Wir basteln uns einen Kreuzweg

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Was kann man erreichen?

Die Betrachtung des Kreuzweges ist eine heilbringende und heiligende Tätigkeit, welche mit der Gewinnung eines Vollablasses, unter den üblichen Bedingungen verbunden ist. So bestimmt das lateinische Enchiridion indulgentiarum, d.h. die aktuelle Zusammenstellung der Ablässe, unter Nummer 63: Viae Crucis exercitium wie folgt:

Vollkommener Ablass für den Kreuzweg

Demjenigen Christgläubigen, der die fromme Übung der Kreuzwegandacht verrichtet, wird ein VOLLKOMMENER Ablass gewährt. In der Kreuzwegandacht wird der Schmerzen gedacht, die unser Göttlicher Erlöser auf seinem Weg vom Haus des Pilatus, wo Er zum Tode verurteilt wurde, bis zum Kalvarienberg, wo Er zu unserem Heil am Kreuz gestorben ist, erlitten hat. Für die Gewinnung des vollkommenen Ablasses gilt:

  1. Die Andacht muss an den dafür vorgesehenen Kreuzwegstationen verrichtet werden.

  2. Zur Errichtung eines Kreuzweges sind 14 Kreuze erforderlich, denen meist Tafeln oder Bilder beigefügt werden, welche die Leidensstationen von Jerusalem darstellen.

  3. Üblicherweise gehört zum Kreuzweg die Lesung von 14 Schriftstellen, auf welche jeweils Gebete folgen. Zum geistlich fruchtbaren Vollzug der Kreuzwegandacht genügt aber auch die Betrachtung des Leidens und Sterbens des Herrn, OHNE dass jeweils ausdrücklich die einzelnen Stationsgeheimnisse berücksichtigt werden.

  4. Zur Verrichtung der Kreuzwegandacht gehört das Gehen von der einen zur nächsten Station. Wenn beim gemeinsamen (öffentlichen) Vollzug nicht alle Teilnehmer ohne Schwierigkeiten mitgehen können, genügt es, wenn der Vorbeter sich zu den einzelnen Stationen begibt und die übrigen an ihren Plätzen bleiben.

  5. Gläubigen, denen der Mitvollzug der Kreuzwegandacht aus einsichtigem Grund nicht möglich ist, können denselben Ablass gewinnen, wenn sie in geistlicher Lesung und Betrachtung des Leidens und Sterbens unseres Herrn Jesus Christus wenigstens eine gewisse Zeit (Viertelstunde) verharren.

  6. Der Kreuzwegandacht können – im Hinblick auf die Ablassgewährung – auch andere von der kirchlichen Autorität approbierte fromme Übungen entsprechen, die dem Gedächtnis des Leidens und Sterbens unseres Herrn dienen und gleichfalls in 14 Stationen aufgebaut sind.

  7. Für die Orientalen, die diese Übung der Kreuzwegandacht nicht kennen, können die Patriarchen zur Gewinnung dieses Ablasses eine andere Frömmigkeitsform zum Gedächtnis an das Leiden und Sterben unseres Herrn Jesus Christus bestimmen. [1]

Dies bedeutet Sie können den Nachlass all ihrer zeitlichen Sündenstrafen für sich selbst oder eine Seele im Fegefeuer erwirken, wenn:

a. Sie sind im Gnadenstand und ihre letzte Beichte liegt, nach dem alten Kodex des Kirchenrechts Can. 983 § 1 nicht länger als acht Tage zurück. CIC 1983 spricht nur vom Gnadenstand (Can. 996 § 1).

b. Sie haben kommuniziert.

c. Sie haben in der Meinung des Hl. Vaters wenigstens halblaut gebetet (Pater noster und Credo)

d. Sie verrichten den Kreuzweg.

Ad d.

Unter „Verrichten des Kreuzwegs“ versteht man, dass Sie innerhalb einer Kirche, Kapelle, in welcher Kreuzwegstationen errichtet wurden, von einer Station zur anderen gehen oder dies wenigstens der Vorbeter tut. Leiden und Sterben des Herrn muss bei den 14 Stationen berücksichtigt werden. Am Praktischsten gehen Sie zuerst zur Beichte, bleiben bei der Messe und bleiben beim anschließenden Kreuzweg oder Sie selbst gehen von Station zur Station und beten den Kreuzweg nach der Messe. Damit haben Sie einen Vollablass gewonnen, denn seit dem Konzil ist ausschließlich nur ein Vollablass an einem Tag möglich. Es hört sich zwar einfach an, ist es, falls Sie in Deutschland leben, nicht. Warum? Weil man wirklich alles macht, damit die Gläubigen, die überhaupt um die Vollablässe wissen, diese aus „praktisch-pastoralen“ Gründen nicht erwirken können. Ein Beispiel gefällig? Bitte schön.

Wie sieht es praktisch aus?

In der Pfarrkirche DSDZ gibt es gar keinen Kreuzweg. Jawohl, die Kirche ist 1960 erbaut worden, aber der Kreuzweg lässt noch auch sich warten. Es gibt also keine vorgesehenen Kreuzwegstationen, die einen Vollablass ermöglichen könnten. Bei den wenigen Kreuzwegandachten, bei denen DSDZ zugegen war, wurde das Leiden und Sterben CHRISTI gar nicht erwägt, sondern das Leiden des MENSCHEN, z.B. eines notleidenden Flüchtlings oder einer alleierziehenden Mutter. Dieser Meditationen wurden z.B. von Kolping-Herren, natürlich in Rente, vorgetragen, welche sich „in der Gemeinde engagieren“ wollten und diese Gelegenheit zur Selbstdarstellung benutzten.

Fand also ein katholischer Kreuzweg überhaupt statt, der zur Gewinnung eines Vollablasses berechtigen würde?

Nein! Man kann also genauso gut wegbleiben, denn Geistliches passiert dort nichts. Da in D, A und wohl auch in CH an einem Freitag in der Fastenzeit die Abendmesse aufgrund des Kreuzwegs ausfällt, damit sich die Priester nicht überarbeiten, so haben Sie keine Möglichkeit vorher zu kommunizieren, sollten Sie auch im Gnadenstand sein. Sie müssen früh zu einer anderen Messe, falls es irgendwo zwei Messen gibt. Dann kommen Sie noch zusätzlich zum zweiten Mal an diesem Tag zur Kreuzwegandacht, bei dem das Leiden und Sterben Christi wahrscheinlich gar nicht betrachtet wird, weil dieser von:

  1. den Hausfrauen,
  2. den Firmlingen,
  3. den Kolpingherren,
  4. den Wal-Rettern,
  5. anderen

„gestaltet“ wird. Falls Sie einem Beruf nachgehen, ist eine doppelte Erscheinung in der Kirche an einem Wochentag und Arbeitstag eher ausgeschlossen, sodass Sie an einem Tag mit einer offiziellen Kreuzwegandacht keinen Vollablass gewinnen können. Während die alten Ablassvorschriften vor der Ablassreform aus dem Jahre 1968 eine Beichte und eine heilige Kommunion für acht Tage für eine Vollablassgewinnung täglich (falls nicht anders vermerkt) vorsahen (CIC 1917, Can. 931), sehen die nachkonziliaren Vorschriften Normae de Indulgentiis eine hl. Kommunion täglich für einen Vollablass vor (N. 20, § 2-3).[2] Die deutsche Fassung dieser Ablassnormen liest sich wie folgt:

  1. § 1: Zur Gewinnung eines vollkommenen Ablasses sind die Verrichtung des mit dem Ablass versehenen Werkes und die Erfüllung folgender drei Bedingungen erforderlich: sakramentale Beichte, eucharistische Kommunion und Gebet nach der Meinung des Heiligen Vaters. Darüber hinaus ist das Freisein von jeder Anhänglichkeit an irgendeine, auch lässliche Sünde erfordert.

    2: Es genügt die einmalige sakramentale Beichte, um mehrere vollkommene Ablässe zu empfangen. Einmalige eucharistische Kommunion und einmaliges Gebet nach der Meinung des Heiligen Vaters genügen jedoch nur zur Gewinnung eines einzigen vollkommenen Ablasses.

3. Die drei Bedingungen können auch mehrere Tagen vor oder nach dem vorgeschriebenen Werk erfüllt werden. Es ist jedoch geziemend, die heilige Kommunion und das Gebet nach der Meinung des Heiligen Vaters auf denselben Tag wie das Werk zu legen.[3]

Dies bedeutet praktisch, dass vor der Ablassreform von 1968 Sie an einem Sonntag beichten und kommunizieren konnten und aufgrund dieser einen Kommunion Sie jeden Tag der Woche einen Vollablass gewinnen konnten, so müssen Sie jetzt täglich kommunizieren und zur Messe gehen, um täglich einen Vollablass zu gewinnen. Leben Sie in keinem Orden und sind berufstätig, so ist dies unmöglich, zumal in Deutschland am Montag die meisten Kirchen zu sind, weil sich die Pfarrer von dem Volksansturm am Sonntag erholen müssen.

Warum hat man die Gewinnung eines Vollablasses dermaßen erschwert?

Aus demselben Grunde, weswegen man die ganze liturgische Reform eingeführt hat, damit die Menschen weniger geheiligt werden. Wir merken aber daran, dass die Ablässe etwas Reales und Wirkendes sind, da man sie ansonsten nicht so „abgespeckt“ hätte, wenn man sie nicht abschaffen konnte. Sie müssen also vor dem Kreuzweg oder danach zur hl. Kommunion gehen und auch die anderen Anforderungen an den Vollablass erfüllen, damit der Kreuzweg als ein Vollablasswerk gelten kann. Ansonsten erhalten Sie nur einen Teilablass, was natürlich auch was zählt. DSDZ muss zugeben, dass er in Deutschland sehr selten ein einem Kreuzweg teilgenommen hat und dort, wo er dies tat,  fehlte fast immer die Erwägung des Leidens Christi.

Warum erwägen denn unsere Geistlichen das Leiden Christi gar nicht?

Weil sie an die Göttlichkeit des Heilands nicht glauben. Nach außen hin werden sie zwar behaupten, dass die Erwägung des Leidens zu „blutrünstig“ (sic!), zu theologisch und „an der Lebenswirklichkeit des modernen Menschen“ vorbei sei. Dies sollte auch der Fall sein, denn es handelt sich um den Kreuzweg CHRISTI  und NICHT des MENSCHEN. Die Erlösung fand ja nur dadurch statt, weil Christus Gott war und ist, sodass und nur er als Gott-Mensch Gott dem Vater und der göttlichen Gerechtigkeit das Lösegeld für die Sünden der Menschheit zahlen konnte. Es ist die große Würde Christi, in der hypostatischen Union innerhalb der Heiligsten Dreifaltigkeit, seine Würde als Gott, weswegen seinem Leiden eine so große Bedeutung zukommt. Weil aber der zeitgenössische theologische Betrieb einen platten Arianismus lehrt, deswegen wissen es unsere Priester nicht, falls sie an irgendetwas noch glauben, was das Eigentliche des Leidens Christi ausmacht, da sie die ontische Realität der Sünde, es sei denn, es ist die „Umweltsünde“ ebenfalls leugnen. Das Ziel des Kreuzweges besteht darin dem Sünder die Wahrheit vor die Augen zu stellen, wie viel seine Sünden Christus gekostet haben, damit der Sünder zu sündigen aufhört. Sie wollen nicht mehr sündigen, weil es Christus, den Sie lieben, es so weh tut! Daher diese plastische Darstellung des Kreuzweges auf Bildern und in vielen früheren Predigten. Man wird reumütig, wenn man das Leiden sieht und man sieht es, wenn man etwas Sichtbares vor Augen hat, wozu die Kreuzwegstationen dienen.

Ein eigener Kreuzweg

Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Punkt unseres Beitrags. Sie müssen sich zuhause Ihren eigenen Kreuzweg schaffen, weil Sie in Deutschland für die 6 Milliarden Kirchensteuer, das auch Sie letztes Jahr zahlten, in Ihrer Kirche weder

  • einen richtigen Kreuzweg noch
  • eine richtige Kreuzwegandacht

erwarten können und Ausnahmen bestätigen die Regel. In vielen Kirchen, wie in der Pfarrkirche von DSDZ, ist die erste Bedingung der Vollablassgewinnung unerfüllbar:

  1. Die Andacht muss an den dafür vorgesehenen Kreuzwegstationen verrichtet werden.

fast immer aber wird die dritte Bedingung vernachlässigt:

3. Üblicherweise gehört zum Kreuzweg die Lesung von 14 Schriftstellen, auf welche jeweils Gebete folgen. Zum geistlich fruchtbaren Vollzug der Kreuzwegandacht genügt aber auch die Betrachtung des Leidens und Sterbens des Herrn, OHNE dass jeweils ausdrücklich die einzelnen Stationsgeheimnisse berücksichtigt werden.

deswegen kommt in diesem Kontext die fünfte Bedingung zum Einsatz, die folgendermaßen lautet:

5. Gläubigen, denen der Mitvollzug der Kreuzwegandacht aus einsichtigem Grund nicht möglich ist, können denselben Ablass gewinnen, wenn sie in geistlicher Lesung und Betrachtung des Leidens und Sterbens unseres Herrn Jesus Christus wenigstens eine gewisse Zeit (Viertelstunde) verharren.

Fehlender Kreuzweg und fehlende Betrachtung des Leidens und Sterbens Christi ist ein einischtiger Grund diese Andacht zuhause zu absolvieren. Sollte aber in Ihrer Pfarrgemeinde, wider erwarten, alles richtig vor sich gehen, sodass beim Kreuzweg wirklich von Christus und nicht den Walen geredet wird, so gehen Sie dorthin, denn es ist ein öffentlicher Kult Gottes. Aber die Vollablassgewinnung sollte nicht die ausschließliche Motivation sein den Kreuzweg zu beten, sondern sie sollte darin bestehen den zu betrachten, den man liebt – Christus. Es empfiehlt sich deswegen zuhause an jedem Freitag der Fastenzeit den Kreuzweg mithilfe eines alten Andachtsbuches zu beten, am besten im Knien, um die Fastenzeit richtig zu erleben. Um etwas aber zu betrachten, muss man die Bilder vor Augen haben.  DSDZ erstand vor Jahren auf ebay.de einen Kreuzweg, den er nicht richtig zu benennen weiß, der aber sehr praktisch ist. Diese, nennen wird es, Kreuzweg-Vorrichtung ist klein, zusammenklappbar, vielseitig einsetzbar.

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Sie können sie in den Händen halten, betrachten und nach der Gebetszeit wieder verstauen. Sie brauchen sich keinen eigenen Kreuzweg zu kaufen, wofür Sie wohl ein eigenes Gebetszimmer oder eine Privatkapelle bräuchten. Es gibt durchaus Kreuzwegstationen im Handel, die für Privatpersonen gedacht sind, die aber DSDZ ästhetisch wenig gelungen findet, um es höflich auszudrücken. Sollten Ihnen diese, meistens in Italien erhältlichen Kreuzwege, auch gefallen, dann brauchen Sie leere Wände, um sie aufhängen zu können. In einem Wohnzimmer wird es wirklich komisch aussehen. Eine Alternative zu 14 Stationsbildern bieten vielleicht Kreuze mit eingravierten Kreuzwegstationen, wenn sie nur nicht so hässlich und postkonziliar wären. Außerdem sind sie auch für ein ständiges Aufstellen oder Aufhängen gedacht. Es gibt zwar aufklappbare Kreuzwegtafeln oder auch einfache Tafeln, die sich leider gegen die Schönheit als Attribut Gottes versündigen. Bei seinen Nachforschungen zu diesem Thema entdeckte DSDZ, dass es sog. Fastenkrippen oder Passionskrippen gibt, bei welchen man aus Figuren Stationen des Kreuzweges vom  Letzten Abendmahl bis zur Auferstehung nachstellen kann. Unter dem Stichwort „Passionsfiguren“ können Sie im Internet allerhand auch recht günstig finden. Sie brauchen aber dazu einen Riesentisch, wohl wie bei einer Modelleisenbahn, um all das aufstellen zu können. DSDZ hat es noch niemals in echt gesehen und fragt sich, wer wohl so etwas anwendet und wie er es tut. Sie können sich natürlich diese Figuren zulegen und bei der Betrachtung der Kreuzwegstationen sie einfach auswechseln und später wegpacken. Die praktischste Lösung erscheint uns aber sich selbst sein „Kreuzwegbüchlein“ zu basteln, welches an diesem hier orientiert sein kann. Sie kaufen sich einfach eine kleine Mappe, in die Sie ausgedruckte Bilder von Kreuzwegstationen legen können, die Sie im Internet finden. Einfach und günstig. Sie können sich natürlich auch ein Bilderbuch basteln, indem Sie die ausgedruckten Bilder einfach rein kleben. Falls Sie künstlerisch begabt sind, können Sie die Bilder auch selbst malen. Das Ziel ist ein bebildertes Andachtsbüchlein zu besitzen, dessen Bilder Sie zur Betrachtung des Kreuz- und Leidensweges animieren. Ganze Kreuzwege zum Ausdrucken finden Sie hier, hier oder hier. Da jeder von uns einen anderen Geschmack hat, so sollte sich jeder durch das Internet durchklicken, um diejenigen Kreuzwegstationen auszusuchen, die ihn ästhetisch ansprechen und zu ihm passen.

Kreuzweg beten, aber wie?

Eine alte Kreuzwegandacht finden Sie ab Seite 344 in diesem alten Andachtsbuch, welches viele wertvolle Gebete auf Deutsch enthält. Wie geht man vor?

  • Sie machen ein Kreuzzeichen,
  • Sie erwecken die Intention, mit welchen Sie diesen Kreuzweg beten,
  • Sie betrachten nacheinander die Stationsbilder,
  • und beten die im Gebetbuch aufgeführten Gebete laut vor.

Bei der Bildbetrachtung schauen Sie sich das Bild von z.B. Verurteilung Jesu an und versuchen Sie mehrere Minuten lang sich diese Szene so plastisch wie möglich vorzustellen. In allen Perspektiven und aus allen Kamerawinkeln sozusagen. Versuchen Sie zu hören, was die Menschen sagten, die Gerüche zu riechen, die Hitze zu spüren, die Emotionen nachzuempfinden, was mag z.B. in Pilatus, in den Hohepriestern und in Christus selbst vorgegangen sein. Erwecken Sie dabei die Gefühle des Mitleids und der Reue, denn Christus hat es Ihretwegen auf sich genommen. Dann beten Sie die Gebete laut vor und, falls es geht, gehen Sie auf den Knien ein paar Schritte hin und her oder im Zimmer herum, um das Gehen zwischen den Stationen zu imitieren. Ja, es ist mühsam, aber es ist der Kreuzweg, sonst sind wir wieder bei der Klimaerwärmung, den Walen und dem Kolpingverein. Sie werden merken, wie schnell Sie in den Leidensweg Christi gleichsam hineinwachsen werden, wenn Sie sich mit seiner Passion so betrachtend auseinandersetzen. Sie sollen aber bei dieser Betrachtung ihre Vorstellungskraft und Gefühle einsetzen, nicht ihren Intellekt. Sie sollen mitleiden, nicht mitdenken. Zum Denken gibt es andere Gelegenheiten und Mittel. Sie sollten für solch einen privaten Kreuzweg mindestens 60 Minuten einplanen, denn so lange wird es mit der Betrachtung mindestens dauern. Auf diese Art und Weise werden Sie immer mehr in das Kreuzopfer Christi hineinwachsen, dass Sie auf dem Altar bei der Messe erleben. Amen.

Anbei das Inhaltsverzeichnis des Andachtsbuches:

 

 

 

Anbei die Datei, Originalfassung von 1822 zum Runterladen, Kreuzweg ab Seite 344.

Gebete, Kreuzwegandacht

 

Hier die moderne Fassung von davillatollkuehn des Kreuzwegs, mit Bildern

Als Pdf-Datei:

Der Kreuzweg

Als Word-Datei:

Der Kreuzweg

[1]Guillet, Arnold (Hg.), Die Ablassgebete der katholischen Kirche, Bern: Christiana Verlag 20067, 85.

[2] § 2.36 Unica sacramentali confessione plures indulgentiae plenariae acquiri possunt; unica vero communione eucharistica et unica oratione ad mentem Summi Pontificis una tantum indulgentia plenaria acquiritur.

3.37Tres condiciones perfici possunt pluribus diebus ante vel post praescripti operis exsecutionem; convenit tamen ut communio et oratio ad mentem Summi Pontificis peragantur ipso die quo instituitur opus.

[3] Ablassgebete, 19.

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16 Einträge zu „Wir basteln uns einen Kreuzweg

  • Kruzifixe (in Wohnungen) können Heilige Messen (und Kirchengebäude) ersetzen. Bestimmte alternativ-christliche und europäisch-heidnische Strömungen (sofern diese nicht übermäßig hedonistisch sind, nicht rechtsextrem sind usw.) müssen gefördert werden. Der Glaube an einen „Sohn Gottes“ ist ein überholter (veralteter) Guru-Glaube. Mystische Erfahrungen sind nicht auf „Gnade“ zurückzuführen, sondern auf Naturgesetze. Die Welt wurde nicht von Gott „erschaffen“, sondern existiert von Natur aus (und seit ewig). Es gibt einen Bereich in der Natur (und im Unbewussten), der dem Menschen (genauer: dem Ich-Bewusstsein) ewig unzugänglich ist.

    Ein Mensch sollte seine Willenskraft und Liebe vergrößern. Es ist wichtig, gesundheitsbewusst zu leben und sich unegoistisch zu verhalten. Es ist sinnvoll, die körperliche Leistungsfähigkeit zu vergrößern, diverse Herausforderungen zu meistern, die Natur zu schützen usw. Und dann sollte man sich morgens unmittelbar nach dem Aufwachen auf einen Wunsch konzentrieren und sich (nochmal) in den Schlaf sinken lassen. Durch Traumsteuerung (oder im halbwachen Zustand nach dem Aufwachen) kann man zu mystischen Erfahrungen (und Heilen wie Jesus) gelangen. Der Mensch (genauer: das Ich-Bewusstsein) kann mystische Erfahrungen nicht bewirken, sondern nur vorbereiten. Bestimmte Meditations- und Yoga-Techniken, Hypnose, Präkognition usw. sind gefährlich. Traumsteuerung ist auch ohne luzides Träumen (das u. U. gefährlich ist) möglich. Man sollte sich nur dann einen luziden Traum wünschen, wenn man durch Traumdeutung herausgefunden hat, dass man dafür die nötige Reife hat. Oder man kann sich vor dem Einschlafen wünschen, dass sich nur Dinge ereignen, für die man die nötige Reife hat. Es ist gefährlich, während eines luziden Traumes zu versuchen, den eigenen schlafenden Körper wahrzunehmen. Luzide Träume dürfen nicht durch externe Reize (Drogen, akustische Signale usw.) herbeigeführt werden. Man kann sich fragen, ob eine Zeitdehnung in Träumen möglich ist. Zudem, wie sich Schlaf-Erlebnisse von Tiefschlaf-Erlebnissen (und Nahtod-Erlebnissen usw.) unterscheiden. Die Bedeutung eines symbolischen Traumgeschehens kann individuell verschieden sein und kann sich im Laufe der Zeit ändern.

    Es bedeutet eine Entheiligung der Natur, wenn Traumforscher die Hirnströme von Schlafenden messen. Die Wissenschaft darf nicht alles erforschen. Es ist z. B. gefährlich, wenn ein Mensch erforscht, ob er einen freien Willen hat. Es ist denkbar, dass ein Mensch gerade durch die Erforschung der Beschaffenheit des Willens seinen freien Willen verliert. Zudem besteht die Gefahr, dass ein Mensch verrückt wird, wenn er sich fragt (wie schon vorgekommen), ob das Leben nur eine Illusion ist. Das Leben ist real. Es kann in Teilbereichen auf wissenschaftlichen (und technischen) Fortschritt verzichtet werden. Es ist z. B. falsch, Hochgeschwindigkeitszüge zu bauen. Es sollte lange Sabbatzeiten (u. a. für Berufsgeschädigte) anstatt Rentenzeiten geben (denn es gibt kein biologisches Altern). Nicht-Berufstätige sollten in relativ kleinen Orten (insbesondere in Dörfern) wohnen. Berufstätige eher (aber nicht nur) in relativ großen Orten. Es ist sinnvoll, dort zu wohnen, wo man arbeitet (in Verbindung mit wirtschaftlicher Subsidiarität). Diese und weitere Maßnahmen (z. B. Fernkurse) führen dazu, dass fast alle Privatfahrzeuge (nicht Firmenfahrzeuge) überflüssig werden. Es ist sinnvoll, überflüssige Dinge (nicht-leistungsgerechte Vermögen, Kreditwesen, Werbung, Urlaubsindustrie, Luxusgüter, Rüstung usw.) abzuschaffen. Der MIPS muss gesenkt werden (moderne Verfahren erhöhen die Recyclingquote, ein Öko-Auto fährt über 3 Mio. km, ein 1-Liter-Zweisitzer-Auto spart Sprit usw.). Ein Mensch kann im kleinen und einstöckigen 3-D-Druck-Haus (Wandstärke ca. 10 cm) mit Nano-Wärmedämmung wohnen. Wenn die Menschen sich ökologisch verhalten, kommt es zu einer günstigen Erwärmung im Winter (siehe Wikipedia „Zeitreihe Lufttemperatur“, Messwerte in Dekaden). Denn das Klima ist (so wie das Leben) in der Lage, sich positiv weiterzuentwickeln. In der Medizin sollte u. a. die Linsermethode gegen Krampfadern (auch dicke) eingesetzt werden. Es ist wichtig, den Konsum von tierischen Produkten (und Süßigkeiten und Eis) zu reduzieren oder einzustellen. Hat man eine bestimmte Reife, kann man sich vegan ernähren oder von Urkost ernähren (oder sogar fast nahrungslos leben). Die berufliche 40-Stunden-Woche kann durch die 4-Stunden-Woche ersetzt werden (Lohnausgleich erfolgt nur zu einem kleinen Teil). Wenn die Menschen sich richtig verhalten, werden die Berufe zukünftig zunehmend und beschleunigt (!) beseitigt.

    • @ Öko-Thesoph

      Sie haben Unrecht, aber wir stellen diesen Kommentar als Diskussionsbeitrag dennoch zur Verfügung, er ist sehr vermischt und recht esoterisch, aber jeder fängt klein an, sozusagen. Es wird uns klar, wie wichtig es ist auch rein rational argumentieren zu können.

      • @ Traditio et Fides
        Es ehrt Sie, dass Sie auf Ihrem Blog eine freie Meinungsäußerung zulassen. Doch würde es mich freuen, Sie würden mal genauer erklären, warum ich unrecht habe.

    • „Und dann sollte man sich morgens unmittelbar nach dem Aufwachen auf einen Wunsch konzentrieren und sich (nochmal) in den Schlaf sinken lassen.“
      Das mache ich fast jeden morgen. Ich schlage den Wecker einen auf den Kopf und wünsche mir das er nun für immer schweigen würde.
      Per Mariam ad Christum.

  • @ Öko-Theosoph

    Theologie ist ein Axiomensystem, bei welche, wie bei Mathematik, Logik oder z. B. Geometrie man bestimmte Axiome annimmt, ohne sie zu beweisen, welches sich im Verlaufe des Beweisprozesses und der Bildung der Theoreme bewahrheiten.

    Um es ganz einfach auzudrücken: ihre Grundsätze und Denkmethoden sind dermaßen anders als diejenigen, die wir hier vertreten, dass eine Diskussion wirklich keinen Sinn hat, weil wir aneinander vorbei argumentieren werden.

    Nehmen wir diese Aussage:

    Der Glaube an einen „Sohn Gottes“ ist ein überholter (veralteter) Guru-Glaube.

    Sie definieren „Glauben“ ganz anders als wir, denn für uns ist es die Zustimmung des Verstandes zu einger geoffenbarten Wahrheit. Es ist als würden Sie eine Gleichung intellektuell anerkennen oder auch nicht. Das hat nichts mir persönlicher Überzeugung zu tun, sondern es ist die Anerkennung einer geoffenbarten und übernatürlichen Realität.

    Weil Gott ewig ist und seine Offenbarung auch, deswegen kann nichts, was den Glauben, im o.a. Verständnis ausmacht, veraltet sein, weil die Zeit keine Rolle spielt.

    Christus ist auch kein Guru, weil nicht psychisch manipuliert und nicht mehr körperlich unter uns weilt.

    Es ließe sich so weiter fortsetzen. Vielleicht sind Sie an der Beantwortung einer Frage für 20 EUR interessiert? Wenn man sich Ihren Kommentar anschaut, würde ich reich werden. Aber für Wanddämmung und Linsermethode fühle ich mich nicht zuständig.

  • Es gibt heutzutage eine grossse Anzahl von Menschen „auf dem spirituellen Weg“, die so funktionieren. Ist Willigis Jäger ein Begriff? Benediktinermönch, jedenfalls ehemaliger. Bin in der Überlegung für eine auf dieses Thema abzielende 20 Euro-Frage. Es könnte aus Zeitgründen aber noch etwas dauern.

      • Noch schlimmer!
        Er ist – glaube ich – offiziell exkommuniziert oder mußte – um dem vorzukommen – sein Kloster (bei Würzburg) verlassen.

      • @ Lisle

        Ja, ich lese es gerade:

        Portrait Drucken
        Willigis Jäger verkörpert eine konfessionsunabhängige zeitgenössische Spiritualität, die den spirituell Suchenden des 21. Jahrhunderts Antworten auf ihre drängenden Fragen gibt.

        Als Zenmeister und Kontemplationslehrer ist er sowohl von der christlich-abendländischen Mystik als auch dem östlichen Zen geformt und geht gleichzeitig über beide Konfessionen hinaus auf das, was allen spirituellen Wegen des Westens und des Ostes zugrunde liegt. Sein Verständnis der West-Östlichen Weisheit basiert auf

        der Philosophia perennis, die ihren aktuellen Ausdruck im integrativen Denken und Handeln findet. Teil dieser Vision ist die Einbeziehung der modernen Naturwissenschaften, sowie das wirtschaftlich-politisch-soziale Handeln, im dem sich die Übung im Alltag manifestiert.

        Willigis Jäger ist der Begründer des Benediktushofes in Holzkirchen, einem Zentrum für spirituelle Wege, wo er lebt und arbeitet. Er ist Mitbegründer und Initiator zahlreicher Zentren in Deutschland und Europa. Seine Vision einer globalen und konfessionsübergreifenden Spiritualität findet ihren Ausdruck in zahlreichen Büchern und in der breiten Anerkennung durch Weggefährtinnen und Weggefährten in Ost und West. Er wurde sowohl von japanischen wie auch von chinesischen Zenlinien als Zen- (chin. Chan-) Meister bestätigt. Als Gründer der Zenlinie „Leere Wolke“ und Erneuerer der abendländischen Kontemplation begleitet er weltweit zahlreiche Menschen auf ihrem spirituellen Weg.

        Er ist Stifter der „West-Östliche Weisheit Willigis Jäger Stiftung“, die den Menschen, die sich durch seine Vision angesprochen fühlen, eine international tätige Plattform bietet

        https://www.benediktushof-holzkirchen.de/willigis-jaeger/97-portrait.html

  • Als der Benediktushof in Holzkirchen längst (wie soll ich sagen) seinen Betrieb aufgenommen hatte, stand er plötzlich auf einem Foto als Professjubilar unter Professjubilaren im Benediktinerhabit in der Benediktinerabtei Münsterschwarzach … ist schon weit über zehn Jahre her, seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört.

    Er muss jetzt wohl 90 Jahre alt sein (sofern er noch lebt).

    Zur Eröffnung des Benediktushofes oder kurz danach erschien ein Artikel in der Zeitung, wo der Benediktushof vorgestellt wurde. Dort wurden und vermutlich werden auch Taufrituale vollzogen … Es gibt nur eine Taufe.

    • „Als der Benediktushof in Holzkirchen längst (wie soll ich sagen) seinen Betrieb aufgenommen hatte, stand er …“
      Entschuldigung, „er“ ist selbstverständlich nicht der Benediktushof, sondern Willigis Jäger …

  • @ Traditio et Fides
    Ich habe nicht gesagt, dass Christus ein Guru ist. Sondern er wurde von seinen Jüngern als Guru verehrt, obwohl er eigentlich kein Guru sein wollte.
    Willigis Jäger ist in der Tat ein positives Beispiel. Außerdem C. G. Jung, Rudolf Steiner und Ken Wilber.

    • @ Öko-Theosoph

      Da sind Sie mit diesen Namen bei uns völlig falsch, aber so was von … wie die ältere Jugend bereits sagt.

      Dennoch stellen Sie ein Beispiel eines Menschen dar, der sehr häufig vorkommt, der sich wegen Mangel an geistlichen Inhalten in der katholischen Kirche, wo die Wale gerettet werden oder sonstiges politisch abhängiges Gutmenschentun verstanstaltet wird, zur Esoterik, Okkultismus oder Sie übergeben sich einfach dem Teufel, als personenhaftes geistiges Wesen verstanden, zur ewigen Verderbnis. Sie sind in Gefahr, obwohl Sie es wohl anders sehen!

    • @Öko-Theosoph
      Ob es einem C.G. Jung, Rudolf Steiner oder Ken Wilber passt oder nicht. Er ist der Sohn Gottes. Punkt. Gurus sind diejenigen die ständig an ihm herumkratzen tun weil sie ihm das Wasser nicht reichen können. Muß man sich ständig mit diesen Albernheiten vor diesem großen Gott beschäftigen und das auch noch in einem katholischen Forum.

  • @Öko-Theosoph
    „Wenn die Menschen sich ökologisch verhalten, kommt es zu einer günstigen Erwärmung im Winter (siehe Wikipedia „Zeitreihe Lufttemperatur“, Messwerte in Dekaden).“
    Ich muß doch sehr bitten. Wir leben im Klimaerwärmungswandel und die Gefahr wird von Tag zu Tag größer das ihre heißgeliebte Mutter Natur wie eine Bratwurst auf dem Grill geröstet wird und sie wollen auch noch wärmere Winter. Ich bin maßlos enttäuscht von ihnen den ich hatte geglaubt das ein Öko-Theosoph in den Wirren dieser Zeit mir eine verläßliche Richtschnur sein könnte. Nun muß ich mir wieder selber den Weg zur Erkenntnis suchen obwohl ich kaum Zeit dazu habe.
    Per Mariam ad Christum.

  • @Öko-Theosoph
    Als ich Ihren ersten, sehr umfangreichen Kommentar las, kam mehr und mehr ein Befremden in mir auf.
    Es kam mir in den Sinn, dass Sie jemand sind, der denkt, die Menschen hätten alles, wirklich alles im Griff.
    Man muss nur gesundheitsbewusst leben, möglichst vegan essen, versuchen die körperliche Leistungsfähigkeit zu vergrößern, die Natur schützen usw., dann wird alles gut.
    Was Sie aufzählen ist ja nicht falsch, besonders Ihr HInweis, sich nicht egoistisch zu verhalten. Nur – rein vegan essen z.B. ist nicht jedermanns Sache, ausserdem hat „vegan“ einen ideologischen Beigeschmack, zumindest für mich.
    Und die Leistungsfähigkeit steigern – wie erklären Sie das den Alten und Kranken, denen die körperlich nicht „funktionieren“?
    Für Sie gibt es Gott nicht, die Natur hat sich selbst gemacht.

    Was mich betrifft – ich kam relativ spät zum Glauben und ich bin unglaublich froh und dankbar, dass dies mir widerfahren ist. Obwohl die Umstände, die dazu führten, sehr schmerzhaft und extrem schockierend waren.
    Ein Leben ohne Glauben an Gott kann ich mir heute gar nicht mehr vorstellen und will es auch nicht.
    Ich möchte Ihnen keine Angst machen. Aber spätestens, wenn Sie einmal auf dem Kranken- bzw. Sterbelager liegen, werden Ihnen die Augen aufgehen. Dann werden Sie mit einer Wirklichkeit konfrontiert, der Sie bis dahin keinen Platz eingeräumt haben.
    Und Sie werden erkennen!
    Gottes Segen für Sie, werter Öko-Theosoph!
    Möge ER die Hand über Sie halten!

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