Correctio filialis Nachtrag 1: Modernismus

Was ist der Hintergrund von Amoris Laetitia? Eine Häresie, natürlich. Welche denn? Die des Modernismus, welche diejenige Häresie darstellt, die im 20 Jhdt. vor dem Vat. II am häufigsten verurteilt wurde. So ist der Thematik des Modernismus mindestens 20% des Denzingers gewidmet, Modernismus, der im Dekret des Hl. Offizium Lamentabili (1907) (DH 3401-3466) und in der Enzyklika von Pius X. Pascendi (1907) (DH 3475-3500) ausdrücklich verurteilt wurde. Obwohl diese beiden Lehrschreiben sich ausdrücklich mit Modernismus befassen, so ist kaum ein magisterialer Akt nach 1907 vorhanden, der nicht auf die eine oder andere Art und Weise zu Modernismus Bezug nimmt. Eine zusammenfassende Verurteilung ist in der Enzyklika Humani generis (1950) vom Pius XII. (DH 3875-3899) vorhanden. Was ist aber der Modernismus wirklich? Es ist der Versuch die katholische Lehre so umzuändern, dass sie dem modernen Geist entspricht. Ist es nicht das, was das Konzil wollte? Praktisch ja, theoretisch nein. Es wollte angeblich nur die unveränderlichen Wahrheiten in einer modernen Sprache verkünden, was die unveränderlichen Wahrheiten so in Mitleidenschaft zog, das sie gleich mit verändert wurden. Eines der schockierendsten Erlebnisse im Leben des Schreibers dieser Zeilen war die Lektüre der Verurteilungen des 19 Jhdt. zusammen mit der Einsicht, dass all das, was verurteilt wurde, jetzt als richtig, wenigstens in der akademischen Welt, gelehrt wird. So werden also unsere Priester ausgebildet, damit sie ja nicht daran glauben, was sie vorgeben zu glauben. Der Modernismus hat das nachkonziliare Lehramt auch unterspült, aber erst durch Amoris Laetitia ist er zum Ausbruch gekommen. Da die Lüge keine Kraft hat und niemanden überzeugt, deswegen sieht der Zustand unserer Kirche, unserer Gemeinden und unserer Geistlichen so aus, wie er aussieht. Eine Kostprobe gefällig. Hier ein verurteilter Satz aus dem Lamentabili (1907):

41. Die Sakramente bezwecken lediglich, die stets wohltuende Gegenwart des Schöpfers ins Gedächtnis des Menschen zurückzurufen. (DH 3441)

Ist es nicht das, was Sie jetzt in der Kirche hören und was die Tischmütter den Firmlingen erzählen? Natürlich ist es das.

Was sind die drei Säulen des Modernismus? Es sind:

  1. Die Leugnung der objektiven Wirklichkeit Gottes.
  2. Die Leugnung der Offenbarung Gottes und ihrer Unveränderlichkeit.
  3. Die Leugnung der Dogmen, der Sakramente, der Kirche und ihrer göttlichen Verfassung.

ad 1.

Der Modernismus geht nicht von der Realität Gottes außerhalb des Menschen aus, sondern er sieht Gott als „einen frommen Wunsch“, „ein Gefühl“, „Postulat der praktischen Vernunft“, „eine eingeborene Fähigkeit im Menschen“ an. Es „gottet“ also überall, weil wir so gebaut sind, weil wir dieselbe Sehnsucht in uns tragen, weil Gott eine schöne Vorstellung ist, etc.. An was wir aber glauben, ist schnuppe, sei es Christus, Allah, Buddha, Krischna etc., denn diese Unterschiede sind kulturell bedingt. Gott ist ein Placebo-Effekt für Leute, die es brauchen und bereit sind für diese Wunschvorstellung Kirchensteuer zu zahlen oder dort, wo es diese nicht gibt, einen Priester, pardon, Showmaster, zu auszuhalten, der ihnen diese Vorstellung in der wöchentlichen Show, auch Novus Ordo Messe genannt, vermittelt.

ad 2.

Weil es keinen objektiv und real existierenden Gott gibt, so kann er sich selbst nicht geoffenbart haben. Die Offenbarung machten sich die Menschen selbst, indem sie irgendetwas schrieben, das sie vorher ausdachten, um die schöne Vorstellung, die sie „Gott“ nannten, irgendwie zu begründen. Weil alles ausgedacht wurde, so kann sich auch alles „kulturell bedingt“ ändern.

ad 3.

Weil es keine Offenbarung und keine Gebote des nichtsexisiterenden Gottes gibt, so gibt es natürlich keine unveränderlichen Dogmen, sondern sie wurden „damals, für die damalige Zeit so konstruiert, damit diese dummen, zurückgebliebenen Menschen, die nichts Besseres zu tun hatten, irgendwas mit sich selbst anfangen konnten“. Sakramente sind Brimborium, damit die Kleriker, die dafür bezahlt werden, irgendein Hokus-Pokus  veranstalten können und die Familienfeier wie Taufe, Heirat, Begräbnis schöner sind. Sakramente wirken manchmal bei denen, die daran glauben als Placebo-Effekt oder ihre Wirkung ist zufällig, ohne dass da ein Zusammenhang besteht. Die Veränderlichkeit gilt natürlich auch für die Kirche, die keine Gott gegebene Verfassung hat, sondern nach Belieben verändert werden kann, weil es nur ein soziales Konstrukt ist.

Die Punkte 1. bis 3. werden mindestens seit 1965 auf den katholischen Fakultäten unterrichtet, obwohl sie weniger direkt formuliert werden. Das erste, was ein Theologe lernt, ist seine eigene Sprache zu verschleiern, um so zu reden, dass seine Aussage nach allen Seiten hin offen bleibt. Ein gutes Beispiel dafür ist der Privatdozent der katholischen Fakultät an der Uni Bonn, Klaus Obenauer, der aus unerklärlichen Gründen als die „konservative Stimme“ bei katholisches.info veröffentlicht wird. Versuchen Sie bitte diesen Text (a) zu Ende zu lesen und (b) zu sagen, was der Autor meint. Für Menschen, die (a) überhaupt schaffen, sollte ein Preis gestiftet werden, (b) ist hingegen nicht möglich, weil der Autor es selbst nicht weiß. Und das ist auch eine der Auswirkungen des Modernismus, dass diejenigen, die sogar etwas Katholisches sagen wollen, es nicht mehr können, weil sie in dieser verklausulierten Sprachen, deren sie sich seit Jahrzehnten bedienen, untergehen, denn die Form wurde zur Materie.

Die unten angeführte Erklärung der Correctio filialis betrifft nur den zweiten Punkt des Modernismus, dh. die Leugnung der Offenbarung, was konsequenterweise dazu führt, dass die Worte Gottes:

„Du sollst nicht ehebrechen!“

und die Worte Christi:

„Wer und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch“ (Mt 5, 32).

für nicht mehr relevant gehalten werden, denn seit Amoris Laetitia machen wir uns unserere Religion selbst. Wem die unten ausgeführte Erklärung zu lang und zu kopflastig ist, denn sie ist sehr substantiell, kann hier zu lesen aufhören.

 

Erklärung

Um unsere Correctio zu erklären und eine Verteidigung gegen die Ausbreitung der Irrtümer zu verfassen, möchten wir die Aufmerksamkeit auf zwei generelle Quellen des Irrtums lenken, die uns Vehikel der Häresien scheinen, die wir angeführt haben. Wir sprechen vor allem von einem falschen Verständnis der göttlichen Offenbarung, die generell mit dem Namen Modernismus bezeichnet wird, aber auch von den Lehren Martin Luthers.

  1. Das Problem des Modernismus

Das katholische Verständnis der göttlichen Offenbarung wird von zeitgenössischen Theologen häufig geleugnet und diese Leugnung hat bezüglich der Natur der göttlichen Offenbarung und des Glaubens zu einer grassierenden Verwirrung unter den Katholiken geführt. Um jedes Missverständnis zu vermeiden, das aufgrund dieser Verwirrung entstehen könnte, und um zu rechtfertigen, was wir bezüglich der Verbreitung von Häresien in der Kirche behaupten, werden wir das katholische Verständnis der göttlichen Offenbarung und des Glaubens, das wir diesem Dokument zugrunde gelegt haben, beschreiben.

Diese Beschreibung ist auch notwendig, um auf die Stellen in Amoris laetitia zu antworten, in denen gesagt wird, dass man den Lehren Christi und des kirchlichen Lehramtes zu folgen habe. Diese Stellen sind folgende:

„Selbstverständlich ist in der Kirche eine Einheit der Lehre und der Praxis notwendig“ (AL, 3). „In Treue zur Lehre Christi betrachten wir die Wirklichkeit der heutigen Familie in ihrer ganzen Komplexität“ (AL, 32). „In diesem Sinn gilt es, die Enzyklika Humanae vitae (vgl. 10–14) und das Apostolische Schreiben Familiaris consortio (vgl. 14, 28–35) wiederzuentdecken“ (AL, 222). „Die Worte des Meisters (vgl. Mt 22,30) und die des heiligen Paulus (vgl. 1 Kor 7,29–31) über die Ehe sind – nicht zufällig – in die letzte und endgültige Dimension unseres Lebens eingefügt, die wir wiedergewinnen müssen“ (AL 325).

Diese Stellen könnten als Versicherung gesehen werden, dass nichts in Amoris laetitia zur Verbreitung von Irrtümern beiträgt, die der katholischen Lehre widersprechen. Eine Beschreibung der wahren Natur der Zustimmung zur katholischen Lehre ist daher nützlich, um unsere Position zu erklären: Amoris laetitia trägt wirklich dazu bei, diese Irrtümer zu verbreiten.

Folgende Wahrheiten, die von der Heiligen Schrift, der heiligen Tradition, dem universalen Konsens der Väter und des Lehramtes der Kirche gelehrt werden, bieten die Zusammenfassung der katholischen Lehre über den Glauben, die göttliche Offenbarung, die Unterweisung durch das unfehlbare Lehramt und die Häresie:

    1. Die Evangelien von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, deren historischer Charakter von der Kirche ohne Zögern behauptet wird, vermitteln getreu, was Jesus Christus während seines Lebens unter den Menschen wirklich für ihr ewiges Seelenheil bis zum Tag seiner Himmelfahrt getan und gelehrt hat.9

    2. Jesus Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch. Folglich sind alle seine Lehren von Gott selbst.10

    1. Alle Propositionen, die im katholischen Glauben enthalten sind, sind von Gott mitgeteilte Wahrheiten.11

    2. Indem wir zustimmend an diese Wahrheiten glauben, also mit einem Akt der göttlichen Tugend des Glaubens, glauben wir dem Zeugnis dessen, der spricht. Das göttliche Glaubensbekenntnis ist eine besondere Form der generellen intellektuellen Aktivität, indem wir an eine Proposition glauben, weil sie von dem behauptet wird, der spricht, und weil der, der spricht bezüglich der Behauptung, die er äußert, für glaubwürdig gehalten wird. Im göttlichen Glaubensbekenntnis glaubt man Gott, der spricht, und Ihm wird geglaubt, weil Er Gott ist und daher glaubwürdig.12

    1. An das göttliche Zeugnis zu glauben, unterscheidet sich vom Glauben an das Zeugnis der Menschen, die nicht göttlich sind, weil Gott allwissend und vollkommen gut ist. Folglich kann Er weder lügen noch betrügen. Daher ist es unmöglich, dass das göttliche Zeugnis falsch ist. Weil die Wahrheiten des katholischen Glaubens uns von Gott mitgeteilt sind, ist die gläubige Zustimmung zu ihnen eine Gewissheit. Ein katholischer Gläubiger hat keinen vernünftigen Grund, auch nur eine dieser Wahrheit zu bezweifeln oder nicht an sie zu glauben.13

    2. Die menschliche Vernunft kann von sich aus die Wahrheit des katholischen Glaubens durch die öffentliche Evidenz des göttlichen Ursprungs der Katholischen Kirche erkennen, aber eine solche Überlegung kann keinen Glaubensakt hervorbringen. Die göttliche Tugend des Glaubens und der Glaubensakt können nur durch die göttliche Gnade hervorgebracht werden. Ein Mensch, der diese Tugend besitzt, der aber aus freien Stücken und bewusst entscheidet, nicht an eine Wahrheit des katholischen Glaubens zu glauben, begeht eine Todsünde und verliert das ewige Leben. 14

    1. Die Wahrheit einer Proposition besteht darin, von dem, was ist, auszusagen, daß es ist. Scholastisch ausgedrückt handelt es sich um eine adaequatio rei et intellectus. Jede Wahrheit ist eine solche, unabhängig davon, von wem oder wann oder unter welchen Umständen sie als solche erfasst wird. Keine Wahrheit kann einer anderen Wahrheit widersprechen.15

    2. Der katholische Glaube behandelt die ganze Wahrheit von Gott nicht erschöpfend, da allein der göttliche Intellekt das göttliche Sein vollständig erfassen kann. Dennoch ist jede Wahrheit des katholischen Glaubens völlig und ganz wahr; die Merkmale der Wirklichkeit, die von dieser Wahrheit formuliert werden, entsprechen genau jenen, die diese Wahrheiten selbst darstellen. Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Inhalt der Glaubenslehre und den Dingen, so wie sie sind.16

    1. Das göttliche Sprechen, das die Wahrheiten des katholischen Glaubens mitteilt, ist in menschlicher Sprache ausgedrückt. Der inspirierte hebräische und griechische Text der Heiligen Schriften ist selbst in allen seinen Teilen durch Gott ausgedrückt. Es handelt sich nicht um eine bloße Zusammenfassung durch Menschen oder um eine Interpretation der Göttlichen Offenbarung, und kein Teil ist in seiner Bedeutung nur auf menschliche Ursachen zurückzuführen. Indem wir an die Lehre der Heiligen Schrift glauben, glauben wir direkt Gott selbst. Wir glauben dem, was Gott sagt, indem wir uns auf das Zeugnis von jemand anderem stützen, einer nichtgöttlichen Person oder Menschen im allgemeinen.17

    1. Wenn die Kirche unfehlbar lehrt, dass eine Proposition ein göttlich offenbarter Teil des katholischen Glaubens ist und mit Glaubenszustimmung zu glauben ist, glauben die Katholiken, die dieser Lehre ihre Zustimmung geben, an das, was Gott mitgeteilt hat, und sie glauben daran aufgrund der Tatsache, dass Er es gesagt hat.18

    2. Die Sprachen, in denen die Göttliche Offenbarung ausgedrückt ist, und die Kulturen und die Geschichte, die diesen Sprachen Form gegeben haben, schränken weder etwas von der in ihnen ausgedrückten Göttlichen Offenbarung ein noch verzerren sie etwas oder fügen etwas hinzu. Kein Teil oder Aspekt der Heiligen Schrift oder der unfehlbaren Lehre der Kirche ist, was den Inhalt der Göttlichen Offenbarung betrifft, nur das Produkt der Sprache oder der historischen Umstände, in denen sie ausgedrückt wurden, und nicht des Handelns Gottes, der die Wahrheit mitteilt. Daher kann kein Teil des Inhaltes der kirchlichen Lehre ab- geändert oder abgelehnt werden, weil er ein Produkt der historischen Umstände und nicht der Göttlichen Offenbarung wäre.19

    1. Die lehramtliche Unterweisung der Kirche nach dem Tod des letzten Apostels muss als ein Ganzes verstanden und geglaubt werden. Es ist nicht in ein Lehramt der Vergangenheit und ein gegenwärtiges oder „lebendiges“ Lehramt aufgespalten, das eine vorherige lehramtliche Aussage nach Belieben ändern könnte.20

    2. Der Papst, der die höchste Autorität der Kirche besitzt, ist selbst – nach göttlichem und kirchlichem Gesetz – nicht von der Autorität der Kirche ausgenommen. Er ist daran gebunden, die endgültige Lehre seiner Vorgänger im Papstamt zu akzeptieren und zu vertreten.21

    1. Eine häretische These ist eine Proposition, die einer göttlich offenbarten und im katholischen Glauben enthaltenen Wahrheit widerspricht.22

    2. Die Sünde der Häresie wird von einer Person begangen, die über die göttliche Tugend des Glaubens verfügt, sich aber willentlich und bewusst entscheidet, nicht an eine katholische Glaubenswahrheit zu glauben oder sie zu bezweifeln. Diese Person begeht eine Todsünde und verliert das ewige Leben. Das Urteil der Kirche über die persönliche Sünde der Häresie wird allein vom Priester im Bußsakrament ausgeübt.23

    3. Das Verbrechen der Häresie wird gemäß Kirchenrecht begangen, wenn ein Katholik:

• öffentlich eine oder mehrere Wahrheiten des katholischen Glaubens bezweifelt oder leugnet, oder öffentlich seine Zustimmung zu einer oder mehreren katholischen Glaubenswahrheiten verweigert, aber nicht alle diese Wahrheiten bezweifelt oder leugnet, oder die Existenz der christlichen Offenbarung leugnet;

in seiner Leugnung hartnäckig ist. „Hartnäckig“ meint, dass die fragliche Person weiterhin öffentlich eine oder mehrere katholische Glaubenswahrheiten bezweifelt oder leugnet, nachdem sie von der zuständigen kirchlichen Autorität ermahnt wurde, dass ihr Zweifel oder ihre Leugnung die Ablehnung einer Glaubenswahrheit bedeu- tet, dass sie ihren Zweifel oder ihre Leugnung aufgeben muss, und die betreffende Wahrheit von dieser Person selbst öffentlich als von Gott geoffenbart zu bekennen ist 24.

(Diese Beschreibungen der persönlichen Sünde der Häresie und des Ver- brechens der Häresie gemäß dem Kirchenrecht werden einzig mit dem Zweck dargestellt, sie vom Gegenstand unserer Zurechtweisung auszuschließen. Un- sere Sorge ist es allein, die durch Worte, Taten und Unterlassungen Eurer Heiligkeit verbreiteten häretischen Thesen aufzuzeigen. Wir haben weder die Zuständigkeit noch die Absicht, die kanonische Frage der Häresie aufzugreifen.)

Fußnoten:

9Clemens VI, Super quibusdam, Brief an Mekhitar, Katholikos der Armenier, quæstio 14 (DH 1065): „Ob Du geglaubt hast und glaubst, daß das Neue und Alte Testament in allen Büchern, die uns die Autorität der Römischen Kirche überliefert hat, in allem die unzweifelhafte Wahrheit enthält.“

Zweites Vatikanisches Konzil, Dei verbum, 18–19: „Denn was die Apostel nach Christi Gebot gepredigt haben, das haben später unter dem Anhauch des Heiligen Geistes sie selbst und Apostolische Männer uns als Fundament des Glaubens schriftlich überliefert: das viergestaltige Evangelium nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Unsere heilige Mutter, die Kirche, hat entschieden und unentwegt daran festgehalten und hält daran fest, daß die vier genannten Evangelien, deren Geschichtlichkeit sie ohne Bedenken bejaht, zuverlässig überliefern, was Jesus, der Sohn Gottes, in seinem Leben unter den Menschen zu deren ewigem Heil wirklich getan und gelehrt hat bis zu dem Tag, da er aufgenommen wurde (vgl. Apg 1,1–2).“

Siehe auch: Lk 1,1–4; Joh 19,35; 2 Petr 1,16; Pius IX., Syllabus, 7; Leo XIII., Providen- tissimus Deus, ASS 26 (1893–94) 276–77; Pius X., Lamentabili sane, 13–17;Praestantia Scripturae ASS 40 (1907), 724ff.

101 Joh 5,10: „Wer an den Sohn Gottes glaubt, trägt das Zeugnis in sich. Wer Gott nicht glaubt, macht ihn zum Lügner […].“

Konzil von Chalkedon, Definition, (DH 301): „In der Nachfolge der heiligen Väter also lehren wir alle übereinstimmend, unseren Herrn Jesus Christus als ein und denselben Sohn zu bekennen: derselbe ist vollkommen in der Gottheit und derselbe ist vollkommen in der Menschheit; derselbe ist wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch aus vernunftbegabter Seele und Leib; derselbe ist der Gottheit nach dem Vater wesensgleich und der Menschheit nach uns wesensgleich […]“.

Zweites Vatikanisches Konzil, Dei verbum 4: „Nachdem Gott viele Male und auf viele Weisen durch die Propheten gesprochen hatte, ‚hat er zuletzt in diesen Tagen zu uns gesprochen im Sohn‘ (Hebr 1,1-2). Er hat seinen Sohn, das ewige Wort, das Licht aller Menschen, gesandt, damit er unter den Menschen wohne und ihnen vom Innern Gottes Kunde bringe (vgl. Joh 1,1-18). Jesus Christus, das fleischgewordene Wort, als ‚Mensch zu den Menschen gesandt (3), „redet die Worte Gottes’ (Joh 3,34)“.

Siehe auch: Mt 7,29; Mt 11,25–27; Mk 1,22; Lk 4,32; Joh 1,1–14; Pius X., Lamentabili sane, 27.

11Erstes Vatikanisches Konzil, Dei Filius, 3. Kap.: „Dieser Glaube, der Anfang des menschlichen Heiles, ist nach der Lehre der katholischen Kirche eine übernatürliche Tugend, kraft deren wir, unter Anregung und Mithilfe der Gnade Gottes, alles für wahr halten, was Gott geoffenbart hat“.

Pius X., Lamentabili sane, 22 (verurteilte Thesen): „Die Dogmen, welche die Kirche als Offenbarungen hinstellt, sind keine vom Himmel gefallenen Wahrheiten […]“

Siehe auch: 1 Thess 2,13; Pius X., Lamentabili sane, 23–26; Pascendi dominici gregis, ASS 40 (1907) 611; Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Mysterium Ecclesiae, 24. Juni 1973.

12Joh 3,11: „Amen, amen, ich sage dir: Was wir wissen, davon reden wir, und was wir gesehen haben, das bezeugen wir, und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an“.

Joh 14,6: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“.

Joh 5,9–10: „Wenn wir von Menschen ein Zeugnis annehmen, so ist das Zeugnis Gottes gewichtiger; denn das ist das Zeugnis Gottes: Er hat Zeugnis abgelegt für seinen Sohn. Wer an den Sohn Gottes glaubt, trägt das Zeugnis in sich. Wer Gott nicht glaubt, macht ihn zum Lügner […]“

Erstes Vatikanisches Konzil, Dei Filius, Kap. 3, Can. 2 (DH 3032): „Wer sagt, der göttliche Glaube unterscheide sich nicht vom natürlichen Wissen über Gott und die sittlichen Dinge, und deswegen sei es für den göttlichen Glauben nicht erforderlich, daß die geoffenbarte Wahrheit wegen der Autorität des offenbarenden Gottes geglaubt werde: der sei mit dem Anathema belegt“.

Pius X., Lamentabili sane, 26 (verurteilte These): „Die Glaubenssätze sind nur nach ihrem praktischen Sinn zu betrachten, d. h. als verpflichtende Richtschnur für das Handeln, nicht jedoch als Richtschnur für den Glauben“.

Pius X., Motu proprio Sacrorum antistitum, Antimodernisteneid, AAS 2 (1910), 669–672, (DH 3542): „Als ganz sicher halte ich fest und bekenne aufrichtig, dass der Glaube nicht ein blindes religiöses Gefühl ist, das aus dem Dunkel des Unterbewusstseins im Drang des Herzens und aus der Neigung des sittlich geformten Willens entspringt, sondern dass er eine wahre Zustimmung des Verstandes zu der von außen durch Hören empfangenen Wahrheit ist, durch die wir auf die Autorität Gottes des Allwahrhaftigen hin für wahr halten, was uns vom persönlichen Gott, unserm Schöpfer und Herrn, gesagt, bezeugt und geoffenbart worden ist“.

Siehe auch: Joh 8,46; 10,16; Röm 11,33; Hebr 3,7; 5,12; Pius IX., Qui pluribus, Acta (Rom 1854) 1/1,6–13; Syllabus, 4–5; Pius X., Lamentabili sane, 20; Pascendi dominici gregis, AAS 40 (1907) 604ff; Johannes Paul II., Erklärung über die Einzigkeit und die Heilsuniversalität Jesu Christi und der Kirche, Dominus Iesus, 7.

13Num 23,19: „Gott ist kein Mensch, der lügt“.

Pius IX.,Qui pluribus (DH 2778): „Wer wüßte nämlich nicht oder könnte verkennen, daß Gott, wenn er spricht, aller Glaube entgegenzubringen ist, und daß nichts mit der Vernunft selbst mehr übereinstimmt, als dem zuzustimmen und getreu anzuhangen, von dem feststeht, daß es von Gott geoffenbart wurde, der weder sich täuschen und täuschen kann?“

Erstes Vatikanisches Konzil, Dei Filius, 3. Kap., 16: „Dieser Glaube, der Anfang des menschlichen Heiles, ist nach der Lehre der katholischen Kirche eine übernatürliche Tugend, kraft deren wir, unter Anregung und Mithilfe der Gnade Gottes, alles für wahr halten, was Gott geoffenbart hat und zwar nicht, weil wir im natürlichen Licht der Ver- nunft die innere Wahrheit des Sachverhaltes durchschauen, sondern auf die Autorität des offenbarenden Gottes hin, der weder selber irren noch andere in Irrtum führen kann“.

Erstes Vatikanisches Konzil, Dei Filius, Kap. 3, Can. 6: „Wer sagt, die Lage der Gläubigen und derer, die noch nicht zum einzig wahren Glauben gelangt sind, sei gleich, so daß Katholiken einen triftigen Grund haben können, den Glauben, den sie unter dem Lehramt der Kirche schon angenommen haben, nach Aufhebung der Zustimmung in Zweifel zu ziehen, bis sie einen wissenschaftlichen Beweis für die Glaubwürdigkeit und Wahrheit ihres Glaubens erbracht haben: der sei mit dem Anathema belegt“.

Zweites Vatikanisches Konzil, Lumen gentium, 12: „Die Gesamtheit der Gläubigen, welche die Salbung von dem Heiligen haben (vgl. 1 Joh 2,20.27), kann im Glauben nicht irren.“

Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Mysterium Ecclesiae über die Unfehlbarkeit, Nr. 4 (DH 4538): „Alle Dogmen aber müssen, da sie ja offenbart sind, mit dem gleichen göttlichen Glauben geglaubt werden“.

Siehe auch: Apg 3,14; Innozenz XI., Verurteilte Sätze der „Laxisten“, 20–21, (DH 2120–2121); Pius IX., Syllabus, 15–18; Pius X., Lamentabili sane, 25.

14Mk 16,20: „Sie aber zogen aus und predigten überall. Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte die Verkündigung durch die Zeichen, die er geschehen ließ“.

Kor 3,5: „Doch sind wir dazu nicht von uns aus fähig, als ob wir uns selbst etwas zuschreiben könnten; unsere Befähigung stammt vielmehr von Gott.“

1 Petr 3,15: „Haltet in eurem Herzen Christus, den Herrn, heilig! Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt“.

Tit 3,10–11: „Wenn du einen Sektierer einmal und ein zweites Mal ermahnt hast, so meide ihn. Du weißt, ein solcher Mensch ist auf dem verkehrten Weg; er sündigt und spricht sich selbst das Urteil“.

Off 22,19: „Und wer etwas wegnimmt von den prophetischen Worten dieses Buches, dem wird Gott seinen Anteil am Baum des Lebens und an der heiligen Stadt wegnehmen, von denen in diesem Buch geschrieben steht“.

Erstes Vatikanisches Konzil, Dei Filius, Kap. 3: „Trotzdem soll unser Glaubensgehorsam ein vernunftgemäßer sein (vgl. Röm 12,1). Darum hat Gott gewollt, dass mit den inneren Gnadenhilfen des Heiligen Geistes auch äußere Beweise seiner Offenbarung sich verbinden: nämlich gottgewirkte Taten, vor allem Wunder und Weissagungen. Als sprechende Zeugnisse für Gottes Allmacht und unendliches Wissen sind sie die sichersten Kennzeichen göttlicher Offenbarung, und außerdem der Fassungskraft aller angemessen. Deshalb haben schon Moses und die Propheten, namentlich aber Christus der Herr selbst zahlreiche und völlig einwandfreie Wunder und Prophezeiungen getan [. . . ]

Damit wir nun der Pflicht nachkommen können, den wahren Glauben anzunehmen und darin standhaft auszuharren, hat Gott durch seinen eingeborenen Sohn die Kirche gegründet, und sie mit offenkundigen Merkmalen als seine Stiftung ausgezeichnet in der Absicht, damit alle imstande wären, sie als Hüterin und Lehrerin der Offenbarung zu erkennen. Denn auf die katholische Kirche allein bezieht sich all das, was Gottes Vorsehung in solcher Fülle und mit solch wunderbarer Macht gewirkt hat, um die Glaubwürdigkeit der christlichen Religion ganz einleuchtend zu machen.

Die Zustimmung zum Glauben ist demnach durchaus keine blinde Regung des Gemütes. Aber es kann anderseits auch niemand der Verkündigung des Evangeliums so beistimmen, wie es zur Erlangung des Heils notwendig ist, ohne die Erleuchtung und Anregung des Heiligen Geistes, der allen die Annahme der Wahrheit leicht und angenehm macht (Zweite Synode von Orange, Can. 7). So ist denn der Glaube schon an und für sich, auch wenn er sich nicht durch die Liebe betätigt, ein Geschenk Gottes, und der Glaubensakt ist eine Tat, die mit dem Heil in enger Verbindung steht“.

Siehe auch: Zweite Synode von Orange, Can. 7; Innozenz XI., Verurteilte Sätze der „Laxisten“, 20–21; Gregor XVI., Thesen von Louis-Eugène Bautain unterschrieben, 6 (DH 2756); Pius IX., Syllabus, 15–18; Pius X., Pascendi dominici gregis, ASS 40 (1907) 596–597; Id., Motu proprio Sacrorum antistitum, Antimodernisteneid, AAS 2 (1910), (DH 3539); Pius XII., Humani generis, AAS 42 (1950) 571.

15Zweites Vatikanisches Konzil, Gaudium et spes, 15: „In Teilnahme am Licht des göttlichen Geistes urteilt der Mensch richtig, daß er durch seine Vernunft die Dingwelt überragt“. Johannes Paul II., Fides et ratio, 27: „An und für sich erscheint jede Wahrheit, auch Teilwahrheit, wenn sie wirklich Wahrheit ist, als universal. Was wahr ist, muß für alle und für immer wahr sein“.

Johannes Paul II., Fides et ratio, 82: „Daher gilt eine zweite Forderung: Überprüfung der Fähigkeit des Menschen, zur Erkenntnis der Wahrheit zu gelangen; eine Erkenntnis übrigens, die zur objektiven Wahrheit gelangt durch jene adaequatio rei et intellectus, auf die sich die Gelehrten der Scholastik beziehen“.

Siehe auch: Pius XII., Humani generis, AAS 42 (1950) 562–563, 571–572, 574–575; Johannes XXIII., Ad Petri cathedram, AAS 1959 (51) 501–502; Johannes Paul II., Fides et ratio, 4–10, 12–14, 49, 54, 83–85, 95–98.

161 Kor 2,9–10: „Nein, wir verkündigen, wie es in der Schrift heißt, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. Denn uns hat es Gott enthüllt durch den Geist. Der Geist ergründet nämlich alles, auch die Tiefen Gottes“.

1 Kor 2,12–13: „Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott stammt, damit wir das erkennen, was uns von Gott geschenkt worden ist. Davon reden wir auch [. . . ]“.

Pius XII., Humani generis (DH 3882–3883): „Es könne und müsse das deshalb auch geschehen, behaupten einige mit einiger Kühnheit, weil die Geheimnisse des Glaubens sich niemals in Begriffe fassen lassen, die vollständig der Wahrheit entsprechen, sondern nur in Ausdrücken, die ’annäherungsweise’ wahr, und ständig Veränderungen unterworfen sind; diese deuten die Wahrheiten zwar einigermaßen, gestalten sie aber auch notwendigerweise um. Darum halten sie es nicht für abwegig, sondern für durchaus notwendig, dass die Theologie entsprechend den verschiedenen Philosophien, deren sie sich im Laufe der Zeit als Instrument bedient, neue Begriffe an die Stelle der alten setze, so dass sie auf verschiedene Weise, die unter sich sogar in gewissem Sinn im Widerspruch stehen, aber, wie sie sagen, das gleiche bedeuten, die gleichen göttlichen Wahrheiten in menschlicher Art ausdrücken.. [. . . ] Die bisherigen Ausführungen zeigen deutlich, dass diese Versuche nicht nur zum sogenannten dogmatischen ‚Relativismus‘ führen, sondern ihn bereits enthalten [. . . ]“.

Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Mysterium Ecclesiae über die Unfehlbarkeit, Nr. 5, DH 454k0: „Der Sinn der dogmatischen Formeln selbst aber bleibt in der Kirche immer wahr und konstant, wenn er auch mehr erhellt und vollständiger erkennt wird. Die Christgläubigen müssen sich also von der Meinung abwenden, nach der: Erstens die dogmatischen Formeln (oder gewisse Arten von ihnen) die Wahrheit nicht bestimmt, sondern nur veränderlich approximativ bezeichnen und dabei verunstalten oder verändern; zweitens die Wahrheit nur unbestimmt bezeichnen, die man  ständig durch die genannten Annäherungswerte suchen müsse“.

Siehe auch: Pius X., Lamentabili sane, 4.

171 Tes 2,13: „Darum danken wir Gott unablässig dafür, dass ihr das Wort Gottes, das ihr durch unsere Verkündigung empfangen habt, nicht als Menschenwort, sondern – was es in Wahrheit ist – als Gottes Wort angenommen habt; [. . . ]“.

2 Tim 3,16: „Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung“.

2 Petr 1,20–21: „Bedenkt dabei vor allem dies: Keine Weissagung der Schrift darf eigenmächtig ausgelegt werden; denn niemals wurde eine Weissagung ausgesprochen, weil ein Mensch es wollte, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben Menschen im Auftrag Gottes geredet“

Pius XII., Divino afflante Spiritu, AAS 35 (1943) 299–300: „Endlich ist es ganz unzulässig, die ‚Inspiration bloß auf einige Teile der Heiligen Schrift zu beschränken oder zuzugeben, der heilige Schriftsteller selbst habe geirrt“, denn „die göttliche Inspiration schließt nicht nur jeden Irrtum aus, sondern die Verwerfung und der Ausschluß der Irr- tums sind ihr so wesentlich notwendig, wie es wesentlich notwendig ist, dass Gott, die höchste Wahrheit, nicht der Urheber eines Irrtum ist. Das ist der alte und beständige Glaube der Kirche‘. Diese Lehre, die Unser Vorgänger Leo XIII. mit so gewichtigem Ernst dargelegt hat, legen auch Wir kraft Unserer Autorität vor und dringen darauf, dass sie von allen gewissenhaft festgehalten wird“.

Zweites Vatikanisches Konzil, Dei verbum, 11: „Das von Gott Geoffenbarte, das in der Heiligen Schrift enthalten ist und vorliegt, ist unter dem Anhauch des Heiligen Geistes aufgezeichnet worden; denn aufgrund apostolischen Glaubens gelten unserer heiligen Mutter, der Kirche, die Bücher des Alten wie des Neuen Testamentes in ihrer Ganzheit mit allen ihren Teilen als heilig und kanonisch, weil sie, unter der Einwirkung des Heiligen Geistes geschrieben (vgl. Joh 20,31; 2 Tim 3,16; 2 Petr 1,19-21; 3,15-16), Gott zum Urheber haben und als solche der Kirche übergeben sind. Zur Abfassung der Heiligen Bücher hat Gott Menschen erwählt, die ihm durch den Gebrauch ihrer eigenen Fähigkeiten und Kräfte dazu dienen sollten, all das und nur das, was er – in ihnen und durch sie wirksam – geschrieben haben wollte, als echte Verfasser schriftlich zu überliefern“.

Siehe auch: Joh 10,16.35; Hebr 3,7.5,12; Leo XIII., Providentissimus Deus, (DH 3291–3292); Pius X., Lamentabili sane, 9–11; Pascendi dominici gregis, ASS 40 (1907) 612–613; Benedikt XV., Spiritus Paraclitus, AAS 12 (1920) 393; Pius XII., Humani generis, (DH 3887).

181 Tes 2,13: „Darum danken wir Gott unablässig dafür, dass ihr das Wort Gottes, das ihr durch unsere Verkündigung empfangen habt, nicht als Menschenwort, sondern – was es in Wahrheit ist – als Gottes Wort angenommen habt […]“.

Erstes Vatikanisches Konzil, Dei Filius, Kap. 3: „Dieser Glaube, der Anfang des menschlichen Heiles, ist nach der Lehre der katholischen Kirche eine übernatürliche Tugend, kraft deren wir, unter Anregung und Mithilfe der Gnade Gottes, alles für wahr halten, was Gott geoffenbart hat und zwar nicht, weil wir im natürlichen Licht der Vernunft die innere Wahrheit des Sachverhaltes durchschauen, sondern auf die Autorität des offenbarenden Gottes hin, der weder selber irren noch andere in Irrtum führen kann. [. . . ] Mit diesem göttlichen und katholischen Glauben muss man nun an all dem festhalten, was das geschriebene oder überlieferte Wort Gottes enthält und die Kirche als von Gott geoffenbart zu glauben vorstellt, – sei es in feierlichem Lehrentscheid, sei es in Ausübung ihres gewöhnlichen allgemeinen Lehramtes“.

Siehe auch: Joh 10,16; Hebr 3,7.5,12; Pius XII., Mystici corporis Christi, AAS 35 (1943) 216.

19Pius XII, Humani generis, (DH 3883): „Klar ist auch, dass die Kirche sich nicht an irgendein kurzlebiges philosophisches System binden kann; die Begriffe und Bezeichnungen, die von den katholischen Gelehrten nach gemeinsamer Übereinkunft im Laufe mehrerer Jahrhunderte geprägt wurden, um eine Glaubenslehre verständlich zu machen, stützen sich wahrhaftig nicht auf ein so hinfälliges Fundament. Sie stützen sich im Gegenteil auf Prinzipien und Begriffe, die aus wahrheitsgemäßer Erkenntnis der geschaffenen Welt abgeleitet wurden; allerdings erleuchtete die geoffenbarte Wahrheit durch die Kirche wie ein heller Stern den Verstand des Menschen. Es wundert Uns darum nicht, wenn einige von diesen Begriffen von den Allgemeinen Konzilien nicht nur angewandt, sondern auch feierlich bestätigt wurden; es ist darum unrecht, sie fallen zu lassen“.

Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Mysterium Ecclesiae über die Unfehlbarkeit, Nr. 5, (DH 4540), cit.

Johannes Paul II., Fides et ratio, 87: „Dagegen gilt es zu bedenken, daß man in der Formulierung, auch wenn sie in gewisser Weise an die Zeit und die Kultur gebunden ist, die in ihr ausgedrückte Wahrheit oder den Irrtum trotz der räumlichen und zeitlichen Distanz auf jeden Fall erkennen und als solche bewerten kann“.

Johannes Paul II., Fides et ratio, 95“Das Wort Gottes wendet sich nicht an ein einziges Volk oder an eine bestimmte Epoche. In gleicher Weise formulieren die dogmatischen Aussagen, auch wenn sie bisweilen unter dem Einfluß der Kultur der Zeit stehen, in der sie definiert werden, eine feststehende und endgültige Wahrheit“

Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Dominus Iesus, 6: „Die Wahrheit über Gott wird durch ihre Aussage in menschlicher Sprache nicht beseitigt oder eingegrenzt. Sie bleibt vielmehr einzigartig, ganz und vollständig, denn derjenige, der spricht und handelt, ist der fleischgewordene Sohn Gottes“.

Siehe auch: Joh 10,35; 2 Tim 3,16; 2 Petr 1,20–21; Offb 22,18–19; Leo XIII., Providen- tissimus Deus, (DH 3288); Pius X., Lamentabili sane, 4; Johannes Paul II., Fides et ratio, 84.

20Gal 1,9: „Was ich gesagt habe, das sage ich noch einmal: Wer euch ein anderes Evangelium verkündigt, als ihr angenommen habt, der sei verflucht“.

Erstes Vatikanisches Konzil, Dei Filius, Kap. 4, Can. 3, (DH 3043): „Wer sagt, es könne geschehen, daß den von der Kirche vorgelegten Lehrsätzen einmal entsprechend dem Fortschritt der Wissenschaft ein anderer Sinn zuzuschreiben sei als der, den die Kirche gemeint hat und meint: der sei mit dem Anathema belegt“.

Pius X., Motu proprio Sacrorum antistitum, Antimodernisteneid, AAS 2 (1910), (DH 3541): „Ich nehme aufrichtig an, daß die Glaubenslehre von den Aposteln durch die recht- gläubigen Väter in demselben Sinn und in immer derselben Bedeutung bis auf uns überliefert (wurde); und deshalb verwerfe ich völlig die häretische Erdichtung von einer Entwicklung der Glaubenslehren, die von einem Sinn in einen anderen übergehen, der von dem verschieden ist, den die Kirche früher festhielt; und ebenso verurteile ich jeglichen Irrtum, durch den an die Stelle der göttlichen Hinterlassenschaft, die der Braut Christi überantwortet ist und von ihr treu gehütet werden soll, eine philosophische Erfindung oder eine Schöpfung des menschlichen Bewußtseins setzt, das durch das Bemühen der Menschen allmählich ausgeformt wurde und künftighin in unbegrenztem Fortschritt zu vervollkommnen ist“.

Siehe auch: 1 Tim 6,20; 2 Tim 1,13-14; Hebr 13,7-9; Jud 3; Pius IX., Ineffabilis Deus, (DH 2802); Pius X., Lamentabili sane, 21, 50, 54, 60, 62; Id. Pascendi dominici gregis, ASS 40 (1907), 616ff; Pius XII., Humani generis, (DH 3886); Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Mysterium Ecclesiae über die Unfehlbarkeit (DH 4540).

21Erstes Vatikanisches Konzil, Pastor aeternus, Kap. 4: „Denn Petri Nachfolgern ward der Heilige Geist nicht dazu verheißen, dass sie aus seiner Eingebung heraus neue Lehren verkündeten. Ihre Aufgabe ist vielmehr, die von den Aposteln überlieferte Offenbarung oder das anvertraute Glaubensgut unter dem Beistand des Heiligen ’Geistes gewissenhaft zu hüten und getreu auszulegen. [. . . ] Diese Gnadengabe der Wahrheit und nie wankenden Glaubens ist also Petrus und seinen Nachfolgern auf diesem Stuhl von Gott verliehen worden, damit sie ihres erhabenen Amtes zum Heil aller walten können; damit durch sie die ganze Herde Christi vom Giftkraut des Irrtums ferngehalten und auf den Fluren der himmlischen Lehre geweidet werde; endlich damit die ganze Kirche nach Beseitigung jedes Anlasses zur Spaltung in der Einheit bewahrt bleibe, und auf ihr Fundament gestützt den Anstürmen der Hölle standhalten könne“.

Zweites Vatikanisches Konzil, Dei verbum, 10: „Die Aufgabe aber, das geschriebene oder überlieferte Wort Gottes verbindlich zu erklären, ist nur dem lebendigen Lehramt der Kirche anvertraut, dessen Vollmacht im Namen Jesu Christi ausgeübt wird. Das Lehramt ist nicht über dem Wort Gottes, sondern dient ihm, indem es nichts lehrt, als was überliefert ist, weil es das Wort Gottes aus göttlichem Auftrag und mit dem Beistand des Heiligen Geistes voll Ehrfurcht hört, heilig bewahrt und treu auslegt und weil es alles, was es als von Gott geoffenbart zu glauben vorlegt, aus diesem einen Schatz des Glaubens schöpft“. Siehe auch: Mt 16,23; Decretum Gratiani, Pars Prima, Distinctio 40, Kapitel VI; Innozenz III, Sermo II.In consecratione Pontificis Maximi, PL, 656; Sermo IV., In consecratione Pontificis Maximi, PL, 670; Pius IX., Apostolisches Schreiben Mirabilis illa constantia an die Bischöfe Deutschlands, (DH 3117) (vgl. DH 3114).

22Vgl. CIC, 1983, Can. 751; Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium, Can. 1436.

23Vgl. Mk 16,16; Joh 3,18; Joh 20,23; Röm 14,4; Gal 1,9; 1 Tim 1,18–20; Gd 3–6; Konzil von Florenz, Bulle Cantate Domino, Dekret über die Jakobiten (DH 1351); Konzil von Trient, Sessio XIV, Can. 9.

24Vgl. Mt 18,17; Tit 3,10–11; Pius X., Lamentabili sane, 7; CIC, 1983, Can. 751 und 1364; Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium, Can. 1436.

Ein Gedanke zu „Correctio filialis Nachtrag 1: Modernismus

  1. Sehr schöne und klare Einleitung! Es ist wirklich bemerkenswert, wie die Leugnung der Wahrheit mit einem Verlust an Klarheit im Ausdruck einher geht. Die Bergoglianischen Äußerungen stellen hierfür ein Paradebeispiel dar.
    Der Text von Herrn Obenauer ist mir schon als ich ihn das erste Mal gelesen hatte, sehr negativ aufgefallen. Viel Worte sollen hier wohl nicht die Aussage klar machen, sondern verschleiern. Ich hatte den Eindruck, dass es dem Verfasser wohl um seine Karriere gehen muss, denn von einem Geisteswissenschaftler würde man sonst mehr Klarheit im Denken erwarten.

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