Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht? (6 von 7) Der Untergang oder Amoris Laetitia als Ziel.

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Wenn man sich die nachkonziliare Ehe- und Sexuallehre näher anschaut, wird einem im Nachhinein deutlich, dass seit mindestens 50 Jahren auf Amoris Laetitia hingearbeitet wurde. Wer konkret hat darauf hingearbeitet?

    1. Vat. II mit Gaudium et Spes 48 und 49: Gleichstellung des ersten (Kinder) und zweiten (gegenseitige Hilfe) Ehezweckes
    2. Paul VI. Humanae vitae: Anerkennung und Zulassung der natürlichen Verhütung, deren Anwendung so ausgeweitet wurde, dass sie zu einer legitimen Verhütung avansierte.
    3. Johannes Paul II. Theologie des Leibes: Ehelicher Sex als Selbstzweck und als Weg zu Gott
    4. Johannes Paul II. Familiaris consortio (1981): Zusammenleben von Ehebrechern wird zwecks Erziehung der Kinder geduldet, wenn sie keusch leben. (84)
    5. Johannes Paul II. Codex iuris canonici (1983): Umkehrung des ersten und zweiten Ehezweckes im Canon 1055 § 1:

Der Ehebund, durch den Mann und Frau unter sich die Gemeinschaft des ganzen Lebens begründen, welche durch ihre natürliche Eigenart auf (1) das Wohl der Ehegatten und (2) auf die Zeugung und die Erziehung von Nachkommenschaft hingeordnet ist, wurde zwischen Getauften von Christus dem Herrn zur Würde eines Sakramentes erhoben.“ (Can. 1055 § 1)

  • Da also laut dem nachkonziliaren Eherecht (CIC 1983, Can. 1055 § 1) die Ehe hauptsächlich Sex wegen geschlossen wird und die Kinder als eine Beigabe erscheinen, so steht Amoris Laetitia  – der „Freude am Sex“ nichts mehr im Weg. Sex erscheint also als das, was er für die Welt ist: das Höchste auf Erden, ein Menschenrecht, etwas Unabdingbares, das niemand missen sollte.
  • Da Johannes Paul II in Familiaris Consortio 84 erlaubte, dass:
    • Ehebrecher zusammen wohnen dürfen,
    • zur Kommunion gehen dürfen, obzwar nicht in der eigenen Gemeinde, wenn sie sich vor ihrem Pfarrer verpflichtet haben, keusch zu leben,
    • da sie sich aus wichtigen Gründen nicht trennen können, falls sie
    • beispielsweise gemeinsame Kinder haben.

Diese Erlaubnis ist widersinnig und stellt wieder einmal ein trojanisches Pferd und eine Zeitbombe da. Denn:

  • Wenigstens einmal wurde schon die Ehe gebrochen, denn wenigstens einer der „wiederverheirateten Geschiedenen“ begingt Ehebruch und begeht ihn mit dem „neuen Partner“ immer wieder.
  • Wenn diese Menschen zusammen wohnen, sorgern sie für Ärgernis, da alle annehmen, dass sie Sex haben und zwar ehebrecherischen Sex.
  • Kinder sind entweder aus der ersten Ehe da und fragen: „Wo ist Mutti?“ „Wo ist Vati?“, falls es gemeinsame Kinder sind, lernen Sie, dass Ehen nicht ewig dauern und haben ihr ganzes Leben lang Angst verlassen zu werden.
  • Inwieweit Keuschheit bei Menschen praktizierbar ist, die zusammen wohnen, gemeinsame Kinder haben und miteinander Sex hatten, sodass wenigstens in der Vergangenheit sexuelle Anziehung vorhanden war, sei dahin gestellt, wahrscheinlich bleibt sie in den meisten Fällen auf dem Papier. Keuschheit ist nur dann praktizierbar, wenn man Gelegenheit meidet und nicht mit der „Gelegenheit“ zusammenwohnt.
  • Entweder man kommuniziert in einer Gemeinde, wo man unbekannt ist, als müsste man sich für etwas schämen oder man geht zur Kommunion, hoffentlich im Gnadenstand, in der eigenen Gemeinde, wo alle annehmen, dass man im Ehebruch lebt, sollte man auch keusch leben.

Und was haben wir? Jawohl, Skandal und Verwirrung. Johannes Paul II hat mit Familiaris consortio eine de facto kirchlichen Anerkennung der „Zweit-“ oder „Drittehe“ geschaffen, sodass Franziskus und seine Mannen oder dieselben Mannen, welche hinter Johannes Paul II standen nur einen weiteren Schritt zu gehen brauchten. Amoris Laetitia fiel nicht vom heiteren Himmel, liebe Nachkonzilsbrüder.  Es ist doch wirklich unsinnig, Menschen, die im Ehebruch leben mit Familiaris consortio 84 zu einer Josephsehe im Ehebruch zu zwingen. Nur eine Handvoll von Heiligen, ja Heiligen, hat die Josephsehe, also Ehe ohne Sex praktiziert, aber sie haben nicht zusammen mit dem Ehepartner gelebt. So legte die hl. Elisabeth von Thüringen, welche bevor sie sich zur keuschen Ehe entschied, mit ihrem Ehegatten sechs Kinder hatte, großen Wert darauf nicht mit ihm alleine zu bleiben und sah ihn nur in Begleitung ihrer Hofdamen und zwar recht selten. Das waren aber meistens Adelige mit großen Häusern, die als Heilige die Josephsehe praktizierten, was wirklich nicht jedem gegeben ist, und sie lebten nicht mit zwei Kindern in einer Drei- oder Vierraumwohnung.

Wahrscheinlich kommt bei den Ehepaaren, welche dennoch „der Kinder wegen“ zusammenwohnen doch regelmässig zum Sex, was sie vielleicht beichten, bevor sie zur Kommunion gehen, obwohl der Vorsatz recht zweifelhaft ist. Ein Beichtvater, der es richtig machen wollte, könnte Menschen, die Unverheiratet sind oder im Ehebruch leben, Sex haben und zusammenwohnen, keine Absolution erteilen, da sie wieder fallen werden. Nach Familiaris consortio 84 darf er aber dies tun, da diese Ehebrecher oder Konkubinarier „der Kinder wegen“ zusammenbleiben und Familiaris consortio diese Lösung erlaubt. Schauen wir uns hier zwei hypothetische Fälle an:

Fall 1:

Zwei Studenten, wohnen zusammen, beide unverheiratet, haben vorehelichen Sex. Lösung des Beichtvaters na dem geltenden Kirchenrecht: während sie zusammenwohnen, keine Absolution, da fehlender Vorsatz.

Fall 2:

Ein geschiedener Mann, ehemals kirchlich verheiratet, nennen wir ihn z.B. Mulff und eine ledige Frau, seine ehemalige Sekräterin, nennen wir sie. z.B. Armina. Angenommen Sie würden sich zu einer katholischen Ehe nach Familiaris Consortio entscheiden:

  • sie wohnen zusammen, „der Kinder wegen“, ein gemeinsames und eins aus der „vorigen Beziehung“,
  • sie geben sich Mühe kein Sex zu haben, haben aber doch welchen,
  • Mulff will zur Kommunion, da er auf seinen katholischen Schützenverein einen katholischen Eindruck machen möchte, damit sie ihn wiederwählen,
  • Armina will auch zur Kommunion, weil sie dann ein schönes Kleid tragen kann,
  • ein katholischer, nachkonziliarer Beichtvater muss diesen Fall, anhand der „Unterscheidung“ ganz anders wägen, als es beim Studentenpärchen der Fall ist,
  • denn Mulff und Armina können sich, „aus wichtigen Gründen“ (FC 84), „der Kinder wegen“ (FC 84) nicht trennen, sie geben sich Mühe, wollen „es“ seltener tun,
  • der nachkonziliare Beichtvater gibt die Absolution „bis zum nächsten Mal“.

Ist diese Lossprechung gültig? Unserer Meinung nach nicht, da der Vorsatz der Besserung fehlte. Ist das eine sakrilegische Beichte? Ja, der dann eine sakrilegischen Kommunion folgt. Wir gehen hier vom Idealfall aus, dass die Menschen ihren Fall beichten, was kaum der Fall ist. Was tut also Amoris Laetitia auf der doktrinellen Ebene? Jawohl, sie legalisiert eine überkommene Praxis. Also jetzt nicht mehr „unter der Hand“, sondern offiziell. Ehebruch wird geduldet, denn es gibt keine Sünde. Die zwei oben genannten Fälle unterscheiden sich nur darin, dass der Fall von Mullf und Armina Ehebruch (adulterium) ist, denn er ist immer noch kirchlich verheiratet und bleibt so bis zum Tod seiner Ehefrau, bei den Studenten ist es Unzucht (fornicatio), weil beide miteinander nicht verheiratet ist. Wessen Sünde ist schlimmer? Die von Mulff und Armina, weil es Ehebruch ist. Weil sie zusammenleben und ein gemeinsames Kind haben, er aber immer noch gebunden ist, verursacht es mehr Sünden als im Falle der Studenten, denn die können sich jederzeit trennen, haben sich gegenüber keine Verpflichtungen, können zwar nicht rein in die sakramentale Ehe eingehen, aber es ist nicht so schlimm. Mulff und Armina geben vor eine „normale“ Ehe zu führen und eine katholische noch dazu, die keine ist: weder Ehe, denn er ist verheiratet, noch katholisch, da in Todsünde.  Dies war der Zustand bis Amoris Laetitia, welche jede Unterscheidung zwischen Ehe und Konkubinat, Ehe und Ehebruch, Ehe und Unzucht aufhob, „aufgrund der pastoralen Unterscheidung“. Aber Amoris Laetitia wurde durch das Konzil und die nachkonziliare Entwicklung vorbereitet.

Es spielt wirklich keine Rolle, ob Armina und Mulff es bequem haben, ob ihr Pfarrer sie segnet und ob alle so leben. Es spielt eine Rolle ob sie in der Hölle landen werden, weil sie objektiv gegen das objektive Gesetz Gottes:

Du sollst nicht ehebrechen!

verstoßen haben. Es spielt auch keine Rolle, ob Franziskus es mit Amoris Laeitita absegnet, denn ein Papst macht das göttliche Gesetz nicht. Und deswegen ist Amoris Laetitia und das jetzige Pontifikat so verheerend, weil es so viele Seelen in die Hölle leitet.

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3 Einträge zu „Die Kirche des Asmodeus oder worum es bei Don Leone geht? (6 von 7) Der Untergang oder Amoris Laetitia als Ziel.

  • Mulff….ist gut!!!! und Armina auch!
    Trotzdem glaube ich, daß die beiden nicht schuld sind an Amoris laetitia.

  • Ein sehr guter Artikel, soweit ich das als Laie beurteilen kann. Über FC 84 habe ich mir selber auch schon meine Gedanken gemacht, die im wesentlichen in die selbe Richtung gingen (nur bei weitem nicht so umfassend und so präzise). Nur war meine weitere Überlegung dann, daß Familiaris Consortio wahrscheinlich eine päpstl. Lehrmeinung ex cathedra darstellt, die nicht kritisiert werden darf. Können Sie vielleicht dazu etwas sagen?

    • Nein, Familiaris Consortio ist ordentliches Lehramt und als solches nicht unfehlbar. Es fehlt ja nicht direkt, sondern öffnet ein Hintertürchen. Ein Papst um ex cathedra zu lehren muss es als solches kenntlich machen.

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