Heilige Katharina von Genua (1447-1510) – die nüchterne Mystikerin des Fegefeuers

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Da der Teufel der Geist der Unordnung ist, so stört er auch die Chronologie, indem er uns an die weltlichen Sorgen binden möchte. Da der Schreiber dieser Zeilen nachweislich sehr große weltliche Nöte hatte und immer noch hat, welche dank der Spenden der Leser ein wenig abgemildert werden, so ist er wirklich nicht dazu gekommen eine Einführung zum Traktat über das Fegefeuer von hl. Katharina von Genua zu schreiben. Wir holen dies hiermit nach, da innerhalb der nächsten spirituellen Mittwoche, im November ausschließlich, in den folgenden Monaten abwechselnd, der Traktat über das Fegefeuer veröffentlicht wird.

Warum ist das Fegefeuer wichtig?

Weil wir fast alle, die wir im Gnadenstand sterben, dort landen werden, um vor der visio beatifica gereinigt zu werden. Machen Sie sich nichts vor: niemand der unrein ist, von den Sündenkonsequenzen verunstaltet oder mit irgendeiner Anhänglichkeit auch an die lässliche Sünde kann den über alles heiligen Gott schauen. Sie würden es nicht ertragen. Es ist so als würden Sie sich dem Sonnenkern mit einer Temperatur 15 Millionen Grad Celsius nähern. Sie würden es natürlich nicht überleben und deswegen wird Sie das Fegefeuer, sozusagen auf die „Betriebstemperatur Gottes“ bringen. Sicherlich gibt es im Himmel auch Hierarchien und Ränge und nicht jeder braucht gleich 15 Millionen Grad zu ertragen, aber die „Betriebstemperatur“ hängt davon ab, welchen Rang Ihnen Gott von der Ewigkeit an zugedacht hat und wie viel Sie dafür während Ihrer Erdenzeit getan haben. Da wir fast alle viel zu wenig für unsere ewige Glückseligkeit tun, da wir immer Besseres zu tun haben (Prozesse, Anwaltskosten, Arbeitssuche, dies und das), so werden wir fast alle das Fegefeuer brauchen. Deswegen ist es gut sich vorher damit bekannt zu machen, damit man sein Erdenleben noch entsprechend ändern und ausrichten kann.

Gibt es denn Menschen, die direkt in den Himmel kommen?

Ja, durchaus, es sind Heilige, die ihr Fegefeuer bereits zu Lebzeiten absolviert haben. Zu diesen Menschen gehörte die hl. Katharina von Genua. Sie hieß mit ihrem „bürgerlichen“ Namen Caterina Fieschi Adorno und gehörte der Aristokratenfamilie der Fieschi in Genua an. Die Fieschi haben der Kirche auch zwei Päpste hervorgebracht:  Innozenz IV (1243-54) und Hadrian V (1276).[1]  Obwohl sie von der frühsten Kindheit an große Frömmigkeit an den Tag legte und im Alter von 13 Jahren in einen Orden eintreten wollte, riet ihr Beichtvater ihr von diesem Schritt ab, indem er mit ihrer großen Jugend argumentierte. Angeblich hat sie diesen Rat ohne Bedauern angenommen und willigte im Alter von 16 Jahren ein eine Ehe mit dem Adligen Giuliano Adorno einzugehen, welche ihre Eltern für sie geplant hatten und welche die Fehde zweier verfeindeter Familien beenden sollte.[2] Ihr Ehemann war die richtige Partie für eine künftige Heilige: er hat getrunken, geschlagen, ist fremdgegangen, hat sie gequält und das gesamte Vermögen verlottert. So war ihre Ehe sowohl kinderlos als auch unglücklich. In den ersten fünf Ehejahren blieb Katharina apathisch ihrem Mann und dem Schicksal ergeben, die nächsten fünf Jahre lang suchte sie nach weltlicher Zerstreuung, welche Traurigkeit, Depression, Acedia zu Folge hatte, sodass sie Gott bat ihren früheren Eifer wiederherzustellen. Gott hat sie erhört, denn sie bekehrte sich genau am 22 März 1473 während einer Beichte, wobei, wie sie selbst berichtet, das göttliche Licht ihre Seele dermaßen durchdrungen habe, dass sie sich sowohl der Liebe Gottes als auch ihrer Sündhaftigkeit bewusst wurde. Diese Offenbarung war so stark, dass sie für einen Moment das Bewusstsein verlor und eine Ekstase erlebte, wonach sie die Kirche sogleich verließ ohne ihre Beichte beendet zu haben. Seit diesem Augenblick verweilte sie im Gebet und pflegte strenge Abtötung und Buße.[3] Die Spiritualität der hl. Katharina von Genua wollen wir woanders untersuchen. An dieser Stelle soll nur kurz auf ihr Leben eingegangen werden. Da ihr Mann die Familie ruiniert hatte, verbrachte die hl. Katharina ihre letzten Lebensjahre in einem Spital und Armenhaus, wo sie die Bedürftigen und Kranken pflegte. Ihr Ehemann bekehrte sich und wurde ein Franziskanerterziar, sie selbst trat aber keinem Orden bei. Sie starb im Jahre 1510 und ihrem langsamen Tod gingen sowohl große Leiden als auch Visionen voraus. Sie wurde im Jahre 1675 selig und im Jahre 1737 heiliggesprochen. Die Kardinäle und Theologen, die ihr Traktat über das Fegefeuer prüften, meinten, dass diese Schrift allein ihre Heiligkeit beweist, denn so kann ein irdischer Mensch nicht schreiben. So meinte Kardinal Lorenzo Azzolini (1583-1633), einer der Berater der Heiligsprechungskongregation, die den Seligsprechungsprozess vorbereitete, dass

„die Lehre, welche in den Schriften der Autorin [hl. Katharina von Genua] vorliegt, augenscheinlich dem Heiligen Geist unterworfen wurden […] und mangels anderer Beweise genügen würde unbestritten ihre Heiligkeit festzustellen“.[1]

Eine hohe Meinung vom Traktat vom Fegefeuer hatten auch Hardouin de Péréfixe (1606-1671), der Erzbischof von Paris, der dieses Buch in seiner Schrift: De la Piété des chrétiens envers les morts empfiehlt, sowie Franz von Sales (1567-1622), der diesen Traktat den Protestaten als Lektüre empfahl. Der Traktat von Hl. Katharina von Genua ist tröpfchenweise, wie ein guter Cognac, sich einzuverleiben und wer es nicht abwarten kann, kann ihn hier als Ganzes, samt theologischer Erklärung, downloaden.  Wir wollen alle 21 Kapitel, von denen manche sehr kurz sind präsentierten und, falls es uns möglich sein wird, auch das eine oder das andere theologisch kommentieren.

[1] http://www.catholic.org/encyclopedia/view.php?id=2675

[2] https://en.wikipedia.org/wiki/Catherine_of_Genoa#cite_note-1

[3] http://images.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.traditioninaction.org%2FSOD%2FSODimages6%2F270_Cath.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.traditioninaction.org%2FSOD%2Fj270sd_Genoa_3-22.html&h=408&w=300&tbnid=bUeoTcBWYFBkDM%3A&docid=GG8z00XW_oGR6M&ei=gMr0V9bZNsWPsAGUjZiQBA&tbm=isch&client=firefox-b&iact=rc&uact=3&dur=5574&page=0&start=0&ndsp=32&ved=0ahUKEwjWmdW3r8PPAhXFBywKHZQGBkIQMwgmKAgwCA&bih=731&biw=1344

[1] Nach http://www.ultramontes.pl/traktat_o_czysccu.pdf

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2 Einträge zu „Heilige Katharina von Genua (1447-1510) – die nüchterne Mystikerin des Fegefeuers

  • Grüß Gott!

    Was mich interessieren würde: Kann eine Armee Seele (lange Zeit) einerseits an einem irdischen Ort gebunden sein, wo sie sich evtl. bemerkbar macht, und sich gleichsam im Pugatorium befinden?

    Was die (vorübergehende) Bindung von Seelen Verstorbener an bestimmten Orten der Erde betrifft, sind mir mehrere Fälle bekannt, von denen ich nur zwei nennen möchte:

    1.) Nach dem Tod meiner Großmutter väterlicherseits begann es im neuen Haus meiner Eltern zu spuken an, wobei dieser Spuk nur gegenüber meiner Mutter geschehen war. Meine Mutter hörte einmal die Stimme der Großmutter, die ihr etwas nettes sagte. Und immer wieder erkannte sie sie an ihren Schritten im Haus. Sie bekam Angst vor meiner verstorbenen Großmutter, weil sie sich nie verstanden hatten; sie waren sich sogar feindlich, weshalb meine Mutter meinte, sie wolle ihr nun alles heimzahlen und sie deshalb erschrecken. Meine Analyse war, dass sich meine Großmutter im Fegefeuer befindet und die Versöhnung mit meiner Mutter anstrebte. Der „Spuk“ hörte ja auch dann auf, als meine Mutter für meine Großmutter in der Kirche eine Kerze anzündete!

    2.) Im Schloss Gamberg gab es in den vergangenen Jahrhunderten Erscheinungen eines dort ermordeten Bischofs und zweier Ordensfrauen, die mit ihm ermordet wurden. Der letzte Vorfall ereignete sich vor einigen Jahren dort im Schloss: die Schlosseigentümerin und ihr kleiner Sohn waren schwer erkrankt. Beide hatten hohes Fiber. Beide legten sich zum Schlafen ins Bett, während der Vater zur Nachtapotheke fuhr. Plötzlich rief der Junge von seinem Zimmer aus die Mutter um Hilfe, weil das Fieber gestiegen war. Die Mutter, durch ihr hohes Fieber äußerst geschwächt, schaffte es aufgrund ihrer Schwäche nicht, ihrem Sohn zur Hilfe zu kommen. Als sie sich übers Bett strampelte sah die Mutter den Bischof mit den zwei Ordensschwestern vor sich. Erschreckt fragte sie, was sie wollten. Der Bischof antwortete ihr: „Wir wollen euch helfen!“ Der Bischof berührte ihren Kopf und sie befand sich im gleichen Moment gestärkt im Zimmer ihres Sohnes und konnte ihm helfen!
    Da sich der Bischof und die beiden Ordensfrauen noch immer, nach Jahrhunderten, im Schloss befinden, sind sie dann gleichzeitig im Fegefeuer?

    Worauf ich hinaus will:

    Wenn Seelen Verstorbener sich nach ihrem Tod ständig an irdischen Orten aufhalten und sich evtl. auch zu erkennen geben, etwa durch Spuk, und sie sich letztlich als harmlos oder freundlich erweisen, aber gleichzeitig nicht im Fegefeuer sind, müssten wir dann nicht auch für diese ortsgebundenen/-gefangenen Seelen beten? Ist ihr „Spuk“ nur ein bewusster oder unbewusster Hilferuf und so eine Art „Fegefeuer“, aber nicht >das< Fegefeuer?

    Irritieren tun mich Seelen Verstorbener, die mit einem christlichen Leben nichts zu tun hatten und praktisch in Todsünde starben, aber nach ihrem Tod ebenso an bestimmte Orte gebunden sind. So ist mir folgender Fall aus Deutschland bekannt, bei dem die Verstorbene im irdischen Leben Aberglauben praktizierte, der schon Richtung Satanismus ging, und sich beim Einzug ihres Neffen in das Haus ständig bemerkbar machte und sich auch zeigte. Erst als seine Freundin, mit der er als nichtpraktizierender Christ (ganz weltlich denkend) dort zusammenlebte (und daher wohl auch vorehelichen Sex mit ihr praktizierte), infolge der Vorfälle auszog und mit ihm Schluss machte, hörte jeglicher Spuk auf. Kaum zu glauben, dass eine antichristliche Person nach ihrem Tod auf diese Weise einfach eine widergöttliche Beziehung beenden wollte!
    Ein anderer Fall: In den 1920er Jahren hat ein Mann zwei Männer beim Pokern erschossen, weil er meinte, betrogen worden zu sein. Nachdem er Beide im Haus eines der Beiden ermordet hatte, hörte er im Zimmer darüber, dass dort noch jemand ist, weshalb er nach oben ging und dort ein Mädchen von etwa 9 Jahren fand und sie auch erschoss. In den 2010er Jahren ist dort eine Familie eingezogen, und sogleich ging der Spuk los. Ein Christ, der dort im Haus war, sah dann den Mörder und das Mädchen, betete für die Beiden und und Beide lösten sich vor seinen Augen auf und zu irgendwelchen Vorfällen im Haus kam es nicht mehr! Interessant war, dass der Mörder noch während des Gebets, das der Christ für ihn verrichtete, aufgrund von Reue weinte.
    Kurz: Befinden sich solche ortsgebundenen Seelen, die in Todsünde starben, nicht in der Hölle?

    Ich beschäftige mich mit dieser Thematik, um Betroffenen zu helfen – und evtl. auchden an irdischen Orten gefangenen Seelen!

    Gottes Segen

    • @ Stjepan

      Es bestehen zwei Möglichkeiten:
      a. die Seele ist im Fegefeuert und Gott lässt zu, dass sie auf diese Art und Weise um gebet bittet
      b. die Seele ist in der Hölle und die Dämonen gaukeln etwas vor.

      Was hilft?

      ad b. Beten, Messe lesen lassen, mehrere Messen lesen lassen. Manchmal meldet sich die Seele wieder ab, meistens im Traum.

      ab b. Hat man es mit Infestationen, also dämonischen Aktivitäten am Ort zu tun (Licht geht an und aus, man hört geräusche, Uhren werden umgestellt, es klingelt und keiner ist da etc.), dann kann es

      i) mit der Person verbunden sein, sie wir angefochten
      ii) mit dem Ort und dem, was dort passiert ist verbunden sein.

      ad ii) Das Haus segnen lassen, eine Messe im Haus lesen lassen, Exorzismus des Ortes durchführen lassen.

      Meiner Ansicht nach ist 90% dieser Aktivitäten dämonischen Ursprungs, insbesondere, wenn diese Ereignisse boshaft, unsinnig, irgendwie scherzhaft oder sehr hartnäckig sind.

      Eine wahre geschichte aus letzte Woche. Eine Leserin, einen Tag bevor sie jemanden zum Exorzisten fuhr erlebte folgendes:
      – es klopfte
      – es klingelte an der Tür und niemand war da
      – sie hatte das Gefühl, dass jemand anwesend ist,
      – ihre Uhr wurde um eine Stunde zurückgestellt.

      Würde Gott solche Sachen tun? Nein, der böse Feind schon, um zu zeigen, dass er auch das ist und was er kann. Nach dem Exorzismus hörte es auf. Es kommt also wirklich vor.

      Kurzer Ratschlag für alle:
      – Im Gnadenstand leben.
      – Wohnung segnen lassen, auf Lateinisch nach dem Rituale romanum
      – Gesegnete Kruzifixe und St. Benedikt Medaillen in der Wohnung aufhängen
      – In der Wohnung viel beten

      Dann kommen sie nicht. Sie sind nicht dumm. Und falls Gott es zulässt, dann sind Sie vorbereitet.

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