Podcasts. Leserfrage Nr. 11: Müssen wir -„Gerade wir als Christen“- alle diese jungen Männer in Deutschland aufnehmen?

Heute stellen wir unseren weiteren Podcast der Reihe vor:

„Alles über Katholizismus wissen wollten, aber nicht zu fragen wagten?“

Eine Reihe also, welche darin besteht die Leserfragen ab 20 EUR pro Frage in mindestens 15 Minuten zu beantworten. Sie überweisen uns Geld, schicken Ihre Frage und diese wird per Podcast öffentlich beantwortet, wobei sich die Beantwortungs- und Bearbeitungszeit nach dem Arbeitsaufwand richtet.

Die heute behandelte Frage lautet:

„Müssen wir -„Gerade wir als Christen“- alle diese jungen Männer in Deutschland aufnehmen?“

 

Sie wird beantwortet anhand von:

Müller, Ernst., Theologia moralis. Liber II, Wien 1894, 97-101.

Die angebliche Unmöglichkeit der Erfüllung der Gebote Gottes wurde schon hier behandelt.

4).

AL 295: „Auf dieser Linie schlug der heilige Johannes Paul II. das sogenannte ‚Gesetz der Gradualität‘ vor, denn er wusste: Der Mensch ‚kennt, liebt und vollbringt […] das sittlich Gute […] in einem stufenweisen Wachsen‘.[323] Es ist keine ‚Gradualität des Gesetzes‘, sondern eine Gradualität in der angemessenen Ausübung freier Handlungen von Menschen, die nicht in der Lage sind, die objektiven Anforderungen des Gesetzes zu verstehen, zu schätzen oder ganz zu erfüllen. Denn das Gesetz ist auch ein Geschenk Gottes, das den Weg anzeigt, ein Geschenk für alle ohne Ausnahme, das man mit der Kraft der Gnade leben kann, auch wenn jeder Mensch ‚von Stufe zu Stufe entsprechend der fortschreitenden Hereinnahme der Gaben Gottes und der Forderungen seiner unwiderruflichen und absoluten Liebe in das gesamte persönliche und soziale Leben «[324] voranschreitet.’“

AL 301: „[…] Daher ist es nicht mehr möglich zu behaupten, dass alle, die in irgendeiner sogenannten „irregulären“ Situation leben, sich in einem Zustand der Todsünde befinden und die heiligmachende Gnade verloren haben. Die Einschränkungen haben nicht nur mit einer eventuellen Unkenntnis der Norm zu tun. Ein Mensch kann, obwohl er die Norm genau kennt, große Schwierigkeiten haben » im Verstehen der Werte, um die es in der sittlichen Norm geht «,[339] oder er kann sich in einer konkreten Lage befinden, die ihm nicht erlaubt, anders zu handeln und andere Entscheidungen zu treffen, ohne eine neue Schuld auf sich zu laden.“

Wenn es in diesem Sinne verstanden wird, dass eine gerechtfertigte Person mit Gottes Hilfe nicht die Kraft hat, die objektiven Anforderungen des göttlichen Gesetzes auszuführen, als ob irgendeines der Gebote Gottes für den Gerechtfertigten unmöglich sei; oder, wenn es dahingehend verstanden wird, dass Gottes Gnade, wenn sie in einem Individuum Rechtfertigung erzeugt, nicht unveränderlich und aus ihrer Natur heraus Abwendung von aller schweren Sünde erzeugt, oder [diese Gnade] nicht ausreichend ist, um sich von aller schweren Sünde abzuwenden:

 [dann verdient diese Aussage die Zensur]

i). Haeretica, sacrae Scripturae contraria.

ii). Impia, blasphema.

Konzil von Trient, 6.  Sitzung, Kanon 18:

„Wer sagt, die Gebote Gottes seien auch für einen gerechtfertigten und unter Gnade stehenden Menschen unmöglich zu beobachten: der sei mit dem Anathema belegt“. (DH 1568).

Siehe auch: Gen 4,7; Dtn 30,11-19; Ecclesiasticus/Sir 15,11-20; Mk 8,38; Lk 9,26; Hebr 10,26-29; 1 Joh 5,17; Zosimus, 15-te (oder 16-te) Synode von Karthago, Kanon 3 über die Gnade, DH 225; Felix III, 2. Synode von Orange, DH 397; Konzil von Trient, Sitzung 5, Kanon 5; Sitzung 6, Kanones 18-20, 22, 27 und 29; Pius V, Bulle Ex omnibus afflictionibus, Über die Irrtümer von Michael du Bay [Bajus], 54, (DH 1954); Innozenz X, Konstitution Cum occasione, Über die Irrtümer von Kornelius Jansen, 1 (DH 2001); Clemens XI, Konstitution Unigenitus, Über die Irrtümer von Pasquier Quesnel, 71 (DH 2471); Johannes Paul II, Apostolische Exhortation Reconciliatio et paenitentia 17: AAS 77 (1985): 222; Veritatis splendor 65-70: AAS 85 (1993): 1185-89 (DH 4964-67).

 

Podcast:

Müssen wir „gerade als Christen“ alle diese jungen Männer in Deutschland aufnehmen?

 

4 Gedanken zu „Podcasts. Leserfrage Nr. 11: Müssen wir -„Gerade wir als Christen“- alle diese jungen Männer in Deutschland aufnehmen?

  1. „AL 295: „Auf dieser Linie schlug der heilige Johannes Paul II. das sogenannte ‚Gesetz der Gradualität‘ vor, denn er wusste: Der Mensch ‚kennt, liebt und vollbringt […] das sittlich Gute […] in einem stufenweisen Wachsen‘“
    Ich kenne auch eine andere Gradualität. Der Mensch ,kennt, liebt und vollbringt ( ) das sittlich Böse in einem stufenweisen Wachsen “ bis man die Leichen in den Straßen nicht mehr zählen kann.
    Per Mariam ad Christum.

  2. Das ist der schreckliche humanistische Irrtum das sich der Mensch evolutionär-ethisch „höher entwickelt“,obwohl uns die Bibel eindeutig sagt,das des Menschen Herz böse von klein auf ist.
    Das ist natürlich für alle Gutmenschen so,als wenn sich jemand mit Sonnenbrand in die Sauna setzt aber als christlicher Realist kommt man an dieser Erkenntnis nicht vorbei.
    Die Tarnung des Bösen wurde somit perfektioniert und kommt nun im Schafspelz daher und die Kirchen spielen mit,da ebenfalls infiziert.

  3. Danke für diesen erfrischenden Beitrag! Wenn DSDZ sich zum (politischen) Martyrer berufen fühlt, sollte er (falls nicht bereits geschehen) die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben, eine christliche Partei gründen und sich schnell in den Bundestag wählen lassen 😉

    1. @ Tom

      Vielen Dank! Ja, ich habe einen deutschen Pass und das politische Martyrium wurde mir schon in der Heimat vorausgesagt. :)))

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