Placuit Deo oder die Vorbereitung der Proskriptionslisten (2 von 3)

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Das dritte Kapitel von Placuit Deo ist ein Füllsel, dies bedeutet es enthält Wahrheiten mit Banalitäten vermischt, um den Leser einzulullen und irgendwie an den Inhalt zu gewöhnen und den kommenden Schlag zu vermindern. Wirklich alle nachkonziliaren Dokumente ab Sacrosanctum Concilium bis Amoris Laetitia haben diese Eigenschaft, dass sie äußerlich rechtgläubig wirken, aber den Worten und theologischen Begriffen eine andere Bedeutung beilegen. Das Lehramt vor Vat. II hat wirklich oft die verwendete Sprache als solche verurteilt (DH 2600, 3886 4871 2814 2876, 2913, 3139, 3140, 3894, 3499, 3879), welche in häretischer Absicht dazu führen sollte zu verwirren und zu verklausulieren oder zu „rahnerisieren“. So lesen wir Breve »Eximiam tuam« an den Erzbischof von Köln, 15. Juni 1857 bei der Verurteilung der Schriften Günthers:

Auch werden Wir nicht mit Schweigen übergehen, daß in den Büchern Günthers die gesunde s p r a c h l i c h e Form aufs schwerste verletzt wird, so als ob man die Worte des Apostels Paulus [2 Tim 1,13] oder jene vergessen dürfte, die Augustinus nachdrücklich zu bedenken gab: »Uns ist es heilige Pflicht, nach einer bestimmten Maßgabe zu reden, damit die Willkür bei den Worten nicht auch in Bezug auf die Sachen, die durch diese bezeichnet werden, eine gottlose Meinung erzeuge«. (DH 2831)

Aber die Meister der sprachlichen Verwirrung nach dem Motto: nach links blinken und nach rechts abbiegen waren natürlich die Modernisten, deren Ansatz in der Enzyklika Humani generis (1950) von Pius XII. verurteilt wurde. Die Unterstreichung stammt von Dem Schreiber Dieser Zeilen.

Was aber die Theologie betrifft, so ist es die Absicht mancher, die Bedeutung des Dogmas möglichst auszudünnen und das Dogma selbst von der in der Kirche seit langem gebräuchlichen Ausdrucksweise und von den bei den katholischen Lehrern geltenden philosophischen Begriffen frei zu machen, damit in der Darlegung der katholischen Lehre zur Redeweise der Heiligen Schrift und der heiligen Väter zurückgekehrt werde.

Sie hegen die Hoffnung, daß das Dogma, der Elemente entkleidet, die nach ihren Worten der göttlichen Offenbarung fremd sind, fruchtbar mit den Lehrmeinungen derer verglichen werden könne, die von der Einheit der Kirche getrennt sind, und daß man auf diesem Wege Schritt für Schritt zu einer gegenseitigen Angleichung des katholischen Dogmas und der Ansichten der Andersgläubigen gelangen könne. (DH 3881)

Außerdem behaupten sie, wenn die katholische Lehre in diese Verfassung gebracht sei, dann werde ein Weg geebnet, auf dem man den heutigen Erfordernissen Rechnung tragen und das Dogma auch in den Begriffen der heutigen Philosophie ausdrücken könne, sei es des »Immanentismus«, des »Idealismus«, des »Existentialismus« oder einer anderen Lehre. Manche behaupten noch kühner, dies könne und müsse auch deshalb geschehen, weil die Geheimnisse des Glaubens niemals – wie sie erklären – mit wahren Begriffen angemessen bezeichnet werden könnten, sondern nur mit sogenannten »approximativen« und immer veränderlichen Begriffen, durch die die Wahrheit zwar bis zu einem bestimmten Grade angezeigt, aber notwendigerweise auch umgestaltet werde. Deswegen, meinen sie, sei es nicht abwegig, sondern ganz und gar notwendig, daß die Theologie angesichts der verschiedenen Philosophien, deren sie sich im Laufe der Zeiten als ihrer Werkzeuge bedient, alte Begriffe durch neue ersetze, so daß sie zwar auf verschiedene und sogar in gewisser Hinsicht entgegengesetzte Weisen, die jedoch – wie sie sagen – dasselbe bedeuten, dieselben göttlichen Wahrheiten auf menschliche Weise wiedergebe. Sie fügen hinzu, daß auch die Geschichte der Dogmen in der Wiedergabe verschiedener und aufeinander folgender Gestalten bestehe, in die sich die geoffenbarte Wahrheit gehüllt habe, gemäß den verschiedenen Lehren und Auffassungen, die im Laufe der Jahrhunderte entstanden seien. (DH 3882)

Aus dem, was Wir sagten, wird aber deutlich, daß derartige Bemühungen nicht nur zu einem sogenannten dogmatischen »Relativismus« führen, sondern diesen schon tatsächlich zum Inhalt haben; und zwar fördert diesen die Verachtung der allgemein überlieferten Lehre und jener Ausdrücke, mit denen diese bezeichnet wird, mehr als genug.

Freilich gibt es niemanden, der nicht sähe, daß die Ausdrücke für derartige Begriffe, die sowohl in den Schulen als auch vom Lehramt der Kirche selbst verwendet werden, vervollkommnet und verfeinert werden könnten; und außerdem ist es bekannt, daß die Kirche bei der Verwendung derselben Ausdrücke nicht immer beständig war. Es ist auch klar, daß sich die Kirche nicht an jedes beliebige philosophische System binden kann, das nur eine kurze Zeitspanne Bedeutung hat: das aber, was in gemeinsamer Übereinstimmung von den katholischen Lehrern durch mehrere Jahrhunderte hindurch verfaßt worden ist, um zu einem Verständnis des Dogmas zu gelangen, stützt sich zweifellos nicht auf eine so hinfällige Grundlage.

Es stützt sich nämlich auf die Prinzipien und Begriffe, die aus der wahren Erkenntnis der geschaffenen Dinge abgeleitet wurden; und zwar leuchtete durch die Kirche bei der Ableitung dieser Erkenntnisse dem menschlichen Geist die von Gott geoffenbarte Wahrheit wie ein Stern. Deshalb ist es nicht verwunderlich, daß einige derartige Begriffe von den ökumenischen Konzilien nicht nur verwendet, sondern auch festgelegt wurden, so daß es nicht erlaubt ist, von ihnen abzuweichen.…

Die Verachtung der Ausdrücke und Begriffe aber, deren sich die scholastischen Theologen zu bedienen pflegen, führt von selbst zur Schwächung der sogenannten spekulativen Theologie, die ihrer Auffassung nach, da sie sich auf eine theologische Argumentation stütze, der echten Sicherheit entbehre.… (DH 3883)

In dem o.a. Zitat aus Humani generis finden Sie mehr theologische Inhalte als im Schrifttum des nachkonziliaren Lehramtes der letzten 10 Jahre. Sie müssen DSDZ aufs Wort glauben, wenn er sagt, dass bei der Lektüre der rechtgläubigen vorkonziliaren Theologie, in welcher Sprache auch immer, man mit präzisen Termini und einer präzisen Gedankenführung zu tun hat. Aber wir sind seit langem dermaßen daran gewöhnt, dass die Sprache der Theologie einem ungefähren, klebrigen, süßlich-emotionalen Irgendwas ähnelt, das weder Stringenz, noch Konsistenz oder Bedeutung hat, dass man sich irgendwie mulmig fühlt, ohne genau zu wissen, wo man sich vergiftet hat. Das Problem liegt einfach darin, dass wir keine katholischen also vorkonziliaren Texte kennen, da es sehr wenige vorkonziliar-katholisch denkende und schreibende Theologen gibt. Während aber Humani generis die Umkehrung der theologischen Wortbedeutungen anprangert, ist Placuit Deo dermaßen von theologischer Bedeutung frei, dass man wirklich nicht sein Pulver daran verschießen sollte. Es ist ein Rettet-die-Wale-Blah-Blah-Blah, wie halt unter Franziskus. Man weiß wirklich nicht, worüber man sich mehr in diesem dritten Kapitel wundern sollte: über dessen Banalität oder Horizontalismus, denn er handelt nur vom Diesseits mit Gott gleichsam als Sahneklecks. Ja, wir gehen ein. Es ist noch dürftiger als unter Johannes Paul II, noch dürftiger als bei Benedikt, wir sind bei Bergoglio angelangt. Diese intellektuelle Dürftigkeit der u.a. Zeilen ist wahrscheinlich, wie Ann Barnhardt und nicht nur diese vermutet der (homo-)sexuellen Aktivität ihrer Macher geschuldet, denn nichts zerstört sosehr den Intellekt und die übernatürliche Sicht der Dinge wie die Sünde der Unkeuschheit (luxuria).

III. Die menschliche Sehnsucht nach Heil

  1. Der Mensch erfährt sich direkt oder indirekt als ein Rätsel: Wer bin ich, der ich lebe, aber das Prinzip meines Daseins nicht in mir habe? [Alter existentialistischer Hut] Jede Person sucht auf ihre Weise das Glück und strebt danach, es durch den Einsatz der ihr zur Verfügung stehenden Mittel zu erlangen. Diese allgemeine Sehnsucht kommt aber nicht notwendig zur Sprache oder zum Ausdruck. [So?] Sie ist viel geheimer und verborgener, als es scheinen mag, sie zeigt sich vor allem in Situationen der Not. Sehr oft deckt sie sich mit der Hoffnung auf körperliche Gesundheit. Manchmal nimmt sie die Form der Sorge um größeren wirtschaftlichen Wohlstand an. Häufig zeigt sie sich im Wunsch nach innerem Frieden und unbeschwertem Zusammenleben mit dem Nächsten. Das Streben nach Heil zeigt sich als Mühen um ein höheres Gut, trägt aber immer wieder auch das Merkmal des Widerstands und der Überwindung des Schmerzes an sich. Zum Kampf um die Erlangung des Guten kommt das Mühen um Schutz vor dem Bösen: vor Unwissenheit und Irrtum, vor Gebrechlichkeit und Schwäche, vor Krankheit und Tod. [Das ist ein reiner Naturalismus und Horizontalismus]

  1. Im Blick auf diese Sehnsucht lehrt uns der Glaube an Christus, der jeden Anspruch auf Selbstverwirklichung zurückweist [Wer denn? Christus oder der Glaube? Stimmt aber nicht, denn sagt, dass es seine Speise ist den Willen des Vaters zu tun (Joh 4,34), seine Mission also seiner Natur entspricht und ebenso entspricht der Glaube der Natur des Menschen, der nach Gottes Bild und Abbild geschaffen wurde], dass sie ganz nur dann in Erfüllung gehen kann, wenn Gott selbst dies möglich macht und uns an sich zieht. Das wahre Heil des Menschen besteht nicht in Dingen, die er von sich aus erlangen könnte, wie etwa in Besitz oder materiellem Wohlstand, in Wissenschaft oder Technik, Macht oder Einfluss auf andere, gutem Ruf oder Selbstgefälligkeit.[1] Nichts Geschaffenes kann den Menschen ganz erfüllen, weil Gott uns zur Gemeinschaft mit ihm bestimmt hat und unser Herz ruhelos ist bis es ruht in ihm.[2]«In Wahrheit gibt es nur eine letzte Berufung des Menschen, die göttliche».[3] [Stimmt, aber nur wenn man die differentia specifica oder differentia ontologica berücksichtig. D.h. den Unterschied zwischen Gott als der Übernatur und dem Menschen und der Natur. Sonst kommt man zum gnostischen Schluss, dass der Mensch von sich aus göttlich ist.] Die Offenbarung beschränkt sich darum nicht darauf, das Heil als Antwort auf unsere jeweiligen Erwartungen zu verkünden. «Wenn die Erlösung nach den existentiellen Bedürfnissen der Menschen beurteilt oder gemessen werden müsste, wie könnte man dann den Verdacht zurückweisen, einfach einen Erlösergott geschaffen zu haben, der nach dem Bild unserer Bedürfnisse gemacht ist?».[4][Banaler Abklatsch Feuerbachs These, wonach sich der Mensch seinen Gott selbst schafft]

  2. Darüber hinaus muss bekräftigt werden, dass sich der Ursprung des Bösen [des personenhaften oder des metaphorisch-abstrakten Bösen?] nach dem biblischen [nicht katholischen?] Glauben nicht in der materiellen, körperlichen Welt findet, die als Begrenzung oder Gefängnis erfahren würde, woraus wir gerettet werden müssten. Der Glaube verkündet im Gegenteil, dass die ganze Welt gut ist, weil sie von Gott erschaffen wurde (vgl. Gen 1,31; Weish 1,13-14; 1Tim 4,4), und dass das Böse, das dem Menschen am meisten schadet, aus seinem Herzen kommt [und woher hat er es im Herzen, vom Dämon natürlich, der hier verschwiegen wird] (vgl. Mt 15,18-19; Gen 3,1-19). Durch die Sünde hat der Mensch die Quelle der Liebe verlassen. So verliert er sich in Scheinformen der Liebe, die ihn immer mehr in sich selbst verschließen. Diese Trennung von Gott – von dem, der die Quelle der Gemeinschaft [Gott des Kollektivismus?] und des Lebens ist – zerstört die Harmonie unter den Menschen sowie zwischen den Menschen und der Welt und führt zur Herrschaft der Zerrissenheit und des Todes [völliger Horizontalismus] (vgl. Röm 5,12). Das Heil, das der Glaube uns verkündet, betrifft deshalb nicht nur unser Inneres, sondern unser ganzes Menschsein [also Sex, das Kollektiv und wohl die Wale]. Die ganze Person, Leib und Seele, ist nämlich durch die Liebe Gottes nach seinem Bild und Gleichnis erschaffen, und sie ist berufen, in Gemeinschaft mit ihm zu leben. [da aber nach dem Tod nur die Seele bleibt, die in Ewigkeit gepeinigt werden kann, so ist es besser sich auf sie zu konzentrieren]

[1] Vgl. Thomas von aquin, Summa theologiae, I-II, q. 2.

[2] Vgl. Augustinus, Bekenntnisse, I, 1: Corpus Christianorum, 27,1.

[3] II. Ökumenisches Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution Gaudium et spes, Nr. 22.

[4] Internationale Theologische Kommission, Gott der Erlöser. Zu einigen ausgewählten Fragen, 1995, Nr. 2.

4 Gedanken zu „Placuit Deo oder die Vorbereitung der Proskriptionslisten (2 von 3)

  1. Nunja, an carnis resurrectionem glauben wir freilich schon! (Allerdings eines ebenso realen wie verklärten Leibes, mit sinnlicher Liebe, aber ohne Sexualität & Tod, d.h. weit jenseits der viehischen VorStellungen von RattenRom.)
    Sehr wichtig, was Sie zur Sprache schrieben: „Jede UnKlarheit des AusDrucks rührt von einer intellektuellen UnEhrlichkeit her.“ (GOMEZ DAVILA)
    Im Detail findet man in der Tat die üblichen Terrenismen, allerdings bewegt mich jedes Mal aufs Neue das Zitat vom Hl.AUGUSTINUS („Inquietem est cor nostrum, donec requiescat in TE!“)…

      1. Entschuldigung: Ich vertippte mich, entstellte damit den Hl.AUGUSTINUS: Es heisst freilich „InquietUm“, nicht „InquietEm“.

        @“Traditio et Fides“:
        … aber auch real, mit allen irdischen Verletzungen, wiewohl diese nicht mehr bluten.
        Wenn also oft gefaselt wird, „wie unvorstellbar schön der Himmel ist“, dann ist dies Agnostizismus!
        Media in morte vivimus: Mitten im irdischen DahinSterben – selbst das Universum stirbt ja laut UrknallTheorie – leben wir schon hier im Grunde in FegeFeuer (letztlich Himmel) oder Hölle. „Die Abstraktion entfernt von Gott.“ (GOMEZ DAVILA)
        Das ist ja die tiefere BeDeutung der leiblichen AufNahme der Hl.GOTTesMutter in den Himmel. JESUS ist nicht ein abstrakter „Geist“, der 33 Jahre lang Fleisch war und jetzt wieder ungreifbar ist.
        (Darum eine dringende Bitte an die Ösis unter uns: Melden Sie im staatlichen „WiderspruchsRegister“, dass Sie keine OrganEntnahme wollen! Verwandte oder Verfügungen sind vielleicht nicht rechtzeitig auffindbar. Zumindest offiziell müssen Ärzte in diesem Register nachschauen.)

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