Don Pietro Leone, Die Kirche und Asmodeus. (5 von 7) „Überhöhung der ehelichen Liebe“.

B. Die Überhöhung der ehelichen Liebe

 1. Vergöttlichung und Zielsetzung

       Wir haben erklärt, wie die eheliche Liebe durch ihre Vergöttlichung erhöht wurde, durch ihre Angleichung an die göttliche Liebe der Barmherzigkeit.

        Durch die Angleichung der ehelichen Liebe an die Nächstenliebe, vergöttlicht sie der Papst nicht nur, sondern legt sie auch dadurch fest, dass er sie als einen Weg zur Verwirklichung des Sinns des menschlichen Lebens präsentiert. Denn da Gott die Summe alles Guten und Vollkommenen ist, ist die raison d’être (die Daseinsberechtigung) jedes gegebenen Dinges durch die Nachahmung des Gutseins und der Vollkommenheit Gottes selbst bestimmt. Die Vollkommenheit Gottes, zu deren Nachahmung der Mensch imstande ist, ist sein (Gottes) Wissen über und vor allem die Liebe zu sich selbst. Diese Liebe, wie wir oben erklärt haben, ist eine totale sich selbst hingebende Liebe. Indem er behauptet, dass die eheliche Liebe einer total sich selbst hingebenden Liebe gleich kommt, behauptet der Papst dann, dass der Mensch seine raison d’être, Daseinsberechtigung,  durch die eheliche Liebe (einschließlich des dazugehörigen Aktes) erfüllen kann. Tatsächlich behauptet der Papst ausdrücklich, dass die totale Selbsthingabe in der Ehe (dem Menschen (Anm. d. Übers.) die „Verwirklichung des eigentlichen Sinns seines Seins und seiner Existenz“ (16 Jan. 1980) ermöglicht.

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