Kirche gegen Anti-Kirche oder Hilary hat recht 

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Wir stellen hier in der kongenialen Übersetzung von Eugenia Roth einen Aufsatz von Hilary White vor, der so viel Tiefgang und Impact, wie man neudeutsch sagt, hat, dass er sicherlich an Wirkung ihrem Aufsatz Raus aus dem Kaninchenloch nicht nachsteht. Dieses Essay zeigt auch, wie gut die Schreibpause Hilary getan hat. Hilary bringt etwas auf den Punkt, was wenige spüren und ganz wenige verbalisieren können. Und zwar, dass in einer von Anarchie besetzten zerbröckelten Welt eine heile, konservative Kirche nur eine Fassade ist, die Bergoglio nach und nach mit der Abrissbirne abbaut. Dies wird ihr modernistischer Pfarrer um die Ecke mit der bürstenschnittigen Pastoralassistentin Ihnen auch bestätigen, es dennoch ein wenig anders formulieren. Er sagt:

Eine moderne Kirche hat sich der modernen Welt anzupassen!

Die Grundprämisse ist hier aber ganz falsch, denn die Kirche hat sich an gar nichts anzupassen, da sie, wie Christus und seine Jünger, nicht von dieser Welt ist (Joh 17,16; 15,19).

Sie soll die Transzendenz des außerweltlichen und überweltlichen, des über alles heiligen Gottes, in der Welt vergegenwärtigen und die Welt wird sie dafür hassen und verfolgen. Ja, Zeugnis geben und verfolgt werden – das ist ihr Job!

Es begann aber nicht mit dem Konzil, es begann mit der Französischen Revolution als die Kirchenmänner und Theologen, die gerne an der Macht sein wollten, begannen sich einem unchristlichen, denn von der Herkunft her freimaurerischen politischen System der Republik und der Demokratie anzupassen.

Und was ist so schlimm an diesem System?

Dass es keine absoluten Wahrheit gibt und das diese, je nach Mehrheitszusammensetzung neubestimmt wird, dadurch, „dass man miteinander im Gespräch bleibt“, wie es die Immer-Noch-Oder-Doch-Nicht-Mehr-Ex Kanzlerin Angela Merkel es ausdrücken würde, dabei die berühmte (Freimaurer-) Merkel-Raute machend. Es war der Konzilsperitus Ratzinger, der sagte:

Das Konzil wird das 1789 [das Jahr der Französischen Revolution Red.] der Kirche werden!

Wenn sich die Kirche aber der Welt anpasst und einmal A sagt, dann kann sie nie und nimmer mehr „Nein“ sagen, siehe Homo-Ehe, Gender, Euthanasie etc. Sie verliert nicht nur ihre Identität der Anti-Welt, der Anti-Gesellschaft, sondern auch ihre Botschaft Gott sichtbar zu machen. Das Problem, welches Hilary White klar macht, besteht darin, dass durch die konziliare, nachkonziliare und irenistische Dialogtheologie man überhaupt kein „Konservativer“ werden kann, d.h. ein Katholik, der an den nicht verhandelbaren katholischen Werten hält, weil es keine nicht verhandelbare Werte mehr gibt. Kardinal Müller macht es uns vor, indem er sagt, dass die eigentliche Bedrohung die traditionalistischen Blogger (Ob er uns wohl liest?) darstellen. Müller ist das, was der Amerikaner an empty suit (leerer Anzug) nennt, weil er keine Ansichten hat und sich selbst deswegen als „papsttreu“ bezeichnet, weil er an der Macht hängt, die ihm ein papaler Positivismus sichert sichert (Hat auch nicht geklappt!). Weil die Kirche seit Vat. II insbesondere mit Gaudium et Spes ein Gleichheitszeichen zwischen sich und die Welt gesetzt hat, lesen Sie es doch selbst:

Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände.

Ist doch ihre eigene Gemeinschaft aus Menschen gebildet, die, in Christus geeint, vom Heiligen Geist auf ihrer Pilgerschaft zum Reich des Vaters geleitet werden und eine Heilsbotschaft empfangen haben, die allen auszurichten ist.

Darum erfährt diese Gemeinschaft sich mit der Menschheit und ihrer Geschichte wirklich engstens verbunden. (Gaudium et Spes 1)

deswegen fand Hilary es verwunderlich in der joannisch-paulinisch-benediktinischen Restauration etwas anderes vorfinden zu wollen als in der Restwelt der Fall ist. Ja, unter Paul VI., JPII und Benedikt gab es noch eine Fassade, die jetzt eingerissen wird. Vielleicht gab es die schon vorher? Ein kirchliches Gebäude ohne ein geistliches Leben, denn all diese Konzilsideen sind doch irgendwo ausgedacht, verabschiedet und freudig umgesetzt worden. Die katholische Lehre wurde aufgegeben (Ist nicht so wichtig, Hauptsache man ist ein guter Mensch!), als Feigenblatt blieb der Lebensschutz (Du sollst nicht abtreiben!) übrig, anderes war weniger schlimm, unter Benedikt gab es noch einen kleinen ästhetischen Aufschwung und viel Hoffnung, die mit Summorum Pontificum verbunden war und dann kam die Bergoglio – Godzilla. Der Schreiber dieser Zeilen hat vor diesem Eintrag die vernachlässigte Gegend seiner Wohnung gesäubert, welche er „das da hinter dem Herd“ nennt und welche ihm leider kein gutes monastisches oder eremitisches Zeugnis ausstellt, weswegen er sich freut, dass die Tierwelt seiner Gegend bislang von dieser Opulenz an eingetrockneten Lebensmittelresten nichts mitbekommen hat. Und er dachte sich:

Ja, so sah es auch die letzten 50 Jahre hinter der Fassade der Kirche aus. Man hätte es nicht für möglich gehalten.

Jetzt gibt es keine Fassade mehr und der menschliche Dreck wird sichtbar. Der Schreiber dieser Zeilen fühlt sich seit vielen Jahren:

  1. um die katholische Wahrheit,
  2. um die katholische Liturgie,
  3. um die katholische Spiritualität

von den Kirchenmännern betrogen, denn er hat wirklich fast sein ganzes Leben danach gesucht und getrachtet und wusste lange nicht, warum die Rechnung nicht aufging. Denn er bekam folgendes zu hören:

ad a. Man muss es anders und modern ausdrücken.

Ad b. Man muss anders und nahe der „Lebenswirklichkeit“ der Menschen „feiern“.

Ad c. Das ist eine Wellness, wie vieles andere auch.

Die Wahrheit ist aber, dass diejenigen, die ihn so anwiesen:

  1. die katholischen Dogmen nicht anerkannten,
  2. nicht an die Wirkung der Liturgie und der Sakramente glaubten,
  3. kein spirituelles Leben führten, sondern in Sünde lebten.

Sie haben also durch a. bis c. ihre eigene Lebensweise gerechtfertigt, indem sie uns seit Vat. II ein X für ein U verdeckt vormachten und Bergoglio macht es durch Amoris Laetitia ganz offen. Nein, wir haben keine „konservativen, guten“ Bischöfe. Weder Johannes Paul II noch Benedikt waren konservativ. Sie hielten nur die Fassade aufrecht und wir wissen nur nicht, wie viel sie wirklich davon wussten, was im Hintergrund geschah. Benedikt wusste es und gab auf. Unsere Päpste (seit Pius XII), Kardinäle und Bischöfe reden nicht wie Boomer, wie es Hilary nennt, sie reden wie Weltleute, weil sie Weltleute sind. Es gibt keinen quasi ontologischen Unterschied zwischen ihnen und der Welt. Lesen Sie sich doch einmal eine päpstliche Enzyklika aus dem XIX Jahrhundert durch. Wie kurz, präzise, klug und heilig, wie fundiert. Ja, die Kirche hatte etwas zu sagen als sie die Anti-Welt war, an der sich die weltliche Welt sozusagen ausrichten konnte. Diese Tendenz zur Verweltlichung fing sicherlich mit Paul VI. an und führte dazu, dass Bergoglio eine Blasphemie nach der anderen ausspuckt, an einem „guten“ Tag auch zwei. Sein Freund und Sprachrohr ist der Atheist und Kommunist Scalfari. Aber diese Tendenz war doch auch bei Paul VI. (Gespräche mit Jean Guitton), Johannes Paul II. (Gespräche mit Andre Frossard) und Benedikt XVI. (Gespräche mit Peter Seewald) vorhanden. Diese permanenten, narzisstischen Interview-Bücher. Wozu denn? Es sind doch Päpste. Sie sollen als Päpste das ordentliche Lehramt verkünden und nicht als quasi Privatpersonen seitenweise Interviews geben. Ja, Bergoglio ist wirklich der Höhepunkt des nachkonziliaren Niedergangs und die Neukonservativen (Generation JP2) verstehen die Welt nicht mehr, wo denn die guten, konservativen Bischöfe auf einmal geblieben sind. Es gibt keine! Es hat wohl niemals welche seit Vat.II gegeben, sonst wären sie kein Bischof geworden. Der ganze Bischofskader wurde ja durch den Beschluss der Emeritierung mit 75 seit Paul VI. ausgetauscht.

Ja, die Anti-Kirche fing nicht erst unter Bergoglio an. Sie wird erst jetzt deutlich sichtbar, wie ein Geschwür, das lange subkutan wucherte. Das Schisma begann schon lange vorher und man wollte diesen Riss lange übertünchen. Die Spaltung besteht zwischen Katholizismus und Modernismus, dem Sammelbecken aller Häresien und das Problem besteht darin, dass man denselben Wortschatz benutzt, aber was anderes damit meint.

Wenn Katholik „Gott“ sagt, dann meint er

  • das transzendente, höchste und vollkommenste Wesen, welches die Realität an sich ist und objektiv außerhalb des Bewusstseins des Subjekts existiert.

Wenn ein Modernist „Gott“ sagt,  dann meint er, vom jeweiligen Modernisten abhängig,

  • ein subjektives Gott-Gefühl (Schleiermacher, Wojtyla), das jeder Mensch irgendwo spürt;
  • eine pantheistische Wirklichkeit, in der wir auch Gott sind (Buddhismus),
  • das, was jeder dafür hält.

Sie können diese Übung für alle theologischen Termini durchexerzieren und es ist so als würde man beim Rechnen nicht mit 2 qua 2 operieren, sondern mal ist 2 2,489, mal 0,6547, mal wieder 7899, 6554 – je nach Bedarf. Sie sehen zwar eine Zwei auf dem Blatt, aber betrachten Sie die Rechenwege, so kann es unmöglich eine Zwei sein. Deswegen sagt auch der papsttreue Jesuit, dass in Theologie 2 und 2 eine 5 ergeben können. Für ihn ist es kein Problem. Ja, wir haben eine Kirche und eine Anti-Kirche, eine Logik und eine hegelianische Anti-Logik.

Und was ist die Lösung? Lernen Sie die wahre katholische Lehre kennen, weihen Sie Ihre Andachtsgegenstände, beten Sie den Rosenkranz, gehen Sie zur Alten Messe, beichten Sie oft und halten Sie sich in einer guten geistlichen Verfassung. Es spielt wirklich keine Rolle, wie verrückt die Welt da draußen ist, wenn Sie selbst ihre Ordnung und ihren Frieden haben. Die Dämonen werden Sie fliehen und das ist doch die Hauptsache. Amen.

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