d.h. eine Gnade, die zu einem Heilswerk das Können verleiht und ohne die das Heilswerk unmöglich ist. (DH 1536, 1568, 1572)

        Als Konsequenz dieses Dogmas ergibt sich, dass Gott jedem sakramentale Gnaden, denn dies sind die Hauptquellen der Gnade sichern muss. Daraus rührt auch die Lehre von der Indefektibilität der Kirche, d.h. von der Unvergänglichkeit der Kirche, eine sententia certa ist und nach Ott (Dogmatik, 418) wie folgt lautet:

        Die Kirche ist indefektibel, d.h. sie bleibt bis zum Ende der Welt als die von Christus gestiftete Heilsanstalt bestehen. (vgl. DH 3013, 3956, 3303)

        Daraus folgt die Lehre von der Sichtbarkeit der Kirche, wogegen die Sedisvakantisten verstoßen:

        Die von Christus gestiftete Kirche ist eine äußere, sichtbare Gemeinschaft. Sententia certa (DH 1764, 3050)

        Also die Kirche und ihre wirksame Sakramente, unter wirksam meinen wir gütltig, was wirklich das Mindestmaß ist, wird für immer sichtbar und präsent bleiben. Keine unsichtbare Geistkirche.

        Dies bedeutet, nach Ann Barnhardt, der wir zustimmen, den Mindestfall, dass die Kirche immer noch sichtbar sein wird, wenn irgendwo ein gütlig geweihter Priester eine gütlige Messe (NOM, Tridentinisch, Byzantinischer Ritus aber uniert) zelebrieren wird. Also soweit sind wir noch nicht.

        Ich glaube, dass unter Franziskus der Kahlschlag der Priester und der geistlichen Berufe erfolgen wird, woraus ein gesunder Same sich entwickeln wird. So war es immer in der Kirche:

        – Arianische Krise
        – Krise der nikolaistischen und simonistischen Priester währen der Gregorianischen Reform
        – Renaissancekirche und nachfolgende Gegenreformation
        – Vat. II und Franziskus

        So hart wie jetzt, war es noch nie, aber die Dynamik ist dieselbe.

        Unter dem Strich: Zur Novus Ordo Messe muss man auch hin. Wenn wir Gott treu sind, dann ist er uns auch treu. Amen.

      • Ich könnte Ihrer Argumentationskette folgen, wenn sie sich auf das Sakrament der Taufe bezögen, das absolut heilsnotwendig ist. Bei diesem Sakrament gibt es all die vieldiskutierten Probleme nicht.

        Das Sakrament der Eucharistie ist aber nicht absolut heilsnotwendig. Ein Getaufter ohne Todsünde kommt in den Himmel, auch wenn er die Eucharistie zu Lebzeiten nie empfangen konnte.

      • Es geht nicht um den Empfang des Sakramentes der Eucharistie, sondern um das 3. Gebot, das die Kirche dahingehend präzisiert , den lieben Gott durch den Messbesuch (die Eucharistie als Opfer, nicht als Sakrament) zu ehren. Ob man dabei die Eucharistie empfängt ist unwesentlich. Die Nichtheiligung des Sonntages durch einen fehlenden Messbesuch ohne wesentlichen Hinderungsgrund (Krankheit, Dienst am Wochenende u.ä.) ist eine Todsünde und verdient die ewige Strafe der Hölle. Nur die gültige Beichte kann das dann heilen.

      • Wie kann man Gott durch einen Messbesuch ehren, wenn alles außer der angenommenen gültigen Wandlung eine Verspottung des Glaubens und damit Gottes darstellt?

        Die katholische Kirche erlaubt es ja nicht einmal zu „orthodoxen“ Schismatikern zu gehen, obwohl die Liturgie dort keinen Makel hat. Erst die Novus-Ordo-Kirche erlaubt es, im Notfall zu „Orthodoxen“ in die Messe zu gehen. Die Liturgie des NOM ist sogar nahezu deckungsgleich mit einigen protestantischen Gemeinschaften, also schon rein liturgisch eine Gotteslästerung. Eine gültige Wandlung macht die Sache dann doch eher schlimmer als besser. Wie gesagt, dann könnte ich Gott auch in einer schwarzen Messe „ehren“, da er ja in der geschändeten Hostie anwesend ist.

        Aber die Diskussion hierzu ist ja bereits von anderen zu Genüge geführt worden; verweisen wir einfach darauf, für alle die mehr zu den Argumenten auf beiden Seiten wissen wollen.

        Vielleicht noch als Anmerkung, damit Sie mich besser verstehen:

        Ich würde Folgendes sagen, auch wenn es ein bisschen wie „Amoris-Laetitia-Argumentation“ klingt:

        Unabhängig davon, ob die NOM Todsünde ist oder nicht:

        Wer guten Glaubens und aufrichtigen Herzens zur NOM geht, um seine Sonntagspflicht zu erfüllen, begeht zumindest subjektiv keine Todsünde.

        Wer guten Glaubens und aufrichtigen Herzens stattdessen zu Hause betet – wodurch er Gott auch ehrt und den Sonntag heiligt –, weil er keine Möglichkeit zu einer alten Messe hat, begeht zumindest subjektiv auch keine Todsünde.

        Das größere Problem mit der NOM sind mit Sicherheit die Todsünden, zu denen man dort verführt wird, wenn man nicht durch ein geistliches Leben neben der NOM dagegen gewappnet ist.

        Auch bei Anhängern wie zum Beispiel der Piusbruderschaft nehme ich an, dass das größere Problem die Todsünden sind, zu denen man dort möglicherweise verführt wird, wie zum Beispiel „Natürliche Empfängnisregelung“, als deren widersprüchliches und in sich schismatisches und häretisches Verhältnis zum Papst.

      • Nicht zur Sonntagsmesse zu gehen ist eine Todsünde. Sie brauchen nicht zu kommunizieren, denn Eucharistie ist tatsächlich nicht absolut heilsnotwendig, aber zur Messe müssen Sie hin. Wenn Sie nicht hingehen:

        1. Begehen Sie eine Todsünde.
        2. Werfen all diese Gnaden von sich, die Gott Ihnen auch bei einer Novus Ordo Messe zuteilwerden lässt. Denn etwas Gnade wird auch dort ausgeschüttet.

        Ich löse die Sache so, dass ich wirklich lange Autofahre, um an einer kanonisch regulären Alten Messe teilzunehmen. Der Gnadenzuwachs ist wirklich enorm und ich habe auch den direkten Vergleich zu den nichtkanonischen Alten Messe, wo er nicht so groß war und ich viele geistliche Probleme bekam, die ich vorher und nachher niemals hatte. Wenn ich aber zur Alten Messe aus irgendwelchen Gründen nicht fahren kann, dann gehe ich zu der besten NOM, die ich erreichen kann oder zu derjenigen die am wenigsten schlimm ist. Ich setze mich in eine Seitenkapelle, bete, opfere es Gott auf, kommuniziere, wenn ich im Gnadenstand bin und freue mich es hinter mir zu haben. Dennoch nährt auch die NOM geistlich.

        Ich habe einmal mehrere Wochen lang ein Experiment unternommen, indem ich in dieselbe Kirche, wo verschiedene Priester zelebrieren täglich zur NOM ging.
        Erfahrung: bei denselben Priester „spürte“ ich immer die heiligende Wirkung der Kommunion, bei anderen nicht. Bei den guten Priestern war ich positiv geistig aufgeladen, bei den schlechten immer gereizt und verwirrt. Es geht hier um spirituelle Wahrnehmung, nicht um die Art der Zelebration, die natürlich entsprechend gut oder schlecht war, oder die Predigt.

        Die gute Nachricht: Es gibt Priester, die gültig und würdig die NOM zelebrieren.
        Die schlechte Nachricth: Es gibt auch andere.

        a) Entweder waren sie nicht im Gnadenstand, was anzunehmen ist.
        b) Oder die Messe war ungültig, was weniger wahrscheinlich ist.

        Man hat also die Wahl. Das sind aber durchgängige Erfahrungen aller Gläubigen bei den NOM Messen auf der ganzen Welt. Zu manchen kann man hingehen, zu anderen, wenn man die Wahl hat, nicht.

        Das ist natürlich wieder ein Menschenkult und zwar der Priesterkult, weil man die Würdigkeit oder gar die Gültigkeit am Priester festmacht und denen nachreist. Dies haben auch die „Reformer“ beabsichtigt, das sie wo viele legale Optionen und Permutationen einführten. Vgl. https://traditionundglauben.wordpress.com/2017/03/22/der-seiko-mariensamstag-3-von-5/

      • @ davilatollkuehn

        Eines würde mich interessieren: Würde für Sie liturgischer Missbrauch im NOM ab einer gewissen Schwere einen „wesentlichen Hinderungsgrund“ darstellen, daran teilzunehmen?

        Sagen wir, während der NOM stehen in der Kirche Buddha-Statuen, im Hochgebet werden Mohammed und hinduistische Elefantengötter gepriesen, zur Wandlung finden auf dem alten Hochaltar und den Nebenaltären durch die liturgischen Dienste Gruppensexorgien statt, die vom Chor mit „charismatischer“ Zungenrede begleitet werden, und die übrigen Gottesdienstteilnehmer werfen Konfetti in die Luft.

        Gibt es bei Ihnen eine Grenze oder kann Franziskus oder meinetwegen Benedikt XVI. alles mit Ihnen machen?

      • Danke @Traditio et Fides für den Erfahrungsbericht! Wenn Sie sich zur NOM aber in eine Seitenkapelle setzen, dann bin ich mir nicht sicher, ob sie überhaupt an der NOM teilnehmen.

        Meine Übertreibung zur NOM ist nur als Gedankenexperiment gemeint, ob es eine Grenze gibt, ab der man nicht mehr an der NOM teilnehmen kann, oder ob sie ohne Ausnahme absolut verpflichtend ist, abgesehen von den sonstigen Hinderungsgründen.

  • Noch eine Möglichkeit, die zwar die Sonntagspflicht nicht erfüllt, man kann aber bei einer Hl Messe zusehen und bei entsprechenden Fremdsprachenkenntnissen der Predigt zuhören (ich denke, das ist der Link dazu, jedenfalls kann man dort die Hl. Messe ansehen).
    https://www.stmaryswarrington.org.uk/single-post/2017/09/06/New-website-for-wwwLiveMassnet

    Ich habe bewusst zusehen/ansehen geschrieben und nicht mitfeiern, da man ja körperlich nicht dabei ist und somit die Sonntagspflicht nicht erfüllt ist.

  • „Wenn er andererseits (ohne Beichte (Anm. d. Übers.) die Messe besucht, muss er auf die sakramentale Kommunion verzichten und kann nur die geistliche Kommunion empfangen.“
    Wenn ich mich recht erinnere, war es Weihbischof Athanasius Schneider (bei einem Interview mit „Kirche in Not“), der gesagt hat, dass man auch für die geistliche Kommunion im Stand der heiligmachenden Gnade sein muss. Da die geistliche Kommunion immer auch Bestandteil der sakramentalen Kommunion ist, ist der Gnadenstand Voraussetzung.
    Wenn sich der Mensch im Stande der Todsünde befndet, der Feindschaft mit Gott, kann er auch keine geistliche Kommunion empfangen. Zum Beispiel im Falle des Ehebruchs (sog. wiederverheiratet Geschiedene) ist keine geistliche Kommunion möglich.
    Was ist hier die Lehre der Kirche??

      • @ Maria Magdalena

        Ich habe nachgesehen und Bischof Schneider scheint Recht zu haben. Warum scheint? Weil in den durchgesehenen Moraltheologien, die diese Frage überhaupt behandeln, ich haben 5 durchgesehen, 2 behandeln die Frage, die Frage nach Gnadenstand bei geistlicher Kommunion gar nicht gestellt wird.

        Und so schreibt Peeters, Manuale theologiae moralis, Bd. III, S. 271,

        dass „die geistliche Kommunion ein frommes Sehnen (pium desiderium) nach dem Sakrament ist, welcher real nicht empfangen werden kann.

        Daher wirkt es nicht ex opere operato, weil es kein Sakrament im eigentlichen Sinne ist, sondern nur ex opere operantis“ also mittels der Heiligkeit des Menschen, der so kommuniziert.

        Wenn aber jemand nicht im Gnadenstand ist, so produziert die geistliche Kommunion keine Wirkung. „Die geistliche Kommunion wirkt, weil sich die Seele mit der Vereinigung mit Christus sehnt, sich diese Vereinigung vorstellt und dadurch werden ihre geistliche Kräfte genährt und erfrischt.“ (Peeters, ibid.)

        Wenn sich aber jemand durch die Todsünde von Christus getrennt hat, so kann er sich gar nicht nach ihm so sehr sehnen, sonst würde er in der Todsünde nicht verbleiben.

        Andere sind auch dieser Meinung:

        http://voiceofthefamily.com/archbishop-gadecki-only-those-in-the-state-of-grace-can-make-act-of-spiritual-communion/

        http://www.tfp.org/can-someone-in-mortal-sin-receive-communion/

  • Da muss ich doch Don Pietro Leone auf die Finger klopfen. Aber diese Lehre für geistliche Kommunion braucht man keinen Gnadenstand habe ich selbst oft gehört.

    Es kommt wohl darauf an, wie weit man das Wort impedimentum oder ab acutali sumptione impeditis – „die, am aktuellen/eigentlichen Empfang gehindert sind“ (Peeters, Bd. III, S. 271). Fehlendes eucharistisches Fasten ist solch ein Hindernis, aber Todsünde ist eine Unmöglichkeit.

    Ich werde dem Pater schreiben, damit er das berichtigt und schaue mir die Übersetzung nochmals an. Aber wir übersetzen hier wirklich gut. Tja… so entdeckt man Fehler und wird selbst klüger.

    @ Maria Magdalena

    Vielen Dank für diese Frage.

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