Kayfabe, Teamplayer und „der gute, alte Benedikt“

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Die jetzige Lage

Am Montag den 12.03.2018 brachte das Portal onepeterfive eine Nachricht, welche dem letzten Benedikt-Fan das Herz brechen wird. Unter Berufung auf mehrere, einander ergänzende Quellen gibt Maike Hickson, die Journalistin des Portals, bekannt, dass es Papa emeritus Benedikt XVI. war, welcher bei einem Mittagessen mit Kardinal Schönborn, während der unseligen Synode über die Familie im Jahre 2015, zusammentraf, um zwischen Schönborn und dem deutschsprachigen Gremium, welches erfolgreich die Kommunion für Ehebrecher pushte und Kardinal Müller, seinem Schüler, zu vermitteln. Kurz und gut: wir verdanken es Benedikt, dass Müller nicht intervenierte und später den Überraschten spielte. Benedikt hat uns also nicht nur den Papa Bergoglio, sondern auch Amoris Laetitia eingebrockt, welche von einem Mann veröffentlich wurde, dem Benedikt, der „Startheologe des Vat. II“, eine „gründliche philosophische und theologische Bildung“ zuerkennt. Nein, Sie sind nicht im falschen Film und dieser Brief ist auch keine Fälschung. Benedikt XVI. hat ihn tatsächlich geschrieben und weist darin selbst auf eine „innere Kontinuität“ zwischen den beiden Pontifikaten hin. Es gibt Benedikt-Fans da draußen, welche alle Argumente ablehnen werden, die gegen ihr Idol gehen, indem sie sagen werden:

  • „Dieser Brief ist nicht echt.“
  • „Man hat ihn gefälscht.“
  • „Der arme Benedikt fürchtet um sein Leben.“
  • „Er steht unter Drogen und weiß nicht, was er sagt.“
  • „Es ist ein göttliches Geheimnis, das wir, kleine Würmer, nicht ergründen können.“

Das stimmt aber alles nicht, denn wenn man den Verstand, eine große Gabe Gottes, einschaltet, dann lautet die konsistente Antwort auf all diese Ungereimtheiten so, dass Benedikt einfach selbst zu der modernistischen, kirchenzerstörerischen Mafia gehört, die Ansichten von Bergoglio teilt und selbst ein guter Teamplayer ist.

Wenn unsere Novus-Ordo-Priester die Liturgie wie eine Mannschaftssportart betrachten, bei der, wie bei Volleyball etwa, jeder seine Position hat und ständig aufpassen muss, da der Ball jederzeit kommen kann, so haben sie zwar theologisch Unrecht, wenn Sie von „Miteinander“ und „Mitmachen“ reden, aber sie geben dadurch ihre eigene Situation wieder. Man muss miteinander mitmachen, ja, homosexuell auch, um dabei zu sein, dabei zu bleiben und um nach oben zu kommen. Die Antwort darauf, warum die Konservativen sich in irrationale Aporien hineinmanövrieren, indem sie an der Mär vom „guten, alten Benedikt“, wie unsere Mitstreiter von katholisches.info, festhalten, andere sprechen von the Poor Pope Benedict Syndrom, lautet, dass wir uns einen Benedikt ausgedacht haben, der nichts mit dem realen Benedikt-Ratzinger zu tun hat. Hilary White untersucht dieses Problem in einem Aufsatz, den wir hier übersetzen werden, aber wir haben auch ein paar Gedanken zu diesem Thema. In dem höchst empfehlenswerten Film „A Beautyful Mind – Genie und Wahnsinn“ wird dem schizophrenen Helden irgendwann klar, dass seine Freunde, die er sieht, gar nicht existieren. Es waren Wahnvorstellungen, welche ihm aber im Leben und durch das Leben halfen. So sagt auch der Psychiater im Film zu der Frau des Helden:

Stellen Sie sich vor, wie hart es für ihn ist. Dass die Personen, die ihm am Nächsten standen, die er geliebt hat, niemals existierten.

Und in genau so einer Situation befinden sich zurzeit alle konservativen Katholiken, welche feststellen müssen, dass die „guten, konservativen, katholischen Päpste“ wie:

  • Johannes XXIII.
  • Paul VI.
  • Johannes Paul II.
  • Benedikt XVI.

gar nicht existiert haben. Sie haben schon existiert, aber sie waren völlig anders als wir glaubten, was sie sind und anders als das, was man uns zum Verstehen gegeben hat. Es waren alles Modernisten, welche an der Zerstörung der wahren Kirche interessiert waren und an ihrer Statt die Novus Ordo Afterkirche (pardon!) zu errichten. Sie haben alle „mitgemacht“ und zwar „miteinander“ und das ganz bewusst. Die deuterovatikanische Kirche brauchte einfach Frontmänner oder Leadsänger, wie man es nennt, welche das Publikum von der Zerstörung im Hintergrund ablenken können und welche einigermaßen sympathisch und als Katholiken glaubwürdig sind.

Waren es denn Päpste?

Ja, bis auf Bergoglio waren es Päpste, aber schlechte Päpste, denn mit der Gnade, auch der Standesgnade muss man mitarbeiten und zwar hart mitarbeiten.

Aber sie haben doch so gut katholisch geschrieben?

Das haben sie in der Mehrheit nicht, wenigstens nicht persönlich.

Ferner muss man zwischen den Zeilen lesen, um eine zweite oder dritte Bedeutungsebene zu entdecken. Prof. Dörmann hat diese Analyse meisterhaft, obzwar sehr langatmig, für das Schrifttum von Johannes Paul II vor dem Assisi-Treffen durchexerziert, indem er zeigte, dass JP2 keine katholischen Ansichten hatte. Aber dieses Unkatholische ist dermaßen gut unter der nachkonziliaren Soße verborgen, dass es wirklich nicht ohne weiteres zu entdecken ist. Nicht einmal für gebildete Theologen. Deswegen seien wir Gott für Franziskus dankbar, der ganz offensichtlich und offen die Kirche zerstört, also das tut, was seine Vorgänger im Verborgenen taten.

Was ist Kayfabe?

In der amerikanischen Wrestlersprache gibt es den Begriff Kayfabe, der einen gefaketen (ja, ja, diese Anglizismen) Ringkampf angibt. Da die Wrestler eher Schauspieler oder Schausteller als Sportler, obgleich sehr sportlich, sind und es bei diesen Kämpfen nur um Massenbelustigung geht, so geben sie vor einander zu schlagen und einander weh zu tun, ohne dass wirklich etwas dabei passiert. Man agiert für einen bestimmten Kamerawinkel, der etwas als echt erscheinen lässt, was nicht echt ist. DSDZ (Der Schreiber dieser Zeilen) stand auch vor der Kamera,  hat geschauspielert und weiß daher, dass zwischen „in echt“ und „vor der Kamera“ sich eine klaffende Wirklichkeitslücke auftun kann. Ist es Betrug? Nein, weil wirklich alle, vielleicht von manchen Kindern und geistig Zurückgebliebenen abgesehen, wissen, dass American Wrestling nur Show ist. Die sportlichen Schauspielerkollegen bieten den zahlenden Zuschauern einen guten Kampf, sprechen vorher die Choreographie miteinander ab und alle sind glücklich: die Wrestler haben Arbeit, das Volk die Unterhaltung und die Promoter den Gewinn. DSDZ hat auch Kampfsport, obgleich kein Wrestling, gemacht und bei manchen Werbeveranstaltungen seiner Sportschule bei einstudierten Schaukämpfen mitgewirkt, wo der eine den Angreifer und der andere den Verteidiger spielte. Es machte Spaß all das einzuüben und da es sich beim Kampfsport um einen Partnersport, wie z.B. beim Tanzsport, handelt, so musste man sich mit dem Partner oder den Partnern gut verstehen, um all die Bewegungen, Würfe, Saltos, gefakten Schläge einzuüben, natürlich mit einem überzeugten „künstlerischen“ Ausdruck. Es gab sogar Kampfsportfreunde, die eine Choreographie mehrere Monate einstudieren konnten, damit diese Glaubwürdig wirkt. Ja, ja, Kampfsport erfordert viel Geduld und Disziplin. DSDZ kann sich jetzt, während er diese Erinnerungen niederschreibt, nicht vorstellen, dass irgendjemand im Publikum, von kleinen Kindern abgesehen, diese Schaukämpfe seiner alten Kampfschule als echt wahrgenommen hatte, zumal am Ende jeder aufstand und sich verbeugte.

Was hat das aber mit der Kirche zu tun?

Das, dass wir seit 1958 mit einem ununterbrochenen Kayfabe auf den höchsten Rängen der Kirche zu tun haben, von einigen aufrichtigen Männern, wie vielleicht Kardinal Siri und Ottaviani, abgesehen.

Wer hat denn die verurteilten Häretiker als Konzilsperiti zugelassen?

Johannes XXIII.

Wer hat das Konzil fortgeführt und später über seine Resultate gejammert?

Paul VI.

Wer hat die heutigen Bischöfe berufen und Kardinäle kreiert, die Bergoglio gewählt haben?

Johannes Paul II.

Wer hat den ehemals verurteilten Ratzinger zum Präfekt der Glaubenskongregation ernannt?

Ebendieser.

Warum hat Ratzinger, bis auf wenige Fälle, nichts gegen die Häretiker unternommen?

Weil er dieselben Ansichten wie diese hatte.

Es ist wirklich so einfach. Wenn Hilary White fragt, wie sich der „konservative“ Ratzinger so gut mit Kardinal Kasper oder Kardinal Martini, vom Küng ganz zu schweigen, versteht, dann lautet die einfache Antwort, weil er dieselben Ansichten hat, die er etwas eleganter und noch verklausurierter als diese formuliert. Es ist Kayfabe.

Warum tun sie das aber?

Um den dummen, gläubigen Volk, welches für sie zahlt, von der deutschen und bergoglianischen deutschen Kirchensteuerkirche abgesehen, etwas vorzumachen. Würden sie sagen, wie es wirklich ist:

Wir sind eine Bande von ungläubigen, sodomitischen und/oder im Konkubinat lebenden Schmarotzern, die auf Eure Kosten leben und Euch ins Gesicht spuken,

so würde niemand dafür zahlen wollen.

Deswegen muss die Kayfabe-Show weitergehen bis zum bitteren Enden. Deswegen muss man die Rollen verteilen und zwar so, dass sie glaubwürdig rüberkommen. Der konservative, marianische Pole, der intellektuell-gebildete „Rottweiler“ Deutsche, der spontane Südamerikaner. Ja, ja, nicht nur Hollywood kann gut casten, der Vatikan auch. Aber es ist das eine Team.

Teamplayer

Und jetzt kommen wir zum zweiten englischen Begriff, der in unserem Titel vorkommen – dem Teamplayer. Ein Teamplayer ist einer, der in einer Gruppe mitarbeiten, sich dieser Gruppe unterordnen und für diese Gruppe auch Opfer bringen kann und manchmal muss. Die Gruppe bringt ihn nach oben, die Gruppe verdankt ihm genauso viel wie er der Gruppe. Die besten Teamplayer sind Mafiosi und Geheimdienstler, wo man allerdings das Team nicht lebendig verlässt. In der postkonziliaren Kirche haben wir lauter Teamplayer. Es gibt aber kein Team Bergoglio, Team Ratzinger oder Team Wojtyła, sondern das eine nachkonziliare Team, wo jeder seine Rolle einnimmt. Und wenn Kardinal Martini zu Papst Benedikt XVI. sagt: „Du musst zurücktreten“, dann tritt Benedikt als guter Teamplayer zurück, denn er ist nur der Frontman und die eigentliche Macht liegt woanders. Der Grund, warum Männer die besseren Mitarbeiter sind, besteht darin, dass sie die besseren Teamplayer sind. In einer Band schlagen sich nicht alle darum der Leadsänger zu sein, vielleicht hat der Bassist mehr Macht und der Drummer ist der Komponist, aber man sagt einem:

Du siehst am besten aus. Du hast die beste Stimme. Du wirst singen. Mach es für die Band.

Eine Frauenband kommt über die Frage, welche nun wirklich am besten aussieht, siehe Germanys Next Topmodel, überhaupt nicht zu weiteren Punkten über und fällt irgendwann einmal auseinander. Und so vergab man auch im Vatikan die Rollen:

Du – Ratzinger – wirst der Präfekt der Glaubenskongregation, damit die Leute es uns abkaufen.

Du – Kasper – bist jetzt der Böse, der Häretiker, damit Ratzinger einen Gegenspieler hat.

Du – Wojtyła – hast jetzt Deine Bühne, reist herum, machst die Show und sprichst über den ehelichen Sex.

Und für die nächsten 20 Jahre soll es so bleiben. Dann ändern wir es. Verstanden?

Diese Dialogliste wurde zwar erfunden, aber woher wissen Sie, dass solche Gespräche und Absprachen nicht wirklich stattgefunden haben? Während des heutigen Mittagessens überlegte sich DSDZ, ob er genügend Beweise für die o.a. Teamplayer-Kayfabe-Theorie hatte und siehe da wieder eilte ihm, wohl ungewollt, onepeterfive und Maike Hickson zu Hilfe. Frau Hickson bespricht die Memoiren von Kardinal Lehmann (Mit langem Atem – Wege. Erfahrungen. Einsichten), dem programmatischen kirchensteuerfinanzierten Kirchenzerstörer. Obwohl wir wirklich keine Sympathie für Kardinal Lehmann hegen, so muss nicht zwangsläufig alles, was er geschrieben hat, gelogen sein. Und sollte dies der Fall sein, dann kann man es anhand der Fakten verifizieren. Wir schlagen vor, dass Sie sich diesen onepeterfive-Aufsatz selbst durchlesen und wir wollen hier nur die Argumente für die Unterstützung unserer Kayfabe-These liefern.

Unsere These lautet:

Johannes Paul II war gar nicht so konservativ und machte, wie Benedikt XVI., Kayfabe mit Lehmann.

Beweise:

  • JP2 hat 2001 Lehmann nach dessen Einsatz für Abtreibung und Donum vitae zum Kardinal ernannt.
  • JP2 soll 1987 soll Lehmann aufgefordert haben die Königsteiner Erklärung zu zerreißen, einer Aufforderung/Bitte/? der Lehmann niemals nachgekommen ist.
  • 1993 – nach dem Gespräch von 1987! – schrieb Lehmann ein Dokument über die Königsteiner Erklärung, die er der DBK präsentierte, welche bis 2006 nicht publiziert wurde. Aus Rom folgte nichts.
  • 1970 unterschrieb Ratzinger mit Kasper und Lehmann ein Memorandum über die Zulassung der viri probati.
  • 1993 unternahmen Lehman und Kasper die „wiederverheirateten Geschiedenen“ zur Kommunion zuzulassen, wobei Ratzinger seinen Einsatz zurückzog und daraufhin seine opera omnia ein wenig überarbeitete, was bedeutet, dass Ratzinger wenigstens im Jahre 1972 für die Kommunion für die Ehebrecher war, weswegen die deutschen Kardinäle beim Konklave 2005 für ihn stimmten.

Ratzinger wurde also von anderen Modernisten gewählt, weil er ein Modernist war. Deswegen hat er nichts gegen den Zerfall der Kirche unternommen, deswegen unternimmt er nichts gegen Bergoglio. So einfach ist das. Keiner der nachkonziliaren Päpste hat etwas gegen den Zerfall unternommen, sondern sie haben diesen Zerfall in Gang gesetzt. Bergoglio macht es nur offen und schneller als seine Vorgänger.

Sie, lieber Leser, wollen es vielleicht nicht glauben, weil die o.a. Darstellung nicht mit Ihrer Vorstellung von Johannes Paul II und Benedikt XVI zu vereinbaren ist. Aber Sie haben diese Männer gar nicht gekannt! Ihr vermeintlicher Konservatismus war nicht echt.  Es war eine Wunschvorstellung, eine vom Vatikan produzierte virtuelle Realität, an die wir alle, DSDZ eingeschlossen, bis zum Amoris Laetitia Crash glaubten. Weil es bequemer für uns war, weil die Wahrheit zu schrecklich war und ist. DSDZ hat Einblicke in Tiefen des klerikalen Kirchenlebens gewonnen, die zu schrecklich sind, um mitgeteilt zu werden. Diese Einblicke sind leider wahr, aber er nahm immer an, dass es sich um Einzelfälle handelte, dass es woanders besser ist. Nirgends ist es besser. Wir haben aber seit dem letzten Brief von Benedikt keinen Zweifel, dass Benedikt bei Bergoglio mitmacht, dass es Kayfabe war, was wir als Glaubensverteidigung wahrnahmen, dass das alles ein Teamwork ist und dass es keine gläubigen Kardinäle und Bischöfe gibt, denn nicht einmal zu Kayfabe-Zwecken lassen sich heute welche finden. Die Bergoglianer müssen die Bergoglio-Opposition erfinden, weil es keine gibt. Gäbe es welche, dann hätte die innerhalb der letzten fünf Jahre (sic!) etwas unternommen. Kardinal Burke wartet wahrscheinlich immer noch auf den richtigen Zeitpunkt. Es ist zum Heulen! So sieht nun mal die Situation aus.

Was bleibt zu tun? Vielleicht sollten wir Trump um eine militärische Intervention im Vatikan bitten? Sonst sind die Amerikaner so fix im Einmarschieren. Öl gibt es im Vatikan zwar nicht, aber riesige internationale Geldwäsche. Ein Grund lässt sich wohl immer finden, zumal Bergoglio Hilary Clinton finanziell unterstützt hat. Was können wir persönlich tun? Halten Sie sich im Gnadenstand, machen Sie Gott gegenüber Akte der Sühne und der Wiedergutmachung, beten Sie den Kreuzweg, kaufen Sie sich eine Herz Jesu Statue und beten Sie die Herz-Jesu-Litanei, um Christus, der uns so liebt zu versöhnen. Wenigstens wird es Ihnen selbst helfen. Amen.

19 Gedanken zu „Kayfabe, Teamplayer und „der gute, alte Benedikt“

  1. Tja, irgendwo wertet dieser Artikel indirekt die Macht des Rosenkranzgebetes auf, welches die o.g. Päpste alle angeblich pflegten. Wenn diese Gebete und die Marienverehrung Kayfabe waren, wundert es nicht, dass es bei ihnen nicht wirkte (und sie eben nicht anders wie bekannt handelten). Und wir selbst können von neuem voller Hoffnung dieses Gebet pflegen 🙂

    Allerdings will ich nicht behaupten, dass ich die kirchliche Situation und diese Päpste so durchblicke wie DSDZ es darstellt. Im letzten hat ja GOTT darüber zu urteilen. Aber es stimmt schon, wenn sie alle so dolle marianisch gewesen sein sollen… warum merkte man es nicht…

  2. Was ist der Unterschied zwischen den „Päpsten“ F1 und B16? Beide sind modernistische Irrlehrer, beide, bildlich gesprochen, Ehebrecher.

    Aber F1 geht dazu mit einer heruntergekommenen Straßennutte ins nächste schäbige Motel, während B16, da ihm das zu schmutzig wäre, mit einer Edelnutte in ein Luxusapartment geht. Das ist der ganze Unterschied.

    Die JP2-Neokonservativen erkennen das aber nicht und lassen sich, vielleicht sogar gerne, blenden. „Krawattenpriester“ wie B16 sind Priester der Welt und nicht Priester Gottes.

    F1 ist für die Anhänger der „Humanae-vitae-und-Theologie-des-Leibes-Religion“ die gerechte Strafe. Möge diese Strafe ihre Bekehrung bewirken.

  3. Selbst wenn es alles stimmte,alles schlechte oder gar keine richtigen Päpste,stellt sich mir doch die Frage,was nützt (oder schadet) es mir persönlich !?
    Lebe ich deswegen besser/schlechter,sündige ich weniger/mehr usw.!?
    Gab es nicht hier mal einen Artikel der den Egoismus in Bezug auf die Rettung des eigenen Seelenheils zum Thema hatte !?
    Also so what,die Kleriker sind ihrem großen Chef verpflichtet und in mancher Haut möchte ich beim Jüngsten Gericht wahrlich nicht stecken.
    Die Welt steht politisch,religiös,kulturell und gesellschaftlich am Abgrund,nun gilt die Parole:
    rette sich wer kann.

    1. @ Stella

      Bleiben Sie treu. Die Päpste haben bei Gott einen anderen „Umrechnungsfaktor“ als Sie und Sie können sich nicht dadurch entschuldigen, dass wir schlechte Päpste haben. Gott ist schon sehr gerecht.

      Die Hölle brennt, daher die „Erderwärmung“.

  4. Man wird realistischerweise in konzilsorientierte Katholiken, ob Kleriker oder Laie, ob „progressiv“ oder „konservativ“ keine Erwartungen setzen dürfen. Papst Benedikt XVI. macht hierbei keine Ausnahme, trotz vielem hin-und-her-schwanken, drehen und wenden bleibt er „auf dem Boden des Konzils“. Meinetwegen als absolut-rechtskonservativer Konzilsorientierter, aber eben konzilsorientiert, man lese nur das hervorragende Werk „Benedikt XVI. und das Selbstverständnis der katholischen Kirche“ von Wolfgang Schüler (www.sarto.de/product_info.php?info=p1745_Benedikt-XVI—und-das-Selbstverstaendnis-der-katholischen-Kirche.html).

    Man betrog sich mit dem (konservativen) Schein und so steht heute in der Tat eine komplette Generation, nämlich die (westdeutschen) Geburtsjahrgänge der 1940er bis 50er Jahre, heute so Ende 60 bis 70 sind, vor den Trümmern ihrer politischen und kirchlichen Illusionen (https://kirchfahrter.wordpress.com/2018/03/10/die-illusionen-der-generation-konzil-in-kirche-und-politik/). Und die Ruinen ihrer Träume verteidigen sie, frei nach Böll, „mit rattenhafter Wut“.

    1. @ Kirchfahrter

      Sehr treffend, besonders das Böll-Zitat. Mich wundert immer die Hartnäckigkeit, mit welcher Menschen eine Ideologie verteidigen, um selbst dabei gut dazustehen. Wo ist dann die Einsicht? Wo die Reue? Wo die Sühne?

      1. Die Fragen stellen sich, aber bedenken Sie: wir sprechen hier über die Lebenslüge einer ganzen Generation Kleriker und Laien. Verbissen verteidigt man das Konzil, weil „doch nicht alles falsch gewesen sein kann“. Gerade in Deutschland übrigens keine seltene Haltung, trat vermehrt 1945 und 1989 auf…

      2. @ Kirchfahrter

        Ja, ja, 1945 und 1989. Aber ich weiß nicht, ob es immer eine Lüge ist. Um zu Lügen, müssen Sie die Wahrheit kennen. Ich habe wirklich bis ca. 2013 nicht gewußt, wie es wirklich aussieht und Stück für Stück entdecke ich es mehr. Es tut weh!

        Vielleicht ist es mit dem Glauben bei vielen wie mit einer zerbrochenen Kristallvase. Klebeband hält sie zusammen, wenn man das Klebeband – das Konzil – abnimmt, bleibt nichts übrig.

        Aber ich fürchte, dass einfach die meisten Kleriker, Theologen, Bischöfe, Gremiemkatholiken einfach ungläubig sind und mit dieser Konzils-Farce ihre Blöße bedecken. Sie müssen es ja nicht glauben, weil das Konzil es so wollte und Franziskus erst recht. Das ist wie bei diesen alten DDR-Witzen, wenn Erich die Mauer aufgemacht hätte, hätte er selbst das Licht ausmachen müssen. Wenn wir in den deutsche kirchlichen Strukturen nur gläubige Katholiken lassen würden, so wären diese leer. Ich frage mich leider immer öfters, wieviele Sakramente einfach ungültig sind und nicht aufgrund von Novus Ordo, sondern der fehlenden Intention des Priesters das zu tun, was die Kirche mit diesem Ritus tut. Die Anforderungen sind wirklich minimal, was die Gültigkeit anbelangt, aber sie sind da.

    2. Habe heute in der Passion Christi nach Anna Katharina Emmerich bei der Beschreibung der Höllenfahrt Christi gelesen, ihr (Emmerich) sei gesagt worden, Lucifer werde 50 oder 60 Jahre vor dem Jahr 2000 aus der Hölle freigelassen. Wenn das wahr ist, dann erklärt das in der Tiefendimension den stinkenden Abgrund, in dem wir leben…

      Das größte Wunder für mich ist es, den alten katholischen Glauben gefunden zu haben (ohne das mir jemand davon berichtete), ihn zu bezeugen und an meine Kinder weitergeben zu können. Warum das so ist, weiß ich (noch?) nicht und verstehe es auch nicht, aber es ist für mich ein wirkliches Wunder, der ich als ungläubiger Protestant angefangen habe…

      Und ich muss an die verborgenen Christen Japans denken, die die Taufe und Ehe, das Gebet der Liebesreue und den Rosenkranz hatten und den einen katholischen Glauben weitergaben und ihn 275 Jahre ohne Priester bewahrten…

      So weit ist es noch nicht, aber Christus verläßt uns nicht!

    3. Vielleicht wird man es mit einem Spieler vergleichen können, der weiter auf „sein System“ beim Roulette setzt, obwohl er verliert. Er spielt trotzig weiter, um seine Verluste zurück zu holen. Aufkeimende Zweifel werden bewusst unterdrückt, denn: “es darf nicht alles umsonst gewesen sein“. Sonst wäre man ja sein ganzes Leben lang einer Illusion aufgesessen. Und noch schlimmer: die Levebvrianer hätten doch damals recht gehabt. Eine unvorstellbare Vorstellung! Man bedenke, wie intensiv damals gestritten wurde, vieles wird man öffentlich nicht mitbekommen haben an Verwerfungen in Pfarrgemeinden und Familien.

      1. @ Traditio et Fides
        deshalb auch „vergleichen“ und nicht „gleich setzen“ – wobei jeder Vergleich halt auch nur bis zu einem gewissen Punkt taugt… 😉
        Davon abgesehen: dringend unterscheiden sollte man in der Tat diejenigen, die sich Ende der 60er/Anfang der 70er bewußt für die „neue Kirche für eine neue Zeit“ entschieden haben und denjenigen, welche hineingeboren wurden und sich mühsam gegen allerlei Widerstände die alte Messe und die Tradition erobern mußten.

      2. Ja, ja, natürlich …

        Etwas anderes, der Aufsatz von Steven Skojec: http://www.traditia.fora.pl/msza-swieta-ryt-trydencki,5/postawa-ciala-w-czasie-mszy-trydenckiej,264.html

        Man hat bewußt diesen Brief von Benedikt teilweise unkenntlich gemacht, um darauf aufmerksam zu machen, dass er trotz allem Franziskus unterstützt. Er ist kein Oppositioneller, er ist einer von ihnen.

        Mich belustigt immer wieder wie sich Herr Nardi von katholisches.info immer wieder einredet, dass „der gute, arme Benedikt“ es doch ganz anders meint. https://www.katholisches.info/2018/03/der-manipulierte-benedikt-brief/

        Er greift nach dem letzten Strohhalm, den es nicht gibt. Ist es Stockholm-Syndrom? Ist es Liebe? Sind es die Ratzinger-Bücher, die verkauft werden müssen, weil man für sie Werbung macht? Alles zusammen wahrscheinlich.

  5. Wie weit es im innervatikanischen Bereich kriselt, zeigt der Versuch einen Fake-News-Ballon um PP em. Benedikt XVI. aufsteigen zu lassen. Inzwischen geht man soweit, daß man es der Petrusbruderschaft erlaubt die Heilige Woche nach dem Ordo Maioris Hebdomadae von 1923 zu zelebrieren – natürlich mit der reformierten Karfreitagsfürbitte. Das ist Verwirrung pur! Weiß denn im Vatikan niemand, daß die Liturgiereform von 1955 eine Konzession an die Enzyklika „Humani Generis“ von Papst Pius XII. war? War denn niemand infomiert, daß Papst Pius XII mit der Enzyklika „Mediator Dei“ die Liturgiereform durch Annibale Bugnini vorbereitet hat? Ds kann jefer nachlesen – Annibale Bugnini, Die Liturgiereform. 1948−1975. Zeugnis und Testament. Herder, Freiburg i. Br. 1988. Daß dieses Werk im Herder-Verlag erscheint , sollte doch keinen verwundern. Im Herder-Verlag erscheinen mit vollem Rechtsbesitz (neben der Libreria Editrice Vaticana) die Werke von Begoglio (Franziskus) und Ratzinger (Benedikt XVI.). Es gibt die zwei Irrwege des Liberalismus, Modernismus und Progressismus. Der Modernismus hält die Wahrheit nur im Geschichtlichen fest. Dazu braucht er die Hermeneutik. Und wer den sog. „hermeneutischen Zirkel“ kennt, weiß daß es demnach keine Wahrheit mehr gegen kann, die überzeitlich und übernatürlich ist. Der zweite Weg ist der Progressismus. Dieser sieht in der Geschichte selbst die Wahrheit. Die Macht des Faktischen und der wissenschaftliche Beweis der Geschichte genügt ihm. Für beide Richtungen gab es in der letzten Zeit die Päpste. Die Modernisten waren die Päpste Paul, Johannes Paul II., die Progressisten Benedikt XVI. und Johannes XXIII.
    Und nun bedingen beide einander. Beide können ohne den Feind nicht leben, da sonst der „Dialog“ abstirbit, die hegelianische Dialektik zusammenbricht. Daher braucht der eine (Franziskus) den anderen (Benedikt XVI.) wie auch umgekehrt. Hätte tatsächlich ein Traditionalist im Vatikan das Sagen, so müßte die Häresie Ratzingers benannt werden, er seine Werke emendieren und gegebenenfalls abrogieren. Es ist die materielle Häresie, die es Papst Benedikt XVI. erlaubte formelle disziplinarische Fehlentscheidungen zurückzunehmen, da sie nicht in einem eigenen Zusammenhang standen („Summorum Pontificum“ und Aufhebung der Exkommunikationen der vier Weihbischöfe) Ds hatte alles mit seiner Theologie nichts zu tun.
    Andererseits kann nun Franziskus hart am Rande der formellen Häresie arbeiten, da dieser keine Theologie hat, zu der er stehen müßte, sondern sich immer auf die „Sachzwänge“ (Geschichtlichkeit der Wahrheit) berufen kann. Und daher könnte er sogar der FSSPX einen kanonischen Status zuweisen, ohne daß es zu einem theologischen Standpunkt gehören sollte.
    Roma, Roma convertere ad Dominum Deum Tuum!

      1. Nein, es ist der Umgang mit Sprache, die beide voneinander trennt. Der Modernist versucht, um vom eigentlichen Glaubenssatz abzulenken, zuerst den Begriff, den Satz zu umschreiben, um durch die Umformulierung die Klarheit des ursprünglichen dogmatischen Satzes abzuschwächen. Dann erlaubt sein neuer Ausdruck ihm, dem Satz unterschiedliche Deutungen zu geben, je nach der Lage der Zeit, des Ortes, der Menschen. Es folgt hier die Umkehrung des Erkenntnissatzes des Hl. Thomas von Aquin, daß Erkenntnis die „adaptio vel accomodatio intellectus ad rem“ ist (vgl. a. th. I-II q 109) und daß zur Erkenntnis immer ein göttlicher Impuls, also die Übernatur nötig ist, insbesondere und gerade in der Theologie. Die Erkenntnis der Wahrheit liegt beim Modernisten in der Transzendenz der Situation (Karl Rahner, Hörer des Wortes), sie kann nur im Augenblick gültig sein. Die Sache wird also dem Intellekt des Einzelnen unterworfen, der Spezialfall zum Prinzip erhoben und somit wird Wahrheit geschichtlich. Um eine historische Wahrheit herauszufinden bedarf es dann der modernen Hermeneutik nach dem sog. „hermeneutischen Zirkel“. Schon, daß hier der logische Zirkelschluß ungehemmt zur Anwendung kommt, zeigt die ungehemmte revolutionäre Kraft des Modernismus, der selbst die logischen Schranken durchbricht. Daher hat Papst Pius X. diesen so vehement in seiner Enzyklika „Pascendi Dominici“ verurteilt und ihn einem Irrsinn gleichgestellt. Das klassische Beispiel für die Anwendung des Modernismus ist die Theologie von „Lumen Gentium“ zumindest im ersten Kapitel (LG 1-8) mit den Ausdrücken „velut sacramentum“ und „subsitit in“ (zum letzteren ist ein Meer von Tinte geflossen).
        Der Progressist ist hier schlauer und schwerer zu durchschauen. Er leugnet nicht, daß es eine Übernatur gibt, er leugnet nicht, daß diese sogar in der Geschichte tätig ist. Die Macht des Faktischen ist sein Prinzip. Sobald etwas historisch bewiesen ist, erkennt er es an und hält es für wahr. Dieses Festhalten an den Fakten wirkt oft konservativ und es ist auch so. Der Progressist will an dem Bestehenden festhalten. Er bedient sich daher naturwissenschaftlicher Argumente und Methoden. Ein Satz bleibt solange wahr, bis sein Gegenteil bewiesen ist. Die Geschichte belegt ihn und seine Auffassung. Adolf Harnack und im philologischen Bereich James Cornford sowie Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff sind hier aus dem Beginn des Jahrhunderts heranzuziehen, dann auch Jaques Monod. Für die Theologie gibt es hier auch einen herausragenden Repräsentant, es kein geringerer als Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI.. Der Zusammenhang der historisch-philologischen Methodik seiner „Jesus von Nazareth“-Trilogie und der Deutung der Geschichte in Ausschwitz ist geradezu augenfällig. Was in der Dogmatik historisch bewiesen ist (etwa der Übergang der Kirchenleitung aus Jerusalem nach Rom) wird verteidigt, genauso wie die Historizität des Versagens der Kirche nach dem II. Weltkrieg ohne den Modernismus auszukommen, genauso wie die historistische Wende in der Liturgie-Enzyklika „Mediator Dei“ von Papst Pius XII, die er in seinem Motu Proprio „Summorum Pontificum“ zu genüge anklingen läßt, etwa das historische Eingeständnis, daß der Ordo Missae von 1962 niemals abrogiert worden ist.
        Und jetzt setzen wir mal einen Modernisten wie Bugnini mit S. Em. Raymond Leo Burke, dem besten Schüler Ratzingers an einen Tisch. Wer wird überleben? Der Tisch sicher nicht.

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