Kardinal Bona und das „Tagebuch der Stoßgebete“. 10. Nach der Messe oder Kommunion

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Was ist die hl. Kommunion? Die Vereinigung: des Schöpfers mit dem Geschöpf, der Seele mit Christus ihrem Bräutigam, des Christen mit Christus. Es ist etwas dermaßen Intimes, dass dieses Gebet vom cubiculum – „dem Schlafgemach, dem Schlafzimmer“ spricht. Viele Heilige fielen nach dem Kommunionempfang in Exstase und der hl. Bernhard von Clairvaux wird nicht müde, in seinem Kommentar zum Hohenlied die Seele mit Braut und Christus mit dem Bräutigem zu vergleichen. Aber unser Schlafgemach, unsere Seele, ist auch mit einem ordentlichen, gewischten und aufgeräumten Raum zu vergleichen, der sich auf einen hohen Besuch vorbereitet. Der Katholik der nachkonziliaren Zeit kommuniziert sehr oft, wenn auch hoffentlich niemals unwürdig, so doch ziemlich routiniert. Es scheint, dass die Heiligkeit der Priester bzw. die fehlende Heiligkeit ihrerseits den Leib Christi, den man empfängt, besudelt und einen Teil der Gnaden mindert. Sie empfangen also die himmlische Speise, Christus selbst, aus dreckigen, vor Dreck verkrusteten Priesterpfoten, welche vor Sünde nur so triefen. Deswegen ist es Katholiken verboten, wissentlich Sakramente vor Priestern zu empfangen, wo denen sie positiv wissen, dass sie in schwerer Sünde leben und/oder suspendiert sind.  Wenn man es nicht positiv weiß, sondern es nur vermutet, dann ist man zwar entschuldigt, aber der Dreck bleibt trotzdem kleben. Vielleicht hilft das u.a. Gebet die Gnaden der Hl. Kommunion zu bewahren und sich dennoch zu heiligen.

Post missam vel communionem
Sanctifica Domine, animam meam et benedictionem tuam in ea relinque. Ingredere cubiculum cordis mei et illud posside in sempinternum.
Nach der hl. Messe oder Kommunion
Heilige, oh Herr, meine Seele und hinterlasse in ihr Deinen Segen. Tritt in das Gemach meines Herzens ein und nimm es in Besitz in Ewigkeit.

 

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