Kurt Hutten, Drohen Abspaltungen in der katholischen Kirche? Traditionalisten gegen Progressisten (1970). (3 von 6)

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Den unten angeführen Argumenten und Invektiven ist wirklich nichts zuzufügen. Es hat sich nichts verändert. Antipapst Franziskus zeigt mit seiner Luther-Briefmarke, dass es sich wirklich um die Protestantisierung des Katholizismus handelt und durch das Vat. II gehandelt hat. Die Vorwürfe von 1970 stimmen. Abbé Georges de Nantes ist DSDZ (dem Schreiber dieser Zeilen) ein Begriff, er hat auch Auszüge seiner Schriften gelesen, findet sie aber sehr haßerfüllt und was das Meritorische anbelangt, übertrieben. Paul VI. hat, unseres Erachtens, keine sententia haeretica im eigentlichen Sinne im forum externum verkündet, wie keiner der Päpste bis Antipapst Franziskus und seiner Amoris Laetitia. Wie man bei Kurt Hutten nachlesen kann, war insbesondere in Frankreich einiges los. Menschen gingen wirklich auf die Barrikaden. Es ist kaum anzunehmen, dass in Februar 2018 jemand, der sich als katholisch bezeichnet, wirklich sagen kann, dass sich seit 1970 alles zum Guten gewendet hat. Dieser Illusion gaben sich mehrheitlich die englischsprachigen Neukonservativen hin, wie sie treffend Hilary White beschreibt, welche dem Narrativ von dem „entführten Boot Petri“ glaubten bis sich der „konservative“ Papst Johannes Paul II wieder ans Ruder setzte. Wie wir jetzt sehen, gab es nach Vat. II keine konservativen Päpste und Bergoglio ist nicht zufällig entstanden. Der Weg der jetzigen Zerstörung wurde ihm durch die vorhergehende Zerstörung geebnet. Wir sind ungefähr in der Stalin-Ära mit den Moskauer Prozessen, welche vielen Linken außerhalb der Sowjetunion die Augen öffneten, sofern sie noch einen Kopf ohne eine Kugel hatten. Schlimm, schlimm. 

Den Bischöfen und Priestern wird vorgeworfen, daß sie die Hauptschuld an dem furchtbaren Glaubensschwund tragen. Um ihre ökumenische Gesinnung zu beweisen und sich bei den Protestanten salonfähig zu machen, geben sie die Lehre von der alleinseligmachenden Kirche auf und treiben einen Ausverkauf an katholischen Wahrheiten und laufen den Protestanten nach. Den Traditionalisten ist das ein Greuel. Jedes Paktieren riecht für sie nach Verrat. Darum verübelten sie es Paul VI. schwer, daß er nach Genf reiste. Sie halten streng an den alten Verdammungen der Reformation fest. Die Reformationskirchen sind für sie nicht „Kirchen“, sondern Religionsgemeinschaften und die evangelischen Pfarrer werden betont als „Religionsdiener“ bezeichnet. Für die Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ besteht zwar unverhohlene Sympathie, aber sie beruht nur auf Gemeinsamkeiten der Frontstellung, nicht der Glaubenssubstanz. Der katholische „Ökumenismus“ gilt als Frucht einer Glaubenserweichung und Auftakt einer völligen Kapitulation. Wache Katholiken fragen sich, wann der „ökumenische Taubenschlag“ Niederaltaich ins protestantische Lager übergeführt wird. Bei den Theologen

„dreht sich alles nur noch um die Menschen und da in der Hauptsache um die Protestanten, damit sie mit unserem entleerten Glauben einverstanden sind“ (6, Oktober 1968).

Aber die Protestanten denken nicht daran, auch ihrerseits Konzessionen zu machen. Sie stehen

„lächelnd mit über dem Bauch gefalteten Händen dabei und schmunzeln ob der Selbstzerstörung der katholischen Kirche“

und muntern die Progressisten auf:

„Mehr noch! Ihr habt noch nicht genug aufgegeben. Wir haben Zeit. Wir warten, bis ihr Katholiken protestantisch geworden seid“ (4, August 1968).

Ein Großteil der Bischöfe hat sich „auf den Weg zur Reformation gemacht“ und „die Zeitbombe, die Luther legte, ist krepiert“ (6, Oktober 1968).

Muß man sich das alles gefallen lassen? Sind nicht alle treuen katholischen Christen verpflichtet, den Sturz in den Abgrund zu verhindern? Es wird zum Widerstand getrommelt:

„Wir sind keine ‚fromme Flaschen’; wir sind mündige Laien; wir werden auftreten, reden, mahnen, ob es gelegen ist oder nicht, damit der Diabolus in der Kirche entlarvt wird“ (7, November 1968).

Das geschieht denn auch. Kardinäle, Bischöfe, Theologieprofessoren, Pfarrer, kirchliche Institutionen werden einer erbitterten Kritik unterzogen. Dabei wird eine Sprache gebraucht, die oft selbst die einfachsten Gebote der Höflichkeit vermissen läßt. Damit werden auch von dieser Seite Beiträge zum viel beklagten Zerfall der kirchlichen Autorität geliefert. Schon zeigen sich Ansätze, die zur offenen Sezession führen können. Die rechtgläubigen Katholiken werden aufgefordert, die „zersetzenden“ Kirchenblätter zu meiden. „Ich zerreiße die Pfarrbriefe und streue sie in der Kirche umher“ (4, August 1968). Es wird auch berichtet, daß die Gottesdienste progressistischer Priester gemieden werden.

„Mit fünf oder sechs Personen flüchte ich jeden Sonntag in die Muttergottes-Kapelle, um dort in Ruhe mit dem alten Gebetbuch Gottesdienst zu feiern“ (8, Dezember 1968).

Die Gläubigen werden ermuntert, keine Beiträge für den Bau moderner Kirchen zu zahlen, dafür treukatholische Werke zu unterstützen. Sie werden gebeten, die Namen „jener Priester und Kirchen, die noch echt römisch-katholisch geblieben sind“, an die Redaktion von „Das Zeichen Mariens“ zu melden, damit sie „auf persönliche Anfragen hin von uns treuen Abonnenten entsprechende Auskunft geben“ kann.

Wenn aber keine solchen Priester erreichbar sind? Hier entsteht eine schwere Not.

„Der Priester ist unersetzlich. Wir kommen nicht ohne Priester aus. Die ganze Sakramentenlehre fordert ihn. Die progressistischen Priester haben alle Hebel in ihrer Hand. Ihre Presse, ihre Arbeitsgemeinschaften, Treffen, Räte, ihre Haltung, ihre Allüren, ihre Sarkasmen zerstören, sie zerstören. Was bleibt uns also anderes, als die einzig katholische Lösung zu suchen: kommen wir, wenn auch stöhnend, ohne den Priester aus“ (9, Januar 1970).

Es wird empfohlen, überall Gebetsgruppen zu bilden und vereint „in den noch würdigen Gotteshäusern vor dem Allerheiligsten Sühneandachten“ zu halten (7, November 1968). Diese Andachten sind in Wirklichkeit Protestandachten und es wird bereits die Frage gestellt, wie weit die Gehorsamspflicht der Gläubigen gegenüber der Kirche reicht. Antwort:

„Wo die Kirche Gott nicht mehr gehorcht, ist der Gläubige vom Gehorsam gegen die Kirche entbunden; denn man muß Gott mehr gehorchen denn den Menschen (Apg. 5,19)“ (8).

Unter Berufung auf dieses Schriftwort setzte sich der französische Abbé Georges de Nantes über das Verbot des Erzbischofs Marty hinweg und lud zu einer Massenversammlung am 28. Februar 1969 in Paris ein, um über das Thema zu sprechen: „Ist der neue französische Katechismus häretisch oder nicht?“. Dr. E. Gerstner meinte dazu:

„Ein mutiges und entschlossenes Exempel wird hier statuiert, andere werden ihm folgen. Das Maß ist voll“ (10. Februar 1969).

In den französischen Konflikt griff Rom ein. Der Abbé, einer altadeligen Offiziersfamilie entstammend und mit sieben jungen Theologen in St. Parresle-Vaudes (Aube) nach der harten Ordensregel von Charles de Foucauld lebend, ist als zündender Redner in Massenversammlungen und Herausgeber der Zeitschrift „La Contre-Reforme catholique au xx. siècle“ ein Wortführer der Traditionalisten in Frankreich. Am 15. August 1969 gab die Heilige Kongregation für die Glaubenslehre im Osservatore Romano bekannt, daß sie seine Schriften geprüft, ihn selbst zweimal angehört und danach gebeten habe, seine Irrtümer und seine Häresieanklagen gegen Paul VI. und das Konzil zurückzunehmen. Er habe das aber kategorisch abgelehnt und damit seine sämtlichen Schriften und Tätigkeiten „disqualifiziert“.

„Und der Heilige Vater soll dazu seinen ‚Segen’ gegeben haben?“ fragt „Das Zeichen Mariens“ (4/5, August/September 1969) verwundert. Das Urteil der Traditionalisten über den Vatikan ist sehr kritisch. Progressisten und schwankende Gestalten seien dort die Wortführer. Nur wenige aufrechte Männer seien noch vorhanden, vor allem Kardinal Ottaviani.

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2 Einträge zu „Kurt Hutten, Drohen Abspaltungen in der katholischen Kirche? Traditionalisten gegen Progressisten (1970). (3 von 6)

  • Das der Niedergang der katholischen Kirche ganz offensichtlich von nichts und niemandem aufgehalten werden konnte zeigt eigentlich nur,das dieser Prozess „von höherer Stelle“ aus gewollt ist („erst muß der Abfall kommen“).
    Aber trösten wir uns,“die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen“.
    Die selige Elisabeth Canori-Mora sah für die Endzeit Petrus und Paulus vom Himmel aus (!!)die kleine Schar der Christen „weiden“ und nicht nur das sondern sie auch vor Ungemach jeglicher Art beschützen.
    So verstehe ich auch den Schlußsatz der Malachias-Weissagung vom Petrus Romanus.

  • @ Stella

    Ach, ja… Vielleicht will der Fein, dass wir das glauben und uns nicht wehren?

    Einfache Lösung.

    1. Trump maschiert mit den US-Streitkräften im Vatikan ein
    2. Franziskus, die Sodomitenbande und die untreuen Kardinäle, also 90% von Vatikan werden verhaftet und nach Sibirien verschickt aufgrund eines Putin-Abkommens, amtsenthoben und in den Laienstand versetzt

    a. Amtsenthebung und Laisierung der abgefallenen Bischöfe
    b. Priester

    3. die restlichen 5 bis 7 Kardinäle wählen einen neuen Papst mit der 2/3 Mehrheit
    4. neuer Papst weiht ein paar Bischöfe
    5. Wiederherstellung der Lehre und der Kirche

    Die Population des katholischen Klerus wird um 98% reduziert nach Gauss. Langsam wächst wieder etwas nach. Es wird ganze priesterlose Länder geben wie z.B. Deutschland, Österreich und die Schweiz. Aber es ist bereits so, wir wissen es nur nicht.

    Ich denke, genauso wird es kommen nach dem Strafgericht Gottes. Kaum einer überlebt, metaphorisch oder wörtlich.

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