Hl. Leonard: Die kleine Anzahl derer, die gerettet werden (10 von 10)

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Wie man es dreht und wendet, die Wahrscheinlichkeit, dass Anno 2018 mehr Menschen verdammt als gerettet werden, ist doch sehr hoch. Wenn man bedenkt, dass Katholizismus der wahre, allein selig machende Glaube ist, dass sich die Anforderungen Gottes nicht geändert haben, gleich, was uns unsere Geistlichen sagen, dann liegt doch die Anzahl der Geretteten im Promillebereich. Geben Sie sich Mühe, dass Sie darunter sind und nehmen Sie gerne die kommenden Heimsuchungen in Kauf, denn das ist der Weg der Reinigung. Amen.

Zusammenfassung

Brüder! Ich möchte euch heute alle getröstet wegschicken. Wenn ihr mich also nach meiner Meinung über die Zahl derer fragt, die gerettet werden, hier ist sie: Ob es viele oder wenige sind, die gerettet werden, ich sage, dass wer immer gerettet werden möchte, gerettet wird; und niemand kann verdammt werden, wenn er das nicht möchte. Und wenn es wahr ist, dass wenige gerettet werden, dann deshalb, weil es nur wenige gibt, die gut leben. Was den Rest betrifft, vergleicht diese zwei Meinungen: die erste stellt fest, dass die größere Anzahl der Katholiken verdammt wird; im Gegensatz dazu gibt die andere vor, dass die größere Anzahl der Katholiken gerettet wird. Stellt euch einen Engel vor, der von Gott gesandt wird, um die erste Meinung zu bekräftigen, um euch zu sagen, dass nicht nur die meisten Katholiken verdammt werden, sondern dass von dieser ganzen Versammlung einer alleine gerettet wird. Wenn du die Gebote Gottes befolgst, wenn du die Verderbtheit dieser Welt verabscheust, wenn du das Kreuz Jesu Christi im Geist der Buße umarmst, wirst du der eine sein, der als einziger gerettet wird.

Nun stellt euch vor, derselbe Engel kommt zu euch zurück und bekräftigt die zweite Meinung. Er sagt euch, dass nicht nur der größere Anteil der Katholiken gerettet wird, sondern dass aus dieser ganzen Versammlung nur ein einziger verdammt wird und alle anderen gerettet. Wenn du danach weiter machst mit deinem Wucher, deiner Rache, deinen kriminellen Handlungen, deiner Unreinheit, dann wirst du der Eine sein, der verdammt wird.

Was hat man für einen Nutzen, wenn man weiß, ob viele oder wenige gerettet werden? Der Heilige Petrus sagt uns:

„Brüder! Bestrebt euch darum umso mehr, dass ihr eure Berufung und Auserwählung [durch gute Werke] sicherstellt.“

Als die Schwester des Heiligen Thomas von Aquin ihn fragte, was sie tun müsse, um zum Himmel zu kommen, sagte er: „Du wirst gerettet, wenn du das willst.“ Ich sage euch dasselbe, und hier ist der Beweis für meine Aussage. Niemand wird verdammt, außer er begeht eine Todsünde: das ist eine Glaubenssache. Und niemand begeht eine Todsünde, wenn er das nicht möchte: Das ist eine unleugbare theologische Aussage. Daher kommt niemand in die Hölle, wenn er es nicht möchte; die Konsequenz ist offensichtlich. Genügt dies nicht, euch zu trösten? Weint über vergangene Sünden, legt eine gute Beichte ab, sündigt in Zukunft nicht mehr, und ihr werdet alle gerettet werden. Warum quält ihr euch so? Denn es ist sicher, dass man eine Todsünde begehen muss, um in die Hölle zu kommen, und um eine Todsünde zu begehen muss man das wollen, und daraus folgert logischerweise, dass niemand in die Hölle kommt, wenn er das nicht möchte. Das ist nicht nur eine Meinung, das ist eine unleugbare und sehr tröstende Wahrheit; möge Gott euch geben, dass ihr das versteht, und möge er euch segnen. Amen.

Nachwort

In den ersten Regeln über die Unterscheidung der Geister zeigt Ignatius, dass es typisch für den bösen Geist ist, Sünder zu beruhigen. Daher müssen wir beständig predigen und Anlass für Vertrauen zu geben und die Pflicht der Hoffnung in des Herrn unendliche Verzeihung und Gnade, denn Umkehr ist einfach und Seine Gnade allmächtig. Aber wir müssen uns auch in Erinnerung rufen: „Gott lässt Seiner nicht spotten“ (Gal 6, 7), und jemand, der gewöhnlich im Stand der Todsünde lebt, ist auf dem Weg zur ewigen Verdammnis.

Es gibt Wunder in letzter Minute, aber es sei denn, wir streiten uns darüber, dass Wunder der allgemeine Gang der Dinge sind, sind wir verpflichtet zuzugeben, dass für die Mehrzahl der Menschen, die im Stand der Todsünde leben, Unbußfertigkeit am Ende des Lebens die wahrscheinlichste Möglichkeit ist.

Die Argumente des Heiligen Leonard von Port Maurizius haben uns überzeugt. Sie sind es wert, dass man sie anhört. Mit Beredtsamkeit und Klarheit, entwickeln sie eine Überlegung von Pater Lombardi in seiner öffentlichen Debatte mit dem Führer der italienischen Kommunisten, Velio Spano in Cagliara am 4. Dezember 1948. „Ich werde von Entsetzen gepackt bei dem Gedanken, dass wenn Sie auf diese Weise fortfahren, Sie zur Hölle verdammt werden“, sagte Pater Lombardi zu dem Marxisten Spano. Spano antwortete: „Ich glaube nicht an die Hölle.“ Und Pater Lombardi konterte: „Exakt. Und wenn Sie damit fortfahren, werden Sie verdammt werden; wenn man vermeiden will verdammt zu werden, muss man an die Hölle glauben.“

Wir könnten Pater Lombardis Antwort verallgemeinern. Vielleicht ist es genau ein solcher Mangel an übernatürlichem Glauben, der die Menschen davon abhält, eine tiefe Wertschätzung der pastoralen Transzendenz der Predigt nach Art des Heiligen Leonard von Port Maurizius in seiner Anwendung auf unser tägliches Leben zu erreichen. Jedenfalls ist es nicht deshalb, weil die Moral heute besser ist als zur Zeit des berühmten Missionars. Es könnte keine bessere Gelegenheit für uns geben, diesen Tadel von Kardinal Pie zu zitieren: „Ich sehe überall Bedachtsamkeit; balld werden wir nirgends mehr Mut sehen; seien Sie versichert, wenn wir auf diese Weise fortfahren werden wir an einer Weisheitsattacke sterben.“ Nicht göttliche Weisheit, sicher; denn nur fleischliche und weltiche Bedachtsamkeit erwecken fruchtlose Erkenntnis, die über die Predigt des Heiligen Leonard spottet.

Die Lehre des Heiligen Leonard von Port Maurizius hat zahlreiche Seelen gerettet und wird bis zum Ende der Zeiten zahlreiche Seelen retten. Dies sagt die Kirche in dem Gebet of the Divine Office, Sechste Lesung, die von St. Leonards himmlischer Wortgewandtheit spricht: Wenn man ihn hörte, wurden selbst Herzen aus Eisen und Messing kraftvoll zur Buße geneigt, auf Grund der erstaunlichen Wirkmächtigkeit und des Predigers brennenden Eifers. Und im liturgischen Gebet bitten wir den Herrn: Gib die Macht, die Herzen verhärteter Sünder durch die Werke der Predigt zu beugen.

Diese Predigt des Heiligen Leonard von Port Mauriius wurde während der Amtszeit von Papst Benedikt XIV. behalten, der den großen Missionar so sehr liebte.

www.olrl.org/snt_docs/

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