Die kleine Anzahl der Geretteten oder was ist wahrscheinlicher? (1 von 5)

Crucifixus jansen

Hl. Leonard von Port Mauritius und sententia probabilis

Wir wollen in der nächsten Zeit eine berühmte Predigt eines Heiligen vorstellen, die recht verstörend ist und was die Heilsgewissheit anbelangt allem widerspricht, was Sie bisher in Novus Ordo, aber auch fast allem, was Sie in Vetus Ordo gehört haben. Es handelt sich um die Predigt von hl. Leonard von Port Mauritius (1676-1751), der wenig bekannt ist. Der hl. Alfons von Liguori nannte ihn den größten Heiligen des XVIII Jahrhundert und der hl. Leonard machte sich insbesondere um die Andacht zum Kreuzweg verdient. Leonard von Port MauritiusDer Schreiber dieser Zeilen (DSDZ) wurde durch Ann Barnhardt auf diese Predigt aufmerksam, welche nach den youtube Beiträgen auf Englisch zu urteilen in der englischsprachigen Welt nicht unbekannt ist.

Worum geht es in dieser Predigt?

Es geht darum, dass mehr Menschen auf eigenen Wunsch in die Hölle kommen als über das Fegefeuer in den Himmel. Der Hl. Leonard von Port Mauritius stellt alle Väter- und Theologenzeugnisse dazu zusammen und unserer Meinung nach spricht mehr für diese These als für die Gegenthese, dass die Meisten gerettet werden.

Woher wissen wir das?

Weil nach dem Konzil das Gegenteil gelehrt wird und so kann man sehr leicht durch Umkehrschluss (diabolus inverse legitur – „den Teufel muss man per Umkehrschluss lesen“) dazu kommen, wie es richtig ist.

Bevor wir diese Lehre darstellen, muss gesagt werden, dass sie kein Dogma ist. Die Anzahl der Erwählten, d.h. der Prädestinierten oder der Verworfenen, d.h. der Reprobierten ist Gott allein bekannt, nicht uns. DSDZ würde diese Meinung als Sententia probabilis oder probabilior (Eine wahrscheinliche oder eine wahrscheinlichere Theologenmeinung) bezeichnen, also als eine Glaubenswahrheit für welche die besseren Argumente als für die Gegenthese sprechen, worüber aber eine freie Diskussion möglich ist. Während also ein Dogma, an welches zu glauben ist, an der ersten Stelle der Hierarchie der Notae theologicae steht, steht die Sententia probabilis an der siebten Stelle von allen neun möglichen. Sie brauchen also nicht daran zu glauben, um katholisch zu sein, obwohl wir glauben, dass daran zu glauben hilfreich ist. Bevor wir mit der Darlegung beginnen, sei daran erinnert, dass man sich einzig um sein eigenes Heil zu mühen braucht, weil man auf die anderen ohnehin kaum Einfluss hat. Ja, es gibt die Fremdsünde und wir agieren auch mit anderen Menschen, aber all das zählt nur insoweit, inwieweit es uns verändert: zu Vorteil und Heiligkeit oder zum Nachteil und zur Verdammung. Alles auf dieser Welt ist nur Mittel zum Zweck, welcher die beseligende Anschauung (visio beatifica) ist. Die Menschen, die uns auferbauen, unterweisen, quälen oder demütigen dienen auch dazu. Am Ende stehen Sie allein vor Gott und werden aufgrund ihrer Verdienste (merita) gerettet, d.h. Sie kommen wenigstens ins Fegefeuer oder Sie werden aufgrund ihrer „Mißverdienste“ (demerita), d.h. der Sünden und ihrer Konsequenzen, gerichtet und kommen in die Hölle. Und alles, was Sie im Leben getan oder erreicht haben, spielt nur insofern eine Rolle, inwiefern es sie geheiligt hat. Daher kann ein Gefängnisaufenthalt unter Umständen von Vorteil sein, während ein Millionärsdasein von Nachteil sein kann. Wir werden nicht gruppenweise gerettet und auch nicht die gesamte Verwandtschaft; dieser ganze nachkonziliare Kollektivismus des berühmten „Miteinanders“ ist verkehrt, der „Heilsegoismus“ dagegen richtig. Deswegen sollte es Sie nicht so sehr kümmern, wie viele gerettet werden, Hauptsache Sie selbst sind dabei.

26 Gedanken zu „Die kleine Anzahl der Geretteten oder was ist wahrscheinlicher? (1 von 5)

  1. Heilsegoismus ist folgender Maßen zu verstehen:

    1. Jeder muss danach ringen, in den Himmel zu kommen. Dabei kann ihm kein anderer Mensch helfen und ihn beispielsweise „mitnehmen“. Das irdische Leben entscheidet über das Schicksal nach dem Tod.

    2. Oft sorgen wir uns mehr um die Fehler des Nächsten als um unsere eigenen, weil aus den Fehlern anderer für uns keine Notwendigkeit zur – beschwerlichen und mühevollen – Umkehr erwächst. Doch unser Weg zum Heil führt nur über diese Umkehr!

    3. Eine Sorge um den Nächsten kann aus der Nächstenliebe entspringen, aber auch aus Überheblichkeit oder anmaßender Kritiksucht. Im ersten Fall ist sie zweifellos gut, doch darf sie uns nicht von unserem eigenen elenden Zustand ablenken.

    Außerdem gilt:
    Niemand darf glauben, dass er in den Himmel kommt, weil dorthin eigentlich eh jeder hinkommt (nach Meinung der Bischöfe von Rom und Köln höchstens Trump und die AfD-Wähler nicht).

  2. “ …sollte es Sie nicht so sehr kümmern, wie viele gerettet werden, Hauptsache Sie selbst sind dabei.“
    Ich empfinde solches Denken als sehr egoistisch.
    Gesetzt den Fall, ich komme einmal in den Himmel (und hoffe es auch inständig) und dann zu erfahren, ich wäre die einzige aus der Familie….
    Wie könnte ich da glücklich sein?
    Seit einigen Monaten habe ich mir angewöhnt, beim Morgen- und Abendgebet für jene Menschen zu bitten, die im Laufe des kommenden Tages oder der Nacht sterben und vor dem Richter stehen werden.
    Und ich bitte Gott, ER möge ihnen ein gnädiger Richter sein.
    Dieses Fürbittgebet ist mir sehr wichtig geworden und unterlasse es deshalb so gut wie nie.

    1. Natürlich ist der Gedanke komisch,das Mitglieder der Familie nicht gerettet werden könnten aber hier greift eben das absolute Gottvertrauen,er wirds schon richten.
      Das Bemühen um das eigene Seelenheil sehe ich nicht unbedingt als Egoismus an.

      1. Das Bemühen um das eigene Seelenheil ist sicher nicht egoistisch, sondern wichtig.
        Ich habe die -zugegeben rein subjektive- Vorstellung, dass unsere Seele groß und weit ist und es sicher in ihr auch einen Platz geben könnte, in der die Sehnsucht lebt, sich auch für das Weiterleben ihrer Lieben einzusetzen.

    2. Wenn Sie aus selbstloser Liebe für Ihre Nächsten beten, ist das sicher gut gemeint. Gerne möchte man seine Nächsten bessern, das hätte 2 Vorteile: es erhöht ihre Chance auf den Himmel, und außerdem wären sie angenehmere Menschen.
      Aber bedenken Sie, wie schwer es ist, sich selbst zu bessern (mir fällt es jedenfalls sehr schwer und ich komme kaum vorwärts). Meinen Sie, bei anderen Menschen geht es einfacher? Denken Sie auch daran, dass Ihre Nächsten vielleicht nur deshalb nicht zum Glauben finden, weil Sie trotz Ihres Glaubens ein so unvollkommener Mensch sind (vielleicht fast so schlimm wie ich). Und denken Sie, dass Sie Ihre Unvollkommenheit, Ihre Eigenliebe etc. in absehbarer Zeit, vielleicht schon bald, verantworten müssen – dann verstehen Sie was mit Heilsegoismus gemeint ist.

      1. Ich habe den Eindruck, wer so schreibt wie Sie, kann kaum „so schlimm sein.“
        Doch ich gehe natürlich davon aus, dass Sie ein Sünder sind – genau wie ich.

        Ich weiß nicht sicher, ob ich meine Nächsten bessern möchte, bessern muss ich mich selbst.
        Es ist eher der Wunsch, sie möchten Umkehr erfahren und zu Gott finden.
        Mir ist schmerzlich bewusst, dass ich unvollkommen bin: oftmals nachlässig, unkonzentriert im Gebet, ungeduldig und Anderen nicht gerecht werdend; von Gott gar nicht zu reden.
        Dies einmal vor Gott verantworten zu müssen, ja, das steht mir bevor.
        Und trotzdem vertraue ich darauf, dass Gott mich nicht in der Hölle sehen will, sondern bei sich.
        Wenn ich das meine dafür tue, soweit es mir möglich ist – besteht da nicht Hoffnung?
        Hoffnung für mich, für Sie und für alle, die sich mit dem dreieinigen Gott ehrlichen und vertrauensvollen Herzens verbunden fühlen?

    3. @ Marienzweig

      Natürlich sollte man das tun, was möglich ist, aber jeder hat einen freien Willen.

      Wenn Sie in den Himmel kommen sollten, so werden Sie dermaßen von Gott erfüllt sein, dass Sie nicht an andere denken werden, weil Sie sich mit der völligen Gerechtigkeit Gottes abgefunden haben werden. Diesen Prozess beschreibt die hl. Katharina von Genua in ihren Visionen des Fegefeuers. Die Seelen im höheren Fegefeuer sind gar nich in der Lage anders zu denken als Gott denkt, weil sie immer der reinen Objektivität nahe kommen. Sie werden auch von allen irdischen Anhänglichkeiten gereinigt werden. Deswegen ist es so schwierig direkt in den Himmel zu kommen, weil man an so vielem noch hängt.

      1. Die Hölle möge mir hoffentlich erspart bleiben, dass hingegen das Fegefeuer mich erwartet, das ist gewiss.

        Dass im Himmel Erkenntnis ist und die in ihn Eingegangenen dann alles mit den Augen Gottes sehen werden, also auch seine Beurteilung einer Lebenssituation, ist sicher so.
        Jeder hat einen freien Willen, stimmt!
        Aber ist der Mensch immer in der Lage, diesem freien Willen Geltung zu verschaffen? Was, wenn er verstrickt ist in falsches Denken, in Gefühlen der Ohnmacht usw.?
        Auch ich habe einem bestimmten Menschen viel zu verdanken. Diese Frau, die mich nach einem schweren Unfall im Krankenhaus besuchte, leitete eine Wende in meinem Leben ein. Dafür werde ich dieser Frau ein Leben lang dankbar sein.
        Danach war ich offen für Gott!

    4. genau das tue ich uch schon seit geraumer Zeit – für die Sterbenden dieses Tages und dieser Nacht zu beten, dass ihnen die Gnade gewährt wird , die dem Hl. Dismas zuteil wurde: Hl. Erkenntnis , Gottesfurcht, tiefste Herzensreue und Bekehrung, damit sie gerettet werden. Durch die unendlichen Verdienste des Heilisten Herzens Jesu und dieVerdienste und Fürbitte der Muttergottes .

  3. Euch, die Ihr auf meinen Kommentar eingegangen sind, möchte ich danken.
    Darf ich an das Aufopferungsgebet des Engels von Fatima erinnern:
    „Mein Gott, ich glaube an Dich, …..
    Ich bitte Dich um Verzeihung für all jene, die nicht glauben, nicht anbeten, nicht hoffen und Dich nicht lieben.“
    Jeder von uns hat ja wohl seinen eigenen Gebetsstil.
    Vor etwas über zehn Jahren kam ich zum tiefen, unverbrüchlichen Glauben und wenn ich meine bisherige Gebetspraxis betrachte, stelle ich fest, dass der Lobpreis leider etwas zu kurz kam und ich bin dabei, dies jetzt bewusst zu korrigieren.
    Dafür aber hatte ich stets das ganz große Bedürfnis, für andere zu beten.
    Wenn sie selbst nicht beten, wer sollte es sonst für sie tun?
    Könnte es nicht sein, dass jeder von uns eine Gebets-Aufgabe von Gott bekommen hat? Der eine betet vor allem nur für sich, der andere für die armen Sünder, wieder andere für die Vereinsamten, Verzweifelten, vom Leben Überforderten?
    Und Gott wäre damit einverstanden und fände es sogar gut.
    Dass ich vielleicht einmal Gott schauen darf, das wäre so wunderbar und ich möchte alles dafür tun, was mir möglich ist. Doch es wird immer zu wenig sein.
    Doch auch das Seelenheil anderer ist mir ein Anliegen.

    1. Danke!
      Davon bin ich fest überzeugt: Wir sollten in unserem Bemühen, für unser Seelenheil Sorge zu tragen, darüber nicht die andern vergessen.

  4. „dieser ganze nachkonziliare Kollektivismus des berühmten „Miteinanders“ ist verkehrt, der „Heilsegoismus“ dagegen richtig.“
    Der letzte Satz im „Ave Maria“ ist von aller größter Bedeutung.
    „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.“
    Niemals wird der Sohn seiner Mutter eine Bitte ausschlagen.
    Per Mariam ad Christum.

  5. Der Heilige Francisco (eines der drei Seherkinder von Fatima) war von einem bisher in der Diskussion nicht beachteten (weil auch nicht zum Thema gehörig – der Anzahl der Geretteten) Gedanken erfüllt und widmete die kurze Zeit seines aufopferungsvollen Lebens (er starb nach schwerer Krankheit ca. 2 Jahre nach den Erscheinungen von Fatima) dem Wunsch, den Heiland zu trösten, der doch sekündlich und (heute um so mehr) drastisch beleidigt wird.
    Diese beiden Intentionen: Gott zu trösten und Seelen zu retten sollten unser Gebet antreiben.
    Ich versuche in letzter Zeit, die Praxis der Stoßgebete zu kultivieren und eines ist mir dabei besonders ans Herz gewachsen, das die Gottes und Nächstenliebe in kürzester Form verbindet:
    Jesus, Maria – ich liebe Euch, rettet Seelen!

  6. (Sorry, ich hoffe, das klingt nicht besserwisserisch)
    Ich kenne das als

    Jesus – Maria – Josef, ich liebe Euch, rettet Seelen!

    … Vergelt’s Gott für die Erinnerung!!!

  7. „Bevor wir mit der Darlegung beginnen, sei daran erinnert, dass man sich einzig um sein eigenes Heil zu mühen braucht, weil man auf die anderen ohnehin kaum Einfluss hat.“
    Vorsicht! Wenn Satan dich nicht kriegen kann dann greift er zb. deine Kinder an und vernichtet die vor deinen Augen und dann kann man so in Verzweiflung geraten das man selber den Glauben verliert. Ich habe sehr gute Erfahrungen gemacht wenn man zb. auch für die Rettung seiner Kinder betet denn sie sind leider nicht mehr in der Lage die ganze Tragweite der Verführungen und Lügen dieser Welt zu erkennen.
    Per Mariam ad Christum.

    1. @Shuca:
      Auch wir haben diese Erfahrungen mit unseren Kindern machen müssen,leider haben unsere Bemühungen und Gebete (bis jetzt) nichts bewirkt.
      Im Gegenteil,wir werden für „verrückte Alte“ gehalten wenn wir von Glaubensdingen sprechen und demzufolge haben wir uns nun Schweigen verordnet.
      Wir sind nun an dem Punkt angekommen wo wir alles in Gottes Hände legen (müssen).
      Sicher können Gebete da wirken wo der Mensch es nicht vermutet aber diese Anmutung,Seelen retten zu können halte ich für falsch.
      Darum kann ich persönlich auch dahingehende Marienbotschaften nicht mehr ernst nehmen.
      „Glaubt an das Evangelium und glaubt an mich“ sagt Jesus Christus und das reicht,alles andere (kann) in den geistigen Hochmut führen wie man bei den Anhängern der „Warnungsbotschaften“ gut beobachten kann.

      1. Werte Stella:
        Ich schätze sie und ihre Beiträge sehr. Nun ich hatte in meinen letzten Beitrag die Mutter Gottes gar nicht erwähnt aber sie haben die allerheiligste Jungfrau sofort ins Spiel gebracht. Das ist auffällig. Wahre Marienbotschaften ( es gibt mit Sicherheit auch falsche und oder gefälschte ) sind die Worte unseres Gottes, niemals spricht die allerallerheiligste Jungfrau etwas von sich selber. Natürlich ist die Mutter Gottes kein Kaffeeautomat wo man ein Geldstück reinsteckt und auf den Knopf drückt und schon drückt die allerheiligste Mutter eine Bitte für uns ab. Wenn ich nur die letzten 30zig Jahre meines Lebens zurück betrachte und einen Tag vergesessen habe der Mutter Gottes zu danken dann Schande über mich. Rein materialistisch betrachtet müßte ich nämlich schon lange tot sein. Man sollte nie aufhören zu beten und zu bitten und die beste Übermitlerin einer Bitte ist nun einmal die Mutter des Allerhöchsten. Übrigens diese Warnungsbotschaften interessieren mich nicht.
        Per Mariam ad Christum.

      2. Liebe @Stella!
        „Seelen retten zu können“, dies zu denken wäre sicher anmaßend.
        Aber für sie beten – diese Möglichkeit haben wir immer.
        Meine (mittlerweile erwachsenen) Kinder im täglichen Gebet Gott anvertrauen, das tue ich auch, denn mir geht es ähnlich wie Ihnen.
        Wie heißt es doch?: Kein Gebet ist umsonst. Und darauf hoffe ich ganz fest

      3. @Stella

        Das folgende werden Sie wissen und beherzigen (soll keine Besserwisserei sein):

        Nur Gott allein kann Seelen retten. Er allein gibt die verursachende und wirkende Gnade. Allerdings gibt es auch notwendige Bedingungen dafür. In der Erlösung handelt Gott immer über Zweitursachen, die natürlich nie wirklich verursachende aber notwendig bedingende sind. Maria vermittelt nun ALLE diese Gnaden. Das lehrt Mutter Kirche.

        Eine Erfolgskotrolle unserer Fürbittgebete scheidet aber trotzdem absolut aus. Gott handelt wie und wann er will.

        Aber von vornherein die klaren Verheißungen der Mutter Gottes in Fatima (die kirchlich approbiert sind)zu verwerfen, halte ich, wenn auch aus absolut verständlichen und nachvollziehbaren Gründen und Erfahrungen, vorsichtig gesprochen, für Kapitulation vor dem Feind.

        Allerdings ist auch niemand verpflichtet, „Privat“offenbarungen anzunehmen.

        Trotzdem will ich Mut machen für ausdauerndes und penetrant forderndes Gebet trotz augenscheinlicher Sinnlosigkeit (das ich unterstützen will)!! Und auch Mut machen für Gebet zur Mutter Gottes! All dies verstanden als notwendige Bedingung, damit Gott absolut alleinwirksam durch Maria die notwendigen Gnaden geben kann.

        Ihre Kinder nehme ich mit in mein tägliches Gebet!

  8. Herzlichen Dank für Ihre Gebetsmeinung !
    Natürlich bete ich auch und bitte die Muttergottes um Fürsprache aber eben nicht im Akkord und als Dauertrommelfeuer,wie es manche Erscheinungen wünschen (meistens die nicht anerkannten),so meinte ich das.
    Den Gedanken vom“ Heilsegoismus“ finde ich interessant weil ich schon zu ähnlichen Schlußfolgerungen gekommen war.
    Wenn ich sehe wie beratungsresisitent die meisten Menschen um mich herum sind,mitunter schon in kleinen Dingen, dann bestätigt mir das,was in obigem Beitrag anklingt.
    Den Bogen dann zu den Marienerscheinungen und -botschaften des 20.Jahrhunderts zu spannen mit den Aufforderungen zu Gebet (zur Seelenrettung) liegt dann wohl recht nahe.
    Nun habe ich mir aber dazu noch weitergehende Gedanken gemacht.
    In den Diskussionen um echte oder unechte Erscheinungen heißt es zum Schluß immer,warum sollte Satan und seine Dämonen zu Gebet,Buße und Seelenrettung auf rufen,ein Argument das auf den ersten Blick kaum widerlegbar scheint.
    Was dagegen spricht ist der Niedergang der Gesellschaft in Politik,Glauben und Familie innerhalb der letzten hundert Jahre und zwar in immer schnellerem Tempo.
    Also waren die unendlichen Gebetsaufrufe nicht sehr hilfreich,wie es scheint.
    Dazu kam mir ein,zugegeben beunruhigender Gedanke.
    Wenn die Erscheinungen der letzten hundert Jahre dämonischen Ursprungs waren und viele Christen diesen „Gebetsaufrufen“ folgten dann gehorchten sie automatisch der Gegenseite ,wie einst Eva der Schlange,denn zwei Herren können wir nicht dienen,richtig !?
    Selbst Jesus Christus gebot den Dämonen zu schweigen aber viele Christen können nicht genug davon bekommen,sie lauern förmlich auf die nächste Botschaft oder Erscheinung.
    Im obigen Beitrag wird auch sehr richtig gesagt,das man Satan und seine Pläne im Umkehrschluß lesen muß und das würde hier zutreffen,es wäre natürlich entsetzlich,wenn man den Gedanken zu Ende denkt und erkennen müsste,das man die dunklen Kräfte gestärkt hätte.

    1. @Stella
      Sie schreiben: „Was dagegen spricht ist der Niedergang der Gesellschaft in Politik, Glauben und Familie innerhalb der letzten hundert Jahre und zwar in immer schnellerem Tempo.
      Also waren die unendlichen Gebetsaufrufe nicht sehr hilfreich, wie es scheint.“

      Dem will ich mit folgenden auf die Erscheinung von Fatima bezogenen historischen Fakten klar und deutlich widersprechen:
      Portugal wurde 1931 durch seine Bischöfe und später den Staatspräsidenten Salazar dem unbefleckten Herzen Mariens geweiht.
      Portugal erlebte daraufhin eine innere Neuausrichtung, die Scheidungsrate fiel ins Bodenlose etc. pp. Portugal blieb vom spanischen Bürgerkrieg und vom 2. Weltkrieg verschont.
      Die Anzahl der Seminaristen in den Priesterseminaren stieg zB im Bistum Portalegre von 18 im Jahr 1917 auf 201 in 1933.

      Überall dort, wo die (authentischen, in Fatima geäußerten) Forderungen Marias ernstgenommen wurden, die Weihe an ihr unbeflecktes Herz durchgeführt wurde, der Rosenkranz gebetet und aus diesem Geist gelebt wurde, tat (und tut) Maria Wunder. Schwester Lucia schriebt zB an Pius XII. 1947 sinngemäß: „Es gibt kein Problem geistlich oder natürlich, das nicht durch den Rosenkranz gelöst werden kann…“

      In den USA, in Kanada und anderen Ländern gab es aufgrund der Mission der Blauen Armee, der Militia immaculatae und der Legio Mariens in den 20er 30er und 40er Jahren 100.000e Konversionen zum Katholizismus. Alls das ist nach dem Konzil und der Neuausrichtung auch in dieser Frage zusammengebrochen, aber das ist ein anderes Thema-

      Allerdings gibt es zunehmend fast schon inflationär viele angebliche Marienerscheinungen, die entweder aus kommerziellen Gründen „entstehen“, wie Medjugorie oder der Dämon simuliert hier etwas – und ja – er ruft auch zu Gebet und Buße auf (der Teufel ist Schmerzen gewohnt), wenn er dadurch ein für ihn höheres Gut erlangen kann, wie zB die Gleichsetzung aller Religionen.
      Deswegen ist die Skepsis gegenüber Erscheinungen im Allgemeinen gesund katholisch und man sollte sich mit diesen Dingen nicht weiter beschäftigen.

      Das gilt meiner bescheidenen Meinung nach für Fatima nicht – im Gegenteil. Wir müssen natürlich IHRE (Mariens) Bedingungen annehmen!

  9. Der Schlusssatz „Deswegen sollte es Sie nicht so sehr kümmern, wie viele gerettet werden, Hauptsache Sie selbst sind dabei“ stößt mir unangenehm auf. Es kommt mir natürlich nicht auf die Anzahl der Geretteten an, aber ich kümmere mich ja nicht nur um meine eigene Seele, sondern möchte auch, dass es meinen Lieben gut gehen wird. ich möchte diese nicht belehren, zeige aber meinen Glauben stark nach außen hin und hoffe, sie damit positiv zu beeinflussen.

    1. @ Erika

      Lesen Sie doch alles zu Ende. Es ist so gemeint, dass man jetzt nicht verzweifeln sollte. Natürlich sollen wir missionieren, beten, sühnen etc. Aber letztendlich haben Sie nur auf sich selbst Einfluß. Auf Ihren eigenen Willen.

      Es stimmt einfach nicht:

      Man kann alle für Christus gewinnen.

      Manche sind prädestiniert, auf eigenen Wunsch, meine reprobiert, ebenso auf eigenen Wunsch.

      Viele werden verlorengehen, weil sie es so wollen und Gott es vorausgesehen kann. Wir wissen nicht wer es ist. Das stimmt!

      Aber stellen Sie sich vor, sie wären auf der Titanic und würden nur hin und her schwimmen, um anderen zu helfen und darüber selbst erfrieren und umkommen. Viele Menschen sind so altruistisch, dass sie sich selbst darüber vergessen.

      Bitte die ganze Reihe lesen. Sie ist recht lang.

  10. Zum Heilsegoismus fällt mir folgendes ein: Der Hl. Pfarrer von Ars predigte folgendes: „Merkt euch das; was immer ich von Gott erbat , wurde mir durch dieses Gebet gewährt. Merkt es euch: O Mutter Jesu, durch Deine unermesslichen Qualen, die erduldet hast beim Leiden und Sterben Deines Göttlichen Sohnes und um Deiner bitteren Tränen, die Du geweint hast, bitte ich dich, opfere Du den mit Wunden und Blut bedeckten Leib unseres Göttlichen Erlösers, in Vereinigung mit all Deinen bitteren Tränen und Qualen, dem Himmlischen Vater auf zur Rettung der Seelen und gewähre uns die Gnaden um die wir Dich bitten. Jesus,Maria, ich liebe Euch, rettet Seelen.(3x)“
    So sehr gefällt es dem Allmächtigen, wenn wir durch die Mutter Gottes um die Rettung der Seelen flehen, dass er alle guten Bitten erhört.
    Sagt nicht auch die Mutter Gottes in Fatima das Gleiche? „So viele kommen in die Hölle, weil niemand für sie opfert und betet..“ … Das hat sich bei mir eingebrannt. Durch unser Gebet und Opfer kann Gott ihnen die Gnade der Reue und Umkehr gewähren – und sei es in ihrer Sterbestunde , wie beim rechten Schächer. . Gott allein weiß, wann, wie und ob Rettung möglich ist. Wir müssen beten. ( Das Gebet vom Hl. Pfarrer von Ars bete ich nun täglich und lege dann meine Anliegen in die Hände der Schmerzhaften Mutter Gottes. Sie wird uns Gnade bei Gott erlangen, unsere Himmlische Königin Ester.)

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