Predigten zum Evangeliumstext der Alten Messe – Festtage 1 Mittwoch der Heiligen Woche

Evangelium des Mittwochs in der Karwoche

Leidensgeschichte nach Lukas 22, 39-71; 23, 1-53

bedeutet Christus, C (Cantor, Chronista) den Erzähler, S (Succentor) die übrigen sprechenden Personen

Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus nach Lukas. In jener Zeit ging Jesus hinaus und begab Sich nach Seiner Gewohnheit an den Ölberg. Die Jünger aber folgten Ihm. Als Er dort angekommen war, sprach Er zu ihnen: «Betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet.» Dann entfernte Er sich von ihnen einen Steinwurf weit, kniete nieder und betete: «Vater, wenn Du willst, so nimm diesen Kelch von Mir; doch nicht Mein Wille geschehe, sondern der Deine.» Da erschien Ihm ein Engel vom Himmel und stärkte Ihn. Nun befiel Ihn Todesangst, und Er betete noch flehentlicher. Sein Schweiß ward wie Blutstropfen, die zur Erde rannen. Er erhob Sich nun vom Gebet und kehrte zu Seinen Jüngern zurück, fand sie aber vor Traurigkeit schlafend. Er sprach zu ihnen: «Warum schlafet ihr? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet!» Während Er noch redete, erschien eine Rotte. Einer von den Zwölfen, Judas mit Namen, ging voran. Er schritt auf Jesus zu und küßte Ihn. Jesus sprach zu ihm: «Judas, mit einem Kusse verrätst du den Menschensohn?» Als Seine (Jesu) Begleiter sahen, was kommen werde, riefen sie: «Herr, sollen wir mit dem Schwerte dreinschlagen?» Und einer von ihnen (Petrus) schlug auf den Knecht des Hohenpriesters ein und hieb ihm das rechte Ohr ab. Jesus aber sprach: «Laßt ab! Es ist genug!» Dann berührte Er dessen Ohr und heilte es. Zu den Hohenpriestern aber und zu den Hauptleuten der Tempelwache und den Ältesten, die mitgekommen waren, sprach Jesus: «Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Knütteln. Als Ich täglich bei euch im Tempel war, habt ihr nicht Hand an Mich gelegt. Doch dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.» Hierauf nahmen sie Ihn gefangen und führten Ihn zum Hause des Hohenpriesters. Petrus aber folgte von ferne. Sie zündeten in der Mitte des Vorhofes ein Feuer an und saßen im Kreise herum. Petrus gesellte sich zu ihnen. Als eine Magd ihn am Feuer sitzen sah, faßte sie ihn fest ins Auge und sprach: «Auch dieser war bei Ihm.» Er aber leugnete und sprach: «Weib, ich kenne Ihn nicht.» Nach einer Weile sah ihn ein anderer und sprach: «Du bist auch einer von ihnen.» Petrus erwiderte: «Nein, o Mensch.» Etwa eine Stunde später versicherte ein anderer: «Wahrhaftig, der war auch bei Ihm: er ist ja ein Galiläer.» Petrus aber sprach: «Mensch, ich verstehe nicht, was du sagst.» Während er noch redete, krähte der Hahn. Da wandte Sich der Herr um und schaute Petrus an. Nun erinnerte sich Petrus an das, was der Herr gesagt hatte: «Ehe der Hahn kräht, wirst du Mich dreimal verleugnen.» Petrus ging nun hinaus und weinte bitterlich. Die Männer, die Jesus bewachten, verspotteten und schlugen Ihn. Sie verhüllten Ihm die Augen, schlugen Ihm ins Gesicht und fragten: «Sag an, wer hat Dich geschlagen?» Und noch viele andere Lästerungen stießen sie gegen Ihn aus. Bei Tagesanbruch kamen die Ältesten des Volkes, die Hohenpriester und Schriftgelehrten zusammen, ließen Ihn in ihre Versammlung bringen und sprachen: «Bist Du Christus, so sag es uns.» Er antwortete ihnen: «Wenn Ich es euch sage, glaubt ihr Mir nicht; wenn Ich euch frage, antwortet Ihr Mir nicht, noch laßt ihr Mich frei. Aber von nun an wird der Menschensohn zur Rechten der Macht Gottes sitzen.» Da sprachen alle: «Du bist also der Sohn Gottes?» Er antwortete: «Ihr sagt es, Ich bin es.» Da riefen sie: «Was brauchen wir noch ein Zeugnis? Wir haben es ja selbst aus Seinem Munde gehört.» Jetzt erhob sich die ganze Versammlung. Sie führten Ihn zu Pilatus und begannen Ihn anzuklagen: «Wir haben gefunden, daß Dieser unser Volk aufwiegelt, daß Er verbietet, dem Kaiser Steuer zu zahlen, und Sich für Christus, den König, ausgibt.» Pilatus fragte Ihn: «Bist Du der König der Juden?» Er antwortete: «Ja, Ich bin es.» Da erklärte Pilatus den Hohenpriestern und dem Volke: «Ich finde keine Schuld an diesem Menschen.» Sie aber riefen noch ungestümer: «Er bringt das Volk im ganzen Judenlande durch Seine Lehre in Aufruhr, angefangen von Galiläa bis hierher.» Als Pilatus von Galiläa reden hörte, fragte er, ob der Mann ein Galiläer sei. Als er vernahm, daß Er aus dem Machtgebiete des Herodes sei, sandte er Ihn zu Herodes, der in jenen Tagen gleichfalls in Jerusalem war. Herodes freute sich aber sehr, als er Jesus sah. Lange schon hatte er sich darnach gesehnt, Ihn zu sehen, weil er vieles von Ihm gehört hatte. Auch hoffte er, ein Wunder von Ihm zu sehen. Er stellte daher viele Fragen an Ihn. Doch Jesus gab ihm keine Antwort. Die Hohenpriester und Schriftgelehrten standen dabei und klagten Ihn fortwährend an. Da verhöhnte und verspottete Ihn Herodes mit seinen Soldaten; er ließ Ihm ein weißes Kleid anziehen und schickte Ihn so zu Pilatus zurück. An diesem Tage wurden Herodes und Pilatus Freunde; denn vorher hatten sie miteinander in Feindschaft gelebt. Pilatus rief nun die Hohenpriester, die Mitglieder des Hohen Rates und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: «Ihr habt mir diesen Mann gebracht, weil Er das Volk aufwiegeln soll. Seht, ich habe Ihn vor euch verhört, finde aber keine der Anklagen, die ihr gegen diesen Menschen vorbringt, für berechtigt; auch Herodes nicht, an den ich euch verwiesen: nichts Todeswürdiges ist von Ihm begangen worden. Ich will Ihn also züchtigen lassen und dann freigeben.» Auf den Festtag mußte er ihnen aber einen Gefangen freilassen. Da schrie der ganze Haufen: «Weg mit Diesem, gib uns den Barabbas frei!» Dieser war wegen eines Aufruhrs, der in der Stadt vorgekommen war, und wegen eines Mordes ins Gefängnis geworfen worden. Noch einmal redete Pilatus ihnen zu, weil er Jesus freigeben wollte. Aber sie schrien: «Ans Kreuz, ans Kreuz mit Ihm!» Er sprach ein drittes Mal zu ihnen: «Was hat Er denn Böses getan? Ich finde keine Todesschuld an Ihm. Ich will Ihn züchtigen lassen und dann freigeben.» Aber sie setzten ihm mit lautem Geschrei zu und verlangten, daß Er gekreuzigt werde; und ihr Geschrei drang auch durch. Pilatus entschied, daß ihrem Verlangen entsprochen werde. Er gab ihnen den frei, der wegen des Mordes und des Aufstandes ins Gefängnis geworfen war und den sie verlangten; Jesus aber opferte er ihrem Willen. Als sie Ihn hinausführten, hielten sie einen gewissen Simon aus Cyrene an, der vom Felde kam, und luden ihm das Kreuz auf, daß er es Jesus nachtrage. Eine große Volksmenge folgte Ihm, darunter auch Frauen, die über Ihn klagten und weinten. Jesus aber wandte Sich zu ihnen und sprach: «Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über Mich, sondern weinet über euch und eure Kinder. Denn seht, es werden Tage kommen, an denen es heißt: Selig die Unfruchtbaren, deren Schoß nicht geboren und deren Brüste nicht genährt haben. Dann wird man zu den Bergen sagen: Fallet über uns; und zu den Hügeln: Bedecket uns. Denn wenn das am grünen Holz geschieht, was wird dann erst am dürren geschehen?» Zugleich mit Ihm wurden noch zwei Verbrecher zur Hinrichtung hinausgeführt. Als sie an den Ort gekommen waren, der Kalvaria heißt, kreuzigten sie Ihn daselbst; ebenso die beiden Missetäter, den einen zu Seiner Rechten, den andern zu Seiner Linken. Da sprach Jesus: «Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun.» Dann verteilten sie Seine Gewänder, indem sie das Los warfen. Das Volk stand dabei und schaute zu. Die Mitglieder des Hohen Rates verspotteten Ihn und sprachen: «Andern hat Er geholfen, nun mag Er Sich selbst helfen, wenn Er der Messias ist, der Auserwählte Gottes.» Auch die Soldaten verhöhnten Ihn, traten hinzu und reichten Ihm Essig mit den Worten: «Wenn Du der König der Juden bist, hilf Dir.» Über Ihm war aber eine Aufschrift in griechischer, lateinischer und hebräischer Schrift: Das ist der König der Juden. Auch einer von den Missetätern, die am Kreuze hingen, lästerte Ihn und sprach: «Wenn Du Christus bist, hilf Dir selbst und uns.» Der andere aber verwies es ihm und sagte: «Fürchtest auch du Gott nicht? Du erleidest doch die gleiche Strafe! Wir leiden mit Recht; denn wir empfangen, was wir durch unsere Taten verdient haben; Dieser aber hat nichts Böses getan.» Dann sprach er zu Jesus: «Herr, gedenke meiner, wenn Du in Dein Reich kommst!» Jesus antwortete ihm: «Wahrlich, Ich sage dir, heute noch wirst du mit Mir im Paradiese sein.» Es war ungefähr um die sechste Stunde, da entstand eine Finsternis im ganzen Lande bis zur neunten Stunde. Die Sonne verfinsterte sich, und der Vorhang des Tempels riss mitten entzwei. Da rief Jesus mit lauter Stimme: «Vater, in Deine Hände befehle Ich Meinen Geist.» Mit diesen Worten hauchte Er Seine Seele aus. Alle knien nieder und gedenken des Erlösertodes unseres Herrn. Als der Hauptmann sah, was geschehen war, pries er Gott und sprach: «Wahrhaftig, dieser Mensch war gerecht.» Alles Volk, das Zeuge dieses Schauspiels war und die Vorgänge sah, schlug an die Brust und kehrte heim. Alle Bekannten Jesu und auch die Frauen, die Ihm aus Galiläa gefolgt waren, standen in einiger Entfernung und sahen dies mit an. Und siehe, da war ein Mitglied des Hohen Rates, Joseph mit Namen, ein guter und gerechter Mann; dieser hatte ihrem Beschluss und Verfahren nicht beigestimmt. Er stammte aus Arimathäa, einer Ortschaft in Judäa, und harrte auf das Reich Gottes. Der ging zu Pilatus und erbat sich den Leichnam Jesu. Er nahm Ihn ab, hüllte Ihn in Leinwand und legte Ihn in ein Felsengrab, in das noch niemand gelegt worden war.

Predigtext des Kirchenvaters

 

  1. Du aber, o Herr, sei uns gnädig. R.Gott sei Dank gesagt.

Gebet

Am Mittwoche.

Allmachtiger Gott! noch immer büßen wir unsere Uebertretungen; laß uns also durch das Leiden deines Eingebornen baldige Erlösung zu Theil werden!

Gott! der Du um unsertwillen deinen Sohn zum Kreuzestod verurtheilen liessest, damit Du des Feindes Macht von uns triebest: verleihe uns, deinen Dienern, daß wir die Gnade der Auferstehung erlangen! Amen.

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