Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 7. Nach dem Breviergebet.

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Diarium aspirationum – Tagebuch der Stoßgebete

Nach dem Breviergebet

Da nach dem Breviergebet vor dem Breviergebet ist, so musss eine jede Gebetseinheit mit einem Abschlussgebet gleichsam umrandet werden.

Ist es nicht zu viel ein Gebet noch mit einem anderen Gebet abzuschließen?

Nein, wenn man die katholische Gnadenlehre betrachtet. Da Gott übernatürlich ist, brauchen wir seine Hilfe, d.h. Gnade, um Taten zu erfüllen, die vor Ihm verdienstvoll sein werden (acta meritoria) und unseren Platz im Fegefeuer und im Himmel bestimmen. Wenn also ein in Todsünde lebender Priester sein Brevier betet, so passiert im übernatürlichen Rahmen nichts und er kann sich nichts durch dieses Gebet bei Gott „verdienen“, weil ihm diese, nach außen hin, gute Tat und ein Werk der Frömmigkeit nicht angerechten wird, weil er in Todsünde lebt und sich damit von Gott losgesagt hat. Dies gilt natürlich auch für Ehebrecher im deutschsprachigen Raum „wiederverheiratete Geschiedene“. Todsünde ist Todsünde, gleich was Amoris Laetitia sagt. Wir brauchen also die Hilfe Gottes, um überhaupt gut sein zu können und Ihm zu gefallen. Deswegen betet man um Gottes Hilfe vor dem Gebet und nach den Gebet. Warum? Damit wir am Gnadenleben Gottes Anteil haben können und diese Anteilnahme können wir uns nicht selbst verdienen. Das muss von Gott kommen und kommt auch. Sie brauchen also, physikalisch gesprochen, eine Intialzündung, um ihre eigene, die kinetische Energie sozusagen, zu starten. Aber je mehr Sie sich bemühen Gott näher zu kommen, desto mehr Gnade gibt er Ihnen, was schon die hl. Katharina von Genua (siehe das „Sparsamkeitsprinzip“) schrieb, wenn Sie Gott darum bitten. Das unten angefügte Gebet, wie fast alle vorkonziliaren Gebete stellt eines richtig. Sie sind kein „Partner Gottes“, Sie sind nicht auf Augenhöhe mit Gott und Sie pflegen mit Gott keinen „Dialog“. Gott ist Gott uns Sie sind ein armes Geschöpf, dessen Pflicht, vom Grundsatz der Gerechtigkeit kommend, es ist Gott anzubeten als Geschöpf den Schöpfer. Da Gott die Vollkommenheit selbst ist und die Heiligkeit selbst, deswegen müssen Sie Gott bitten, dass er überhaupt Ihr unwürdiges Gebet annimmt. Priester und Ordensleute beten ja hauptberuflich. Es ist ihre Pflicht und ihre Aufgabe, es ist etwas, was sie ohnehin tun müssen, denn kein Breviergebet zu verrichten, wenn man nicht wirklich durch Krankheit etc. verhindert ist, ist für einen Geistlichen eine schwere Sünde. Aber auch dieses Tageswerk, das man ohnehin verrichtet, kann man schön verpacken, indem man vorher und nachher um die Annahme des Officiums betet. Das nachkonziliare Brevier ist wirklich dermaßen kurz, dass dazu noch Zeit sein wird.

Post divinum officium
Gratias tibi ago, Domine Deus, quod meas indignas orationes audire dignatus sis et de manu mea laudum tuarum sacrificium suscipere.
Nach dem divinum officium

Ich danke Dir, Herr Gott, dass Du Dich gewürdigst hast meine unwürdigen Gebete zu erhören und aus meiner Hand das Opfer Deines Lobes zu empfangen.

 

Ein Eintrag zu „Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 7. Nach dem Breviergebet.

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