Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Oktavtag vom Fest der Geburt des Herren

 

Evangelium des Sonntags vom Oktavtag  der Geburt des Herrn

(oder am 1. Januar)

(Evangelium Luk. II, 21) In jener Zeit, als die acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten wurde, ward Ihm der Name Jesus gegeben, wie Ihn der Engel genannt hatte, noch ehe Er im Mutterschoß empfangen war.

Predigtext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Ambrosius. Es wird also am Kinde die Beschneidung vorgenommen. Wer ist denn jenes Kind anders als das, von dem gesagt ist: „Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt?“ Er hat sich unter das Gesetz des Alten Bundes gestellt, um denjenigen, die unter dem Alten Bunde waren, Segen zu bringen. „Um ihn dem Herrn darzustellen.“ Was das heißt: in Jerusalem dem Herrn dargestellt werden, würde ich erklären, wenn ich es nicht in den Anmerkungen zu Isaias früher erklärt hätte. Derjenige nämlich, der in bezug auf die Laster beschnitten ist, der wird als würdig erachtet, vor das Auge des Herrn zu kommen; denn „der Gnadenblick des Herrn ruht auf den Gottestreuen“. Man sieht, wie die ganze Reihe der Verordnungen der alten Zeit ein Bild der Zukunft war; denn auch die Beschneidung ist ein Bild der Reinigung von den Sünden.

Kirchengebet

O Gott, Du hast durch die fruchtbare Jungfraunschaft Mariens dem Menschengeschlechte die Güte des ewigen Heiles geschenkt; nun bitten wir Dich: laß uns die Fürsprache jener erfahren, durch die wir den Urheber des Lebens empfangen durften, unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt.

(Dieses Gebet kann am Neujahr’s Morgen gebraucht werden.)

Gieb mir, o Gott! daß ich das, was Dir wohlgefällig ist, innig verlange, klug erforsche, wahrhaft erkenne und vollkommen erfülle zum Lobe deines heiligen Namens! Ordne meinen Stand und verleihe, daß ich stets wisse, was ich nach deinem Willen thun solle! Gieb mir, o Herr mein Gott! daß ich nicht falle, weder im Glück noch im Unglück; lehre mich verachten das Vergängliche, allein schätzen das Ueberirdische und Dich, o Gott! über Alles. Mache, daß ich gehorsame ohne Widerrede und befehle ohne Stolz! Gib mir ein wachsames Herz, welches durch keine neugierigen Ausschweifungen zerstreut, ein edles und großes Herz, welches durch keine unreine Absicht von Dir abgewendet werde; ein unerschrockenes Herz, welches keine Drangsal erschüttern könne; ein freies und unüberwindliches Herz, welches über alle Leidenschaften siege! Verleihe mir, o Herr! den Verstand, der Dich erkenne; den Fleiß, der Dich suche; die Weisheit, die Dich finde; den Wandel, der Dir gefalle: die Beharrlichkeit, die Dich standhaft erwarte; und die Hoffnung, die Dich am Ende umfasse, daß ich auch deine Freude einst in der Glorie des himmlischen Vaterlandes gemessen könne, durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn! Amen.

 

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Ein Eintrag zu „Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Oktavtag vom Fest der Geburt des Herren

  • „Gib mir ein wachsames Herz, welches durch keine neugierigen Ausschweifungen zerstreut, ein edles und großes Herz, welches durch keine unreine Absicht von Dir abgewendet werde; ein unerschrockenes Herz, welches keine Drangsal erschüttern könne; ein freies und unüberwindliches Herz, welches über alle Leidenschaften siege!“
    Möge der Geist über das Fleisch triumphieren dann sind wir unbesiegbar. Heute ist der Tag der Mutter Gottes. Ich finde das Jahr fängt gut an.
    Per Mariam ad Christum.

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