Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Sonntage 1 – Sexagesima

Evangelium des Sonntags Sexagesima

Lk 8, 4 – 15 In jener Zeit, als viel Volk zusammengekommen war, und die Leute aus den Städten zu Jesus eilten, sprach Er zu ihnen dieses Gleichnis: «Ein Sämann ging aus, seinen Samen zu säen. Als er nun säte, fiel einiges auf den Weg; da wurde es zertreten, und die Vögel des Himmels pickten es auf. Anderes fiel auf steinigen Grund: es ging zwar auf, verdorrte aber, weil es keine Feuchtigkeit hatte. Wieder anderes fiel unter die Dornen, und die Dornen, die mit aufwuchsen, erstickten es. Anderes fiel auf gutes Erdreich, ging auf und brachte hundertfältige Frucht.» Alsdann rief Er: «Wer Ohren hat zu hören, der höre.» – Da fragten Ihn Seine Jünger, was dieses Gleichnis bedeute. Er antwortete ihnen: «Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu verstehen; den andern aber werden sie nur in Gleichnissen vorgetragen, damit sie sehen, und doch nicht sehen, hören und doch nicht verstehen. Das nur bedeutet das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. Die am Wege, das sind jene, die es hören; dann kommt der Teufel und nimmt das Wort aus ihren Herzen, damit sie nicht glauben und selig werden. Die auf steinigem Grund, das sind jene, die das Wort mit Freuden aufnehmen, sobald sie es hören; aber sie haben keine Wurzeln; sie glauben eine Zeit lang, allein zur Zeit der Versuchung fallen sie ab. Was unter die Dornen fiel, das sind jene, die es zwar hören, dann aber hingehen und es in den Sorgen und Reichtümern und Genüssen des Lebens ersticken und so keine Frucht bringen. Was aber auf gute Erde fiel, das sind jene, die das Wort hören, es in gutem, in sehr gutem Herzen bewahren und Frucht bringen in Geduld.»

Predigtext des Kirchenvaters

Auslegung vom heiligen Papst Gregor: Die Lesung des heiligen Evangeliums, die ihr, geliebteste Brüder, eben gehört habt, bedarf keiner Erklärung , sondern einer Ermahnung. Was nämlich die Wahrheit selbst erklärt hat, darüber darf menschliche Schwachheit, ohne verwegen zu sein, keine Untersuchung mehr  anstellen. Aber es ist etwas in dieser vom Herrn gegebenen Erklärung, was wir mit aller Sorgfalt erwägen müssen; denn wenn ich euch sagte, das der Same die Lehre, der Acker die Welt, die Vögel die bösen Geister, die Dornen den Reichtum bezeichnen, würde euer Sinn wahrscheinlich Bedenken tragen, es zu glauben. Darum hat sich auch der Herr gewürdigt, selbst zu erklären, was er sagte,  damit ihr es versteht, der Bedeutung auch in jenen Dingen nachzugehen, die er selbst nicht darlegen wollte.

V. Du aber, o Herr, sei uns gnädig.

R. Gott sei Dank gesagt.

Kirchengebet zum Sonntag Sexagesima

O Gott! der Du weißt, daß wir auf unsere Werke gar nicht vertrauen, verleihe gnädig, daß wir vor allem Uebel bewahret werden! Amen.

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